Archiv für den Monat: Oktober 2012

Buchauszug: Friedrich Nietzsche – Das Christentum hat uns um die Ernte der antiken Kultur gebracht, …

„Das Christentum hat uns um die Ernte der antiken Kultur gebracht, es hat uns später wieder um die Ernte der Islam-Kultur gebracht. Die wunderbare maurische Kultur-Welt Spaniens, uns im Grunde verwandter, zu Sinn und Geschmack redender als Rom und Griechenland, wurde niedergetreten (- ich sage nicht von was für Füßen -), warum? weil sie vornehmen, weil sie Männer-Instinkten ihre Entstehung verdankte, weil sie zum Leben ja sagte auch noch mit den seltnen und raffinierten Kostbarkeiten des maurischen Lebens!

Die Kreuzritter bekämpften später etwas, vor dem sich in den Staub zu legen ihnen besser angestanden hätte – eine Kultur, gegen die sich selbst unser neunzehntes Jahrhundert sehr arm, sehr »spät« vorkommen dürfte. – Freilich, sie wollten Beute machen: der Orient war reich. Man sei doch unbefangen! Kreuzzüge – die höhere Seeräuberei, weiter nichts!“

(Friedrich Nietzsche, Der Antichrist, 1889, in: Werke III, S. 678 bzw. 1232)

Fundstück: Verhextes Land / Christliche Nächstenliebe in Nigeria

Nigeria! Wenn wir von diesem afrikanischen Land hören, dann denken wir an Boko Haram, an Terrorismus und Krieg, ausgehend von Muslimen. Nigerianische Christen jedoch gelten als Opfer. Bereits in einem früheren Beitrag vom 04. August 2012 (Nigeria – Die Mähdrescher Gottes) habe ich versucht das Bild ein wenig gerade zu rücken. Aber dieses Fundstück übersteigt bei weitem das damals präsentierte. Lest euch die folgenden Auszüge einfach mal durch (am Ende folgt ein Link zum kompletten Artikel).

Abergläubische Eltern töten in Nigeria ihre Söhne und Töchter, weil Prediger ihnen einreden, der Nachwuchs sei vom Teufel besessen. Rettung für die Kinder gab es bislang nur an einem Ort.

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Buchauszug: Immanuel Kant – Die Absicht (Niyya)

„Der gute Wille ist nicht durch das, was er bewirkt, oder ausrichtet, nicht durch seine Tauglichkeit zu Erreichung irgend eines vorgesetzten Zweckes, sondern allein durch das Wollen, d.i. an sich, gut, und, für sich selbst betrachtet, ohne Vergleich weit höher zu schätzen, als alles, was durch ihn zu Gunsten irgend einer Neigung, ja, wenn man will, der Summe aller Neigungen, nur immer zu Stande gebracht werden könnte.

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Buchauszug: Erik von Kühnelt-Leddihn – Was ist aber nun die Demokratie?

“ … was ist aber nun die Demokratie? Die Demokratie gibt eine Antwort auf die Frage: „Wer soll regieren?“ Die Antwort darauf ist „Die Mehrheit der politisch gleichgestellten Bürger entweder in Person oder durch ihre im Mehrheitsverfahren gewählten Vertreter.“ Hingegen beantwortet der echte Liberalismus nicht die Frage nach dem Ursprung der politischen Gewalt, sondern nach ihrer Handhabung, also nicht wer, sondern wie regiert werden soll. „Wer auch immer regiert“, sagt der Liberalismus, „es muß so regiert werden, daß der einzelne Bürger die dem Allgemeinwohl nicht abträgliche größtmöglichste Freiheit genießt.“

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Zitat: Friedrich A. von Hayek – Politische Freiheit im Sinne von Demokratie

„Politische Freiheit im Sinne von Demokratie, innere Freiheit, Freiheit im Sinne des Fehlens von Hindernissen für die Verwirklichung unserer Wünsche oder gar Furcht und Mangel haben wenig mit individueller Freiheit zu tun und stehen oft im Konflikt mit ihr. Das Verständnis für und der Glaube an die Freiheit sind in hohem Maße dadurch zerstört worden, daß die Bedeutung des Wortes so ausgedehnt wurde, daß es jeden klaren Sinn verloren hat.“

(Die Ursachen der ständigen Gefährdung der Freiheit, in: Ordo, Bd. 12, 1960/61, S. 106)

Materialien zur Geschichte der Wahaby – 07.2 – Kriegsberichterstattung

Als Mohammed Aly im Jahr 1804 Pascha von Ägypten wurde, wo er während der letzten zwei Jahre allen Einfluss ausgeübt hatte, den ihm seine zahlreichen Truppen und seine eigene Schlauheit über die schwachen Reste der einst furchtbaren Mammelucken, nur verleihen konnten, wurde ihm von der Pforte hauptsächlich zur Pflicht gemacht, die heiligen Städte wieder zu erobern. Er wusste recht wohl, dass die Nichtbefolgung dieser Befehle von der Regierung mit dem Verluste seiner Stelle bestraft werden würde; und um ihn noch mehr anzuspornen, versprach ihm die Pforte das Paschalik von Damaskus für einen seiner Söhne, sobald er von Mekka und Medinah Besitz genommen haben würde. Auch sein eigener Ehrgeiz machte ihm die Erreichung dieses Zieles höchst wünschenswert, indem ihn die Befreiung der heiligen Städte über alle andere Paschas des türkischen Reiches erheben und seinem Namen so viel Zelebrität verleihen würde, dass die Pforte nachher nie sich bewogen finden möchte, seinen Interessen entgegen zu treten. Während der ersten Jahre seiner Regierung hatte er es immer mit den Mammelucken zu tun; und erst im Jahre 1810 kam ein Vergleich mit ihnen zu Stande, nach welchem sie ihre Ansprüche auf ganz Unterägypten und den größeren Teil von Oberägypten aufgaben. Er lud sie unter dem Versprechen eines sichern Geleits nach Kairo ein und ließ sie alsdann, wie bekannt, auf eine treulose Weise in dem Kastell dieser Stadt ermorden. Gegen das Ende des Jahres 1809 machte Mohammed Aly ernsthafte Anstalten für seine Expedition. Vor allen Dingen musste er eine hinlängliche Zahl Schiffe für den Transport von Truppen und Lebensmitteln zur Verfügung haben. Hätte er ein einziges Schiff aus Hedschaz in Beschlag genommen, so würden alle anderen aus Furcht weggeblieben sein und seiner Unternehmung Nachteile gebracht haben. Er beschloss daher, eine Flottille zu bauen, und während der Jahre 1809 bis zum Frühling 1811 wurden zu Suez 28 große und kleine Schiffe (von 100 bis 250 Tonnen Trächtigkeit) gebaut, und es fanden hier gegen 1000 Arbeiter, unter welchen sich Griechen und andere Europäer befanden, beständig Beschäftigung. Das Holz wurde zu Bulak bei Kairo zugehauen, auf Kamelen durch die Wüste transportiert, und zu gleicher Zeit wurden zu Suez große Magazine von Getreide, Zwieback und anderen Lebensmitteln angelegt. Da es nicht leicht war, in solchen Schiffen viel Reiterei über ein gefährliches Meer zu transportieren, so musste dafür gesorgt werden, dass sie zu Lande den Punkt ihrer Bestimmung erreichen konnten. Die Kastell auf der Pilgerstraße zwischen Kairo und Yembo (Adscherud, Nakhel, Akaba, Moeyleh und el Wodsch) wurden alle ausgebessert, mit neuen Mauern verstärkt und mit Infanterie von den Moggrebyns versehen, die mit den Beduinen gut umzugehen wussten. Diejenigen Beduinenstämme, welche in der Nähe dieser Kastell lebten, wurden durch Geschenke dahin gebracht, mit ihren Kamelen nach Kairo zu ziehen und Proviant zu holen, der in den Magazinen dieser Kastell niedergelegt wurde. Zu gleicher Zeit wurden auch Getreidemagazine zu Kosseir errichtet; aber zu Anfange des Krieges besaß dieser Hafen noch nicht die Wichtigkeit, welche er nachher als ausschließliches Depot aller Vorräte erlangte, indem er Hedschaz weit näher, als Suez lag, welches bloß der Handelshafen für Kairo blieb.

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Materialien zur Geschichte der Wahaby – 07.1 – Kriegsberichterstattung

Während meines Aufenthalts in Arabien habe ich mich öfters nach einer geschriebenen Geschichte der Wahaby erkundigt, indem ich es für wahrscheinlich hielt, dass irgendein gelehrter Mann von Mekka, oder Medinah ein solches Werk geschrieben haben könnte; aber meine Bemühungen waren fruchtlos. Niemand zeichnet tägliche Vorfälle auf, und der Tag, an welchem sie sich ereignet haben, ist bald vergessen. Manche Personen sind zwar recht gut in Betreff der Dinge unterrichtet, welche in ihrer eigenen Nachbarschaft vorgefallen sind, wissen aber wenig von dem, was sich in der Entfernung zugetragen hat; und ehe eine vollständige und befriedigende Schilderung der Angelegenheiten der Wahaby entworfen werden kann, müsste man jedenfalls alle Teile Arabiens zuvor durchreisen. Bagdad ist wegen der Nähe von Nedschid, dem Mittelpunkt der Herrschaft der Wahaby, unter gegenwärtigen Umständen Wahrscheinlich derjenige Ort, wo sich die genauesten Nachrichten sammeln lassen.

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3 mal Nicolás Gómez Dávila (IV)

„Die Aristokratien sind die normalen, die Demokratien die Fehlgeburten der Geschichte.“

„Die Unmöglichkeit, Lösungen zu finden, lehrt uns, dass wir uns der Aufgabe widmen müssen, die Probleme zu veredeln.“

„Die Vollkommenheit dessen, den wir lieben, ist keine Fiktion der Liebe. Lieben ist, im Gegenteil, das Privileg, eine Vollkommenheit zu bemerken, die anderen Augen unsichtbar bleibt.“