Buchauszug: Hans-Hermann Hoppe – Der Wahnsinn demokratisierter Legislative

„In einer Entwicklung ähnlich der Demokratisierung des Geldes – der Ersetzung eines privat produzierten Warengeldes durch ein Regierungspapiergeld und der daraus resultierenden Inflation und finanziellen Unsicherheit – hat die Demokratisierung des Rechts und der Rechtsverwaltung zu einer stetig wachsenden Gesetzesflut geführt. Gegenwärtig geht die Zahl der Gesetze und Regulierungen, die im Verlauf eines Jahres die Parlamente passieren, in die Zehntausende. Sie füllen Hunderttausende von Seiten, berühren jeden Aspekt zivilen Lebens und führen zu einer stetigen Abwertung allen Rechts und einer immer höheren Rechtsunsicherheit.

Als typisches Beispiel kann der Code of Federal Regulations (CFR) gelten, das jährliche Kompendium aller in Kraft befindlichen Regulierungen der US-Bundesregierung. Die 1994er Ausgabe des Codes besteht z.B. aus insgesamt 201 Büchern, die ungefähr acht Meter Regalplatz einnehmen. Allein das Stichwortregister des Codes umfaßt 754 Seiten. Der Code enthält Regulierungen, die die Produktion und den Vertrieb nahezu aller denkbaren Güter und Dienste betreffen – von Sellerie, Pilzen, Wassermelonen, Uhrenbändern, der Beschriftung von Glühbirnen, Strumpfwaren, dem Fallschirmspringen, der Eisen- und Stahlmanufaktur, Sexualdelikten an Universitäten bis zum Kochen von Zwiebelringen aus Zwiebelwürfeln -, und offenbart damit die beinahe totale Macht einer demokratischen Regierung.“

(Prof. Dr. Hans-Hermann Hoppe, Demokratie – Der Gott, der keiner ist, Seite 147 – 148)

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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