Die Regel über „Ich warne vor …“

Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten. Frieden und Segen seien auf dem Gesandten Allahs, seiner Familie, seinen Gefährten und denjenigen, die bis zum jüngsten Tag ihrem Weg folgen.

Allah :swt: führt ein Herz zum Islam, nachdem es in Dunkelheit und Unwissenheit des Kufr litt. Jetzt aber kostet er den Anmut des Imans, welcher seine Tränen von seinem Gesicht wischt und ihm einen leuchtenden Weg in die Zukunft zeigt.

Dieses Herz spürt eine Wärme, wenn es Vorträge über das Paradies, die Hölle, die Engel, den Tod, das Universum usw. hört. Sie und der daraus folgende Iman ist die Nahrung, welche ihn gegen sein Umfeld stärkt, das ihn nicht anerkennt und nicht akzeptiert. Es hörte immer Ahlu Sunnah, Ahlu Sunnah – seine Fitrah ruft ihn zu sich und sagt, dies ist dein Nest, halte fest daran.

Plötzlich beginnt dieses Nest zu schwanken und die Wärme wird lauer, die Verwirrung erscheint wieder am Horizont, denn eine Stimme warnt vor der anderen im selben Nest. Was wird wohl dieses Herz jetzt erleben, wie wird es ihm ergehen?

Die Weisheit, ja die Weisheit ist das Hinlegen jeder Angelegenheit an ihre passende Stelle. Das Anstossen einer Schlechtigkeit, indem viele andere Schlechtigkeiten vorgebracht werden, ist gegen diese Weisheit.

Wenn ein Prediger sieht, dass ein Bruder einen Fehler getan hat, dann ist es zu allererst angebracht, in seine Ohren zu flüstern, das bedeutet, ihn heimlich auf seine Fehler hinweisen. Reagiert er darauf nicht, dann soll er entweder einen Vortrag halten oder schreiben, ohne den Bruder persönlich zu nennen. Denn hier wird nur die falsche Idee aufgegriffen und nicht die Persönlichkeit selbst.

„Ich warne vor … und niemand darf von demjenigen etwas nehmen„ wird unter den Wissenschaftlern sehr selten gesagt. Eine Ausnahme ist, wenn derjenige voller Bida´ ist und zu seiner Bida´ aufruft. Wir haben nie gehört, dass ein Wissenschaftler über einen anderen sagt: „Nehmt nichts von ihm“. Selbst die früheren Wissenschaftler in ihren Zeiten bis jetzt nehmen aus den Büchern über Usul ul Fiqh, die andere, außer Ahlu Sunnah wal Djama´ geschrieben haben.

Es ist möglich, dass derjenige, vor dem gewarnt wurde, eine Bida´ in der Aqidah hat und sie öffentlich predigt. Dann soll der Warner die genaue falsche Aussage öffentlich anbringen und das Gegenteil davon im Detail beweisen, denn dies ist kein Feld für Allgemeinheiten.

Nun ist es so, dass nicht jeder, der einen Beweis anführt, die Wahrheit getroffen hat, denn es gibt einen Beweis und seinen Hinweis. Das bedeutet, ob der angebrachte Beweis wirklich auf den Streitpunkt hinweist? Dafür soll auch derjenige, vor dem gewarnt wurde, seine Gegenbeweise anbringen.

Wurde dies alles getan, dann hat nur derjenige, der die Beziehungen zwischen den Beweisen und seinen Hinweisen versteht, das Recht zu entscheiden, wer im Recht ist. Diese Entscheidung wird nicht durch Äußerlichkeiten, wie: „Die Stimme des Predigers mag ich …“ oder „Sein Bart ist lang …“ oder „Die Art des Predigens mag ich…“ getroffen. Solche Faktoren haben keinen Einfluß auf die Beweise und ihre Hinweise.

Ich rate diesem Herz, welches davon getroffen wird, verschließe deine Ohren vor solchen Warnungen, die nicht in o. g. Weise durchgeführt werden, und studiere das Wissen im Islam, hab Geduld – ein Jahr, zwei, drei Jahre – bis du die Wärme des Wissens im Herzen spürst und laß mich in dein Ohr flüstern: „Die Wärme des Wissens hat einen besonderen Geschmack, wenn du sie irgendwann gekostet hast, dann denk über diese Aussage nach.“

Denjenigen, die Öl auf das Feuer gießen, rate ich ebenfalls, Wissen im Islam zu erlangen und nach einigen Jahren werdet ihr bemerken, dass ihr wart, wie der Vater der Handspanne – kennt ihr den Vater der Handspanne? Ich erzähle euch seine Geschichte:

Der Vater der Handspanne ist jemand, der ein Studium begonnen hat, solange, bis er eine Spanne des Wissens erlangt hat und er sagte: Ich bin der größte Wissenschaftler der Erde. Er studierte weiter, bis er zwei Handspannen des Wissens erlangt hat und nun sagte er: Ach, es gibt welche, die mehr wissen als ich. Nach weiterem Studium, bis er drei Spannen erreichte, sagte er: Oh, ich bin der Unwissendste auf dieser Erde.

[11:88] Ich will nur Besserung, soweit ich (es erreichen) kann. Und es gibt für mich kein Gelingen außer durch Allah. Auf Ihn vertraue ich und an Ihn wende ich mich.

Wenn ich das Richtige getroffen habe, dann ist es von Allah :swt: und wenn nicht, dann ist es von meiner Seele und vom Shaitan.

Mohammad Abu Fatima
(von Madrassa – Rabbi sidna `Ilma)

[Quelle: daswissenimislam.blogspot.com]
Komplett übernommen mit freundlicher Genehmigung

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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