Die Schmach von Köln und ihre Täter

Dieser Beitrag erschien zuerst auf ahlu-sunnah.com.

von Yahya ibn Rainer

Um sich selbst geschmeidig aus der Affäre ziehen zu können, behaupten Muslime hierzulande gerne, dass „Salafisten“ keine klassischen Sunniten seien. Auf diese Weise können sie den schwarzen Peter ungeniert weiterreichen, der im Angesicht des muslimischen Terrorismus in Europa und andernorts (teils zu Recht) an die muslimische Gemeinschaft ausgeteilt wird.

Aus dieser privilegierten Position heraus scheut man dann auch nicht davor zurück, solch kellermäßige Phrasen wie (verkürzt) „Nicht jeder Salafist ist eine Terrorist, aber jeder Terrorist ein Salafist“ zu wiederholen.

Im Angesicht der Silvester-Vorkommnisse in Köln, Hamburg und Stuttgart, kamen mir diese geschickten Zocker wieder ins Gedächtnis. Während sogenannte „Salafisten“ sich mehrheitlich fast ebenso erschrocken über die Ereignisse zeigten, wie viele andere Bürger auch, ergangen sich viele „klassische Sunniten“ darin, auch hier den schwarzen Peter möglichst schnell wieder an andere weiter zu reichen.

Man könne ja nicht wissen, ob es wirklich mehrheitlich Muslime waren, und man hörte ja auch von südost-europäischen Tätern. Die größte Empörung, die man feststellen konnte, war die Empörung darüber, dass Pegidasten, AfDler und andere „Rassisten“ diese Vorkommnisse politisch ausnutzen könnten.

Es ist ein wahres Trauerspiel, diese Unschuldslämmer bei der dauernden Inszenierung ihrer Opferrolle zu beobachten. Schuld sind immer die anderen, nicht wir „klassischen Sunniten“.

Wie gern würde ich ihnen ihre eigene verlogene Logik um die Ohren hauen, indem ich sage:

„Nicht jeder versoffene Sittenstrolch von Köln, Hamburg und Stuttgart war ein «klassischer Sunnit», aber «Salafisten» waren ganz sicher keine dabei!“

Aber diese Genugtuung brauche ich nicht. Ich sehe mich als klassischen Sunniten, auch wenn ich „Salafist“ geschimpft werde, und ich sehe eine gewaltige Schuld für die derzeitige Misere bei uns allen.

Diese „Methode“ der sexuellen Belästigung, wie sie speziell am Silvesterabend am Kölner Hauptbahnhof stattfand, erinnert erschreckenderweise sehr an Vorkommnisse, wie sie vor allem in Ägypten, aber auch in Saudi-Arabien und anderen muslimischen Ländern geschehen. Wir haben es hier also tatsächlich mit einem importierten Phänomen zu tun, einen Phänomen, das man nicht einem imaginären „Salafismus“ in die Schuhe schieben kann, sondern der aus einer Jahrzehnte langen sozialen Fehlentwicklung resultiert. Große Teile der zeitgenössischen (klassisch-sunnitisch) muslimischen Jugend hat eine gestörte Auffassung von Sexualität, eine katastrophale Ansicht über die familiäre und gesellschaftlichen Stellung der Frau und leidet unter einem latenten Minderwertigkeitskomplex.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Natürlich gibt es auch sexuelle Übergriffe von Männern aus dem christlich-abendländischen Kulturkreis, der Kölner Karneval und das Münchner Oktoberfest haben in dieser Hinsicht eine mehr als traurige Berühmtheit erlangt, aber diese „Methode“ (im Mob, mit gemeinsamer Absicht) ist neu hierzulande und die zahlreichen Zeugenaussagen von Köln bestätigen, dass vor allem Araber bzw, Nordafrikaner auf diese Weise Frauen angingen.

Ein wichtiger Schritt in dieser Angelegenheit – und auch auf vielen anderen Baustellen der Muslime – wäre ein Eingeständnis, eine deutliche Verurteilung ohne Wenn und Aber, und eine offene Diskussion über die Gründe solcher Zustände.

Doch ich fürchte, diese vorbildlichen „klassischen Sunniten“ werden es genau so machen, wie bisher, wie z.B. auch bei den Themen Terrorismus, Zwangsehe, Ehrenmord usw., sie geben den schwarzen Peter weiter und suchen die gewohnt-gemütliche Opferrolle auf.

Und das ist erbärmlich …

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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