Eine Schwester über die sogenannte „Islamisierung“

Man muss endlich zu der Erkenntnis kommen, dass wir Muslime nicht vorhaben, den Westen zu „islamisieren“. Dieses Wort spricht schon für sich; es hört sich an, als ob es von einer Zentrale gezielt geplant sei, Europa dem Islam zu unterwerfen, obwohl dies gar nicht nötig ist. Es konvertieren genug Menschen – Männer wie auch Frauen – zum Islam, ohne dass man viel dazu beitragen muss. Diese Menschen kommen von alleine auf den Gedanken ihr Leben zu bereichern. Wortkreationen wie „islamisieren“ oder ähnliche fördern nur die Ausgrenzung von uns Muslimen. Wir sind nicht willkommen, weil wir ja angeblich so ein Ziel haben. Aber hat sich denn keiner überlegt, dass wir hier einfach nur leben wollen? Ich will, dass meine Kinder eine gute Bildung bekommen, genau wie es auch jede nichtmuslimische Mutter will. Wir haben dieselben Wünsche für unsere Kinder, mit dem Unterschied, dass wir Muslimahs unseren Kindern noch den Islam beibringen wollen, aber das ändert doch nichts daran, dass wir genauso sind wie andere.

Mann muss aufhören, den Islam an den Muslimen zu messen. Menschen machen Fehler und tun schlimme Sachen, die jedoch nicht dem Islam, sondern den Menschen zugeschrieben werden müssen.

Wenn ein Muslim einen Fehler macht, und sei er auch noch so schlimm, wie kann es sein, dass der ganze Islam die Schuld dafür bekommt? Wenn ein sogenannter Christ im Affekt handelt und etwas schlimmes tut, dann wird auch nicht das gesamte Christentum dafür zur Rechenschaft gezogen. Genauso muss aufgehört werden, immer auf andere Länder zu zeigen, um die Ungerechtigkeit hier zu rechtfertigen. Wir sind nicht im Irak oder in Afghanistan, wir haben nichts mit dem zu tun, was dort passiert. Und es ist in meinen Augen ein Armutszeugnis, wenn die Menschen auf so ein Land zeigen, nur um die Gräueltaten und den Hass gegenüber den Muslimen zu rechtfertigen.


-Uns hat keiner gefragt, Geschichten über Kopftuch, Schleier und Zwang,S.159f.-

Ähnliche Beiträge

Nando-Dragan Nuruddin Augener

Über Nando-Dragan Nuruddin Augener

Nuruddin, Jahrgang 1989, machte 2010 sein Abitur und lebt in Hamburg. Studium der Erziehungswissenschaft und der Soziologie an der Universität Hamburg (2011-2014). Arbeitet zurzeit als Bürokaufmann. Muslim seit September 2016. Kontakt: nd.augener@web.de

Ein Gedanke zu „Eine Schwester über die sogenannte „Islamisierung“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.