Kurz gesagt: #Demokratie #USWahl2016 #Trump

von Yahya ibn Rainer

Der Muslim, der im Zusammenhang mit Demokratie und dem derzeitigen politischen und staatlichen System des Westens lediglich gelernt hat Begriffe wie Taghut, Kuffr und Shirk zu benutzen, anstatt sich auch wissenschaftlich mit der Materie auseinanderzusetzen, ist in diesem politischen System häufig ebenso gefangen wie das Wahlvieh, das sich alle Jahre wieder durch emotionale Debatten, offensichtliche Lügen und hysterische Untergangsszenarien an die Urnen locken lässt.

Jedwede große Hoffnung, wie auch jede große Angst, ist im hiesigen demokratischen System nicht nur unnötig, sondern der Demokratie an sich auch dienlich, denn mit jeder negativ oder positiv wertenden Äußerung trägt man zur demokratischen Mobilisierung bei.

Fakt ist jedoch, dass es in einer Demokratie momentaner westlicher Fassung keinerlei Möglichkeit gibt, wirklich tiefgreifende Änderungen vorzunehmen, zumindest nicht, wenn man vor hat die demokratische Verfassung selbst unangetastet zu lassen.

Letztendlich ist es also so, dass man auch als erklärter Nichtwähler zur Mobilisierung der Wählerschaft beiträgt, wenn man den (zutiefst verlogenen) Verlautbarungen des Wahlkampfes Glauben schenkt und sich hierzu wertend äußert. Was ein überzeugter Nichtwähler (wie ich) jedoch erreichen will, ist nicht der Wahlsieg eines bestimmten Kandidaten, sondern er wünscht sich eher eine Delegitimierung der Demokratie, und die ist nur zu haben, wenn die Mehrheit nicht wählt.

Es ist schon etwas verwunderlich, wie sich z.B. einige Mujahedin- und IS-Anhänger als insgeheime Clinton-Anhänger erweisen, indem sie äußerst empfindlich reagieren, wenn andere Muslime öffentlich bekunden, in Trump keine sonderlich größere Gefahr zu erkennen. Das sollte einigen von uns zu denken geben, besonders denjenigen, die in Bezug auf Demokratie nur Schlagworte wie Taghut, Kuffr und Shirk zum Besten geben können.

Wa Allahu a3lam.

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

1 Gedanke zu „Kurz gesagt: #Demokratie #USWahl2016 #Trump

  1. Man muss sich hier nicht wissenschaftlich mit der Demokratie auseinandersetzen.

    Als einfacher Muslim reicht es aus zu Wissen, dass die Demokratie im Westen grundsätzlich Shirk oder Kufr sein kann und man daher normalerweise nicht wählen darf.

    Jedoch gibts hier Ausnahmen und Urteile, die das erlauben unter Bedingungen.

    Wenn nun ein Mujahid gegen Trump ist, und gar aufruft Clinton zu wählen, so ist dies nicht verwerflich, wenn dies sein Sheikh erlaubt hat, da seine Meinung anscheinend ist, dass Clinton das kleinere Übel ist.

    Oder jmd. wählt Trump, weil er Clinto für das grössere Übel hält.

    Aufjedenfall, hier gibts weder ein falsch noch ein richtig und eine „wissenschaftliche“ auseinandersetzung ist nicht notwendig, da dies für die allermeisten Muslime keinen Nutzen haben wird, vorallem für alle, die nicht in den USA leben.

    Und weder sind diese Art der Muslime wie das Vieh im System gefangen noch ist dies ein Problem.

    Solange man hier einer Fatwa/Sheikh folgt, ist alles in Butter, da hier weder ein richtig noch ein falsch existiert (im Bezug auf Wählen gehen).

    Und wenn man wählt dann, hängt vom eigenen Urteil ab oder von der Person, der man folgt und auch hier existiert kein falsch oder richtig, sondern nur Meinungen.

    Von daher ist dein: „Es ist schon etwas verwunderlich, wie sich z.B. einige Mujahedin- und IS-Anhänger als insgeheime Clinton-Anhänger erweisen, indem sie äußerst empfindlich reagieren, wenn andere Muslime öffentlich bekunden, in Trump keine sonderlich größere Gefahr zu erkennen. Das sollte einigen von uns zu denken geben, besonders denjenigen, die in Bezug auf Demokratie nur Schlagworte wie Taghut, Kuffr und Shirk zum Besten geben können.“ , hier falsch, da du die Mujahidin auf Grundlagen deiner eigenen und irrelevanten ( im Bezug auf die Ummah) Meinung kritisierst, als auch die Geschwister, welche erlaubterweise Demokratie grundsätzlich als Kufr oder Shirk ansehen.

    Das einzige was du an Muslime kritisieren kannst ist das, was gegen Koran und Sunna spricht und dies ist im Falle der Wahlen in den USA für einen Laien nicht möglich, da du sicherlich hier kein Urteilen fallen kannst, wen man Wählen sollte oder nicht.

    Und da deine Kritik wohl auch allg. dagegen spricht, dass Muslime sich zu sehr mit Wahlen beschäftigen, muss man hier auch als Einwand nennen, dass du dies z.B mit diesen Beiträgen, die du auf FB veröffentlichst indirekt auch tust und es grundsätzlich nicht Verboten ist, sich gedanken über den nächsten Präsidenten zutun und man auch dies nicht kritisieren kann und vorallem nicht mit dem „Wahlvieh“ vergleichen kann.

    Ansonsten würde der Vergleich auch mit dir übereinstimmen…

    und Allah weiß am besten.

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