von Yahya ibn Rainer
Der Muslim, der im Zusammenhang mit Demokratie und dem derzeitigen politischen und staatlichen System des Westens lediglich gelernt hat Begriffe wie Taghut, Kuffr und Shirk zu benutzen, anstatt sich auch wissenschaftlich mit der Materie auseinanderzusetzen, ist in diesem politischen System häufig ebenso gefangen wie das Wahlvieh, das sich alle Jahre wieder durch emotionale Debatten, offensichtliche Lügen und hysterische Untergangsszenarien an die Urnen locken lässt.
Jedwede große Hoffnung, wie auch jede große Angst, ist im hiesigen demokratischen System nicht nur unnötig, sondern der Demokratie an sich auch dienlich, denn mit jeder negativ oder positiv wertenden Äußerung trägt man zur demokratischen Mobilisierung bei.
Fakt ist jedoch, dass es in einer Demokratie momentaner westlicher Fassung keinerlei Möglichkeit gibt, wirklich tiefgreifende Änderungen vorzunehmen, zumindest nicht, wenn man vor hat die demokratische Verfassung selbst unangetastet zu lassen.
Letztendlich ist es also so, dass man auch als erklärter Nichtwähler zur Mobilisierung der Wählerschaft beiträgt, wenn man den (zutiefst verlogenen) Verlautbarungen des Wahlkampfes Glauben schenkt und sich hierzu wertend äußert. Was ein überzeugter Nichtwähler (wie ich) jedoch erreichen will, ist nicht der Wahlsieg eines bestimmten Kandidaten, sondern er wünscht sich eher eine Delegitimierung der Demokratie, und die ist nur zu haben, wenn die Mehrheit nicht wählt.
Es ist schon etwas verwunderlich, wie sich z.B. einige Mujahedin- und IS-Anhänger als insgeheime Clinton-Anhänger erweisen, indem sie äußerst empfindlich reagieren, wenn andere Muslime öffentlich bekunden, in Trump keine sonderlich größere Gefahr zu erkennen. Das sollte einigen von uns zu denken geben, besonders denjenigen, die in Bezug auf Demokratie nur Schlagworte wie Taghut, Kuffr und Shirk zum Besten geben können.
Wa Allahu a3lam.