Rezension: Jenseits des Westens. Für ein neues kosmopolitisches Denken

In Zeiten in denen die Sarrazins dieser Republik unermessliche Erfolge feiern – bei Amazon ist das neuste Machwerk „Feindliche Übernahme“ von dem Ex-Finanzsenator von Berlin auf Platz 1 der Bestsellerliste – und den Büchermarkt fluten, haben unaufgeregte, vernunftgerechte Bücher einen schweren Stand. So auch das aktuelle Buch des Islamwissenschaftlers Stefan Weidner, der mit seinem Werk „Jenseits des Westens“, ein kleines literarisches Glanzstück erschaffen hat. Doch wird Weidner mit seinem Sachbuch in unserer Epoche der politischen und gesellschaftlichen Polarisierungen und Verwirrungen genügend Leser finden? Mit dieser Buchbesprechung möchte ich gerne meine Eindrücke – die eines deutschstämmigen Muslims – darlegen. Und vielleicht sogar zum Lesen dieser philosophischen Wanderbewegungen, die sich von der westlichen Aufklärung, über das islamische Weltverständnis, bis hin zu fernöstlichen Gedankenspielen erstrecken, animieren.

Schon vor Jahren ist mir eher per Zufall ein Buch von Weidner in die Hände gefallen. Damals, noch als Nichtmuslim, es wird wohl so im Jahre 2012 gewesen sein, las ich also sein Buch „Mohammedanische Versuchungen“, eine Art Hybrid zusammengesetzt aus Reisebericht, Essay und Roman. In diesem Büchlein schildert Weidner eindrucksvoll seine junge Ansteckung durch die Welt des Orients und seine philosophische Anziehung zur Religion des Islams. Freilich ohne klarem Bekenntnis zur Konfession. „Jenseits des Westens“ nun ist sein bisher umfangreichstes Buch in dem er Themen wie Fundamentalkritiken am Neoliberalismus und seiner philosophischen Vordenker wie Francis Fukuyama eingehend anbringt. Sein großes Ziel: Nichts weniger als ein Gegenentwurf zum jetzigen weltübergreifenden System und dem sich in ihm befindlichen, der Entfremdung anheimgefallenen westlichen Zivilisationsmenschen.

Westliche Weltverständnisse

Weidners assoziative Kulturanalyse beginnt mit den philosophischen Kerngedanken der sogenannten westlichen Welt und deren über Jahrhunderte geprägtes Verständnis von Welt. Der Westen zeichnet sich durch eine gewisse Überheblichkeit gegenüber dem Rest der Welt aus wie es beispielsweise der in „Jenseits des Westens“ auch thematisierte Samuel Phillips Huntington (1927-2008) mit seiner Aussage „The west and the rest“, getan hat. Der Autor wiederrum drückt diesen Sachverhalt mit folgenden Worten aus:

„Wie es für den universalistischen Zug im Westen typisch ist, übrigens auch denjenigen linker Provenienz, wird dabei das westliche Menschen- und Geschichtsbild als zu erstrebende Norm auf den Rest der Welt projiziert und für allgemeingültig erklärt. Vorläufig noch bestehende Besonderheiten einzelner Völker, Gruppen oder Kulturen werden früher oder später im Sinn des Westens überwunden.“ (S.41)

Dieses letztlich aggressive Gebaren der anderen Weltbevölkerung gegenüber konkretisiert er etwas später im Buch wie folgt:

„Der Zug des Fortschritts hingegen lässt alle, die sich nicht anpassen, zurück und droht ihnen damit, auszusterben. Statt Vielfalt und Pluralität gibt es nur noch ein sich selbst reproduzierendes, monokulturelles System, in dem »hochintelligente Algorithmen uns besser kennen als wir uns selbst.« Wer diese Zukunft, die in vielen Bereichen längst Gegenwart ist, wirklich will, der springe auf den Zug! Wer nicht, überlege sich rasch etwas Besseres.“ (S.117)

Die Metapher des Zuges umschreibt sehr treffend den Umstand, dass der Westen ganz im Sinne von Hegels Progressivismus sich auf festgelegten Bahnen bewegt und nur eine Richtung kennt: Vorwärts, ohne Kompromisse und ohne Rücksicht auf etwaige Kollateralschäden!

Perspektiven auf den Islam

Wie kann es anders sein – als Muslim! – hat man natürlich beim Lesen eines Buches auch eine spezifische muslimische Lesebrille, mit dem der Inhalt aufgenommen und betrachtet wird. So natürlich auch bei „Jenseits des Westens“. Gerade hier bietet sich eine breite, auch zukünftige Rezeptionsmöglichkeit an, da Weidner selbst, als Islamwissenschaftler natürlich auch prädestiniert, dem Islam sehr viel Platz einräumt und geradezu wohlwollend auf den islamischen Glauben eingeht. Mit einem grundlegenden Vorwurf der westlichen Welt gegenüber beginnen seine Überlegungen bezüglich des Islams. Er spricht hierbei ein sehr wichtiges Thema an und zwar die oftmalige Forderung des Westens, die islamische Welt benötige eine Art Aufklärung. Sie kenne einfach die Trennung von Religion und Politik nicht! Dabei hat die permanente Einmischung der westlichen Großmächte in die Angelegenheiten der islamischen Welt, spätestens seit der Kolonisierung, zu einschneidenden Veränderungen in Form der Grenzziehungen, dem Verständnis von Religion und Politik geführt. Als Gegenentwurf zum aggressiven Auftreten des Westens, hat sich der Islam politisiert und ideologisiert. Selten hat der geneigte Leser eine klarere Herausarbeitung von kulturellen, geopolitischen und religiösen Zusammenhängen vorgefunden. Chapeau!

Neben dem schon im Islam prototypisch vorhandenen kosmopolitischen Gedanken, der durch den monolithischen Drive des Islams befördert wurde, stellt für Weidner das islamische System ein alternatives Narrativ dar, welches seinen selbstverständlichen Platz auf der Welt hat. Die Scharia, im öffentlichen Tenor der westlichen Welt eher ein barbarisches Rechtssystem aus dem Mittelalter, bespricht er erstaunlich differenziert und attestiert ihr sogar gewisse Vorzüge dem westlichen Rechtsverständnis gegenüber, wenn er schreibt:

„Zugespitzt formuliert und wenn es auch angesichts der politischen Verwerfungen in der islamischen Welt heute wenig glaubwürdig klingt: Ein Hitler, ein Ermächtigungsgesetz und dergleichen wären in einem politischen Gemeinwesen, das nach klassischen islamischen Vorstellungen geordnet ist, nicht möglich gewesen. Die Scharia, verstanden als unverfügbares Recht mit nicht nur gesetzlichem, das heißt bloß äußerlich regelndem, sondern auch geistig-moralischen Anspruch bildet so betrachtet eine Brandmauer gegen Willkürherrschaft. Kein Staat, kein Herrscher kann in einem solchen Gemeinwesen die Gesetze selbst schreiben, umschreiben oder außer Kraft setzen.“(S.233f.)

Diese erstaunlichen Äußerungen von Weidner untermauert er ein wenig später mit prägnanten und mit Verve unterfütternden Worten:

„Sowohl gegen die Kolonialmächte wie gegen deren einheimische Vertreter und schließlich postkolonialen Nachfolger war den Muslimen mit der Scharia nun allerdings ein mächtigeres Instrument des zunächst inneren, dann auch äußeren Widerstands gegeben als den meisten anderen kolonisierten Gemeinschaften. Denn da es sich um eine unmittelbar mit dem Glauben verknüpfte Gesetzgebung handelt, war diese nur dort wirksam zu diskreditieren und zu delegitimieren, wo der Glaube selbst entkräftet wurde. Neue Gesetze auszurufen und andere Richter einzusetzen mochte den Kolonialmächten leichtfallen; eine Religion abzuschaffen und aus den Köpfen zu löschen war schwieriger.“ (S.236)

Der gläubige Muslim entsinnt sich dabei auch an das Versprechen Allahs, wenn der Erhabene im edlen Koran sagt:

„Wahrlich, Wir Selbst Haben Diese Ermahnung Herabgesandt, Und Sicherlich Werden Wir Ihr Hüter Sein.“ (15:9)

Dieses Versprechen von unserem Schöpfer lässt die Religion des Islams bis zum Jüngsten Tag fortbestehen! Freilich werden im Gegensatz dazu einige dem Islam allzu vorurteilbehafteten Leser Weidner vorwerfen, dass er den Islam idealisiere und allzu sehr mit seinem Forschungsgegenstand liebäugeln würde. Dem muss man ehrlicherweise ein Stück weit zustimmen, gerade wenn ich mich ebenfalls an sein schönes Werk „Mohammedanische Versuchungen“ entsinne, indem er seine sehr subjektive, jugendliche Begeisterung für den Islam ausformuliert hat.

Der Begriff der Freiheit und der Religion

In dem letzten Drittel des Buches veranschaulicht der Autor seine Vorstellungen bezüglich eines neuartigen Kosmopolitismus. Hierbei führt er insbesondere Gedanken der fernöstlichen Spiritualität, dem hinduistischen Verständnis von dem großen friedlichen Revolutionär Gandhi (1869-1948) an. Für Weidner ist eine Verschiebung des Freiheitsbegriffs, hin zum indischen Freiheitsgedanken, zentral. Im hinduistischen Kontext stellt Freiheit eine absolute, ontologische Größe dar. Freiheit ist somit vielmehr losgelöst von der Welt der Erscheinungen und damit auch von der Politik. Dieses soll Potentiale freisetzen, die eingeschränkte Perspektive des Westens entgrenzen und eben ein gewichtiger Schritt in Richtung eines neuen kosmopolitischen Denkens sein.

So wohlfeil Weidners Formulierungen auch sind, so verklausuliert erscheinen seine später schon fast esoterisch anmutenden Reflexionen, wenn er die Hauptschrift der Hindus, die Bhagavad Gita, seziert. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der Relativierung des Begriffs der Seinsdeutung, der Wahrheit. Weidner schreibt:

„Die Weigerung oder Unfähigkeit, eine derartige Lehre vom Nullpunkt und damit der Begrenztheit und Relativität eines jeden Narrativs zu akzeptieren, scheint die zentrale Problematik sowohl der Ideologie des Westens wie auch vieler Religionen zu sein, sofern sie die eigenen Erzählungen von Gott als absolut setzen. Kein gebildeter Vertreter einer konkreten, positiven Religion wird um die Erkenntnis herumkommen, dass es sich auch bei der seinigen »nur« um ein solches Narrativ handeln kann, jede Religion folglich eine innerweltliche Form der Seinsdeutung neben vielen anderen ist, die gleichberechtigt Sinnstiftung beanspruchen.“ (S.312)

Dieser, für den agnostischen Weidner so zentraler Gedanke, kränkelt an seinem doch arg schwammigen Religionsbegriff. Weder wird erklärt was er mit „positiver Religion“ meint, noch warum Vertreter eines absolutistischen Religionsverständnisses nicht „gebildet“ sein können. Weidner meint, wenn es gleichberechtigte Wahrheiten gäbe, dass es dann auch übergeordnete Gemeinsamkeiten geben würde. Dieses soll dann Weidners neues kosmopolitisches Denken auszeichnen. Folgernd ergibt sich natürlich daraus, dass ein Großteil der mehrheitlich religiösen Weltbevölkerung ihm schlussendlich nicht folgen wird oder kann. Hier, so scheint mir, ist der Autor allzu sehr dem Zeitgeist des 21.Jahrhundert verfallen, der keine bindenden Wahrheiten mehr kennen möchte.

Fazit und Einordnung des Werks

Das fulminante Sachbuch „Jenseits des Westens“ des Philosophen Weidner besticht durch Evidenz und ermöglicht dem Leser sich in die entlegensten Ecken und Ebenen der Geisteswissenschaften, der Religionen und unterschiedlichsten Ideologeme maßlos zu vertiefen. Grundlegende Schwierigkeit dieses Werkes stellt dabei ebene jene Verstiegenheit dar. Bei dem routinierten Jonglieren Weidners mit Begrifflichkeiten der Gnosis, des Marxismus, der diversen Paradigmen der Vergangenheit und Jetztzeit schlackern einem schon einmal die Ohren. Höchst intelligent, unterhaltsam und bereichernd, aber wieder einmal leiden auch seine Ausführungen unter der Krankheit der Geisteswissenschaften schlechthin: Theoretisch gut durchdacht, allerdings für wenige Menschen mit einem konkreten Realitätsbezug für ihre alltägliche Lebenswirklichkeit. Dieses wird insbesondere bei der Thematisierung der weltübergreifenden Poesie deutlich. Sie könne als kunstreligiöses Thema doch die Wunde der Säkularisierung in der westlichen Welt schließen! Aber würde der Durchschnittsbürger dieses ernsthaft in Betracht ziehen? In unseren heutigen gesellschaftlichen Unordnungen und die oftmalige pöbelhafte, stammtischhafte Entwürdigung gesamter Menschengruppen, besticht leider immer wieder die Tatsache, dass wer am lautesten schreit, sich mit kalkulierten, provokativen Thesen nach vorne katapultiert und für eine rege Öffentlichkeit sorgt, am ehesten Gehör findet. Dieses sind eben jene geistigen Brandstifter in Gesellschaft und Politik! In Zeiten der ausufernden physischen und psychischen Gewalt bedarf es einer einfacheren Sprache. Die Sprache die bestenfalls für Jedermann begreiflich sein sollte: Konkrete Empathie, das unmissverständliche Eintreten gegen Ungerechtigkeiten jeglicher Couleur. Prognostisch – was auch Weidner ein Stück weit eingesteht – wird die gewissenhafte Rückbesinnung auf das Eigentliche immer dringlicher: Die Rückkehr zum Träger des ewigen Prinzips der Welten und des Jenseits: Die der Religion. Dieses scheint gerade im Westen notwendig zu sein. Vielleicht kann hier der Islam tatsächlich als Geburtshelfer für eine neue spirituelle Rückbindung fungieren. Die Zukunft wird es zeigen.

Für eine Leseprobe klickt hier.

Das Buch könnt ihr hier bestellen.

Stefan Weidner: Jenseits des Westens. Für ein neues kosmopolitisches Denken. Hanser Verlag, München 2018, 368 Seiten, 24 Euro

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Über Nando-Dragan Nuruddin Augener

Nuruddin, Jahrgang 1989, machte 2010 sein Abitur und lebt in Hamburg. Studium der Erziehungswissenschaft und der Soziologie an der Universität Hamburg (2011-2014). Muslim seit September 2016. Kontakt: nd.augener@web.de

4 Gedanken zu „Rezension: Jenseits des Westens. Für ein neues kosmopolitisches Denken

  1. Sie hätten in ihrer Analyse dieser Schrift herausstellen sollen was genau der Westen ist bzw. was der tiefste Kern dieses Konstrukts nach 1945 überhaupt darstellt und ob die Länder (Europa) die zum äusseren Teil dieses ideologischen Westens gehören nicht selbst auch Opfer sind, falls die islamischen Länder es auch sind sowie der Rest der Welt. Das was als Westen bezeichnet wird, ist nichts anderes als die Übernahme der amerikanischen Lebensweise, diese zeichnet sich durch subversive Dekadenz aus sowie durch eine Freiheit die es in der von Ihnen subtil glorifizierten islamistischen Welt nicht gibt. Ich gönne Ihnen grundsätzlich ihre Sezession aus dem westlichen Kontext hin zu einer persönlichen islamischen KulturRevolution. Aber sie sollten sich dessen bewusst sein, das es die Freiheit des Westen ist die Ihnen dies ermöglicht. Das es der wirtschaftliche Reichtum ist, der es ermöglicht ein Leben in einer intellektuellen Bequemlichkeit führen zu können, aus der man den Westen kritisieren kann, darf und muss.

    Ich glaube vor einigen Jahren hätten sie das Buch „Feindliche Übernahme“ nicht als Machwerk bezeichnet sondern dem auf den Seiten des Buches beschriebenen Vorgang zugestimmt.

    Aufschlussreich bleibt bei allen Akteuren das sie der anderen Seite vorwerfen eine Aggression gegen das eigene zu betreiben.

    Sie schreiben in diesem Text von:
    „Der Westen zeichnet sich durch eine gewisse Überheblichkeit gegenüber dem Rest der Welt aus…“ und „Dieses letztlich aggressive Gebaren der anderen Weltbevölkerung gegenüber konkretisiert…“

    Als hätte man es bei deim Westen mit einem gewalttätigen monolithischen Block zutun. Er ist vielmehr diffus.

    Wenn man die JF liest sowie andere geistige Erzeugnisse des selben politischen Lagers, findet man dort die selben Erklärungen, bloß als Vorwurf gegenüber der arabisch-islamischen Welt. Die antagonistischen Denkeweisen die dahinter stehen, sind auf absehbare Zeit die Grundlage eines großen Konflikts von dem Sarrazin schreibt und von dem Samuel Huntington und Martin Neuffer schon schrieben.

  2. Guten Tag lieber „MattySyntax“,

    ich glaube wir waren früher Mal bei „FB“ miteinander verbunden? Wie dem auch sei; ich danke Ihnen für den Kommentar.

    Ich kann in Grundzügen ihre jeweilige Perspektive nachvollziehen. Haben Sie das Buch von Stefan Weidner – eher ein Vertreter des linksliberalen Weltverständnisses – rezipieren können? Ich würde es Ihnen wirklich ans Herz legen! Jedes Buch hat seine Schwächen, so natürlich auch Weidners Ausführungen, wie ich am Ende meine Buchbesprechung auch ausformuliert habe.

    Wahr ist: Klar, ich hätte eine grundlegende Analyse des Westens durchführen können, dieses wäre im Anbetracht der Länge der Buchbesprechung nicht wirklich realistisch durchführbar gewesen. Da ich mich nachwievor als „konservativ“ bezeichnen würde, kann ich der These der „Amerikanisierung“ durchaus etwas anfangen. Dass ich „den Islam“ glorifiziere ist natürlich selbstverständlich; wie jedweder Mensch der sich eine starke, innere Überzeugung angeeignet hat.

    Die Thesen von Sarrazin habe ich nie wirklich unterstützt. Mir war dieser Sozialdemokrat par excelllence immer suspekt: Sein technokratischer, antisakraler Impetus die Welt zu deuten ist mehr als unangenehm. Zudem ist sein Buch „Feindliche Übernahme“ – welches mir vorliegt – ebenso unsachlich und mit irrigen Ansichten gespickt. Dazu haben auch renommierte Wissenschaftler Stellung bezogen. Hierzu würde ich Ihnen folgenden Artikel von der FAZ (Systemmedium ich weiß):

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/neues-thilo-sarrazin-buch-ueber-den-islam-ist-voller-fehler-15763054.html?utm_campaign=GEPC%253Ds6&utm_medium=social&utm_content=buffer7af51&utm_source=facebook.com

    Und folgenden Faktencheck ans Herz legen:

    https://aiwg.de/faktencheck-sarrazin/

    Was wir tatsächlich nicht tun sollten – was aber leider de facto immer wieder passiert – das jeweilige Gegenüber als undurchdringliches Kollektiv darzustellen. Wir sollten vielmehr von einander lernen. Ich sehe -eine kleine Adnote- die Welt nicht unmittelbar vor einer etwaigen „Islamisierung“. Dazu befindet sich der Islam viel zu sehr in einer großen Krise, die Religionswissenschaftler Blume in seinem sehr guten Buch „Islam in der Krise“ verdeutlicht hat.

    Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag!

  3. Richtig, wir hatten vor „einiger Zeit“ auf FB eine Verbindung und ich fragte mich was aus ihnen geworden ist, da sie „verschwunden“ waren auf der Plattform. Als ich nach ihrem Namen suchte der mir in Erinnerung blieb, fand ich sie/dich hier, aber auch auf FB wieder.

    Sie sprachen damals von einer Kulturrevolution die notwendig wäre, woran ich den scharfen Intellekt direkt merkte und diese „identitäre Kulturrevolution“ haben sie gefunden und das im Islam.

    Ich hab mir im Rahmen der „Lies“ Kampagne auch mal den Koran beschafft und muss klar sagen das ich im Islam nicht einen Feind betrachte sondern ein Vorbild für Europa und den Westen ohne gleich zu konvertieren, ohne Aufgabe der eigenen Kultur und Identität hin zu einer anderen Kultur und eben einer anderen Identität.

    Alles in allem scheint sich aber tatsächlich die ganze Welt in einer Krise zu befinden, gleichgültig ob Islam oder christliche Welt. Man kann aber „dem Westen“ ansich nicht die Schuld daran geben, da er auch positive Elemente beherbergt sondern er ist mit seinen kleinen Fehlern ein Puzzlestück des großen Problems der Menschheit ansich. Dem großen Problem des primitiven Hedonismus der keine Werte kennt.

    1. Ich kann deiner Analyse nur beipflichten „MattySyntax“. Wir sollten uns jedenfalls hüten vor vermeintlich einfachen Botschaften von Leuten, die nur ihrer selektiven Wahrnehmung frönen und in engen ideologischen Meinungskorridoren herumwerkeln. „Der Westen“ an sich hat natürlich keine Schuld für die katastrophalen geistigen und kulturellen Zustände der nunmehr siechenden, ehemals großen Zivilisationen. Der totale Konsumismus ist sicherlich ein großes Puzzleteil, welcher die fortwährende Ablenkung der Massen, weg von den eigentlichen Werten und Fragestellungen, bewirkt. Kulturelle Eigenheiten sollten meiner Meinung nach auch bewahrt, aber nicht statisch kristallisiert werden, sondern auch durch eine Aneignungsprozesse fortentwickelt werden. Aber nicht durch die vollständige Aufgabe von traditionellen Beständen.
      Übrigens bin ich auch bei Twitter zu finden, wenn du dort auch bist?

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