Schlagwort-Archive: Abgaben

Buchauszug: Ibn Khaldun – Das Knechtische an der Landwirtschaft sind die Abgaben

«Als Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – eine Pflugschar in einem der Häuser seiner Anhänger (in Medina) sah, sprach er:

„Nie kam ein solches Gerät in jemandes Haus, ohne dass mit ihm (zugleich) Unterwürfigkeit einzog.“

Al-Bukhari bezog dies auf eine übertriebene Landwirtschaft und überschrieb dementsprechend das Kapitel mit „Warnungen vor den Folgen bei der (übertriebenen) Betätigung landwirtschaftlicher Gerätschaften bzw. der Überschreitung der vorgeschriebenen Grenzen“.

Der Grund – Allah weiß es am besten – ist wohl der, dass hieraus (der Landwirtschaft) Abgaben (an den Herrscher) resultieren, die (wiederum) dazu führen, dass man beherrscht wird und sich in der Gewalt (anderer) befindet. Derjenige, der Abgaben leisten muss, ist unterwürfig und in elender Lage, da er sich der Gewalt und Macht (eines anderen) beugen muss.

Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – sprach:

„Die (letzte) Stunde (der Welt) kommt nicht eher, bevor die Almosensteuer (Zakah) zu einer (willkürlichen) Abgabe geworden ist.“

Damit wies er auf einen (möglichen) tyrannischen Herrscher hin, der Gewalt gegen die Leute anwendet, der beherrschend und ungerecht ist, der die Rechte Allahs, des Erhabenen, die dieser gegenüber erworbenen Geldmengen besitzt, vergisst und der (schließlich) der Ansicht ist, dass alle (religiösen) Verpflichtungen (auch) Abgaben an die Herrscher und ihren Staat mit einschließen.»

(Ibn Khaldun / gest. 808 n.H., in al-Muqaddima, übersetzt von Mathias Pätzold, Übersetzung leicht redigiert)

Zitat: Ibn Hazm – Über Zölle, Mehrwertsteuer und andere Handelsabgaben

«Es besteht Konsens darüber, dass die Zollposten auf den Wegen und an den Toren der Städte, sowie das, was auf den Märkten an Abgaben auf die von Händlern und Vorbeikommenden herbeigeschafften Waren erhoben wird, gewaltiges Unrecht, Sünde und Frevel ist.»

 – Abū Muhammad `Alī Ibn Hazm (gest. 456 n.H.) in Maraatib al-Ijmaa

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung/Unterstützung - geht raus an Taariq bin Lahsan.

Buchauszug: Ibn Khaldun – Die Besteuerung und Ursachen ihrer unterschiedlichen Höhe

In diesem kurzen »VIDEO« hört man, wie Ronald Reagan - der 40. Präsident der USA (von 1981-1989) - den großen muslimischen Gelehrten Ibn Khaldun zitiert. Folgend könnt ihr nun den gesamten Abschnitt in deutscher Übersetzung lesen, der auf diese kurze Phrase in der Muqaddima folgt.

«Wisse, daß die Besteuerung am Beginn der Dynastie aus wenigen Anteilen große Einnahmen erbringt. Am Ende der Dynastie bringen viele Anteile nur geringe Einnahmen.

Die Ursache hierfür ist darin zu suchen, daß die Dynastie, wenn sie sich an die Religion hält, nur die im religiösen Gesetz festgelegten Zahlungen erhebt, d. h. die Armensteuer, die Grund- und die Kopfsteuer. Dies sind nur wenige Steueranteile, denn der Anteil der Armensteuer, bezogen auf das Vermögen, ist bekanntlich gering. Ebenso verhält es sich bei der Armensteuer auf Getreide und Vieh, desgleichen bei der Kopf- und Grundsteuer und allen anderen vom religiösen Gesetz festgelegten Zahlungsverpflichtungen. Sie sind Festwerte, die nicht überschritten werden können.

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3 mal Roland Baader (I)

»Man hilft den Armen nicht, wenn man dafür sorgt, dass sich Armut lohnt.«

»Das Höchstmaß an „sozialer Gerechtigkeit“ ist erreicht, wenn wir alle als Penner durch die Straßen irren.«

»Versklavung kann man definieren als die Enteignung von Lebenszeit und Arbeitsleistung. Nichts anderes sind Steuern und Abgaben.«

Auszug: S. Mohammad Ghazanfar & Abdul Azim Islahi – Staatseinkünfte zur Zeit al-Ghazalis (1058-1111)

„Bezugnehmend auf die Staatseinkünfte unter den Muslimen zu seiner Zeit (1058-1111 n. chr. Zeitr.), zählt al-Ghazali mehrere Quellen auf, jedoch kritisiert er einige Quellen als islamisch nicht gültig, und andere, die im Einklang mit der Scharia sind, sieht er nicht ausreichend ausgeschöpft.

Al-Ghazali erklärt,

„dass fast alle Einnahmen, die von den zeitgenössischen Fürsten erhoben werden, illegal sind, da sie nicht mit dem (islamischen) Kanon übereinstimmen, und dass fromme Muslime dementsprechend Zahlungen von Fürsten ablehnen und den Kontakt zu ihnen meiden sollen.“

[Kitab Nasihat al-Muluk, Seite 43]

[…] Es gab zahlreiche verschiedenartige Steuern, welche (neben den wenigen erlaubten) von den Muslimen eingesammelt wurden, einschließlich der Konfiskation von (privatem) Eigentum und Erhebung von Bestechungsgeldern – laut al-Ghazali allesamt unzulässige Einnahmequellen.

Tatsächlich erklärt al-Ghazali,

„die Staatsfinanz in unserer Zeit basiert in ihrer Gänze, oder zumindest zum größten Teil, auf verbotenen (haram) Quellen. Weshalb? Die erlaubten Quellen, wie die Almosenabgabe (zakah), freiwillige Wohlfahrt (sadaqat) sowie Kontribution (fai) und Requisition (ghanimah) im Feindesland sind nicht mehr existent. Die Schutzabgabe für religiöse Minderheiten (jizyah) ist bekannt, wird aber durch illegale Methoden eingetrieben. Stattdessen gibt es verschiedenste Arten von Steuern die von Muslimen erhoben werden, ihr Eigentum wird konfisziert, Bestechungsgelder sind verbreitet und viele weiteren Arten von Ungerechtigkeiten.“

[Ihya Ulum ad-Din, Band 2, Seite 139]“

(Prof. Dr. S. Mohammad Ghazanfar & Prof. Dr. Abdul Azim Islahi, Economic Thought of al-Ghazali, Seite 38-39 / Übersetzt aus dem Englischen von Yahya ibn Rainer)

Buchauszug: Ibn Khaldun – Das Resultat hoher Steuerbelastung

Ibn Khaldun – Allah sei ihm gnädig – war ein muslimischer Gelehrter des 14. Jahrhunderts (christl. Zeitrechnung). Seine monumentale Einführung (al-Muqaddimah) zu seinem Geschichtswerk ist weltbekannt und wird bis zum heutigen Tage von Wissenschaftlern verschiedendster Fachbereiche hoch geschätzt. Durch dieses Werk gilt Ibn Khaldun heute als Gründervater der Soziologie. Sein Fachwissen auf den Gebieten der Historie, Ökonomie, isl. Rechts- und Politikwissenschaft und Psychologie war und ist unumstritten.

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Buchauszug: Ibn Taymiyya – Illegale Steuern und Abgaben im Islam

Heute ein kleiner Auszug aus dem Buch Economic Concepts of Ibn Taimiyah von Prof. Dr. Abdul Azim Islahi, der sich mit der Steuerpolitik unter Schariarecht beschäftigt. Der von Prof. Dr. Islahi zitierte Gelehrte heißt Ibn Taymiyyah (1263 – 1328) und war ein islamischer Gelehrter der besonders unter – heute sogenannten – Salafisten hohes Ansehen genießt und recht oft als Referenz herangezogen wird.

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Auszug: Bruno Bandulet – Es war einmal …

„Es war einmal ein Land, das hatte die stärkste Armee weit und breit, die besten Schulen und Universitäten, eine kleine, hocheffiziente Verwaltung, wenige und einfache Gesetze. Es hatte eine Börse, an der die Aktien immer dann stiegen, wenn die Arbeitslosigkeit zurückging, und fielen, wenn sie zunahm. Dies bei einer Arbeitslosenquote zwischen 2 und 3%. Es hatte einen Kapitalmarkt, auf den man unbesorgt auf Sicht von 30 Jahren in Anleihen investieren konnte und dabei keine Kaufkraftminderung riskierte, denn das Geld blieb auch in der nächsten Generation stabil.

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Materialien zur Geschichte der Wahaby – 05 – Staatseinkommen (2/2)

Diese Gelder sind für öffentliche Zwecke bestimmt und werden deshalb in vier Teile geteilt. Ein Viertel wird in den Fiskus nach Derayeh gesendet; ein anderes Viertel wird zur Unterstützung der Armen im Distrikte des Beit el Mal verwendet; ferner um die Ulama zu bezahlen, welche da sind, um die kadhy und die Kinder zu unterrichten; ferner um die Moscheen in Bau und Besserung zu erhalten, um öffentliche Brunnen zu graben u. s. w. Die Hälfte wird zur Unterstützung armer Soldaten verwendet, die mit Lebensmitteln versehen werden, wenn sie an einem Kriegszug Anteil nehmen, oder im Falle der Not wohl auch mit Kamelen. Diese Hälfte wird ferner benutzt zur Bewirtung von Gästen. Das für Gäste bestimmte Geld wird den Scheikhs ausgezahlt, die eine Art öffentlicher Häuser halten, wo alle Fremde einkehren können und unentgeltlich bewirtet werden. Man hält es für gerecht, dass zu solchen Kosten die ganze Gemeinde beitrage. So bekommt z. B. Ibn Aly, der Scheikh des Stammes Beni Schammar in Dschebel Schammar, jedes Jahr aus dem Fiskus seiner Provinz 200 Kamelsladungen Getreide, 200 Kamelsladungen Datteln und 1000 Spanische Dollars: Für dieses Geld kauft er Fleisch, Butter und Kaffee, und alles wird auf die Bewirtung von 2 bis 300 Fremden aller Art verwendet, welche jeden Tag in seinen öffentlichen Räumen aufgenommen und gespeist werden.

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Materialien zur Geschichte der Wahaby – 05 – Staatseinkommen (1/2)

Das Einkommen der Wahaby ist ebenso fundiert, wie zur Zeit Mohammeds. Es besteht:

1) In den fünften Teile der Beute, welche den Ketzern abgenommen wird. Dieser Teil muss für das Oberhaupt bei Seite gelegt werden, gleichviel ob er, oder einer seiner Beamten bei der Expedition gegenwärtig gewesen sind; und der Scheikh des entferntesten Stammes ist verantwortlich für die Übersendung dieses Fünftels, wie klein und unbedeutend der Betrag desselben auch sein möge. Saud machte nie den Versuch, die übrigen vier Fünftel seinen Soldaten zu entziehen. In den gewöhnlichen Kriegen mit Arabern (wenn keine Städte geplündert werden) besteht die Beute gemeiniglich in Pferden, Kamelen und Schafen, und diese werden unmittelbar nach der Schlacht an den Meistbietenden abgelassen. Das auf diese Weise erlangte Geld wird unter die Truppen verteilt. Ein Reiter hat drei Teile (nämlich einen für sich und zwei, wie die Araber sagen, für seine Stute); jeder Kamelreiter hat einen Teil (vor Sauds Zeit hatte er deren zwei), und jeder Fußsoldat hat ebenfalls einen Teil. Sobald in der Schlacht ein Wahaby einen feindlichen Reiter tötet und sich in den Besitz seiner Stute setzt, so darf er dieselbe als sein Eigentum und als Belohnung seiner Tapferkeit behalten. Ich brauche hier nicht zu wiederholen, dass Mohammed den fünften Teil aller Beute nahm.

2) In dem Tribut, oder wie es die Wahaby nennen, dem Almosen. Ein Grundgesetz des Islams bezieht sich auf die Entrichtung dieser Almosen. Mohammed bestimmte den Betrag, und an diese Bestimmung hält sich auch der Gesetzgeber der Wahaby. Ähnliche Almosen sind auch den Türken vorgeschrieben, nur dass die Verteilung derselben jedem nach seinem Gewissen überlassen bleibt. Die Wahaby müssen sie aber zur Verteilung an ihr Oberhaupt abliefern. Das Muselmännische Gesetz hat genau bestimmt, in welchem Verhältnisse die Almosen zum Eigentum stehen, und die Wahaby haben in dieser Anordnung keine Veränderung gemacht. Die Summen, welche im Verhältnisse zur Zahl der Pferde, Schafe und Kamele gezahlt werden, stehen im Einklang mit den Vorschriften der Sunna, und ein Näheres darüber kann man in D’Ohsson’s trefflichem Werke nachlesen. Saud teilte den von seinen Untertanen erhobenen Tribut in zwei Teile. Derjenige von den Beduinen floss ganz in seinen Privatschatz; aber die Almosen von den Bewohnern der Städte und von allen denen, welche Landbau trieben, gehörten dem öffentlichen Schatz (Beit el Mal).

Von Feldern, die bloß vom Regen bewässert werden, nahm Saud den 10ten Teil des Ertrages; von Feldern dagegen, die durch das Wasser der Brunnen, oder Quellen befeuchtet werden, wozu mühsame und teure Wasserleitungen erforderlich waren, nahm er nur den 20sten Teil des Ertrages.

Die Kaufleute zahlen jährlich 2,5 Prozent ihres Kapitals und müssen den Betrag desselben eidlich dem Steuereinehmer angeben. Es ist indessen wohlbekannt, dass sie selten mehr, als den vierten Teil ihres Eigentums angeben. Einem Kaufmanne von Khadera in der Provinz Kasym waren 3000 Dollars bar Geld geraubt worden. Er wendete sich um Hilfe an Saud, und dieser befahl dem Beamten des Beit el Mal (oder des öffentlichen Schatzes zu Khadera), nachzusehen, wie hoch der Kaufmann sein Vermögen angegeben habe; und es fand sich, dass er es nur zu 1000 Dollars angegeben habe, und zur Strafe dafür konfiszierte Saud die Stute und die Kamele des Kaufmanns.

Die Almosen oder zeka sind unter Sauds Herrschaft den Arabern besonders ärgerlich, da sie sonst von Taxen irgendeiner Art ganz frei waren. Entfernte Stämme haben sich häufig dieser Abgabe halber aufgelehnt und die Steuereinnehmer fortgejagt. Nichts, als Zwang, oder Not kann einen Beduinen je dahin bringen, sich Besteuerung gefallen zu lassen. Die Befreiung von dieser Abgabe ist auch schuld daran, dass die Beduinen in Hedschaz weniger feindselig gesinnt gegen Mohammed Aly Pascha waren, als es sonst der Fall gewesen sein dürfte; denn seine erste Maßregel war die Erklärung, dass nicht nur die Beduinen, sondern auch alle landbautreibenden Einwohner der Provinz Hedschaz ganz frei von Steuern sein sollten.

3) Den beträchtlichsten Teil des Einkommens bezieht das Oberhaupt der Wahaby aus seinen Privatbesitzungen. Saud hat es als Regel aufgestellt, dass, wenn irgendein Distrikt, oder eine Stadt gegen ihn rebelliert, er dieselbe, wenn es der erste Versuch ist, ausplündern lässt. Geschieht es zum zweiten Male, so erfolgt nicht bloß Plünderung, sondern auch Konfiskation, sodass alle Länderei dem Staatsschatz anheimfällt. Saud verleiht dann manche Teile dieser Länderei an Fremde, lässt aber das Meiste in den Händen der vorigen Eigentümer, welche jetzt bloß seine Pächter sind und je nach den Umständen, entweder den dritten Teil, oder die Hälfte des Ertrages abgeben müssen. Das Eigentum derer, welche den tätigsten Teil an der Rebellion genommen haben, wird an andere verpachtet, während die vorigen Eigentümer entweder entfliehen, oder hingerichtet werden.

Da die Araber das Regierungssystem der Wahaby nur erst nach wiederholten Kämpfen angenommen haben, so wurden auf diese Weise beträchtliche Distrikte vom Oberhaupt konfisziert; und wenn die Wahaby in Hedschaz jemals wieder zu dem Besitze der vorigen Macht gelangen, so wird auf gleiche Weise das Eigentum aller derer konfisziert werden, welche es mit Mohammed Aly Pascha gehalten haben. Gegenwärtig gehört das meiste Grundeigentum in Nedschid dem Beit el Mal, oder dem Staatsschatz; alles Grundeigentum der Provinz Kasym, deren Einwohner beständig rebellierten, ist an letztere pachtweise abgelassen. Viele Dörfer von Hedschaz und die Gebirge gegen Jemen hin gehören ebenfalls dem Staatsschatz.

4) Bußen, welche für Übertretung des Gesetzes gezahlt werden. Das Verbrechen des Ungehorsams wird in der Regel mit Geld bestraft. Es ist eine Maxime der Tribunale bei den Wahaby, dass ein Araber, welcher einen anderen falsch anklagt, eine Buße an den Fiskus zahlen muss.

Alle diese Einkünfte, ausgenommen die Almosen oder zeka von den Beduinen, fließen in den Fiskus, oder Beit el Mal. Jede Stadt, oder jedes Dorf von einiger Bedeutung hat seinen Fiskus, in welchen jeder Bewohner seine Quote zahlt. Jeder Fiskus hat einen Schreiber, welchen das Oberhaupt der Wahaby mit der Instruktion angestellt hat, zu verhindern, dass der Scheikh des Ortes keinen unerlaubten Gewinn vom Einkommen ziehe. Den Scheikhs ist nicht gestattet, das zu zahlende Geld zu sammeln und darüber Rechnung abzulegen.