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Auszug: Friedrich Nietzsche – Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer

«Irgendwo gibt es noch Völker und Herden, doch nicht bei uns, meine Brüder: da gibt es Staaten. Staat? Was ist das?

Wohlan! Jetzt tut mir die Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom Tode der Völker. Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: »Ich, der Staat, bin das Volk.« Lüge ist’s! Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben.

Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für viele und heißen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin. Wo es noch Volk gibt, da versteht es den Staat nicht und haßt ihn als bösen Blick und Sünde an Sitten und Rechten. Dieses Zeichen gebe ich euch: jedes Volk spricht seine Zunge des Guten und Bösen: die versteht der Nachbar nicht. Seine Sprache erfand es sich in Sitten und Rechten. Aber der Staat lügt in allen Zungen der Guten und Bösen; und was er auch redet, er lügt – und was er auch hat, gestohlen hat er’s.

Falsch ist alles an ihm; mit gestohlenen Zähnen beißt er, der Bissige. Falsch sind selbst seine Eingeweide. Sprachverwirrung des Guten und Bösen: dieses Zeichen gebe ich euch als Zeichen des Staates.

Wahrlich, den Willen zum Tode deutet dieses Zeichen! Wahrlich, es winkt den Predigern des Todes! Viel zu viele werden geboren: für die Überflüssigen ward der Staat erfunden! Staat nenne ich’s, wo alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord aller – »das Leben« heißt.»

(Friedrich Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“)

Auszug: Abdul Azim Islahi – Defizitfinanzierung im muslimischen Staatswesen

«Das  Konzept einer Defizitfinanzierung (sprich: Staatsverschuldung) war (im muslimischen Staatswesen) nicht vorhanden und auch nicht die Möglichkeit, wie heute, sich Geld von einer (staatlichen) Zentralbank zu leihen, da es so etwas (wie staatliche Zentralbanken) damals noch nicht gab.

Ebenso waren die Muslimischen Gelehrten [wie bspw. al-Ghazali, Ibn Taymiyyah & al-Maqrizi] gegen die (willkürliche) Entwertung und Manipulierung der Währung, um die Regierungsausgaben zu bewerkstelligen, und dies, weil es die gleichen Ursachen und Wirkungen gehabt hätte wie heutige (staatliche) Schuldenpolitik.

Während der Mamlukendynastie (787 – 922 n.H.)  fand (Währungsmanipulation) jedoch (erstmals) Verbreitung und führte unweigerlich zu einer Inflation. Al-Maqrizi schrieb alle ökonomischen Krisen seiner Zeit dieser Form der Geld- bzw- Schuldenpolitik zu.»

(Prof. Dr. Abdul Azim Islahi, Contributions of Muslim Scholars to Economic Thought and Analysis, Seite 64, übertragen in die Deutsche Sprache von Yahya ibn Rainer)

Auszug: Die Selbsterkenntnis durch Triebseele und Eigentum, als Tor zur Erkenntnis Allahs

«Mit Blick auf das Ego [Nafs / Triebseele] als ein Mittel zur Selbsterkenntnis sollte angemerkt werden, dass das Ego nicht nur als ein durchweg negatives Element zu begreifen ist, das es ausschließlich abzutöten und mundtot zu machen gilt. Schließlich hat das Nafs wie alles Geschaffene auch einen Sinn. Zum einen kommt ihm die Aufgabe zu, dass es den Muslim dazu befähigt, sich im Rahmen der Gebote Allahs neben sinnlichen auch an körperlichen Genüssen erfreuen zu können, wobei man dafür sogar Lohn erhält.

Ein weiterer interessanter Aspekt des Egos besteht darin, dass es dem Menschen sogar dazu dienen kann, eine Vielzahl der Namen Allahs zu begreifen.

Als Beispiel sei hier Sein Name „Al-Malik“ angeführt. Al-Malik könnte als „der absolute Herrscher“, „der absolut souverän über Sein Eigentum, und damit über Alles Verfügende“ übersetzt werden.

Um den Namen Al-Malik zu begreifen, wurde dem Menschen durch sein Ego die Möglichkeit gegeben zu erfahren, was Eigentum überhaupt ist. Denn erst durch die Existenz eines „Ich“ ist der Mensch überhaupt dazu in der Lage, dass er sagt: „Dies ist mein, es gehört mir!“, um damit einen Gegenstand zu seinem Eigentum zu erklären. Ohne ein Nafs wäre er also gar nicht befähigt, bestimmte Dinge seinem „Ich“ und damit seiner Person zuzuordnen.»

(Das Menschen- und Seelenbild im Islam oder Grundzüge einer islamisch pädagogischen Psychologie, Dr. Samir Suleiman und Dipl. psych. Chawla Muhammad, S. 18)

Auszüge: Massenflucht, unhaltbare Zustände, asoziale Flüchtlinge …. und Widerstand

LESEBEFEHL !!!

Ein Bericht aus den SPIEGEL mit dem Titel «Wieso kommen die noch?». Hier einige Auszüge

«[…] Jeden Tag kommt es in dem Notquartier zu Streit und Schlägereien, und nachts kann der Mann kaum schlafen, weil Betrunkene krakeelend durch die Gänge torkeln. Laubsch: „Es ist die Hölle.“ […]

Bei den Bundesbürgern macht sich zunehmend Angst breit, daß diejenigen, die nun Woche für Woche zu Tausenden mühelos die Grenzen passieren, das westdeutsche Sozialsystem sprengen und den Wohnungs- und Arbeitsmarkt zum Kollabieren bringen. […]

Schon haben Unbekannte in einigen Hamburger Stadtteilen an Plakaten, die Verständnis für die Staatenwechsler wecken sollen, bei dem Slogan „Offene Grenzen, offene Herzen“ den Zusatz „Willkommen bei uns“ mit Messern zerfetzt und herausgerissen. […]

In einem neuerrichteten Übersiedlerheim in Godorf bei Köln legten Brandstifter Anfang des Monats gleich zweimal kurz hintereinander Feuer. In Stuttgart brannten Übersiedlergegner ein Übergangsquartier bis auf die Grundmauern nieder.

Der Bremer Wissenschaftssenator Henning Scherf (SPD) fürchtet bereits, „daß wir bald Großstadtkriege wie in den USA haben“. […]

Das Klima ist in den vergangenen Wochen deutlich rauher geworden. So hätten Nachbarn eine Übersiedler-Familie in Essen kürzlich auf der Straße als „DDR-Schweine“ beschimpft, berichtet Kerstin Lehner, Initiatorin einer Selbsthilfegruppe für ehemalige DDR-Bürger, und das sei kein Einzelfall. […]

Mancherorts wehren sich Anwohner gegen den Zuzug in ihre Nachbarschaft. In Dortmund beispielsweise, wo 6 von 150 Turnhallen mit Übersiedlern belegt sind, forderte der Vorstand des Vorort-Vereins TuS Westfalia Sölde in einer Resolution Rat und Stadtverwaltung auf, nicht länger „an der langsamen Aushöhlung unseres Turn- und Sportbetriebes“ mitzuwirken. […]

Die feindseligen Gefühle sind bei manchem zur offenen Ablehnung geworden, seit Massen von Neuankömmlingen spürbar den Arbeitsmarkt belasten und, mehr noch, seit auch Zuzügler eintreffen, die offenbar gar keine reguläre Arbeit suchen, sondern sich in erster Linie um Sozialhilfe bemühen und sich auch sonst nicht in die gängigen Vorstellungen von bürgerlicher Wohlanständigkeit fügen. […]

Während im vergangenen Jahr vor allem junge Familien in die Bundesrepublik drängten, kreuzen nun überproportional viele alleinstehende Männer bei den Behörden auf – „gescheiterte Existenzen, […]

Die Situation in den Heimen und Lagern spitzt sich immer mehr zu, Meldungen über Saufereien und Raufereien häufen sich. In einigen Einrichtungen herrsche eine derart „aufgeputschte Stimmung“, berichtet der Essener Sozialdezernent Günter Herber, daß er es nicht mehr wage, „da einen Sozialarbeiter hinzuschicken, das ist schon beinahe lebensgefährlich“.

Sein Kölner Amtskollege Lothar Ruschmeier bestätigt: „Die Auswüchse gehen über das normale Maß hinaus.“ Städtische Bedienstete seien nachts überfallen und beraubt worden, Mitarbeiterinnen der Verwaltung würden sexuell belästigt. „Dauernd Trouble mit den Alkis“, meldeten auch Mitarbeiter im West-Berliner Aufnahmelager Marienfelde ihrer Sozialsenatorin. […]

Der Frust setzt Aggressionen frei oder wird im Alkohol ertränkt. In der Bochumer Turnhalle, in der Übersiedler Martin Laubsch mit ungewissem Ende ausharrt, fuchtelt ein Mann mit einer Gaspistole herum, aus einer Ecke der Halle ertönt Gebrüll: Ein volltrunkener Bewohner hat seinem Bettnachbarn aufs Laken gepinkelt. […]

„Wir halten dieser Belastung nicht mehr stand“, gibt Gerd Stille, Bürgermeister im niedersächsischen Rodenberg, die Stimmung in seiner Gemeinde wieder: „Hoffentlich wird die Mauer bald wieder dichtgemacht.“

Ach ja, der SPIEGEL-Artikel stammt vom 19.02.1990 und falls es noch nicht aufgefallen ist,  bei den damaligen „Flüchtlingen“ handelte es sich um Übersiedler aus Ostdeutschland.

Wie sich die Zeiten doch ändern … oder auch nicht.

Auszug: Völkermord in Ruanda (1994) – Die Rolle der christlichen Kirchen

Als ich im April 2014 den Beitrag Auszug: Völkermord in Ruanda (1994) – Muslime als Lebensretter & Identität als Muslim publizierte – der u.a. Auszüge aus einem Arbeitspapier des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz beinhaltet – , wollte ich auf einen bestimmten Umstand aufmerksam machen.

Viele uns geläufige schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit, speziell auch solche vom afrikanischen Kontinent, sind uns nur oberflächlich bekannt. Durch die Medienkonzentration auf den Nahen und Mittleren Osten jedoch, erfahren wir von Verbrechen die dort passieren viel häufiger und auch die Religionszugehörigkeit der Konfliktbeteiligten wird immer häufiger explizit erwähnt.

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Kurz gesagt: Das nächstes Jahr ist ein ‪#‎Leibniz‬-Jahr

Das nächstes Jahr ist ein ‪#‎Leibniz‬-Jahr
http://leibniz-2016.de

2016 jährt sich der Todestag von Gottfried Wilhelm Leibniz zum 300. Mal.

Ich habe von ihm bisher zwar noch kein Gesamtwerk gelesen, aber einige Autoren die ich las, haben ihn gern und teils ausführlich zitiert.

Ich werde in schaa Allah in nächster Zukunft auf diesem Blog einige Zitate und Auszüge dieses großen deutschen Denkers bemühen. Manches davon dürfte sicherlich auch Muslimen gefallen.

Auszug: Abdul Azim Islahi – Die Formen wirtschaftlichen Handelns und wirtschaftlicher Beziehungen

„Es sollte ein für alle Mal klargestellt werden, dass der Islam nicht offenbart wurde um die Formen wirtschaftlichen Handelns oder wirtschaftlicher Beziehungen zu erneuern – dies bleibt der Sitte, dem menschlichen Einfallsreichtum und seiner Fähigkeit überlassen, aus Erfahrungen zu lernen. Genau in diesem Kontext ist vom Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – überliefert, dass er zu seinen Gefährten sagte:

«Ihr wisst über eure eigenen weltlichen Angelegenheiten am besten Bescheid, aber was eure religiösen Fragen angeht, so wurden sie an mich delegiert.»“

(Prof. Dr. Abdul Azim Islahi, Economic Concepts of Ibn Taimiyah, Seite 180 / übertragen in die deutsche Sprache von Yahya ibn Rainer )

Auszug: Navid Kermani – Der „Kippa/Turban-Test“ in Teheran

„Stellt euch mit einer Kippa auf dem Kopf an eine Straße in Teheran und haltet Ausschau nach einem Taxi. Ihr werdet kein Problem haben, eins zu finden. Im Gegenteil: Seid nicht überrascht, wenn der Fahrer euch zum Essen einlädt, und sei es, um euch nach einem Visum zu fragen. Aber lasst euch einen Bart wachsen, setzt einen Turban auf, und stellt euch dann im Mullah-Kostüm in Teheran an die Straße: Ihr werdet kein Taxi finden. Jedenfalls nicht so schnell. Und wenn ihr doch eins gefunden habt, wird euch der Fahrer mit Vorwürfen überschütten. Oder den neuesten Präsidenten-Witz erzählen. Oder euch fragen, was um Herrgottswillen denn der Islam nun wieder zum Thema Seife oder Schuhputzen gesagt hat, dass der neue Präsident so ungepflegt daherkommt.“

(Zitiert aus „Iran – Eine Parabel über die Unmoral der Politik“, Monatsmagazin eigentümlich frei, Ausgabe Nr. 65, Seite 24)

Auszug: Rahim Taghizadegan – Der Iran nach seiner „islamischen“ Revolution

„Der Iran ist unter islamischen Ländern bei Prostitution und Drogenkonsum ein Spitzenreiter. Sogar Ayatollahs betreiben Puffs. Im Ernst: Im schiitischen Islam gibt es die Institution der Zeitehe. Von einem Geistlichen kann eine zeitlich beschränkte Ehe geschlossen werden, die Geschlechtsverkehr erlaubt. Kein Wunder, dass sich einige Ayatollahs ein Zubrot damit verdienen, stundenweise Ehen zu schließen und die Zimmer für die „Hochzeitsnacht“ gleich selbst zu vermieten. Das Drogenproblem hat so zugenommen, dass im Iran mittlerweile seitens des Staates saubere Nadeln (und übrigens auch Kondome) ausgegeben werden, um die Ansteckung mit „Aids“ einzuschränken.

In den meisten Haushalten finden sich hochprozentige Alkoholika, oft geschickt hinter einem Khomeini-Portrait im Wandsafe versteckt, in Maultieren über die Grenze geschmuggelt. Die ausgelassenen Parties in Teheraner Nobelvierteln sind legendär. Zu allem Überdruss lebt in der „Islamischen Republik“ heute die am weitesten säkularisierte Gesellschaft der Region. Mittlerweile werden religiöse Jugendliche von ihren Studienkollegen ausgelacht“

(Rahim Taghizadegan, Iran – Eine Parabel über die Unmoral der Politik, Monatsmagazin eigentümlich frei, Ausgabe Nr. 65, Seite 24)

Auszug: Abdul Azim Islahi – Wieso Ibn Khaldun der Laissez-faire-Politik so sehr zugeneigt war

„Wenn wir ins Zeitalter des Ibn Khaldun (1332-1406 n. chr. Zeitr.) vorstoßen, bemerken wir eine deutliche Veränderung [der staatspolitischen] Situation [des Orients], vor allem in Nordafrika. Die Herrscher vergaßen den Sinn der Religion, Stabilität ging verloren und wurde ersetzt durch Anarchie; ein luxuriöser Lebensstil verdrängte das einfache Leben, und um all diese Symbole der Dekadenz und die Macht aufrecht erhalten zu können, wurden exzessiv Steuern auferlegt, was sich zu einem mächtigen Hemmnis für wirtschaftliche Aktivitäten entwickelte.

Die willkürliche Aneignung von Privateigentum durch die Regierung sorgte für eine Degeneration des Unternehmertums. Staatliche Handelshäuser schwächten den Geist des Wettbewerbs im Bürgertum. Wahrscheinlich waren genau dies die Gründe, weshalb Ibn Khaldun so sehr einer Laissez-faire-Politik zugeneigt war.“

(Prof. Dr. Abdul Azim Islahi – Contributions of Muslim Scholars to Economic Thought and Analysis, Seite 61, übersetzt aus dem Englischen von Yahya ibn Rainer)

Auszug: Dominik Tischleder – Die hilflose Anrufung des „Abendlandes“ ist womöglich Ausdruck eines verzweifelten Relativismus

«Nun, da nach Lage der Dinge das „Abendland“ wie auch die „Leitkultur“ nicht mehr vorhanden sind, sondern faktisch, egal wie bedrohlich oder sonstwie unschön man das findet, einem Pluralismus der Lebensformen weichen mussten, ist all das, was dann einem „Abendländer“ als besonders „abendländisch“ gilt, für seine Mitbürger nicht mehr unmittelbar einsichtig und bindend. Deshalb kann man in leichter Abwandlung Carl Schmitts formulieren: „Wer Abendland sagt, will geltend machen und durchsetzen. Tugenden übt man aus; Normen wendet man an; Befehle werden vollzogen, aber das Abendland wird gesetzt und durchgesetzt.“

In der Benutzung des Begriffs spiegelt sich eine Machtfrage: Wer interpretiert die Geschichte? Gleichsam also das Interesse derjenigen, die sie beantworten und nun auf Durchsetzung drängen. Vor allem wird das, was „Abendland“ inhaltlich ausmachen soll, rettungslos durch die jeweils gerade aktuellen politischen Lagen und Wertvorstellungen bestimmt, heute sind es eben die „judeo-christlichen Werte“, früher mehr die Werte der „Volksgemeinschaft“ oder die Abendlandwerte der „Grand Nation“.

Die hilflose Anrufung des „Abendlandes“ in politischer Absicht ist, entgegen seiner Intention, womöglich selbst Ausdruck eines verzweifelten Relativismus, denn in der Nutzbarmachung ist sie eben nicht Ausdruck einer Gemeinschaft, die versucht, das Gute zu erkennen und zu tun, sondern selbstgerechter Ausdruck derer, die die Wahrheit beziehungsweise das, was sie dafür halten, bereits gefunden haben. Ein Zug zur Gesinnungsschnüffelei wird so unvermeidlich, denn um Gesinnung geht es ja, wenn man genötigt wird, sich zu irgendwelchen gerade aktuellen „Abendlandwerten“ zu bekennen, nur weil man beispielsweise ein rechtschaffener, hier wohnender Bürger islamischen Glaubens ist.»

(Dominik Tischleder, Pegida und das „Abendland“ – Gegenwartsskizze und Begriffsgeschichte, Magazin eigentümlich frei, Nr. 150, Seite 18-19)

Auszug aus Heinrich Heines Testament

„Obschon ich durch den Taufakt der lutherischen Konfession angehöre, wünsche ich nicht, daß die Geistlichkeit dieser Kirche zu meinem Begräbnisse eingeladen werde; ebenso verzichte ich auf die Amtshandlung jeder andern Priesterschaft, um mein Leichenbegängnis zu feiern.

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Wir gehören zu Deutschland, dazu brauchen wir euch nicht

Im Jahre 1929 veröffentlichte der Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky sein Buch „Deutschland, Deutschland über alles“. Der folgende Text ist ein Auszug aus diesem Buch und formuliert nach meinem Dafürhalten einen sehr schönen Heimatbegriff, den gewiss auch einige Muslime in Deutschland unterschreiben würden. Er rettet sozusagen die Gefühlswelt von Zuneigung und Liebe für die Heimat vor dem einnehmenden Zugriff nationalistischer und kollektivistischer Populisten.

Ich widme den Text allen Muslimen in Deutschland, die sich als deutsche Muslime empfinden und hoffe, dass er auch ihnen (wie mir) aus der Seele spricht.

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Auszug: Martin Mosebach – Der Komponist der abendländischen Aufklärung über Blasphemie

Von Jean Jacques Rousseau wird überliefert, er habe sich eines Tages in einer Runde blasphemisch spottender Libertins befunden und habe die Herren mit folgenden Worten zum Schweigen gebracht: „Wenn es schon niederträchtig ist, zu schweigen, wenn über abwesende Freunde schlecht gesprochen wird, um wie viel schäbiger ist es, zu schweigen, wenn das über Gott geschieht, der doch anwesend ist.“

(Martin Mosebach, Kunst und Religion Vom Wert des Verbietens, Frankfurter Rundschau)

Auszug: Robert Grözinger – Der Westen hat den Geist aufgegeben

„Der Westen hat den Geist aufgegeben. In Syrien und im Irak kämpfen Leute, die glauben, Gott sei auf ihrer Seite. Wie das auf die Einsatzbereitschaft wirkt, hat schon Paulus gewusst: „Ist Gott für uns, wer kann dann gegen uns sein?“

Der Glaube, Gottes Werk auf Erden zu erfüllen, verbunden mit dem Versprechen, nach dem irgendwann unvermeidlichen Tod in ein wie auch immer geartetes Himmelreich zu gelangen, ist spirituell unschlagbar. Das Versprechen des Westens dagegen, die Freiheit zu haben, sich seinen irdischen Ausbeuter selbst auszusuchen, auch Demokratie genannt, wirkt dagegen nicht einmal erbärmlich. Schon gar nicht, wenn Wahlen ohnehin kaum etwas ändern.

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