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Buchauszug: Karlheinz Deschner – Schwertmission und Heiliger Krieg der Kirche

„In diesen Zusammenhang gehören die Kriege, die auf Drängen, mit Beteiligung oder unter dem Kommando der Kirche geführt worden sind: die Vernichtung ganzer Völker, der Wandalen, der Goten, im Osten die unentwegte Niedermetzelung der Slawen – für die christlichen Chronisten der Karolinger und Ottonen bloß in heidnischer Finsternis befangene Verbrecher, die mit allen Mittelm, des Verrats, Betrugs, der Grausamkeit bekehrt werden mußten.

Im Hochmittelalter ist jede Glaubensbelehrung vor allem auf Streit und Kampf für Christus ausgerichtet, die Schwertmission, der «Heilige Krieg», die «nova religio», die Garantie für alles Gute, Große, Ewige, Christus, schon in den frühmittelalterlichen Hymnen als Kämpfer besungen, wird nun Heerführer , der König, der Sieger überhaupt.“

(Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums – 1. Band: Die Frühzeit, Seite 18)

Karlheinz Deschners Kriminalgeschichte des Christentums ist eine empfehlenswerte Lektüre für jeden, der sich ebenso unvoreigenommen mit dem Christentum auseinandersetzen möchte, wie es PImaten, Pegidasten und AfD'ler mit dem Islam tun.

Eine gewagte Meinung im Angesicht der Tragödie von #Aleppo?

von Yahya ibn Rainer

Es dürfte in der gegenwärtigen (emotional überwältigenden) Situation für einige von uns eine unerträgliche Ansicht sein, die ich hier einmal in Worte zu fassen versuche. Bitte nehmt es mir nicht übel.

Nicht erst jetzt, wo Aleppo zu fallen droht und zahlreiche Menschen von Vertreibung, Folter und Hinrichtung bedroht sind, liest man das Wehklagen vieler Muslime im Westen und andernorts auf der Welt.

Fassungslos und hilflos müssen wir erleben, wie Glaubensgeschwister qualvoll sterben müssen. Dies führt leider dazu, dass wir beginnen uns selbst und allen anderen Muslimen die Schuld und Verantwortung an den Vorkommnissen in Aleppo zu geben.

Ich jedoch halte diese Sichtweise für falsch. Seien wir doch mal ehrlich:

Auf der gesamten Welt gibt es Orte der Gewalt und des Massakers. Was Syrien/Aleppo in unseren Fokus rückt, ist das Vorhandensein von Medieninteresse, zahlreicher audiovisueller Aufzeichnungen und die Anbindung an das weltweite Netz. Während Aleppo jedoch fällt, werden Rohingya in Burma vertrieben, vergewaltigt und massakriert, in Afrika gibt es zahlreiche Orte, an denen Muslime niedergemetzelt werden. Nicht zu vergessen die unzähligen Gebiete, in denen Muslime Hunger und Durst leiden und daran elendig verrecken.

Diese Menschen haben keine Smartphones, keine Lobby, kein Internet. Deshalb erfahren wir nur sporadisch davon … wenn überhaupt.

Die Tatsache, dass wir hier im Westen zu den am besten informierten Menschen der Welt gehören und tagtäglich von beinah allen Tragödien dieser Welt erfahren, bringt uns in die unfassbare Situation zuschauen zu müssen. Denn wir können nicht die ganze Welt retten, nicht die Kriege, den Hunger und die Armut beenden.

Sicherlich kann man spenden, aber das ändert nicht die Zustände vor Ort, sondern kann lediglich das Leid ein wenig verringern, das durch diese Zustände erzeugt wird. Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bevor es sich nicht selbst ändert. Krieg und Frieden, Freiheit und Tyrannei sowie Armut und Reichtum sind und bleiben die Prüfungen Allahs für Seine Diener.

Unser Platz, unsere Verantwortung jedoch liegt vor allem dort wo wir leben. Es fängt mit uns selbst an, von dort steht uns die eigene Familie in Verantwortung am nächsten, dann die nächsten Nachbarn usw. usf..

Wir dürfen uns nicht einreden (lassen), dass wir uns für unsere guten Umstände schämen müssen. Was wir hier erleben, ist auch das Resultat unserer eigenen Handlungen. Die Tendenz ist hierzulande sicherlich eher absteigend, aber genau hier liegt wirklich unsere Verantwortung, im HIER und JETZT.

Schaut mal wie viele Geschwister weltweit nach Syrien ausgewandert sind. Hat es etwas zum Guten verändert? Nein.

Keinem Muslim darf eingeredet werden, er habe Verantwortung für die gesamte Welt und die gesamte Ummah. Das führt schnurstracks in die Depression. Das ist einfach unmöglich.

Wa Allahu 3alem.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Fatwa des türkischen Gelehrten Nureddin Yildiz hinweisen, der das Thema in ähnlicher Weise angeht. http://fatwazentrum.de/was-kann-ich-fuer-die-notleidenden-muslimischen-voelker-machen/

Ibn Baqqals Traum, nach dem Massaker der Mongolen in Bagdad

Sheikh Afif al-Din (Yusuf ibn Ali ibn Ahmad, besser bekannt als) Ibn Baqqal der Hanbalite (gest. 668 n.H.), erzählt, dass er während seiner Zeit in Ägypten über den Massenmord informiert wurde, der in Bagdad während der Invasion der Mongolen stattfand.

Als er von dieser katastrophalen Tragödie erfuhr, sagte er, dass er sich äußerst unwohl und innerlich aufgewühlt fühlte und dachte: „Herr, wie konnte das passieren? Es gab unschuldige, reine Kinder unter ihnen, und solche, die keinerlei Verbrechen schuldig waren, die nichts getan haben was eine solche schreckliche Strafe rechtfertigen könnte!“

Er sagt, dass er später einen Traum sah, in dem ein Mann ein Buch hielt. Er nahm das Buch, öffnete es und fand folgende poetische Verse darin (hier in ungefährer deutscher Bedeutung):

„Leg‘ sie beiseite deine Einwände, denn weder die Entscheidung liegt bei dir, noch das Urteil über den Fortlauf des Kosmos.

So frage Allah nicht nach seinen Taten, denn wer in die Tiefen des Meeres (oder auf den tiefen Grund des Meeres) stürzt, geht zugrunde.

Ausschließlich zu Ihm kehren alle Angelegenheiten seiner Diener zurück; so leg‘ beiseite deine Einwände – wie unglaublich unwissend/ahnungslos du doch bist.“

[Ibn Rajab, im Appendix zu seinem Werk „Generations of Hanbalites“, 4:101 / Ibn Kathīr “Beginning and End” 13:295]

Übersetzt aus dem Englischen von Yahya ibn Rainer. Quelle: The Hanbali Madhab.

Meine Einschätzung zum internationalen muslimischen Terrorismus (mit „weichen Zielen“)

von Yahya ibn Rainer

Ich denke, dass diese Form des internationalen Terrorismus (mit Fokus auf sogenannte „weiche Ziele“) mitunter auch Ausdruck eines kindlichen Trotzes (also einer Art Bockigkeit oder Borniertheit) ist.

Man wird sich in den Kreisen einiger (mit dem Pathos der Unschlagbarkeit) aufgeputschten „Mujahedin“ zunehmend bewusst, dass man technologisch, militärisch und zum Teil auch intellektuell dem Feind maßlos unterlegen ist. Man sieht also quasi keinerlei Chance, einen allumfassenden Sieg einzufahren.

Anstatt sich diese Schwäche einzugestehen und Verantwortung für die Ummah zu übernehmen, für die man angeblich diesen Kampf führt, handelt man auf verbrecherische Weise egoistisch und beginnt eine Form der Kriegsführung, die weder auf Landgewinn aus ist, noch Aussichten auf ein Ende des Konfliktes zulässt. Man ruft einen ewigen Kriegszustand aus, unter dem die Muslime in ihrer Gesamtheit weitaus mehr zu leiden haben, als die Feinde des Islams.

Vielmehr ist es sogar so, dass man mit dieser Form des Terrorismus genau denen in die Hände spielt, die im Namen der Nationen den Krieg gegen die Muslime erst begonnen und bis heute weitergeführt haben, nämlich den Staaten.

Jeder einzelne Terroranschlag hat zur Folge, dass der Staat mehr Macht und Befugnisse einfordert und durch Angst getriebene demokratische Legitimation auch erhält. Diese Machtzunahme des Staates wirkt sich nicht nur negativ auf die Freiheit und Unabhängigkeit der Nichtmuslime in den jeweiligen Ländern aus, sondern ganz besonders (und weit mehr) auf die Muslime, die als Minderheiten unter ihnen leben.

Und auch für ihr außenpolitisches Handeln erhalten die Staaten immer mehr Befugnisse, was dazu führt, dass sich die staatliche Repression nicht nur nach innen vergrößert, sondern auch nach außen, indem auch der militärische Kampf in den muslimischen Ländern intensiviert wird.

Als Armee auf dem Schlachtfeld, wo es um Landnahme und Implementierung geht, kann zugunsten eines Friedens in Verhandlungen getreten werden. Man bringt von beiden Seiten sogenannte Verhandlungsmasse mit und kann für alle einen nützlichen und gedeihlichen Frieden herausschlagen.

Aber den heutigen jungen Heißspornen ist das alles gar nicht mehr bewusst. Die meisten von ihnen wissen nicht einmal, dass der Offenbarungsgrund für die koranische Sure al-Fath (49 – zu deutsch „Der Sieg“) der Friedensvertrag von Hudaybiyyah war.

Sheikh Feisal Mawlawi schreibt in seinem Buch „الأسس الشرعية للعلاقات بين المسلمين وغير المسلمين „ (Die Schariagrundlagen für das Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen) zusammenfassend folgendes über dieses Friedensabkommen:

«Der einzige Vorteil, den die Muslime aus diesem Frieden(-svertrag) zogen, war, dass er einen Frieden und einen Waffenstillstand zwischen ihnen und den Quraisch brachte. Um dies zu erreichen, traten sie von ihrem Recht zurück, die Umra zu verrichten – dieses Recht, welches ein anerkanntes Recht für alle Araber war. Sie erklärten sich damit einverstanden, nach Medina zurückzukehren und im folgenden Jahr zur Verrichtung der Umra wiederzukommen. Hierin liegen eine Herausforderung und eine Erniedrigung ihrer Ehre. Sie traten auch von ihrem Recht zurück, diejenigen zu empfangen und zu beschützen, die von den Quraisch zu ihnen als Muslime kamen – und duldeten es, dass sie zu den Quraisch zurückgeschickt würden und Folter und Unterdrückung ertragen müssen[…].

Sie traten auch von ihrem Recht zurück, denjenigen, welcher vom Islam abtrünnig wird und sich den Quraisch anschließt, zurückzufordern, um ihn (für den Hochverrat, der in dieser Situation damit verbunden war) zu bestrafen. All diese Rechte traten sie ab, damit sich der Frieden ausbreitet, und weil den Menschen im Zustand des Friedens die Gelegenheit gegeben wird, das Wort der Wahrheit zu hören.»

Vom Prophetengefährten Bara‘ bin ´Azib wird bei Bukhari und Muslim überliefert, dass er sagte:

«Ihr seht die Eroberung Mekkas als den Sieg an – und die Eroberung Mekkas war in der Tat ein Sieg; wir aber sehen als den Sieg den “Zufriedensheits”-Treueeid (arab. bai’at ar-ridwan) am Tag von Hudaibijja an.»

Und bei Muslim ist des Weiteren überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allahs segne ihn und schenke ihm Heil – Umar herbeiholen ließ und ihm das zu rezitierten, was herabgesandt worden war (Sure al-Fath / 48 – Der Sieg), worauf Umar fragte: «O Gesandter Allahs, ist dies ein Sieg?» Er sagte: „Ja“.

Sheikh Feisal Mawlawi schrieb (in seinem o. g. Buch) noch dazu:

«Das Wort Sieg wird an vielen Stellen des Korans verwendet. Keiner der Siege – außer dem Waffenstillstandsabkommen von Hudaibijja – wird als „offenkundiger“ Sieg bezeichnet. Allah hat gesagt:

„…Wahrlich, Wir haben dir einen offenkundigen Sieg beschieden…“[48:1]

Und es war in der Tat ein offenkundiger Sieg, da er die Herzen und den Verstand der Menschen für den Islam geöffnet hat.»

Dies ist die Sunnah des Propheten, um den Muslimen auch eine Phase des Friedens, der Erholung und Prosperität zu verschaffen. Denn allein unter diesen Bedingungen kann auch gesellschaftlicher, technologischer und militärischer Fortschritt erlangt werden.

Der internationale Terrorismus jedoch, der weder erobert und implemetiert, noch befreit, stürzt die Ummah nur noch weiter in die Rückständigkeit und womöglich (oder höchstwahrscheinlich) sogar in die Arme derjenigen, die sie eigentlich bekämpfen.

So sehr man diese Form der Kriegsführung auch mit Katapult-Fatwas und Schlachtungs-Hadithen ausschmückt, am Ende ist der beste Ratgeber des wahren Amirs die Anwendung seiner Hikma (Weisheit) bei all den Entscheidungen und Verantwortungen die ihm obliegen.

Wa Allahu 3alem

Gedicht: Heinrich Heine – Ali Bey

Ali Bey, der Held des Glaubens,
Liegt beglückt in Mädchenarmen.
Vorgeschmack des Paradieses
Gönnt ihm Allah schon auf Erden.

Odalisken, schön wie Huris,
Und geschmeidig wie Gasellen
Kräuselt ihm den Bart die Eine,
Glättet seine Stirn die Andre.

Und die Dritte schlägt die Laute,
Singt und tanzt, und küßt ihn lachend
Auf das Herz, worin die Flammen
Aller Seligkeiten lodern.

Aber draußen plötzlich schmettern
Die Trompeten, Schwerter rasseln,
Waffenruf und Flintenschüsse –
Herr, die Franken sind im Anmarsch!

Und der Held besteigt sein Schlachtroß,
Fliegt zum Kampf, doch wie im Traume; –
Denn ihm ist zu Sinn, als läg er
Immer noch in Mädchenarmen.

Während er die Frankenköpfe
Dutzendweis heruntersäbelt,
Lächelt er wie ein Verliebter,
Ja, er lächelt sanft und zärtlich.

(Heinrich Heine)

Die Pflichten gegenüber den leibeigenen Knechten und Mägden

von Yahya ibn Rainer

Sicherlich habt ihr es auch schon vernommen, denn es ist in aller Munde: Der „Islamische“ Staat hat in seinem Einflussbereich die Leibeigenschaft (auch: Sklaverei) wieder eingeführt.

Dem muslimischen Recht entsprechend, darf mit feindlichen Kriegsgefangenen auf 4 verschiedene Weisen verfahren werden. Hierzu zitiere ich aus einer staatstheoretischen Abhandlung des weithin anerkannten Rechtsgelehrten Abū l-Hasan al-Māwardī (364-450 n.H.):

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Buchauszug: Ibn Khaldun – Als es zum Bruch zwischen `Ali und Mu`awiya kam

«Als es in notwendiger Folge der asabiya zum Bruch zwischen ´Ali und Mu´awiya kam, ließen sie sich (beide) dabei von der Wahrheit leiten und waren um eine eigene Urteilsbildung bemüht. In ihrem Kampf hatten sie keine irdischen Ziele im Sinn; sie kämpften weder um nichtige Vorzüge noch aus Gefühlen des Hasses heraus, wie ein Argwöhnischer vermuten könnte und ein Häretiker es gerne sehen würde. Unterschiede gab es jedoch bei ihren (jeweils) eigenständigen Bemühungen zu beurteilen, was rechtens sei. Ein jeder erklärte dabei in seinen eigenen Bemühungen um Urteilsfindung die Ansicht des anderen für falsch. So führten sie um diese Sache gegeneinander Krieg.

Auch wenn `Ali im Recht war, trug sich Mu´awiya nicht mit unrechten Absichten. Er suchte die Wahrheit, fehlte aber. Ein jeder war mit seinen Absichten im Recht. Nun macht es die Natur des Königtums aber erforderlich, daß nur einer den Ruhm beansprucht und ihn sich zu eigen macht. Mu´awiya stand es nicht an, dies von sich und seinen Anhängern abzuweisen, denn das Königtum ist etwas Natürliches, das die asabiya durch ihre Natur mit sich bringt. Die Banu Umayya und (selbst) jene Gefolgsleute, die nicht in Mu´awiyas Weise der Suche nach der Wahrheit folgten, spürten das. Sie schlossen sich um ihn zusammen und waren bereit, für ihn in den Tod zu gehen. Hätte Mu´awiya sie zu einem anderen Tun angehalten und sich ihnen bei seiner alleinigen Beanspruchung der Macht widersetzt, wäre die Machtstellung, die er aufgebaut hatte, zerfallen. Diese zu erhalten war für ihn wichtiger, als eine Sache zu verfolgen, bei der es viel Widerspruch gegeben hätte.»

(Ibn Khaldun, Buch der Beispiele – Die Einführung / al-Muqaddima, übersetzt von Mathias Pätzold, Reclam-Verlag Leipzig ©1992, Seite 149-150)

Anstatt Partei zu ergreifen: Das Thema „Flüchtlinge“ mal ehrlich angehen

von Yahya ibn Rainer

Vor kurzem machte mich ein Bekannter auf ein sehr interessantes Interview aufmerksam, das auf der Website des unabhängigen Wirtschaftsmagazins enorm publiziert wurde.  Der Titel des Interviews lautet „Arroganz des Helfens“ und wurde mit Kilian Kleinschmidt geführt, der eines der weltweit größten Flüchtlingslager an der syrisch-jordanischen Grenze (mit mehr als 100 000 Bewohnern) leitete.

Ich kann das Interview (Link) jedem nur wärmstens zur Lektüre empfehlen, denn es nimmt eine Ausnahmestellung ein, im derzeit äußerst überhitzten Meinungsklima hierzulande. Was wir hier in Deutschland und auch in einigen anderen Ländern Europas erleben, ist leider eine sehr bemitleidenswerte politische und gesellschaftliche Situation. Es scheint, als gäbe es nur zwei akzeptable Positionen in der „Flüchtlingsfrage“ (auch wenn es offiziell manchmal ein wenig differenzierter klingt), nämlich, dass entweder alle Flüchtlinge arme, vertriebene und traumatisierte Menschen seien, die mittellos und nur mit besten Absichten und unter Aufbringung größter Anstrengungen nach Deutschland geflüchtet sind, oder, dass Flüchtlinge allesamt unzivilisierte, ungepflegte und zu kriminellen Handlungen neigende Schmarotzer seien, die es sich hier, in der sozialen Hängematte des deutschen Wohlfahrtstaates, gut gehen lassen wollen.

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Buchauszug: Ibn Khaldun – Maßloser Reichtum und maßvolles Leben

«Doch als die Asabiya der Araber schließlich durch die Prophetie Muhammads – Allah segne ihn und schenke ihm Heil -, mit der Allah sie auszeichnete, im Islam geeint wurde, rückten sie gegen die Völker der Perser und Byzantiner vor und beanspruchten das Land, das ihnen von Allah bestimmt und wahrhaftig versprochen worden war. Sie entrissen ihnen ihr Königtum und eigneten sich ihre irdischen Güter an. Solch unvorstellbarer Reichtum wurde ihnen zuteil, daß sogar ein einzelner Reitersmann in einigen Feldzügen etwa 33.000 Goldstücke erhielt. Kurz: Was sie dabei erbeuteten, war unermeßlich.

Dennoch blieben sie der Härte ihrer Lebensweise verhaftet. `Umar war es, der seine Kleidung mit Lederstücken ausbesserte, und `Ali war es, der sprach: «O Gold und Silber! Verführt andere, nicht mich!» Abu Musa vermied es, Hühnerfleisch zu essen, weil es, da so selten, den Arabern damals unbekannt war. Siebe gab es bei ihnen überhaupt nicht, und sie aßen den Weizen mit seiner Kleie. Und dies alles, obgleich ihre Gewinne größer waren als jemals die eines Volkes auf Erden!

So groß waren die Gewinne der Menschen, wie du ersehen kannst. Durch ihre Religion wurde ihnen dies nicht verwehrt, denn als Kriegsbeute handelte es sich um legitimen Besitz. Außerdem gingen sie nicht maßlos mit ihm um, sondern lebten in jeder Hinsicht genügsam, wie wir bereits gesagt haben. So ist ihnen hierbei kein Vorwurf zu machen.»

(Ibn Khaldun, Buch der Beispiele – Die Einführung / al-Muqaddima, übersetzt von Mathias Pätzold, Reclam-Verlag Leipzig ©1992, Seite 148-149)

Herr Ranft, was meinen Sie denn zu den Anschlägen in #Paris?

von Yahya ibn Rainer

Ich möchte keinen Roman daraus machen. Ich verabscheue das gesellschaftliche Klima hier in Europa, wenn Vorfälle solcherart – wie nun in Paris – geschehen. Weltweit sterben tagtäglich Menschen durch die Hände anderer Menschen. Buddhisten metzeln in Burma, Christen metzeln Zentralafrika, Uganda, Südsudan usw., Alawiten metzeln in Syrien, Schiiten metzeln im Irak, Kommunisten metzeln in Nordkorea, Kolumbien und in Anatolien usw. usf., aber niemand erwartet von ihnen hierzulande immer und immer wieder eine Distanzierung.

Dass die muslimischen Täter häufig – oder eigentlich fast immer – Resultate der hiesigen Gesellschaft sind, wird ausgeblendet, und auch, dass Tragödien, wie diese in Paris, an anderen Orten dieser Welt fast täglich passieren, nicht selten sogar unter Beteiligung unserer Staaten (Zivile Opfer durch Drohnenkrieg, Luftschläge usw.)

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Kurz gesagt: Feindschaft, Gegnerschaft, Ritterlichkeit

Ich vermisse unter zeitgenössischen Muslimen ein wenig die feine Unterscheidung zwischen Feindschaft und Gegnerschaft. Wir neigen dazu, jedwede gegnerische Stellung mit absoluter Feindschaft zu beantworten. Dabei sollte man als Feind nur denjenigen behandeln, der einen bekämpft und nicht denjenigen, der nur eine andere Stellung bezieht.

Und auch in der Feindschaft haben sich die Muslime stark geändert. Früher noch waren die muslimischen Araber für ihre Ritterlichkeit (im Kampf) gegen ihre Feinde berühmt. Heute ergehen sie sich im Umgang mit ihren Feinden jedoch meist in erbarmungsloser Unbarmherzigkeit.

Ritterlichkeit ist zwar ein abendländischer Begriff und erlangte hierzulande auch seine akzentuierte Definition, aber dieses abendländisch gepflegte Ideal fand im arabisch-muslimischen Rittertum eine (auch literarische) Steigerung, wie die Religionswissenschaftlerin Dr. Sigrid Hunke meint.

Kurz gesagt: Juhuuu, mein Mörder war demokratisch legitimiert

Dass Muslime ihre Kriegshandlungen angeblich immer mit dem Quran rechtfertigen, wird von Nichtmuslimen grundsätzlich negativ konnotiert. Aber womit rechtfertigen sie denn ihre Kriegshandlungen?

Mit Parlamentsbeschlüssen?

Und? Macht das die Opfer jetzt glücklicher?

„Juhuuu, mein Mörder war demokratisch legitimiert. Da fühle ich mich doch gleich viel heimeliger, hier, so in meinen eigenen dampfenden Gedärmen liegend … die parlamentarisch gerechtfertigte Drohne noch am Himmel hörend.“

Freier Markt, Widerstand und Zivilisation

von Yahya ibn Rainer

Die Mechanismen des freien Marktes, samt Dynamik, Ideenkonkurrenz, Innovation, „unsichtbare Hand“ usw. sind fast 1 zu 1 auf gesellschaftliche Umwälzungen anzuwenden.

Und so entwickeln sich in Kriegs- und Krisengebieten, wenn der Wille und die gewillte Masse existiert, von ganz allein effektive Gegenbewegungen, die ihre Dynamik aus einer Konkurrenz an Ideen und Prak­ti­ka­bi­li­tät schöpfen.

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Zitat: Ludwig Ferdiand Clauß – Das ist Islam (1963)

„Bereitschaft, dankbar zu nehmen, was Gott dem Menschen zuwirft, sei es Erhebendes oder Zermalmendes, Unterwerfung vor Gott schafft Freiheit in der Welt und die Geborgenheit im Bollwerk. Gelassenheit in der Welt und die Bereitschaft, jeden Augenblick in heiliger Flamme zu glühen, sobald Gott ruft: das ist Islam. Er verbindet die äußerste Gelassenheit des Geborgenen mit der ständig möglichen Glut des Glaubensritters, der in den Heiligen Krieg zieht.“

(Prof. Dr. phil. Ludwig Ferdinand Clauß, 1963)