pro & anti

proFAMILIE proMORAL proMARKT proEIGENTUM antiSOZIALISTISCH

Ein neuerlich oft formulierter Vorwurf gegen den sogenannten Salafismus ist, dass Salafisten scheinbar einfache Antworten auf komplizierte Fragen bieten. Auf Anhieb hört sich das als Vorwurf erstmal suspekt an, da eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage doch als erstrebenswert gelten sollte. Aber des Pudels Kern liegt hier wohl in der Tatsache, dass eben diese einfachen Antworten oft keine wirklichen Lösungen für die komplizierten Fragen liefern.

Die komplizierten Fragen dieser Zeit berühren fast jeden Bereich unseres heutigen Lebens. Wir haben gesundheitliche Probleme, gesellschaftliche Probleme, politische Probleme, wirtschaftliche Probleme, soziale Probleme, ökologische Probleme, metereologische Probleme, kulturelle Probleme, ethische und moralische Probleme, religiöse Probleme, staatliche Probleme, familiäre Probleme usw usf. Wenn man nun einen sogenannten Salafisten fragt, wie man all diese Probleme in den Griff bekommt, dann sagt dieser zumeist schlicht und ergreifend “Mit dem Islam!”, womit wir die einfache Antwort des pösen Salafisten parat hätten.

Nicht, dass diese Antwort falsch wäre – Allah behüte mich vor solch einer Aussage –, aber lösungsorientiert ist sie in dieser kurzen und einfachen Form eben nicht. Wir haben innerhalb der orthodox-praktizierenden Gemeinschaft der Muslime leider das Problem, dass der Druck, sich islamisches Wissen anzueigenen, dermaßen groß ist, dass viele Muslime es vernachlässigen, sich mit den Dunya (Diesseits)-Wissenschaften auseinanderzusetzen. Ein Resultat dieses Versäumnisses ist häufig nicht nur dieser verkürzte Lösungsansatz (Mit dem Islam), sondern leider auch eine Neigung, sich komplizierte und schwerwiegende Problematiken mit abstrakten Verschwörungen und Mythen zu (v)erklären. Häufig bedient sich der so geneigte Muslim in dieser Hinsicht recht wahllos an bereits existierenden Verschwörungsmustern. Es werden christlich-konfessionelle Verschwörungsthesen (Freimaurer, Illuminaten, Jesuiten usw) ebenso zur Anwendung gebracht, wie die Thesen kommunistischer, nationalsozialistischer und esoterischer Agitation (Weltjudentum, Reaktion, Kapitalisten, Bilderberger, Skull&Bones usw).

Es wird zudem eine diffuse Abneigung gegen den Wohlstand anderer gepflegt, die bei genauerer Betrachtung nichts anderes ist, als eine innere Übereinstimmung mit sozialistischen (oder gar kommunistischen) Ideen. Das fällt besonders dann auf, wenn der Begriff Kapitalismus fällt, denn in dieser Hinsicht vertreten leider viele Muslime eine klar marxistische Definition.

Meine Marschrichtung ist hier genau entgegengesetzt und ich bin der festen Überzeugung, dass nur diese Marschrichtung auch islamisch zu rechtfertigen ist.

An erster Stelle steht für mich als Muslim fest, dass es kein Paradies auf Erden geben kann. Diejenigen Ideologien, die uns das vorgaukeln wollen (u.a. Demokratie, Sozialismus, Kommunismus) sind allesamt zu verwerfen. Sie bekämpfen den Glauben an den allmächtigen Gott und ein Jenseits, erheben dafür den Menschen zur Gottheit und locken mit dem Versprechen, die Menschheit von all ihren Leiden und Problemen befreien zu können – also quasi das Paradies auf Erden -. Hierzu vergreifen sie sich mittels ihrer Politik an den 4 wichtigsten Fundamenten einer anständigen und freien Gesellschaft, nämlich an der althergebrachten Moral, der traditionellen Familie, dem privaten Eigentum und der freien Marktwirtschaft. Genau diese 4 Fundamente sind es auch, die von der Religion – dem Islam, aber auch von Christen- und Judentum – ausdrücklich geschützt werden.

Schliessen wir alle naturgemäßen – und somit gottgewollten – Hürden und Prüfungen im Diesseits aus, die der Mensch nicht beseitigen kann und soll (wie z.B. die Existenz schlechter Menschen, Naturkatastrophen, bestimmte Krankheiten usw), so bleiben nur noch Probleme übrig die wir uns selber zuzuschreiben haben. Im Zeitalter der Demokratie und des Sozialismus werden diese Probleme mehr und mehr durch die Politik verursacht, und wenn ich Politik schreibe, dann meine ich damit die ausufernde und durch menschliche Neigungen legitimierte Legislative, die Schaffung von neuen Rechten und Verboten, die sich insbesondere gegen Moral, Familie, Eigentum und Marktwirtschaft richten.

Die Marschrichtung dieses Blogs richtet sich gegen diese Form der Vergötterung und gleichsamen Knechtung des Menschen. Über weite Teile kann man – auch als Muslim – in dieser Hinsicht vom klassischen abendländischen Liberalismus partizipieren, der mit überraschend klaren und nachvollziehbaren Argumenten aufwartet. Hier sei im speziellen auch die Österreichische Schule der Nationalökonomie genannt, aus der – bis heute – große Denker hervorgehen, die eine hervorragende Definition von Freiheit pflegen.

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2 Gedanken zu „pro & anti

  1. Sehr schön dargestellt.
    Komplizierte Fragen der Zeit, richtig, wer hat sie so kompliziert gemacht?

    Wir haben Probleme in allen Lebensbereichen, auch richtig.
    Überall, wo man hinschaut nur Probleme, alle Problem werden verwaltet , vermehrt, aber nicht gelöst.
    Wer verursacht eigentlich diese Probleme? Der Mensch und die Gesellschaft samt ihren Regierungen schaffen das ganz alleine.
    Sie sind zu dumm, zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist.
    Sie sind ebenfalls zu dumm, zu ändern , was zu ändern ist.
    Es scheint auch so, als wäre der Mensch nicht fähig , friedlich zu leben.
    Die ihm eigenen Triebe, Neid, Missgunst, Gier, Habsucht u.v.m. , stehen dem wohl entgegen.
    Mord und Totschlag, Lüge, Korruption und Betrug, begleiten die Menschheit seit sie existiert.
    Niemand hat das bis jetzt aus der Welt schaffen können.
    Wollte man nicht, oder konnte man nicht?
    Darüber denkt man nicht nach. Es interessiert nur, wie man Geld, Geld, Geld machen kann, Geld aus Geld machen, der ewig alte Einstieg in den Untergang, die GELDGIER!
    Das alles nur mal zum Nachdenken in der heutigen, der JETZTZEIT!
    Moralisch stehen wir da, wo auch die Steinzeitmenschen schon waren.
    Die Erziehung und Formung zum wahren „MENSCH SEIN“ ist gescheitert, heute so wie früher.

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