Von der Toleranz der Orthodoxie

Orthodoxe Muslime sind oftmals toleranter als die liberalisierten, dem zeitgebundenen Opportunismus anheim gefallen Vertretern des Islams. Die Hast nach Anerkennung, das auf die Spitze treiben von Ideen um gesellschaftliche Leittendenzen zu befriedigen ist in der folgerichtigen Orthodoxie nicht erforderlich. Die hektische Treiberei der „aufgeklärten“ Islam-Anhänger, das Kokettieren mit gewagten Thesen und eine Arroganz dem „einfachen“ Muslim gegenüber, degradiert den hypermoralisierenden Zeitgeistdenker-Muslim zur Wankelmütigkeit ergo zur Intoleranz. Wer fundamentale Prinzipien folge leistet, hat die phrasierenden, nichtssagenden Verlautbarungen gegenüber der Mehrheitsgesellschaft nicht nötig. So ist ein wahrer, aufrichtiger Dialog nur in der klaren Benennung der Gegensätzlichkeit anzutreffen und die sogenannten, medial aufgepushten öffentlichen Diskurse schimärische Streicheleinheiten die nur gesellschaftliche Nebelkerzen produzieren werden. Der ruhende Punkt gebettet in dem klassischen Religionsverständnis führt hingegen zur Güte. Das konservative Element der Toleranz fußt auf dem Gewahr werden der Unendlichkeit, die Intoleranz der Zeitgebundenheit hingegen auf die Scheuklappen der Endlichkeit.

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Über Nando-Dragan Nuruddin Augener

Nuruddin, Jahrgang 1989, machte 2010 sein Abitur und lebt in Hamburg. Studium der Erziehungswissenschaft und der Soziologie an der Universität Hamburg (2011-2014). Muslim seit September 2016. Kontakt: nd.augener@web.de

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