{"id":1136,"date":"2010-11-13T17:30:46","date_gmt":"2010-11-13T17:30:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1136"},"modified":"2015-02-21T17:39:09","modified_gmt":"2015-02-21T17:39:09","slug":"was-ist-antisemitismus-4-teil","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/was-ist-antisemitismus-4-teil\/","title":{"rendered":"Was ist Antisemitismus? (4. Teil)"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was unseren V\u00e4tern der Jud<br \/>\nist f\u00fcr uns die Moslembrut,<br \/>\nseid auf der Hut!<br \/>\n3. Weltkrieg &#8211; 8. Kreuzzug&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Nacht hatten im Februar 2009 Unbekannte diese Losung in rund 70cm hohen Buchstaben an die Au\u00dfenmauer der <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/KZ_Mauthausen\" target=\"_blank\">KZ-Gedenkst\u00e4tte Mauthausen<\/a><\/em> in \u00d6sterreich geschmiert. Inhalt, wie auch der Ort dieser provokanten Sch\u00e4ndung sind zwar erschreckend, jedoch nicht verwunderlich. Was viele (vor allem sogenannte &#8222;Islamkritiker&#8220;) partout nicht wahr haben wollen, ist bereits nachgewiesene und offensichtliche Wahrheit. Der christlich- und atheistisch-abendl\u00e4ndische Antisemitismus kennt keinen Unterschied zwischen Juden und Muslimen. Beide sind ohne weiteres Austauschbar oder gleichsam hassenswert, je nach Lust, Laune und Nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Auch das <em><a href=\"http:\/\/zfa.kgw.tu-berlin.de\/index.htm\" target=\"_blank\">Zentrum f\u00fcr Antisemitismusforschung<\/a><\/em> sah diese Problematik und behandelte aus diesem Grund in ihrem <em><a href=\"http:\/\/zfa.kgw.tu-berlin.de\/publikationen\/bilder\/jahrbuch\/jahrbuch17.htm\" target=\"_blank\">Jahrbuch f\u00fcr Antisemitismusforschung 2008 (Band 17)<\/a><\/em> das Thema <em>Feindbild Islam und islamisierter Antisemitismus<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Falsch liegt jedoch derjenige der glaubt, dass es sich um eine neuzeitliche Entwicklung handle, wenn von gleicher Seite und nach gleichen Denkmustern gegen Juden wie auch Muslime agiert wird. Bereits im fr\u00fchesten Mittelalter rotteten sich christlich-abendl\u00e4ndische Banditen zusammen, um zuerst die Juden und danach die Muslime zu bek\u00e4mpfen. Ein Zeitzeugnis dieser unfassbaren Greuel liefert die Chronik des Halacha-Gelehrten <em>Elieser ben Nathan<\/em>, der darin die selbstdurchlebten Leiden der rheinischen j\u00fcdischen Gemeinden im Jahre 1096, zur Zeit der Kreuzzugsbewegung, schildert:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war im Jahre 4856 nach der Erschaffung der Welt (1096), &#8230; da trafen uns viele und schwere Leiden, die in diesem Reiche, seitdem es gegr\u00fcndet wurde, bis jetzt noch nicht vorgekommen waren &#8230; Denn es erhoben sich freche Menschen, fremdl\u00e4ndisches Volk, eine grimmige, ungest\u00fcme Schar von Franzosen und Deutschen aus allen Ecken und Enden, die sich vorgenommen hatten, nach der heiligen Stadt (Jerusalem) zu ziehen, um dort das Grab ihres Heilandes aufzusuchen, die Ismaeliten [damit sind die arabischen Muslime gemeint] von dort auszutreiben und sich des Landes zu bem\u00e4chtigen. Sie hefteten als ihr Erkennungszeichen ein Kreuz an ihre Kleider, sowohl Mann wie Frau, alle, die sich bereit fanden, dorthin zu ziehen, so da\u00df sie zahlreicher als die Heuschrecken waren [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sie nun auf ihrem Zuge durch die St\u00e4dte kamen, in denen Juden wohnten, sprachen sie in ihrem Herzen: &#8222;<em>Sehet, wir ziehen dahin, das heilige Grab aufzusuchen und Rache an den Ismaeliten<\/em><em> zu \u00fcben; und hier sind die Juden, die ihn umgebracht und gekreuzigt haben ohne Grund. Lasset zuerst an ihnen uns Rache nehmen und sie austilgen [&#8230;], Da\u00df der Name Israel nicht mehr erw\u00e4hnt werde; oder sie sollen unseresgleichen werden und zu unserem Glauben sich bekehren.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Gemeinden solches h\u00f6rten, da \u00fcberfiel sie Angst und Zittern und Wehe, und sie griffen zu der Handlungsweise ihrer V\u00e4ter, n\u00e4mlich: zum Gebete, zur Wohlt\u00e4tigkeit und zur Bu\u00dfe; sie setzten Fasten ein, einzelne sowohl als drei Tage hintereinander folgend, Nacht und Tag, und schrien zum Ewigen auf in ihrer Not [&#8230;] In jenem Jahr fiel das Passahfest auf Donnerstag und der Neumondstag Ijar auf Freitag und Sabbat. Am Sabbat, den 8. Ijar, \u00fcberfielen die Feinde die Gemeinde Speyer und erschlugen zehn heilige Personen. Diese waren die ersten, die ihren Sch\u00f6pfer heiligten, (sc. durch das Martyrium), und sie taten es am heiligen Sabbattage, da sie sich nicht taufen lassen wollten. Darunter befand sich auch eine fromme Frau, die sich zur Heiligung des g\u00f6ttlichen Namens selbst schlachtete. Sie war die erste von denen, die sich selbst schlachteten oder schlachten lie\u00dfen. Die \u00fcbrigen wurden, ohne Taufe, von dem Bischof gerettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 23. Tage des Ijar \u00fcberfielen die W\u00f6lfe der W\u00fcste (lt. Jeremia 5,6) die Gemeinde Worms. Die Gemeinde teilte sich in zwei Gruppen; einige blieben in ihren H\u00e4usern, andere hielten sich in den Gem\u00e4chern des Bischofs auf. Da erhoben sich die Feinde und Dr\u00e4nger gegen die Juden, die in ihren H\u00e4usern waren, \u00fcberfielen sie und brachten sie um, M\u00e4nner, Frauen und Kinder, J\u00fcnglinge und Greise; sie rissen die H\u00e4user nieder, st\u00fcrzten die Treppen um, machten Beute und pl\u00fcnderten. Sie nahmen die heilige Thora, traten sie in den Stra\u00dfenkot, zerrissen und zerfetzten sie, sch\u00e4ndeten sie und trieben Spott und Scherz mit ihr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach sieben Tagen, am Neumondstage des Siwan, am Tage, an dem Israel zum Sinai gekommen war, um die Thora zu empfangen, wurden auch diejenigen, die sich im bisch\u00f6flichen Palast befanden, aufgeschreckt. Die Feinde verfuhren mit ihnen, wie sie mit den fr\u00fcheren verfahren hatten, mi\u00dfhandelten sie und \u00fcbergaben sie dem Schwerte. Diese, durch das von ihren Br\u00fcdern gegebene Beispiel gest\u00e4rkt, heiligten noch mehr den Namen ihres Sch\u00f6pfers, sie legten n\u00e4mlich Hand an sich. Alle nahmen ungeteilten Herzens das himmlische Verh\u00e4ngnis an, und indem sie ihre Seele ihrem Sch\u00f6pfer \u00fcbergaben, riefen sie: &#8222;<em>H\u00f6re Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig!&#8220;<\/em> Die Feinde zogen sie nackt aus und schleiften und warfen sie umher, und am Neumondstage blieben wenige am Leben. An achthundert betrug die Zahl der an jenen beiden Tagen um der Heiligung des g\u00f6ttlichen Namens willen Umgekommenen; sie wurden alle nackt zu Grabe gebracht &#8230; Gott m\u00f6ge ihrer zum guten gedenken!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Schoeps, H.J.: J\u00fcdische Geisteswelt \/ ab Seite 142 \/ Darmstadt 1953)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine allseits beliebte Masche unter den sogenannten &#8222;Islam-Kritikern&#8220; ist eine scheinbare Judenfreundlichkeit und Israelsolidarit\u00e4t. Aber sehr h\u00e4ufig enttarnen sich die Protagonisten selber mit ihren klar antisemitischen Formulierungsweisen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auff\u00e4llig und, um es milde zu sagen, geschmacklos ist es, wie sich die &#8222;Blog-Kreuzz\u00fcgler&#8220; gegen den Islam strategische Vorteile durch Solidarit\u00e4tsbekundungen in Richtung Judentum und Israel zu verschaffen suchen. Das erm\u00f6glicht den Verfassern sogar, unbemerkt alte antisemitische Topoi zu verwenden. Nicht nur SCH\u00c4DLINGSmetaphern, die mit Begriffen wie &#8222;Parasit&#8220; oder &#8222;Sch\u00e4dling&#8220; und den Verweis auf &#8222;Bakterien&#8220; oder &#8222;Viren&#8220;, die und &#8222;als Wirt nutzen&#8220;, auf den Punkt gebracht und durch Komposita wie &#8222;Heuschreckenreligion&#8220; aktualisiert werden, tauchen in diesem Teil des antiislamischen Diskurses wieder auf. [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Verurteilung des Islams als &#8222;kriminell&#8220;, &#8222;pathologisch&#8220; oder gar &#8222;sexuell abtr\u00fcnnig&#8220;, sprich &#8222;unsittlich&#8220;, erinnert an alte antisemitische Topoi. Der Katalog antiislamischer Agitation reicht demnach konsequent bis hin zur Forderung, &#8222;keine Gesch\u00e4fte mit Muslimen&#8220; zu t\u00e4tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Rekurs auf alte antisemitische Mythen verbl\u00fcfft, weil die Verfasser sich dezidiert pro-israelisch und anti-antisemitisch geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Dr S. Schiffer &amp; C. Wagner \/ Antisemitismus und Islamophobie -ein Vergleich- \/ Seite142-143)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im j\u00fcdischen Wochenmagazin <em><a href=\"http:\/\/www.tachles.ch\/\" target=\"_blank\">tacheles<\/a><\/em> erschien am 06.07.2007 ein Artikel des j\u00fcdischen Historlikers Alexander Hasgall mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.hagalil.com\/01\/de\/nucleus\/plugins\/mailtoafriend\/mailfriend.php?itemid=1026\" target=\"_blank\"><em>Bloggen f\u00fcrs Abendland<\/em><\/a>. Auch er scheint die Doppelz\u00fcngigkeit der Antisemiten im Schafsfell erkannt zu haben:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Demgegen\u00fcber werden im Blog diffuse christlich-j\u00fcdische Werte des Abendlandes vertreten, oft auf fast skurrile Art und Weise: So wurde die Produktion von schweinefleischfreien Gummib\u00e4rchen durch den S\u00fcsswarenhersteller Haribo auf politicallyincorrect.de als ein &#8222;Unterwerfen&#8220; gegen\u00fcber dem Islam interpretiert und es wurde zu Protestschreiben an Haribo aufgefordert. Gummib\u00e4rchen mit Schweinegelatine sollen, folgt man der Logik der Autoren, die j\u00fcdisch-christlich-abendl\u00e4ndische Kultur symbolisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der dezidierte Kampf gegen das von Muslimen und Juden praktizierte Sch\u00e4chten irritiert. Beate Klein, Autorin bei politicallyincorrect.de, forderte in einem Beitrag, dass man &#8222;diesen barbarischen Brauch ohne Wenn und Aber verbieten&#8220; sollte, und: &#8222;Wem das nicht passt, der soll eben vegetarisch leben!&#8220; Eine Argumentation, die man sonst eher von Antisemiten wie dem Pr\u00e4sidenten des Schweizer Vereins gegen Tierfabriken, Erwin Kessler, kennt. Auch auf akte-islam.de wird zuweilen heftig gegen die rituellen Schlachtungen Stimmung gemacht. Angefragt, ob er damit nicht Argumente aus antisemitischen Kreisen aufgreife, erkl\u00e4rt Ulfkotte, dass er &#8222;aus Tierschutzgr\u00fcnden&#8220; das Sch\u00e4chten grunds\u00e4tzlich ablehne. Jedoch unterscheide er zwischen dem Sch\u00e4chten bei Juden und dem Sch\u00e4chten bei Muslimen. Juden w\u00fcrden &#8222;nicht tonnenweise gesch\u00e4chtetes Fleisch einf\u00fchren&#8220; und auch nicht &#8222;undeklariert in D\u00f6nerbuden verkaufen&#8220;. Da stellt sich die Frage, wie Ulfkotte reagieren w\u00fcrde, sollte die Zahl koscher essender Juden in Deutschland anwachsen und mehr koscheres Fleisch importiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Umstand, dass der Holocaust von den meisten selbsternannten K\u00e4mpfern gegen Antisemitismus zumeist nur dann thematisiert wird, wenn er in den Zusammenhang mit einer muslimischen Mitschuld gebracht werden kann, stimmt nachdenklich. Schliesslich erinnert dies an altbekannte Formen von Schuldabwehr: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, muss sich nicht mit der eigenen Vergangenheit besch\u00e4ftigen. Dass nicht nur Ulfkotte, sondern auch der Gr\u00fcnder von politicallyincorrect.de Stefan Herre in neorechten Postillen wie &#8222;Junge Freiheit&#8220; publiziert, erstaunt daher nicht.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schluss und aus&#8230;<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1136\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1136\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Was unseren V\u00e4tern der Jud ist f\u00fcr uns die Moslembrut, seid auf der Hut! 3. 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