{"id":1201,"date":"2010-10-17T17:53:50","date_gmt":"2010-10-17T17:53:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1201"},"modified":"2015-03-06T19:54:20","modified_gmt":"2015-03-06T19:54:20","slug":"du-sollst-nicht-toeten-2-teil","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/du-sollst-nicht-toeten-2-teil\/","title":{"rendered":"Du sollst nicht t\u00f6ten? (2. Teil)"},"content":{"rendered":"<p><em>von Yahya ibn Rainer<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Du sollst nicht t\u00f6ten? (1. Teil)\" href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1197\" target=\"_blank\">Im 1. Teil<\/a> dieser Reihe haben wir gelesen, dass der <em>13. Vers im 2. Buch Mose \/ Kapitel 20<\/em> in vielen deutschsprachigen Bibeln falsch \u00fcbersetzt wurde. Anstatt das hebr\u00e4ischen Wort <em>lo tirtzach<\/em> mit <em>morde nicht<\/em> zu \u00fcbersetzen, steht in den meisten heutigen Bibel <em>&#8222;Du sollst nicht t\u00f6ten&#8220;<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den j\u00fcdischen Schriftgelehrten besteht allerdings nicht der geringste Zweifel, dass diese \u00dcbersetzung falsch ist und den Sinn des Gebotes verf\u00e4lscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Im 1. Teil dieser Widerlegung wurden auch Beispiele der verschiedenen Bibeln genannt, die diese falsche \u00dcbersetzung \u00fcbernahmen. So findet sich dieser Fehler in &#8230;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">der urspr\u00fcnglichen Luther-Bibel von 1545<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">der Elberfelder Bibel von 1905<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">der ersten Revidierung der Luther-Bibel von 1912<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">der Schlachter Bibel von 1951 und in<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">der letzten Revidierung der Luther-Bibel von 1984.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Ursprung dieses \u00dcbersetzungsfehlers geht also mit hoher Wahrscheinlichkeit von der ersten Luther-Bibel aus, die im Jahre 1545 erschienen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es stellt sich somit folgende Frage:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat Martin Luther tats\u00e4chlich den Sinn des Wortes falsch verstanden und es deswegen mit <em>\u201eDu sollst nicht t\u00f6ten&#8220;<\/em> \u00fcbersetzt, oder hat er den tats\u00e4chlichen Sinn gewusst, war aber bei der Wortwahl ungenau?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Frage l\u00e4sst sich beantworten. Wenn Martin Luther bei seiner \u00dcbersetzungsarbeit tats\u00e4chlich den Sinn des Gebotes falsch verstanden h\u00e4tte, dann m\u00fcsste er, als treuer Christ, die These verteidigen, dass ein Christ nicht t\u00f6ten darf, weder als Henker im Auftrag der Obrigkeit, noch als Soldat. Aber von Martin Luther sind bis heute folgende Ausspr\u00fcche bekannt:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Obrigkeit ist eine Dienerin Gottes. Von sich aus k\u00f6nnte sie keine \u00f6ffentliche Ordnung erhalten. Sie ist wie ein Netz im Wasser: Unser Herrgott aber jagt ihr die Fische zu. Gott f\u00fchrt der Obrigkeit die \u00dcbelt\u00e4ter zu, damit sie nicht entkommen &#8230; Gott ist ein gerechter Richter auf Erden. Deswegen entgeht keiner, der nicht Bu\u00dfe tut, der gerechten Strafe durch die Obrigkeit. Entl\u00e4ufst du mir, so entl\u00e4ufst du doch dem Henker nicht.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Luther Deutsch. Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl f\u00fcr die Gegenwart. Herausgegeben von Kurt Aland. Band 9: Tischreden. Dritte, v\u00f6llig neu bearbeitete Auflage, Stuttgart 1960; Reclam-Ausgabe, Ditzingen 1987, 430)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergie\u00dfen verdienen kann denn anders sonst mit Beten &#8230; Steche, schlage, w\u00fcrge hie[r], wer da kann. Bleibst du dar\u00fcber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegen\u00fcber dem g\u00f6ttlichen Wort und Befehl.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Wider die st\u00fcrmenden Bauern, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften (= WA) 18, S. 357 &#8211; 361)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Denn die Hand, die das Schwert f\u00fchrt und t\u00f6tet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, r\u00e4dert, enthauptet, t\u00f6tet und f\u00fchrt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht. Zusammengefasst: Man darf beim Soldatsein nicht darauf sehen, wie man t\u00f6tet, brennt, schl\u00e4gt, gefangen nimmt, usw. Das tun die unge\u00fcbten, einf\u00e4ltigen Kinderaugen, die [auch] dem Arzt nicht weiter zusehen, als wie er die Hand abnimmt oder das Bein abs\u00e4gt, aber nicht sehen oder bemerken, dass es um die Rettung des ganzen K\u00f6rpers geht. Ebenso muss man auch dem Amt des Soldaten oder des Schwertes mit m\u00e4nnlichen Augen zusehen, warum es so t\u00f6tet und grausam ist. Dann wird es selber beweisen, dass es ein durch und durch g\u00f6ttliches Amt ist und f\u00fcr die Welt n\u00f6tig und n\u00fctzlich wie Essen und Trinken. Dass aber einige dieses Amt missbrauchen, &#8230; ist nicht Schuld des Amtes, sondern der Person &#8230; sie k\u00f6nnen zuletzt doch nicht dem Gericht Gottes, d.h. seinem Schwert entrinnen. Er findet und trifft sie schlie\u00dflich doch, wie es auch jetzt den Bauern in [ihrem] Aufruhr ergangen ist.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Luther, Zur Frage, ob man auch als Soldat in einem Gott wohlgef\u00e4lligen Stand lebt, WA 19, S. 623 &#8211; 662)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz besonders wichtig scheint in diesem Zusammenhang das folgende Zitat, denn hier nimmt Martin Luther direkt Bezug auf die Bibel und erkl\u00e4rt sie:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Dieses Gesetz des Schwertes hat es von Anfang an in der Welt gegeben, &#8230; dass man die M\u00f6rder wieder t\u00f6ten solle. Nach der Sintflut hat es Gott ausdr\u00fccklich wieder eingesetzt und best\u00e4tigt, indem er 1. Mose 9, 6 sagte: \u00b4Wer Menschenblut vergie\u00dft, dessen Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden.` &#8230; \u00b4Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen` [Matth. 26, 52], was zu verstehen ist wie 1. Mose 9, 6: \u00b4Wer Menschenblut vergie\u00dft` usw. Ohne Zweifel verweist Christus mit diesem Wort auf jene Stelle und will damit jenen Spruch [neu] einf\u00fchren und best\u00e4tigen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Martin Luther, Die weltliche Obrigkeit und die Grenze des Gehorsams, in: Martin Luther Taschenausgabe, Band 5, Berlin 1982, S. 112)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zitate sind wohl ausreichend um zu belegen wie Martin Luther \u00fcber das T\u00f6ten als Soldat und das T\u00f6ten des Henkers im Namen der Obrigkeit dachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Martin Luther, der F\u00fchrer und Begr\u00fcnder der zweitgr\u00f6\u00dften christlichen Konfession weltweit, der Protestanten, denen s\u00e4mtliche evangelische und evangelikale Kirchen zugerechnet werden. Ein christlicher Schriftgelehrter, der die gesamte heutige Bibel \u00fcbersetzte und somit einen Grundstein f\u00fcr alle nachfolgenden \u00dcbersetzungen legte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es gibt auch vereinzelte Bibeln, die das Gebot richtig wiedergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a title=\"Du sollst nicht t\u00f6ten? (3. Teil)\" href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1205\">Aber dazu im 3. Teil dieser Reihe &gt;&gt;<\/a><\/span><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1201\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1201\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Yahya ibn Rainer Im 1. Teil dieser Reihe haben wir gelesen, dass der 13. Vers im 2. Buch Mose \/ Kapitel 20 in vielen deutschsprachigen Bibeln falsch \u00fcbersetzt wurde. Anstatt das hebr\u00e4ischen Wort lo tirtzach mit morde nicht zu \u00fcbersetzen, steht in den meisten heutigen Bibel &#8222;Du sollst nicht t\u00f6ten&#8220;. Unter den j\u00fcdischen Schriftgelehrten &hellip; <a href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/du-sollst-nicht-toeten-2-teil\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Du sollst nicht t\u00f6ten? (2. Teil)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1201\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1201\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[125,61,531,176],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":361,"today_views":2},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1201"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1201"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1201\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1271,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1201\/revisions\/1271"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}