{"id":1223,"date":"2010-12-19T18:52:39","date_gmt":"2010-12-19T18:52:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1223"},"modified":"2015-02-25T18:59:43","modified_gmt":"2015-02-25T18:59:43","slug":"die-geltungskraft-des-juedischen-rechts-halacha","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/die-geltungskraft-des-juedischen-rechts-halacha\/","title":{"rendered":"Die Geltungskraft des j\u00fcdischen Rechts (Halacha)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Folgenden seht ihr einen Auszug aus dem <em>W\u00f6rterbuch des j\u00fcdischen Rechts<\/em> zum Thema der <em>Geltungskraft<\/em>. F\u00fcr diesen, wie auch alle anderen Artikel bez\u00fcglich des j\u00fcdischen Rechts (Halacha), ist zu beachten, dass ich diese immer mit einem schielenden Auge auf die Muslime und das islamische Recht (Scharia) verfasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich also wundert, wieso der <em>Ibn Rainer<\/em> so viel \u00fcber das Judentum schreibt, der muss sich ein wenig anstrengen und versuchen Zusammenh\u00e4nge herzustellen. F\u00fcr diejenigen, denen das ein wenig schwer f\u00e4llt, werde ich hier einige wichtige Textteile unterstreichen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Hinsichtlich seines Geltungsbereiches unterscheidet sich das j\u00fcdische Recht als ein religi\u00f6ses Recht von modernen Rechten vor allem dadurch, <span style=\"text-decoration: underline;\">da\u00df es f\u00fcr die Juden nicht nur territorial, sondern \u00fcberall und immer verpflichtende Kraft hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vereinzelte Gesetze freilich sind ausschlie\u00dflich an Pal\u00e4stina gebunden, so da\u00df sie &#8222;au\u00dferhalb des Landes&#8220; (chuz la-arez) keine Geltung haben, oder sie sind vom Bestand des souver\u00e4nen j\u00fcdischen Staatslebens abh\u00e4ngig, so da\u00df sie nach dessen Aufhebung unverbindlich wurden. Das j\u00fcdische Recht ist insofern sehr weitherzig, als es f\u00fcr Fremde ein Sonderrecht gelten l\u00e4\u00dft und von den im j\u00fcdischen Staat niedergelassenen Fremden nur die Einhaltung der nioachidischen Gesetze verlangt. Die Anwendung des Strafrechts h\u00f6rte nach den Angaben des Talmud schon vor dem Ende des zweiten j\u00fcdischen Staates auf. Das gesamte \u00fcbrige Recht aber behielt als nationales Recht der Juden seine Geltung. &#8211; Der Verlust des Staates hatte nicht den Verlust des Rechtes zur Folge, da die Gemeinschaft und der von ihr vorausgesetzte Bund mit Gott, nicht aber der Staat die Quelle des Rechts ist. <span style=\"text-decoration: underline;\">Das j\u00fcdische Recht ist f\u00fcr die Juden somit noch heute ein geltendes Recht<\/span>; das j\u00fcdische Recht wurde demgem\u00e4\u00df, wie die Geschichte seiner Rechtsquellen und die moderne Rechtsforschung zeigt, stets so gepflegt, als w\u00e4re es ein geltendes, mit staatlicher Macht ausgestattetes Recht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Zeit des Mittelalters bis in die neueste Zeit ergaben sich f\u00fcr die innerj\u00fcdische Anerkennung des j\u00fcdischen Rechts und die Erhaltung der eigenen Gerichtsbarkeit schon deshalb keine Schwierigkeiten, weil allgemein der Grundsatz der Stammesrechte galt, wonach das Recht nicht durch den Staat gesetzt wurde, sondern den einzelnen Volksgemeinschaften \u00fcberlassen blieb. Demgem\u00e4\u00df war auch f\u00fcr die Juden ihr eigenes Recht wie schon in den \u00e4ltesten Zeiten weiterhin verbindlich. Allerdings galt auch f\u00fcr sie die Vorschrift, da\u00df sie sich dem Recht des Staates, in dem sie lebten, zu unterwerfen haben, <span style=\"text-decoration: underline;\">falls es nicht mit den religi\u00f6s-sittlichen Gesetzen des Judentums in Widerspruch steht<\/span>; schon eine ausdr\u00fcckliche Bestimmung des j\u00fcdischen Rechts sieht die Anerkennung des Rechts dieses Staates vor, ja diese Anerkennung wird sogar schon von den Propheten (Jer. 29, 4) als religi\u00f6se Verpflichtung angesprochen. Aber diese Anerkennung des Staatsgesetzes galt in erster Linie nur f\u00fcr das Verm\u00f6gensrecht, insbes. die Steuergesetzgebung. In diesem Sinn ist der Grundsatz &#8222;dina demalchuta dina&#8220; aufzufassen (b. Gitt. 10b), der auf das gesamte Kultus-, Familien- und Eherecht keine Anwendung findet. (\u00dcber eigenartige Begleiterscheinungen, die die Sonderstellung f\u00fcr die Juden zur Folge hatte, vgl. z. B. die Art. Handelsrecht und Hehlerei). Eine wesentliche \u00c4nderung brachte eigentlich erst das 19. Jh., das durch die Einf\u00fchrung des allgemeinen Zivilrechts auch f\u00fcr die Juden, die nun als Vollb\u00fcrger anerkannten Staatsangeh\u00f6rigen, das j\u00fcdische Recht zur\u00fcckdr\u00e4ngte. Mit diesem ausschlie\u00dflichen Anspruch des modernen Staates auf die Gesetzgebung wurde das j\u00fcdische Recht, \u00e4hnlich wie das kanonische, in seiner praktischen Anwendung zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Gleichwohl wurde das j\u00fcdische Recht in j\u00fcdischen Zentren bis zum heutigen Tage in internen j\u00fcdischen Streitigkeiten zur Anwendung gebracht. In einer Verordnung Friedrichs des Gro\u00dfen aus dem Jahre 1750 wird z. B. ausdr\u00fccklich vorgesehen, da\u00df f\u00fcr bestimmte Angelegenheiten nach den Bestimmungen des mosaischen Gesetzes zu entscheiden sei. Auch das \u00f6sterreich. allgemeine b\u00fcrgerliche und das fr\u00fchere russische Gesetzbuch sahen die Anwendung des j\u00fcdischen Rechts auf dem Gebiete des Eherechts ausdr\u00fccklich vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Quelle: W\u00f6rterbuch des j\u00fcdischen Rechts \/ Marcus Cohn \/ 1927-1930)<\/p>\n<\/blockquote>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1223\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1223\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden seht ihr einen Auszug aus dem W\u00f6rterbuch des j\u00fcdischen Rechts zum Thema der Geltungskraft. 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