{"id":1511,"date":"2012-09-19T16:21:42","date_gmt":"2012-09-19T16:21:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1511"},"modified":"2015-04-09T16:26:29","modified_gmt":"2015-04-09T16:26:29","slug":"materialien-zur-geschichte-der-wahaby-02-von-sauds-person-und-familie-12","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/materialien-zur-geschichte-der-wahaby-02-von-sauds-person-und-familie-12\/","title":{"rendered":"Materialien zur Geschichte der Wahaby \u2013 02 \u2013 Von Sauds Person und Familie (1\/2)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Saud, der Hauptverbreiter der neuen Lehre, war der \u00e4lteste Sohn des Abd el Azyz, welcher im Jahr 1803 ermordet wurde. Au\u00dfer Saud hatte seine Mutter, die Tochter des Abd el Wahab, noch zwei S\u00f6hne, Abderrahman und Abdallah. Saud starb in einem Alter von 45, oder 50 Jahren im April 1814 an einem Fieber zu Derayeh. Und seinem Tode muss das Missgeschick zugeschrieben werden, welches seine Nation bald nachher erfuhr. Er soll ein ausnehmend sch\u00f6ner Mann gewesen sein und die sch\u00f6nen Gesichtsz\u00fcge besessen haben, durch welche seine Familie ausgezeichnet war. Er trug einen l\u00e4ngeren Bart, als man ihn gew\u00f6hnlich bei den Beduinen findet, und so viel Haare um seinen Mund herum, dass ihn die Einwohner von Derayeh Abu Schowareb, oder den Vater der Schnurrb\u00e4rte, nannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Alle Araber, selbst seine Feinde, r\u00fchmen den Saud wegen seiner Weisheit im Rate und seiner Gewandtheit in Entscheidung von Streitigkeiten. Er kannte das muselm\u00e4nnische Gesetz sehr gut, und die Strenge seiner Gerechtigkeit gewann ihm die Liebe der gro\u00dfen Masse seiner Araber, obschon sie ihn bei vielen seiner Scheikhs verhasst machte. Von der Zeit an, wo seine Herrschaft begann, focht er nicht pers\u00f6nlich in der Schlacht, sondern leitete immer seine Armee von einem Standpunkt aus, welcher in einiger Entfernung hinter derselben lag. Die Araber erz\u00e4hlen, dass er in einem Alter von 12 Jahren einst an der Seite seines Vaters, Abd el Azyz, in einer Schlacht gefochten habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von seinem Weibe, die jetzt nicht mehr lebt, hatte er acht Kinder. Der \u00e4lteste der S\u00f6hne, Abdallah, welcher bei Lebzeiten seines Vaters den zweiten Platz in seinem Gebiet einnahm, folgte ihm nach seinem Tod in der Regierung. Man erz\u00e4hlt, dass Abdallah schon in einem Alter von f\u00fcnf Jahren seine Stute reiten konnte. Er hat sich durch Mut mehr ausgezeichnet, als sein Vater, da es f\u00fcr ihn best\u00e4ndige Regel ist, bei jeder Gelegenheit pers\u00f6nlich am Kampf Anteil zu nehmen. Solange noch Saud lebte, wurden dem Abdallah gro\u00dfe Geistesf\u00e4higkeiten zugeschrieben, und man betrachtete ihn als ein Wunder der Weisheit und des Scharfblickes; aber die Ma\u00dfregeln, welche er gegen Mohammed Aly ergriff, scheinen zu beweisen, dass er in dieser Hinsicht keineswegs die F\u00e4higkeiten seines Vaters besa\u00df. In der W\u00fcste sch\u00e4tzt man ihn wegen seiner Freigebigkeit und seiner geselligen Sitten. Er heiratete ein M\u00e4dchen aus dem Stamme Qab in der Provinz Hassa. Von seinen Br\u00fcdern hat sich Faysal unter den Arabern am meisten ber\u00fchmt gemacht und gilt dabei f\u00fcr den sch\u00f6nsten und liebensw\u00fcrdigsten Mann in Derayeh. F\u00fcr diesen besitzen die Araber gro\u00dfe Anh\u00e4nglichkeit. Er hat an vielen Schlachten in Hedschaz gegen die t\u00fcrkischen Truppen Anteil genommen. Naszer war der Liebling Sauds; er blieb bei einer Unternehmung gegen Maskat. El Turky befehligte fliegende Korps der Wahaby in Irak und gegen Syrien. Von seinem dritten Weibe hatte Saud drei S\u00f6hne, Omar, Ibrahim und Feheyd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Saud gestattete nie seinen Kindern einen Einfluss auf \u00f6ffentliche Angelegenheiten. Eine Ausnahme fand beim \u00e4ltesten Sohn Abdallah statt, welcher an allen Beratschlagungen Anteil nahm. Er hatte aber seine Kinder ausnehmend lieb. Die Einwohner von Mekka erz\u00e4hlen noch immer mit Vergn\u00fcgen, dass Saud einst zur Zeit der Wallfahrt unter dem Tore der Kaaba gesessen habe, w\u00e4hrend seine Leute dieses Geb\u00e4ude mit dem neuen Tuche bekleideten und zahlreiche Pilger den Weg um den Tempel herum machten. In demselben Augenblick erschien das Weib seines Sohnes Feheyd und hielt in ihren Armen eins ihrer Kinder. Sie war eben der Wallfahrt halber nach Mekka gekommen und eilte auf den Saud zu, um ihm das Kind zu zeigen, welches er vorher noch nicht gesehen hatte. Er nahm es ihr ab, k\u00fcsste es z\u00e4rtlich und dr\u00fcckte es in Gegenwart aller versammelten Pilger lange Zeit an sein Herz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dfer seinem Weibe hatte Saud, nach der Gewohnheit der vornehmen Leute in Nedschid, noch mehrere abessinische weibliche Sklaven, oder Konkubinen. Er wohnte mit seiner ganzen Familie in einem gro\u00dfen Hause, welches sein Vater an den Abhang des Berges etwas \u00fcber die Stadt Derayeh gebaut hat. Alle seine Kinder mit ihren Familien und alle seine Br\u00fcder hatten in diesem Geb\u00e4ude ihre abgesonderten Zimmerreihen. Gegen seine Br\u00fcder soll er einigen Argwohn gen\u00e4hrt haben. Er stellte sie nie an einen Posten, wo er ihnen Vertrauen h\u00e4tte beweisen m\u00fcssen, erlaubte auch niemals, dass sie Derayeh verlie\u00dfen. In diesem Hause verwahrte er seine Sch\u00e4tze und gab allen denen Audienz, welche Gesch\u00e4fte halber zu ihm nach Derayeh kamen. Dort wohnten die gro\u00dfen Emirs, oder die H\u00e4uptlinge bedeutender St\u00e4mme und wurden bei ihrer Ankunft bewirtet, w\u00e4hrend Leute niederen Ranges bei ihren Bekannten in der Stadt wohnten; kamen sie aber in Gesch\u00e4ftsangelegenheiten, so konnten sie auch im Hause des Oberhauptes zu Mittag, oder zu Abend essen und daher das Futter f\u00fcr ihre Pferde, oder Kamele beziehen. Man kann sich leicht vorstellen, dass der Palast best\u00e4ndig voller G\u00e4ste war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Saud gew\u00e4hrte sehr leicht jedermann den Zutritt, aber eine Privatzusammenkunft ohne seinen besonderen Wunsch zu erhalten, war sehr schwer. Er hatte mehrere \u00c4gypter, die als T\u00fcrsteher dienten und gegen ein Geschenk zu ungew\u00f6hnlichen Stunden Leute in die inneren Gem\u00e4cher zulie\u00dfen. Die sicherste Art, Privatzutritt zu erhalten, bestand darin, vor dem inneren Gemache zu warten bis irgendein gro\u00dfer Scheikh kam, um mit seinen Dienern einzutreten. Saud gab \u00f6ffentliche Audienzen, fr\u00fch des Morgens, ferner zwischen drei und sechs Uhr des Nachmittags und endlich sp\u00e4t des Abends. Nach dem Abendessen versammelte er regelm\u00e4\u00dfig alle seine S\u00f6hne, die zu Derayeh waren, im gro\u00dfen Zimmer; und alle diejenigen, welche ihm die Aufwartung zu machen w\u00fcnschten, begaben sich in diesen Familienzirkel. Einer der Ulama las alsdann einige Seiten des Koran, oder der \u00dcberlieferungen Mohammeds und erkl\u00e4rte den Text nach den Kommentaren der besten Schriftsteller. Nach diesem hielten andere Ulama Vorlesungen auf dieselbe Weise, und Saud selbst schloss die Versammlung jederzeit damit, dass er das Buch nahm und jede schwierige Stelle erkl\u00e4rte. Man behauptet, dass er jedem Ulama an Kenntnis religi\u00f6ser Streitfragen und des Gesetzes im Allgemeinen gleichkam, ja ihn vielleicht \u00fcbertraf. Seine Beredsamkeit wurde allgemein bewundert. Seine Stimme war \u00e4u\u00dferst sonor und zugleich angenehm, weshalb die Araber sagten: \u201eDass alle seine Worte zu Herzen gingen.&#8220; Bei diesen Gelegenheiten war Saud der einzige Sprecher; aber es ereignete sich oft, dass Punkte des Gesetzes diskutiert wurden; und dies erregte manchmal seine Ungeduld und bewog ihn, mit gro\u00dfer Heftigkeit zu disputieren, seinen Gegner zu verspotten und auf ihn wegen seiner Unwissenheit in den Kontroverspunkten zu sticheln. Nachdem er auf diese Weise etwa eine Stunde lang fortgefahren hatte, schloss er in der Regel mit folgenden Worten: \u201eWa Allahu aalem&#8220; (Gott wei\u00df es am besten); und diejenigen, welche sein besonderes Gesch\u00e4ft bei ihm hatten, betrachteten diesen Ausdruck als das Zeichen zum Weggehen. Personen dagegen, welche mit ihm Gesch\u00e4fte zu verhandeln hatten, blieben bei ihm bis zwei Stunden nach Sonnenunterg\u00e4nge. Diese Gesellschaften fanden bei ihm jeden Abend statt.<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1511\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1511\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saud, der Hauptverbreiter der neuen Lehre, war der \u00e4lteste Sohn des Abd el Azyz, welcher im Jahr 1803 ermordet wurde. 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