{"id":1540,"date":"2012-09-24T18:28:19","date_gmt":"2012-09-24T18:28:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1540"},"modified":"2017-07-26T12:15:21","modified_gmt":"2017-07-26T12:15:21","slug":"materialien-zur-geschichte-der-wahaby-05-staatseinkommen-12","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/materialien-zur-geschichte-der-wahaby-05-staatseinkommen-12\/","title":{"rendered":"Materialien zur Geschichte der Wahaby \u2013 05 \u2013 Staatseinkommen (1\/2)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Einkommen der Wahaby ist ebenso fundiert, wie zur Zeit Mohammeds. Es besteht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1) In den f\u00fcnften Teile der Beute, welche den Ketzern abgenommen wird. Dieser Teil muss f\u00fcr das Oberhaupt bei Seite gelegt werden, gleichviel ob er, oder einer seiner Beamten bei der Expedition gegenw\u00e4rtig gewesen sind; und der Scheikh des entferntesten Stammes ist verantwortlich f\u00fcr die \u00dcbersendung dieses F\u00fcnftels, wie klein und unbedeutend der Betrag desselben auch sein m\u00f6ge. Saud machte nie den Versuch, die \u00fcbrigen vier F\u00fcnftel seinen Soldaten zu entziehen. In den gew\u00f6hnlichen Kriegen mit Arabern (wenn keine St\u00e4dte gepl\u00fcndert werden) besteht die Beute gemeiniglich in Pferden, Kamelen und Schafen, und diese werden unmittelbar nach der Schlacht an den Meistbietenden abgelassen. Das auf diese Weise erlangte Geld wird unter die Truppen verteilt. Ein Reiter hat drei Teile (n\u00e4mlich einen f\u00fcr sich und zwei, wie die Araber sagen, f\u00fcr seine Stute); jeder Kamelreiter hat einen Teil (vor Sauds Zeit hatte er deren zwei), und jeder Fu\u00dfsoldat hat ebenfalls einen Teil. Sobald in der Schlacht ein Wahaby einen feindlichen Reiter t\u00f6tet und sich in den Besitz seiner Stute setzt, so darf er dieselbe als sein Eigentum und als Belohnung seiner Tapferkeit behalten. Ich brauche hier nicht zu wiederholen, dass Mohammed den f\u00fcnften Teil aller Beute nahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2) In dem Tribut, oder wie es die Wahaby nennen, dem Almosen. Ein Grundgesetz des Islams bezieht sich auf die Entrichtung dieser Almosen. Mohammed bestimmte den Betrag, und an diese Bestimmung h\u00e4lt sich auch der Gesetzgeber der Wahaby. \u00c4hnliche Almosen sind auch den T\u00fcrken vorgeschrieben, nur dass die Verteilung derselben jedem nach seinem Gewissen \u00fcberlassen bleibt. Die Wahaby m\u00fcssen sie aber zur Verteilung an ihr Oberhaupt abliefern. Das Muselm\u00e4nnische Gesetz hat genau bestimmt, in welchem Verh\u00e4ltnisse die Almosen zum Eigentum stehen, und die Wahaby haben in dieser Anordnung keine Ver\u00e4nderung gemacht. Die Summen, welche im Verh\u00e4ltnisse zur Zahl der Pferde, Schafe und Kamele gezahlt werden, stehen im Einklang mit den Vorschriften der Sunna, und ein N\u00e4heres dar\u00fcber kann man in <em>D&#8217;Ohsson&#8217;s<\/em> trefflichem Werke nachlesen. Saud teilte den von seinen Untertanen erhobenen Tribut in zwei Teile. Derjenige von den Beduinen floss ganz in seinen Privatschatz; aber die Almosen von den Bewohnern der St\u00e4dte und von allen denen, welche Landbau trieben, geh\u00f6rten dem \u00f6ffentlichen Schatz (<em>Be<\/em><em>it el Mal<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Feldern, die blo\u00df vom Regen bew\u00e4ssert werden, nahm Saud den 10ten Teil des Ertrages; von Feldern dagegen, die durch das Wasser der Brunnen, oder Quellen befeuchtet werden, wozu m\u00fchsame und teure Wasserleitungen erforderlich waren, nahm er nur den 20sten Teil des Ertrages.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kaufleute zahlen j\u00e4hrlich 2,5 Prozent ihres Kapitals und m\u00fcssen den Betrag desselben eidlich dem Steuereinehmer angeben. Es ist indessen wohlbekannt, dass sie selten mehr, als den vierten Teil ihres Eigentums angeben. Einem Kaufmanne von Khadera in der Provinz Kasym waren 3000 Dollars bar Geld geraubt worden. Er wendete sich um Hilfe an Saud, und dieser befahl dem Beamten des <em>Beit el Mal<\/em> (oder des \u00f6ffentlichen Schatzes zu Khadera), nachzusehen, wie hoch der Kaufmann sein Verm\u00f6gen angegeben habe; und es fand sich, dass er es nur zu 1000 Dollars angegeben habe, und zur Strafe daf\u00fcr konfiszierte Saud die Stute und die Kamele des Kaufmanns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Almosen oder <em>zeka<\/em> sind unter Sauds Herrschaft den Arabern besonders \u00e4rgerlich, da sie sonst von Taxen irgendeiner Art ganz frei waren. Entfernte St\u00e4mme haben sich h\u00e4ufig dieser Abgabe halber aufgelehnt und die Steuereinnehmer fortgejagt. Nichts, als Zwang, oder Not kann einen Beduinen je dahin bringen, sich Besteuerung gefallen zu lassen. Die Befreiung von dieser Abgabe ist auch schuld daran, dass die Beduinen in Hedschaz weniger feindselig gesinnt gegen Mohammed Aly Pascha waren, als es sonst der Fall gewesen sein d\u00fcrfte; denn seine erste Ma\u00dfregel war die Erkl\u00e4rung, dass nicht nur die Beduinen, sondern auch alle landbautreibenden Einwohner der Provinz Hedschaz ganz frei von Steuern sein sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3) Den betr\u00e4chtlichsten Teil des Einkommens bezieht das Oberhaupt der Wahaby aus seinen Privatbesitzungen. Saud hat es als Regel aufgestellt, dass, wenn irgendein Distrikt, oder eine Stadt gegen ihn rebelliert, er dieselbe, wenn es der erste Versuch ist, auspl\u00fcndern l\u00e4sst. Geschieht es zum zweiten Male, so erfolgt nicht blo\u00df Pl\u00fcnderung, sondern auch Konfiskation, sodass alle L\u00e4nderei dem Staatsschatz anheimf\u00e4llt. Saud verleiht dann manche Teile dieser L\u00e4nderei an Fremde, l\u00e4sst aber das Meiste in den H\u00e4nden der vorigen Eigent\u00fcmer, welche jetzt blo\u00df seine P\u00e4chter sind und je nach den Umst\u00e4nden, entweder den dritten Teil, oder die H\u00e4lfte des Ertrages abgeben m\u00fcssen. Das Eigentum derer, welche den t\u00e4tigsten Teil an der Rebellion genommen haben, wird an andere verpachtet, w\u00e4hrend die vorigen Eigent\u00fcmer entweder entfliehen, oder hingerichtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Araber das Regierungssystem der Wahaby nur erst nach wiederholten K\u00e4mpfen angenommen haben, so wurden auf diese Weise betr\u00e4chtliche Distrikte vom Oberhaupt konfisziert; und wenn die Wahaby in Hedschaz jemals wieder zu dem Besitze der vorigen Macht gelangen, so wird auf gleiche Weise das Eigentum aller derer konfisziert werden, welche es mit Mohammed Aly Pascha gehalten haben. Gegenw\u00e4rtig geh\u00f6rt das meiste Grundeigentum in Nedschid dem <em>Beit el Mal<\/em>, oder dem Staatsschatz; alles Grundeigentum der Provinz Kasym, deren Einwohner best\u00e4ndig rebellierten, ist an letztere pachtweise abgelassen. Viele D\u00f6rfer von Hedschaz und die Gebirge gegen Jemen hin geh\u00f6ren ebenfalls dem Staatsschatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4) Bu\u00dfen, welche f\u00fcr \u00dcbertretung des Gesetzes gezahlt werden. Das Verbrechen des Ungehorsams wird in der Regel mit Geld bestraft. Es ist eine Maxime der Tribunale bei den Wahaby, dass ein Araber, welcher einen anderen falsch anklagt, eine Bu\u00dfe an den Fiskus zahlen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle diese Eink\u00fcnfte, ausgenommen die Almosen oder <em>zeka<\/em> von den Beduinen, flie\u00dfen in den Fiskus, oder <em>Beit el Mal<\/em>. Jede Stadt, oder jedes Dorf von einiger Bedeutung hat seinen Fiskus, in welchen jeder Bewohner seine Quote zahlt. Jeder Fiskus hat einen Schreiber, welchen das Oberhaupt der Wahaby mit der Instruktion angestellt hat, zu verhindern, dass der Scheikh des Ortes keinen unerlaubten Gewinn vom Einkommen ziehe. Den Scheikhs ist nicht gestattet, das zu zahlende Geld zu sammeln und dar\u00fcber Rechnung abzulegen.<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1540\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1540\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Einkommen der Wahaby ist ebenso fundiert, wie zur Zeit Mohammeds. 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