{"id":156,"date":"2011-03-30T15:16:42","date_gmt":"2011-03-30T15:16:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=156"},"modified":"2015-12-01T12:50:10","modified_gmt":"2015-12-01T12:50:10","slug":"sklavenknechte-im-juedischen-recht-halacha","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/sklavenknechte-im-juedischen-recht-halacha\/","title":{"rendered":"Sklaven\/Knechte im j\u00fcdischen Recht (Halacha)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Oft wird der Islam von seinen Kritikern am Scharia-Recht kritisiert. Todesstrafen, Ehef\u00e4higkeit, Erbfolge, Zeugen usw., sind alles Bestandteile, die in der Scharia geregelt werden. Dieser Artikel befasst sich mit einem weiteren Thema, welches oft von Islamkritikern angesprochen wird, n\u00e4mlich die Existenz von Sklaven bzw Knechten, also unfreien und leibeigenen Arbeitskr\u00e4ften im Scharia-Recht. Diese Arbeitnehmer werden nat\u00fcrlich auch im j\u00fcdischen Recht (Halacha) behandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im j\u00fcdischen Recht werden zwei Arten von Arbeitnehmern unterschieden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Freie Arbeiter, die durch freie Vereinbarung, jedoch mit der steten M\u00f6glichkeit eines R\u00fccktritts, ihre Arbeitskraft vermieten (s. Arbeitsvertrag) oder sich zur Vollendung eines bestimmten Werkes verpflichten (s. Werkvertrag);<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. sog. unfreie Arbeiter, die sich verbindlich f\u00fcr eine bestimmte Dauer in eine Dienststellung begeben und zumeist als &#8222;Sklaven&#8220;, richtiger jedoch wohl als Knechte (owed, wie auch Luther \u00fcbersetzt), bez. werden. Zum Unterschiede von dem hebr\u00e4ische &#8222;Knecht&#8220;, ewed iwri hei\u00dft der kanaanitische Sklave (ewed kena&#8217;ani Kidd. 1, 2f.). Dieser im Talmud gel\u00e4ufige Ausdruck r\u00fchrt wohl daher, da\u00df in den Sklaven die Nachkommen von Noas Enkel Kanaan erblickt wurden, der nach Gen. 9, 25 von seinem Ahn mit dem Fluche ewiger Knechtschaft belegt worden war. Im Gegensatz zu diesen eigentlichen Sklaven des Altertums konnte sich der hebr\u00e4ische Arbeiter, dessen rechtliche Stellung im folgenden er\u00f6rtert wird, nur f\u00fcr eine beschr\u00e4nkte Zeit verdingen; es gab also f\u00fcr ihn keine lebensl\u00e4ngliche Sklaverei (s. Lev. 25, 44). [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die grundlegende Bestimmung lautet, da\u00df ein hebr\u00e4ischer Knecht (auch eine hebr\u00e4ische Magd) nicht mehr als sechs Jahre bei seinem Herrn dienen darf und im siebenten Jahre, vom Zeitpunkt seines Verkaufes an gerechnet, freigelassen werden mu\u00df (Ex. 21, 2ff.; Deut. 15, 12ff.). Diese Befreiung im Sabbatjahr (Schemitta) entspricht der Ruhe am Wochensabbat nach sechs Werktagen und ist zugleich eine Erinnerung an die Weltsch\u00f6pfung in sechs Tagen und an die Allmacht Gottes, in dessen Dienst alle Menschen stehen. Wollte der Betreffende jedoch aus Anh\u00e4nglichkeit an seinen Herrn oder an eine Magd, mit der er in Sklavenehe lebte, und an seine aus dieser Ehe hervorgegangenen Kinder weiterhin in seiner unfreien Stellung verharren, so sollte ihm in feierlichem Akt das Ohr durchbohrt werden. Ferner ist die generelle Befreiung der hebr\u00e4ische Knechte, auch der &#8222;Durchbohrten&#8220; und unbek\u00fcmmert um den Zeitpunkt des Beginns der Knechtschaft, im Jobeljahr vorgesehen (Lev. 25, 40f.). Das Gesetz vom Jobeljahr wurde allerdings schon sehr fr\u00fch nicht mehr eingehalten (b. Arach. 29b ff.) und hatte jedenfalls w\u00e4hrend des zweiten Staatslebens keine Geltung mehr (s. Prosbul); damit fiel aber auch das Institut der hebr\u00e4ische Knechte dahin. Die Propheten, vor allem Jeremia (34, 8ff.), sind energisch f\u00fcr eine Freilassung aller hebr. Knechte eingetreten. [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Begr\u00fcndung des Rechtsverh\u00e4ltnisses der unfreien Arbeiters, d. h. der hebr\u00e4ischen Knechte, erfolgte nur durch Verlust der Freiheit infolge von Verkauf durch die Beh\u00f6rde oder durch den Arbeiter selbst. Hingegen konnte ein hebr\u00e4ischer Knecht nicht durch Gefangennahme erworben werden. Zwar wird nach Beendigung eines Kampfes von j\u00fcdischen St\u00e4mmen untereinander von einer geplanten Versklavung der Gefangenen berichtet (ii. Chron. 28, 8ff.). Auf prophetische Intervention hin wurden diese Gefangenen jedoch alsbald wieder freigelassen, weil die in einem j\u00fcdischen B\u00fcrgerkrieg Besiegten eig. nicht zu Sklaven gemacht werden durften, sondern wieder freigelassen werden mu\u00dften. Der Raub eines Menschen ist mit Todesstrafe bedroht (Ex. 21, 16; Deut. 24, 7), und sicher konnte auf diese Weise in historischer Zeit kein unfreies Arbeitsverh\u00e4ltnis begr\u00fcndet werden. [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswert ist noch das Recht des Vaters, seine minderj\u00e4hrige Tochter als Magd (ama iwrija) zu verkaufen (Ex. 21, 7ff.). Die Freilassung erfolgte von Gesetzes wegen sofort beim Eintritt ihrer Reife oder beim Tode ihres Herrn. Wurde sie vom Herrn oder von dessen Sohn geheiratet, so mu\u00dfte sie als dessen legitime Frau betrachtet werden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">(W\u00f6rterbuch des j\u00fcdischen Rechts \/ Marcus Cohn \/ Seiten 40-42)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt im j\u00fcdischen Recht also die kanaanitischen Sklaven, die ein Leben lang unfreie und leibeigene Arbeitskr\u00e4fte sind, und es gibt hebr\u00e4ische Knechte, die nur eine begrenzte Zeit als unfreie und leibeigene Arbeitskr\u00e4fte gehalten werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_156\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"156\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft wird der Islam von seinen Kritikern am Scharia-Recht kritisiert. Todesstrafen, Ehef\u00e4higkeit, Erbfolge, Zeugen usw., sind alles Bestandteile, die in der Scharia geregelt werden. Dieser Artikel befasst sich mit einem weiteren Thema, welches oft von Islamkritikern angesprochen wird, n\u00e4mlich die Existenz von Sklaven bzw Knechten, also unfreien und leibeigenen Arbeitskr\u00e4ften im Scharia-Recht. Diese Arbeitnehmer werden &hellip; <a href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/sklavenknechte-im-juedischen-recht-halacha\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Sklaven\/Knechte im j\u00fcdischen Recht (Halacha)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_156\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"156\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[48,8,49,87],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":298,"today_views":0},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/156"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=156"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/156\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2320,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/156\/revisions\/2320"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}