{"id":1672,"date":"2013-09-25T19:05:15","date_gmt":"2013-09-25T19:05:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=1672"},"modified":"2015-04-25T19:08:21","modified_gmt":"2015-04-25T19:08:21","slug":"materialien-zur-geschichte-der-wahaby-07-7-kriegsberichterstattung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/materialien-zur-geschichte-der-wahaby-07-7-kriegsberichterstattung\/","title":{"rendered":"Materialien zur Geschichte der Wahaby \u2013 07.7 \u2013 Kriegsberichterstattung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mittlerweile hatte Abdallah Ibn Saud seine Pflicht nicht vernachl\u00e4ssigt; auch er r\u00fcckte mit einer Armee von Beduinen und Landbauern aus Nedschid in die Provinz Kasym und nahm sein Hauptquartier zu Schenana, nur f\u00fcnf Stunden von Khabara, wo Tusun Pascha sich gelagert hatte. Hier befand sich aber Tusun in einer prek\u00e4ren Lage, er h\u00f6rte, dass sein Schatzmeister Ibrahim Aga mit seinen Reitern unterwegs umzingelt und, trotz des tapfersten Widerstandes, zusammengehauen worden sei. Der fruchtbare Distrikt von Kasym h\u00e4tte noch f\u00fcr eine weit gr\u00f6\u00dfere Armee, als die t\u00fcrkische war, die notwendigen Bed\u00fcrfnisse hergeben k\u00f6nnen, aber die leichten Truppen der Wahaby hatten die T\u00fcrken rings umgeben, sodass sie ihre t\u00e4glichen Bed\u00fcrfnisse blo\u00df noch aus zwei, oder drei D\u00f6rfern beziehen konnten und vorauszusehen war, dass bald gro\u00dfe Not eintreten werde. Die Stra\u00dfe nach Medinah war vom Feinde besetzt, und Tusun Pascha konnte deshalb, hinsichtlich der Schritte seines Vaters Mohammed Aly, keine Nachricht erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Tusun Pascha konnte auf die Beduinen, welche bei ihm waren, kein gro\u00dfes Vertrauen setzen und wusste recht gut, dass sie beim ersten ungl\u00fccklichen Ereignisse f\u00fcr die T\u00fcrken zur Gegenpartei \u00fcbergehen w\u00fcrden. Er h\u00e4tte diesem Zustande der Ungewissheit gern durch eine Schlacht ein Ende gemacht, aber seine Offiziere und seine Soldaten widerstrebten ihm in diesem Betreff. Die \u00fcberlegene Zahl der Wahaby fl\u00f6\u00dfte ihnen Furcht ein, und sie hatten die \u00dcberzeugung, dass im Falle sie geschlagen w\u00fcrden, nicht ein Mann davonkomme. Man hielt es deshalb f\u00fcr kl\u00fcger, mit dem Feinde zu unterhandeln, als sich mit ihm in ein Gefecht einzulassen, und dies umso mehr, als Mohammed Aly seinen Sohn erm\u00e4chtigt hatte, Frieden zu schlie\u00dfen, sobald es unter g\u00fcnstigen Bedingungen geschehen k\u00f6nne. Einige Beduinen wurden beauftragt, in diesem Betreff die Gesinnungen des feindlichen Anf\u00fchrers zu sondieren, welcher, als er davon Kenntnis erhielt, seinerseits einen gewissen Habab sendete, um die eigentliche Absicht Tusuns zu erfahren. Dabei bot er jedem sicheres Geleit an, welcher ins Lager der Wahaby gesendet werden w\u00fcrde. Wie g\u00fcnstig \u00fcbrigens auch die Umst\u00e4nde f\u00fcr den Anf\u00fchrer der Wahaby waren, so sah er doch ein, dass selbst die Vernichtung von Tusuns ganzer Macht, die etwa aus 1200 Mann bestand, ihm wenig wahren Gewinn bringen k\u00f6nne. Mohammed Aly w\u00fcrde vielmehr dadurch gen\u00f6tigt worden sein, seine ganze Macht auf diesen Punkt zu richten, und dieses w\u00fcrde den Wahaby gr\u00f6\u00dferen Nachteil gebracht haben, als man aus diesem teilweisen Siege w\u00fcrde ziehen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem wusste er auch, dass die Hilfsquellen \u00c4gyptens es dem Mohammed Aly erlaubten, den Feldzug in Hedschaz auf jede Zeit zu verl\u00e4ngern. Die T\u00fcrken hatten viele Niederlagen erlitten, aber immer ihren Verlust wieder ersetzt und waren sogar nach jeder Niederlage st\u00e4rker aufgetreten. Sie besa\u00dfen auch die Mittel der Bestechung, und der H\u00e4uptling der Wahaby wusste recht gut, dass einige seiner jetzigen Kampfgenossen im Herzen seine Feinde seien. Schloss er nun Frieden, so konnte er sich die Abh\u00e4ngigkeit derjenigen St\u00e4mme sichern, die bis jetzt noch nicht zu den T\u00fcrken \u00fcbergetreten waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Habab wurde von Tusun gut aufgenommen, auch sendete er sogleich seinen Arzt, einen geborenen Syrier (der das Arabische besser sprach, als irgendein T\u00fcrke), namens Yahya Effendy, um mit Abdallah zu unterhandeln. Er \u00fcberbrachte einige Geschenke und blieb drei Tage im Lager der Wahaby. Da beide Teile Frieden w\u00fcnschten, so war die Unterhandlung bald geschlossen, und einer von Abdallahs H\u00f6flingen traf bei Tusun ein, um von ihm die Ratifikation des Vertrages zu erhalten. In diesem Friedensschluss entsagte Abdallah allem Anspruch auf den Besitz der heiligen St\u00e4dte, nannte sich sogar selbst einen gehorsamen Untertan des Sultan und erhielt freies Geleite f\u00fcr alle seine Anh\u00e4nger durch das t\u00fcrkische Gebiet, sodass sie die Wallfahrt nach Belieben machen konnten. Tusun Pascha \u00fcberlie\u00df dem Abdallah Ibn Saud diejenigen St\u00e4dte von Kasym, die er in Besitz hatte, und entlie\u00df alle Scheikhs dieses Landes, die bereits auf seine Seite getreten waren. Er trat ihm auch diejenigen Beduinenst\u00e4mme ab, deren Weidegebiet jenseits Hanakye lag, und behielt f\u00fcr sich nur diejenigen, welche zwischen Hanakye und Medinah und im Gebiete der heiligen St\u00e4dte wohnten. Von den s\u00fcdlichen Wahaby war gar nicht die Rede. Sobald nun Tusun abgezogen war, bestrafte Abdallah in Folge dieses \u00dcbereinkommens diejenigen Beduinen (besonders den Stamm Meteyr), die auf die Seite seiner Feinde getreten waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da beide Teile eine Treulosigkeit bef\u00fcrchteten, so erregte die Priorit\u00e4t des Abmarsches einige Schwierigkeiten. Abdallah willigte endlich ein, sein Lager abzubrechen, bestand aber darauf, dass vier von des Paschas vornehmsten Offizieren bei ihm als Geiseln bleiben mussten, bis er eine sichere Position erreicht habe, wo er sie dann zur\u00fccksenden wolle. Tusun weigerte sich noch eine Zeitlang, diesen Punkt einzugehen und h\u00f6chst wahrscheinlich, um seine eigene Schw\u00e4che zu verbergen. Es fand eine Korrespondenz statt und mehrere von Abdallah&#8217;s Originalbriefen sind jetzt in meinem Besitze. Die meisten derselben enthalten eine so freie und k\u00fchne Sprache, durch welche sich die Beduinen immer ausgezeichnet haben, und die unendlich verschieden von dem zeremoni\u00f6sen und h\u00f6flichen Stil ist, den man in \u00e4hnlichen F\u00e4llen bei anderen Nationen des Morgenlandes zu finden pflegt. Sie waren s\u00e4mtlich von Abdallah diktiert worden und dr\u00fcckten unverhohlen seine Gedanken aus, die er in jenem Augenblicke hatte; auch ergibt sich aus der Handschrift, dass zur \u00dcbertragung seiner Gedanken aufs Papier wenig Zeit verwendet worden sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tusun Pascha marschierte nun von Khabara nach Ra\u00df und kam nach 28t\u00e4gigem Aufenthalt in der Provinz Kasym zu Ende des Junius 1815 nach Medinah zur\u00fcck. Bei ihm waren zwei Gesandte von Abdallah an Mohammed Aly mit den Friedensartikeln und einem Brief ihres Oberhauptes an den Pascha; ferner einem anderen an den Gro\u00dfsultan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tusun fand seinen Vater nicht mehr zu Medinah, denn nachdem sich derselbe \u00fcberzeugt hatte, dass die gegenw\u00e4rtigen Hilfsquellen und Kriegsmittel in diesen n\u00f6rdlichen Teilen von Hedschaz nicht ausreichend seien, um Hoffnungen des Erfolges zu rechtfertigen, beschloss er, diese zweifelhafte Sache seinem Sohne zu \u00fcberlassen, um nicht Gefahr zu laufen, den Ruhm zu vermindern, den er sich bereits gesammelt hatte. Bei dieser Gelegenheit bewies er gro\u00dfen Mangel an Liebe zu seinem Sohne. W\u00e4hrend der Abwesenheit Tusuns sendete er an ihn keinen einzigen Boten, sodass derselbe von dem, was in Medinah und an anderen Orten vorging, nicht das Geringste erfuhr. Auch dachte Mohammed Aly so wenig an die Bed\u00fcrfnisse seines Sohnes, dass er ihn ohne einen einzigen Piaster lie\u00df, und derselbe, als er nach Medinah zur\u00fcckgekehrt war, f\u00fcr seine t\u00e4glichen Ausgaben Geld borgen musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mohammed Aly war vielleicht gezwungen, Medinah und dann auch Hedschaz zu verlassen. Im Februar und M\u00e4rz 1815 bef\u00fcrchtete man in \u00c4gypten vom Capudan Pascha des Gro\u00dfherrn einen Angriff auf Alexandrien, denn derselbe war aus dem <em>Mare di Marmora<\/em> mit einer starken Flotte ausgelaufen und kreuzte im Archipel. Alexandrien und Rosette wurden mit gro\u00dfer Truppenmacht verst\u00e4rkt, und Kechya Bey, Gouverneur von Kairo, sendete eiligst zu Wasser und zu Lande Boten, um den Mohammed Aly von diesen Dingen zu benachrichtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den 19ten Mai, einige Wochen, nachdem ich Yembo verlassen hatte, um nach Kairo zur\u00fcckzukehren, erhielt Selim Aga, Gouverneur von Yembo, einen Eilboten aus Medinah, welcher ihm den Befehl brachte, bei Todesstrafe ein Schiff bereit zu halten, welches noch diesen Abend unter Segel gehen k\u00f6nne. Den folgenden Tag langte Mohammed Aly mit einem geringen Gefolge auf Dromedaren zu Yembo an, und ohne an der K\u00fcste erst Erfrischungen einzunehmen, eilte er aufs Schiff und lie\u00df augenblicklich die Anker lichten. Der Pascha wollte nicht einmal dem Kapit\u00e4n erlauben, l\u00e4ngs der K\u00fcste hinzusegeln, wie es gew\u00f6hnlich ist, obschon er wusste, dass das Schiff nur d\u00fcrftig mit Wasser versorgt sei, sondern lie\u00df ihn in gerader Richtung nach Kosseir in die offene See stechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als er hier landete, konnte er weder ein Pferd noch ein Kamel bekommen, bestieg aber ohne Zeitverlust einen Esel und nahm seinen Weg durch die W\u00fcste nach Genne, alsdann fuhr er den Nil hinab nach Kairo. Die Furcht eines Angriffes auf Alexandrien hatte sich in der Zwischenzeit gelegt. Davon erhielt er Nachricht und richtete nun erst seine Reise nach der Hauptstadt mit gr\u00f6\u00dfter Bequemlichkeit ein, die er den 25sten Junius 1814 nach einer fast zweij\u00e4hrigen Abwesenheit erreichte, w\u00e4hrend welcher seine Gesundheit von dem Klima Arabiens sehr gelitten hatte. Er wusste damals noch nicht, dass mit den Wahaby Frieden geschlossen worden sei; um aber seinen Einzug mit geh\u00f6rigem Pomp zu feiern, wurde verk\u00fcndigt, dass Tusun Pascha Derayeh eingenommen habe und dass die Wahaby g\u00e4nzlich vernichtet seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Monat August, nachdem Mohammed Aly nach \u00c4gypten zur\u00fcckgekehrt war<em>,<\/em> legten gerade die Truppen, welche am arabischen Feldzuge Teil genommen hatten, Zeichen der Insurrektion an den Tag. Das Korps des Mahu Bey und andere begannen, die Hauptstadt zu pl\u00fcndern, und der Pascha fand es n\u00f6tig. sich in sein Kastell zu Kairo zur\u00fcckzuziehen. Diejenigen Truppen, welchen sch\u00f6ne Versprechungen in Hedschaz gemacht worden waren, fanden jetzt, dass Einrichtungen in Vorschlag waren, in Folge welcher ihr Sold betr\u00e4chtlich vermindert und ihre Anstrengungen vermehrt werden sollten. Der Pascha w\u00fcnschte den <em>Nizam Dschedid<\/em>, oder das neue System der Disziplin einzuf\u00fchren, \u2014 eine Ma\u00dfregel, welche schon dem Sultan Selim das Leben gekostet hatte. Die Insurrektion wurde unterdr\u00fcckt, jedoch durfte es Mohammed Aly nicht wagen, die Urheber zu bestrafen. Man fand auch, dass der Ruf, welchen er sich in Hedschaz erworben hatte, eine Ver\u00e4nderung in seinem Charakter hervorgebracht habe. Die Leutseligkeit, durch welche er sich vor anderen Paschas ausgezeichnet hatte, war in Stolz verwandelt worden: statt einer einfachen kriegerischen Einrichtung, sah man jetzt Pomp und Pracht vorherrschen; auch ergriff er das Monopol aller Ausfuhr und Einfuhr zum Nutzen seiner eigenen Kasse, wodurch den Arbeitern und Manufakturisten gro\u00dfer Nachteil zugef\u00fcgt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Gesandten des Abdallah Ibn Saud, welche mit Tusun Pascha nach Medinah gegangen waren, langten zu Kairo im August gerade w\u00e4hrend dieses milit\u00e4rischen Aufstandes an. Einer von ihnen, namens Abd el Azyz, war ein Verwandter des ber\u00fchmten Stifters der Wahabysekte, Abd el Wahab; der andere war ein Beamter Sauds. Sie \u00fcberreichten Mohammed Aly den Friedensvertrag, welchen sie mit seinem Sohne Tusun Pascha abgeschlossen hatten, ferner auch die obenerw\u00e4hnten Briefe. Abd el Azyz war ein sehr gelehrter Mann, und mehrere der geschicktesten Ulama in Kairo wurden von dem Pascha beauftragt, mit ihm \u00fcber theologische Gegenst\u00e4nde zu disputieren. Er erkundigte sich nach jedem Umstand, welcher auf die Zivil- und Milit\u00e4reinrichtungen \u00c4gyptens Bezug hatten, nach den Hilfsquellen und nach dem Handel des Landes. Er kaufte mehrere arabische B\u00fccher und erregte endlich den Argwohn Mohammed Alys, welcher nun die Gesandten auf allen ihren Wegen von zwei, oder drei Soldaten begleiten lie\u00df. Dieses Benehmen machte ihre Lage so unangenehm, dass sie bald um Erlaubnis zur Reise nachsuchten. Jeder erhielt eine Kleidung und 500 Dollars zum Geschenk, auch gab ihnen der Pascha an Abdallah Ibn Saud einen Brief mit, der \u00fcber Frieden und Krieg h\u00f6chst zweideutige Ausdr\u00fccke enthielt. Er erbot sich n\u00e4mlich, den mit seinem Sohne geschlossenen Friedensvertrag zu best\u00e4tigen, sobald die Wahaby ihm die Provinz Hassa, eine der fruchtbarsten und wichtigsten ihres ganzen Gebietes, indem sie am Persischen Meerbusen liegt, abtreten w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es lag jetzt am Tage, dass Tusun Pascha entweder die Wahaby in Kasym get\u00e4uscht, oder dass Mohammed Aly aufs Neue bewiesen habe, wie sehr er alle gegebenen Versprechungen verachte. Tusun, welcher seinem Vater im Rang gleich stand, hatte einen Friedensvertrag geschlossen, der f\u00fcr seine ganze Partei verbindlich war; auch hatte er den ganzen Vorteil dieses Friedensvertrages genossen, da ihm nicht gestattet worden war, sich und seine Armee vom Untergange zu retten. Seinem Vater schien indessen daran viel gelegen zu sein, die Sache in Konstantinopel ganz anders darzustellen, und da er selbst versprochen hatte, die Wahaby zu vernichten und Derayeh zu nehmen, so galt es, seinen Oberherrn zu \u00fcberzeugen, dass er dieses Ziel noch nicht aufgegeben habe, und dass der Vertrag, den sein Sohn geschlossen habe, blo\u00df als ein tempor\u00e4rer Waffenstillstand zu betrachten sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im September 1815 wurde der arabische Held, Scherif Radscheh, in Ketten nach Kairo gebracht. Es hie\u00df, dass er mit Hassan Pascha, dem Gouverneur von Mekka, in Streit geraten sei, der den Verdacht einer verr\u00e4terischen Korrespondenz mit dem Feind auf ihn geworfen hatte. Aber beim Lichte besehen, lag weiter nichts im Hintergrunde, als dass die ganze Partei der Osmanen ihn wegen des hohen Rufes, den er erlangt hatte und wegen des allgemeinen Ger\u00fcchtes, dass er zum Siege bei Byssel das Meiste beigetragen habe, mit Eifersucht betrachtete. W\u00e4hrend der ersten Monate seiner Gefangenschaft zu Kairo, wurde er wie ein gemeiner Verbrecher behandelt; aber im Fr\u00fchling 1816, als zu einer Expedition gegen die Wahaby Anstalten getroffen wurden, kam er aus seinem Gef\u00e4ngnis, und Mohammed Aly tat, als ob er ihn auszeichnen wolle. Den 7ten November 1815 kam Tusun Pascha mit einigen 100 Soldaten nach Kairo. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Medinah wurde die Kommunikation mit den Wahaby durch ganz Hedschaz wiederhergestellt. Es kamen Karawanen aus Nedschid nach Medinah und Mekka, und im Dezember wohnten viele Wahaby der Wallfahrt bei. Kein t\u00fcrkischer Anf\u00fchrer hatte sich w\u00e4hrend dieses Krieges so sehr hervorgetan, oder mehr pers\u00f6nliche Tapferkeit an den Tag gelegt, als Tusun, aber seine Unternehmungen liefen immer ungl\u00fccklich ab. Er wurde zu Kairo mit allen, seinem Rang und seiner Tapferkeit geb\u00fchrenden, Ehrenbezeigungen empfangen; als er aber seinen Vater in Alexandria besuchte, fand er eine sehr kalte Aufnahme <strong>*)<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em><strong>*)<\/strong> Im September 1816 starb Tusun Pascha an der Pest zu Rosette, wo er ein gro\u00dfes Truppencorps befehligte, welches hier zur Verteidigung der K\u00fcste aufgestellt war. Er wurde betrauert als ein Mann, der f\u00fcr seine Freunde gro\u00dfe Anh\u00e4nglichkeit besa\u00df und mit der Verwendung des Geldes verschwenderisch freigebig umging.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen das Ende des Jahres 1815 kamen mehrere arabische Scheikhs von Hedschaz nach Kairo, um den Schutz des Paschas in Anspruch zu nehmen. Sie waren Verwandte des Ibn Medry, welchen Mohammed Aly an Tamys Stelle zum Oberhaupt der Asyr gemacht hatte. Als indessen der Pascha nach Kairo zur\u00fcckkehrte, n\u00f6tigte Tamys Partei die neuen Scheikhs zur Flucht,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Hassan Bey war nicht im Stande, sie zu unterst\u00fctzen. Mohammed Aly empfing sie h\u00f6flich zu Kairo, gab ihnen einige Geschenke und schickte sie nach Mekka zur\u00fcck, konnte aber damals keine Truppen f\u00fcr Hedschaz er\u00fcbrigen, indem er aufs Ernstlichste mit Vorbereitungen zur Verteidigung der K\u00fcste des Mittelmeeres gegen einen Angriff besch\u00e4ftigt war, den er dem allgemeinen Ger\u00fcchte zufolge, von Seiten Englands erwartete. Als er noch in Hedschaz war, hatte er bereits vom ersten Pariser Frieden und vom Falle Napoleons geh\u00f6rt, auch bef\u00fcrchtet, dass England eine gro\u00dfe Armee aus dem s\u00fcdlichen Frankreich nach \u00c4gypten senden werde, indem er glaubte, dass dieses der Lieblingsgegenstand aller europ\u00e4ischen Machte sei. Diese Bef\u00fcrchtung wurden durch den zweiten Pariser Traktat nur noch mehr erneuert, als die Engl\u00e4nder von den sieben Inseln Besitz nahmen, die er als Stufen zu seinem eigenen Gebiete betrachtete. In seiner Meinung wurde er durch die albernen Berichte seiner eigenen Emiss\u00e4re<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> und durch das Gefl\u00fcster schmeichelnder und serviler Franken, oder Pseudo-Europ\u00e4er best\u00e4rkt, die alle \u00fcble Gesinnungen gegen England hegten. Nach einigen Monaten gab sich diese Sorge, und der Pascha richtete nun sein Augenmerk wieder auf Hedschaz, indem er Willens war, eine m\u00e4chtige Ausr\u00fcstung unter seinem Sohne Ibrahim Pascha dahin zu senden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Januar 1816 wurden Zirkularschreiben an alle Araber-Scheikhs in Hedschaz gesendet, in welchen denselben Ibrahims baldige Abreise gemeldet und sie zugleich ermahnt wurden, ihm beizustehen; auch folgte zugleich die Versicherung, dass Mohammed Aly in kurzer Zeit ihr Gebiet selbst zu besuchen und seine fr\u00fcheren Siege durch die Einnahme von Derayeh zu kr\u00f6nen beabsichtige. In diesen Briefen war der mit Abdallah Ibn Saud abgeschlossene Vertrag nicht im Geringsten erw\u00e4hnt, auch war keine Antwort von Letzterem, r\u00fccksichtlich der Forderung Mohammed Alys, ihm die Provinz el Hassa abzutreten, bis jetzt noch eingelaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im M\u00e4rz 1816 kam die Nachricht, dass s\u00fcdlich von Mekka Unruhen ausgebrochen seien. Die t\u00fcrkische Reiterei, welche zu Beische, Rannye und Taraba stand, war weggezogen worden. Einige Beduinen, im Dienste des Paschas, blieben als Besatzung zu Taraba. Die Wahaby schienen in diesen Gegenden t\u00e4glich an St\u00e4rke zuzunehmen; auch scheinen die s\u00fcdlichen Distrikte nie in dem mit Abdallah Ibn Saud geschlossenen Frieden begriffen gewesen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im August 1816 verlie\u00df Ibrahim Pascha Kairo, um sich nach Hedschaz zu begeben und, wie man sagt, mit dem Befehle, Derayeh anzugreifen und den Weg \u00fcber Medinah und Kasym zu nehmen. Er war von ungef\u00e4hr 2000 Mann Fu\u00dfvolk begleitet, die \u00fcber Kosseir nach Yembo gingen, w\u00e4hrend 1500 libysche Beduinen zu Pferde den Weg zu Lande einschlugen. Diese Reiter hatte er sich selbst aus den kriegerischsten Beduinenst\u00e4mmen in Ober\u00e4gypten auserw\u00e4hlt. In seinem Gefolge waren zwei franz\u00f6sische Offiziere. Der eine derselben war unter Napoleon <em>chef d&#8217;Escadre<\/em> zu Rochefort gewesen und hatte sich, der Weisung zu Folge, Frankreich zu verlassen, nach \u00c4gypten begeben, wo Mohammed Aly ihn auf eine \u00e4u\u00dferst schmeichelhafte Weise aufnahm. Mehrere andere franz\u00f6sische Emigranten des Jahres 1816 nahmen ebenfalls an der Expedition Anteil.<\/p>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Abgesandte<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1672\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1672\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerweile hatte Abdallah Ibn Saud seine Pflicht nicht vernachl\u00e4ssigt; auch er r\u00fcckte mit einer Armee von Beduinen und Landbauern aus Nedschid in die Provinz Kasym und nahm sein Hauptquartier zu Schenana, nur f\u00fcnf Stunden von Khabara, wo Tusun Pascha sich gelagert hatte. Hier befand sich aber Tusun in einer prek\u00e4ren Lage, er h\u00f6rte, dass sein &hellip; <a href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/materialien-zur-geschichte-der-wahaby-07-7-kriegsberichterstattung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Materialien zur Geschichte der Wahaby \u2013 07.7 \u2013 Kriegsberichterstattung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_1672\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"1672\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[473,586,576],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":259,"today_views":0},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1672"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1672"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1672\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1673,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1672\/revisions\/1673"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}