{"id":2001,"date":"2015-06-29T10:38:27","date_gmt":"2015-06-29T10:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=2001"},"modified":"2015-06-29T10:38:27","modified_gmt":"2015-06-29T10:38:27","slug":"die-vorstellung-von-freier-marktwirtschaft-im-fruehen-islam-das-vor-islamische-mekka-und-sein-hinterland-2-teil","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/die-vorstellung-von-freier-marktwirtschaft-im-fruehen-islam-das-vor-islamische-mekka-und-sein-hinterland-2-teil\/","title":{"rendered":"Die Vorstellung von freier Marktwirtschaft im fr\u00fchen Islam \u2013 Das vor-islamische Mekka und sein Hinterland (2. Teil)"},"content":{"rendered":"<pre style=\"text-align: justify;\">Der folgende Text stammt von <em>Suleyman Dost<\/em>, einem t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Doktoranten des Fachbereichs <em>\u00bbNah-\u00f6stliche Sprachen und Zivilisationen\u00ab<\/em> an der <em>University of Chicago <\/em>(<a href=\"https:\/\/iqsaweb.wordpress.com\/2015\/04\/13\/dost-arabian_context_diss\/\" target=\"_blank\">hier ein Auszug aus seiner Dissertation<\/a>), und wurde von mir (<em>Yahya ibn Rainer<\/em>) in die deutsche Sprache \u00fcbertragen. Das englischsprachige Original ist <a href=\"http:\/\/www.muslims4liberty.org\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Free-Markets-in-Early-Islam-Suleyman-Dost.pdf\" target=\"_blank\">\u00bbHIER\u00ab<\/a> zu finden.<\/pre>\n<p><strong>Das vor-islamische Mekka und sein Hinterland: Ein deutliches Beispiel f\u00fcr einen freien Markt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Boden, der eine Weltreligion gebar, Mekka, war auch au\u00dfergew\u00f6hnlich fruchtbar in einer anderen Hinsicht, denn im 6. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung war es ein Hauptknotenpunkt der Handelsrouten auf der arabischen Halbinsel, welche vom heutigen Syrien, im Norden, bis nach Jemen und Abessinien (\u00c4thiopien) im S\u00fcden reichte. In der Tat ist es so, dass die unvergleichlich rasche Expansion der fr\u00fchen islamischen politischen Ordnung am wesentlichsten durch die Existenz dessen erl\u00e4utert werden kann, was von fast allen Autoren als \u201ethe Meccan trade\u201c (der mekkanische Handel) bezeichnet wird. Dies wird besonders pr\u00e4gnant von dem Historiker <em>M. A. Shaban<\/em> zum Ausdruck gebracht, der sagt:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eZu versuchen eine Abhandlung \u00fcber die Aktivit\u00e4ten Mohameds in Mekka und Arabien zu verfassen, ohne dabei den Handel zu ber\u00fccksichtigen, w\u00fcrde einer Studie zum heutigen Kuwait und Saudi-Arabien gleichkommen, ohne dabei Bezug auf den \u00d6lreichtum zu nehmen.\u201c <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Diese Ansicht wird auch von dem Autor zweier angesehener Werke \u00fcber das Leben des Propheten geteilt, n\u00e4mlich <em>J. M. Watt<\/em>, der behauptet, dass der Aufstieg des Islams besonders dem pulsierenden Handel geschuldet war, der von den H\u00e4ndlern der Halbinsel etabliert wurde. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Die Frage, die uns hier besch\u00e4ftigt, ist, ob dieser Handel unter freien Marktbedingungen stattfand, und die fr\u00fchen Aufzeichnung der Islamischen Geschichte zeigen, dass dies tats\u00e4chlich der Fall war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits fr\u00fcher waren die vorislamischen mekkanischen H\u00e4ndler extrem empfindlich, was den Schutz des Privateigentums angeht, welches bei ihnen als nahezu unantastbar galt. <em>Ibn Ishaq<\/em> zum Beispiel berichtet in seinem Werk \u201eSirat Rasul Allah\u201c, dass der Grund f\u00fcr den Angriff des\u00a0 Yamani K\u00f6nigs auf Yathrib (heute Medina) die T\u00f6tung eines seiner M\u00e4nner war, der dabei erwischt wurde, wie er Dattel-B\u00fcschel von den Palmen eines Bauerns abschnitt. Die Worte, die der Bauer spricht, <em>\u201edie Frucht geh\u00f6rt dem, der sich kultiviert\u201c<\/em> <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, sind besonders interessant, weil sie eine kurze und knappe Formulierung von <em>John Lockes<\/em> Definition von Privateigentum darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>Allianz der Fudul<\/em> (Hilf al-Fudul), ein Bund des \u00f6rtlichen Stammesadels, der sich kurz nach der Geburt Mohameds gr\u00fcndete, sollte an dieser Stelle auch erw\u00e4hnt werden, da es ihr Hauptziel war, die Eigentumsrechte derjenigen zu sch\u00fctzen, die mit den Mekkanern Handel trieben, um somit einen reibungslosen Ablauf aller Handelsaktivit\u00e4ten in der Stadt zu gew\u00e4hrleisten. <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Ermangelung eines starken Staatswesens veranschaulichte dieser Bund die Bereitschaft der verschiedenen St\u00e4mme, einen freien Handel ohne Hindernisse zu erm\u00f6glichen. In der Folge dieses Bundes erreichten mekkanische Familien ein Abkommen \u00fcber die Zuteilung von Dienstleistungen f\u00fcr die gesch\u00e4ftlichen und religi\u00f6sen Besucher von Mekka und dies hatte eine betr\u00e4chtliche kommerzielle Auswirkung, da diese T\u00e4tigkeiten, neben weiteren, zu einer <em>\u201eerheblichen Verbesserung der logistischen Koordination&#8220;<\/em><a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> der H\u00e4ndler f\u00fchrte, was wiederum die Etablierung eines freien Marktes beg\u00fcnstigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mekkanische H\u00e4ndler stellte dieser Handel auf der Halbinsel einen wesentlichen Vorteil dar, da die saisonalen Pilger-Str\u00f6me, die durch die Hajj erzeugt wurden, zu dramatischen Ver\u00e4nderungen des \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnisses zwischen Angebot und Nachfrage f\u00fchrten. <em>Heck<\/em> argumentiert wie folgt: Auch wenn mekkanische H\u00e4ndler auf ihren bekannten Sommer und Winter-Handelskarawanen meist gleichbleibende Handelsg\u00fcter exportierten und importierten, er\u00f6ffnete f\u00fcr sie die Versorgung der Pilger (in Mekka) eine \u00e4u\u00dferst lukrative Form des Handels, da die wechselnde Nachfrage in der Region den Vorteil bot, in Damaskus einzukaufen, um es dann im Hijaz zu einem h\u00f6heren Preis wieder zu ver\u00e4u\u00dfern.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Fu\u00dfnoten<\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quoted in Berg, C. &amp; Kemp A. Islam\u2019s Free Market Heritage. Institute of Public Affairs Review, Vol. 59, No.1 (2007) pp. 11. Please note that direct quotations from Turkish sources are my translations.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Heck G. W. &#8222;Arabia without Spices&#8220;: An Alternate Hypothesis. Journal of the American Oriental Society, Vol. 123, No. 3 (2003) pp. 549<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Guillaume A. The Life of Muhammad: A Translation of Ibn Ishaq\u2019s Sirat Rasul Allah, Oxford: Oxford University Press (2004) pp. 7<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> bid. pp. 57-58<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Heck, op. cit. pp. 575<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ibid. pp.<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_2001\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"2001\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Text stammt von Suleyman Dost, einem t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Doktoranten des Fachbereichs \u00bbNah-\u00f6stliche Sprachen und Zivilisationen\u00ab an der University of Chicago (hier ein Auszug aus seiner Dissertation), und wurde von mir (Yahya ibn Rainer) in die deutsche Sprache \u00fcbertragen. 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