{"id":2416,"date":"2015-12-25T21:26:23","date_gmt":"2015-12-25T21:26:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=2416"},"modified":"2015-12-25T21:30:47","modified_gmt":"2015-12-25T21:30:47","slug":"buchauszug-ibn-khaldun-die-besteuerung-und-ursachen-ihrer-unterschiedlichen-hoehe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/buchauszug-ibn-khaldun-die-besteuerung-und-ursachen-ihrer-unterschiedlichen-hoehe\/","title":{"rendered":"Buchauszug: Ibn Khaldun &#8211; Die Besteuerung und Ursachen ihrer unterschiedlichen H\u00f6he"},"content":{"rendered":"<pre style=\"text-align: justify;\">In diesem kurzen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ONWZc_fFPk\" target=\"_blank\"><strong>\u00bbVIDEO\u00ab<\/strong><\/a> h\u00f6rt man, wie Ronald Reagan - der 40. Pr\u00e4sident der USA (von 1981-1989) - den gro\u00dfen muslimischen Gelehrten <em><strong>Ibn Khaldun<\/strong><\/em> zitiert. Folgend k\u00f6nnt ihr nun den gesamten Abschnitt in deutscher \u00dcbersetzung lesen, der auf diese kurze Phrase in der Muqaddima folgt.<\/pre>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abWisse, da\u00df die Besteuerung am Beginn der Dynastie aus wenigen Anteilen gro\u00dfe Einnahmen erbringt. Am Ende der Dynastie bringen viele Anteile nur geringe Einnahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ursache hierf\u00fcr ist darin zu suchen, da\u00df die Dynastie, wenn sie sich an die Religion h\u00e4lt, nur die im religi\u00f6sen Gesetz festgelegten Zahlungen erhebt, d. h. die Armensteuer, die Grund- und die Kopfsteuer. Dies sind nur wenige Steueranteile, denn der Anteil der Armensteuer, bezogen auf das Verm\u00f6gen, ist bekanntlich gering. Ebenso verh\u00e4lt es sich bei der Armensteuer auf Getreide und Vieh, desgleichen bei der Kopf- und Grundsteuer und allen anderen vom religi\u00f6sen Gesetz festgelegten Zahlungsverpflichtungen. Sie sind Festwerte, die nicht \u00fcberschritten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich die Dynastie auf Obmacht und Zusammenhalt (asabiya) gegr\u00fcndet hat, so ist sie zu ihrem Anbeginn notwendigerweise dem nomadischen Dasein verhaftet, wie es zuvor bereits festgestellt wurde. Das nomadische Dasein bedeutet G\u00fcte, Edelmut, Demut, Achtung vor dem Hab und Gut der anderen und Abneigung davor, dieses zu erlangen, es sei denn in Ausnahmef\u00e4llen. Deshalb ist der Umfang der individuellen Auflage und des Anteils, die zusammen die Steuersummen ausmachen, gering. Wenn nun die Anteile sowie die Auflagen der Untertanen gering sind, so gehen diese mit Tatkraft und Freude an die Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gedeihliche Bet\u00e4tigung nimmt an Vielfalt und Umfang zu, da wegen der geringen Zahlungsverpflichtungen Zufriedenheit herrscht. Wenn nun die gedeihlichen T\u00e4tigkeiten vielf\u00e4ltiger werden, w\u00e4chst auch die Zahl jener Auflagen und Steueranteile, so da\u00df sich die aus ihnen zusammensetzenden Steuereinnahmen erh\u00f6hen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn nun die Dynastie an der Macht bleibt und ein Herrscher auf den anderen folgt, werden diese kultivierter. Das Spezifikum des nomadischen Daseins und der Einfachheit sowie deren Wesensart, wie Bescheidenheit und Zur\u00fcckhaltung, vergehen dann. Tyrannisches K\u00f6nigtum und se\u00dfhaftes Dasein, welches Kultiviertheit bewirkt, pr\u00e4gen sich zugleich aus. Die Angeh\u00f6rigen der Dynastie gew\u00f6hnen sich Eigenarten an, die der Verfeinerung (des Lebensstils) entsprechen, und ihre Gewohnheiten und Bed\u00fcrfnisse werden vielf\u00e4ltiger, da sie sich dem Wohlstand und Luxus hingeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So erh\u00f6hen sich die Auflagen und Steueranteile f\u00fcr die Untertanen, Landarbeiter, Bauern und alle anderen Zahlungspflichtigen. Man l\u00e4\u00dft den Umfang jeder Auflage und jedes Anteils gewaltig anwachsen, um das Steuereinkommen zu steigern. Man belegt Handelswaren mit Geb\u00fchren und erhebt sie an den Toren der Stadt, wie wir sp\u00e4ter ausf\u00fchren werden. Die Abgaben steigen schrittweise in dem Ma\u00dfe an, wie auch die luxuri\u00f6sen Gepflogenheiten der Dynastie und die Vielfalt der Bed\u00fcrfnis.se sowie die hierf\u00fcr notwendigen Aufwendungen allm\u00e4hlich zunehmen, bis die Zahlungsverpflichtungen schlie\u00dflich schwer auf den Untertanen lasten. Sie werden zu einer als verbindlich betrachteten Gewohnheit, da ja die Zunahme immer nur Schritt f\u00fcr Schritt erfolgte und niemand mehr wei\u00df, wer die festgelegte Norm (einst) \u00fcberschreiten lie\u00df und davon der Verursacher war. Das belastet die Untertanen in ihrer gedeihlichen Bet\u00e4tigung, da die Menschen angesichts des geringen Nutzens die Hoffnung verlieren, wenn sie Gewinn und Zahlungsverpflichtungen sowie Ertrag und Nutzen gegen\u00fcberstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ziehen sich viele von gedeihlicher T\u00e4tigkeit g\u00e4nzlich zur\u00fcck. Das Gesamtsteueraufkommen sinkt daraufhin, da diese Anteile der Steuern geringer werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn der R\u00fcckgang der Steuereinnahmen erkannt wird, erh\u00f6ht man mitunter den Umfang der Auflagen und sieht dies als Ausgleich f\u00fcr den Schwund an. Schlie\u00dflich erreichen jede Auflage und jeder Steueranteil ihr h\u00f6chstm\u00f6gliches Ma\u00df, jenseits dessen es weder Nutzen noch Gewinn gibt, da dann die Aufwendung f\u00fcr eine gedeihliche Bet\u00e4tigung zu gro\u00df und die Zahlungsverpflichtungen zu hoch sind und so der dabei erhoffte Nutzen nicht mehr erreicht werden kann. Die Gesamtsumme sinkt weiter, w\u00e4hrend der Umfang der Steueranteile und Auflagen weiterhin steigt, da man glaubt, mit letzteren die Gesamtsumme ausgleichen zu k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich erlebt die Zivilisation einen Niedergang, da die Hoffnungen auf eine gedeihliche Bet\u00e4tigung zerst\u00f6rt wurden. Das f\u00e4llt auf die Dynastie zur\u00fcck, da sie es ist, die aus einer gedeihlichen Bet\u00e4tigung Nutzen zieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn du das verstanden hast, wei\u00dft du, da\u00df es einer gedeihlichen Bet\u00e4tigung am meisten f\u00f6rderlich ist, das Ausma\u00df der Steuerabgaben f\u00fcr die sch\u00f6pferisch T\u00e4tigen so weit wie m\u00f6glich zu begrenzen. Dann streben die Menschen nach gedeihlicher T\u00e4tigkeit, da sie sicher sein k\u00f6nnen, am Gewinn auch teilzuhaben. Allah der Erhabene, gepriesen sei er, der Beherrscher aller Dinge. Alles liegt in seiner Hand.\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Ibn Khaldun, Buch der Beispiele \u2013 Die Einf\u00fchrung \/ al-Muqaddima, \u00fcbersetzt von Mathias P\u00e4tzold, Reclam-Verlag Leipzig \u00a91992, Seite 154-156)<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_2416\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"2416\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem kurzen \u00bbVIDEO\u00ab h\u00f6rt man, wie Ronald Reagan &#8211; der 40. 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