{"id":292,"date":"2011-10-06T19:03:57","date_gmt":"2011-10-06T19:03:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=292"},"modified":"2015-02-04T19:14:10","modified_gmt":"2015-02-04T19:14:10","slug":"islamischer-akhlaq-und-deutsche-sitten-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/islamischer-akhlaq-und-deutsche-sitten-teil-1\/","title":{"rendered":"Islamischer Akhlaq und deutsche Sitten! (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p><em>von Yahya ibn Rainer<\/em><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu V\u00f6lkern und St\u00e4mmen gemacht, auf da\u00df ihr einander erkennen m\u00f6get. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesf\u00fcrchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.<\/p>\n<p>Quran Sure 49, Aya 13<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Das sind die ungef\u00e4hren Worte des Sch\u00f6pfers, Lenkers und Erhalters des gesamten Universums. Er, Al-Chaliq, kl\u00e4rt uns dar\u00fcber auf, dass Er uns Menschen verschiedenartig erschuf. Er machte uns zu M\u00e4nnern und Frauen, und Er machte uns zu V\u00f6lkern und St\u00e4mmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Unterschiede zwischen Mann und Frau brauche ich hier wohl nicht n\u00e4her einzugehen, aber was unterscheidet die V\u00f6lker und St\u00e4mme?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Regionen dieser Welt sind ebenso vielf\u00e4ltig wie die Bewohner die sie bev\u00f6lkern. Menschen leben in den eisigen Gebieten rund um den Nordpol ebenso, wie in den heissesten W\u00fcsten, in den schw\u00fclsten Regenw\u00e4ldern, den unwirtlichsten Steppen und verschiedenartigsten gem\u00e4\u00dfigten Klimata. Es gibt Bergv\u00f6lker, Inselv\u00f6lker, Normadenv\u00f6lker sowie See- und Flussv\u00f6lker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All diese V\u00f6lker unterscheiden sich vor allem im Aussehen und in der Sprache, aber sie entwickelten im Laufe ihrer Geschichte auch eigene Sitten und Gebr\u00e4uche, die einerseits aus ihren Lebensumst\u00e4nden resultierten, aber zu bestimmten Teilen auch veranlagt waren. All diese Unterschiedlichkeiten sind Teil der Sch\u00f6pfung und vom Sch\u00f6pfer so gewollt. Auch sind wir Muslime fest davon \u00fcberzeugt, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte jedes Volk mindestens einen Gesandten bekam, der es zur wahren Religion (n\u00e4mlich Monotheismus) aufrief und zur Gerechtigkeit und guten Charaktereigenschaften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Gelehrten des Islams sag(t)en, dass der Charakter nicht an den Glauben (Imaan) gebunden ist, sondern unabh\u00e4ngig davon nat\u00fcrlich veranlagt oder selbst angeeignet sein kann <em><a title=\"Buchauszug: Muhammad Ibn al-\u2018Uthaymin \u2013 Sind Charaktereigenschaften veranlagt oder angeeignet?\" href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=287\" target=\"_blank\">(siehe z.B. hier&gt;&gt;)<\/a><\/em>. Was den Muslim nun angeht, so ist er dazu angehalten, sich die guten Charaktereigenschaften anzueigenen die er nicht durch seine nat\u00fcrliche Veranlagung besitzt. F\u00fcr die Muslime innerhalb der verschiedenen V\u00f6lker bedeutet das, dass sie nach dem islamischen Prinzip <em>Das Gute gew\u00e4hren, das Schlechte verwehren<\/em> handeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemand erwartet von einem Deutschen, dass er nach Annahme des Islams zu einem T\u00fcrken oder Araber werden soll. Vielmehr ist es so, dass er immernoch ein Angeh\u00f6riger seines Volkes ist und all seine Sitten und Gebr\u00e4uche pflegt, solange diese nicht gegen die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten und guten Sitten des Islams versto\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist authentisch vom Gesandten Allahs <em>-Allah segne ihn und schenke ihm Heil-<\/em> \u00fcberliefert, dass er sagte:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wahrlich, ich bin nur gesandt worden, um die edelsten Charaktereigenschaften zu vervollst\u00e4ndigen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(\u00dcberlieferung aus Sahih Muslim)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Ausspruch ist ein Beleg daf\u00fcr, dass die <em>edelsten Charaktereigenschaften<\/em> bereits existieren und nur noch einer Vervollst\u00e4ndigung bed\u00fcrfen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf machte ich mir schon fr\u00fch Gedanken dar\u00fcber, was denn die Charaktereigenschaften bzw Sitten des deutschen Volkes sind.<\/p>\n<p><strong>Was sind deutsche Sitten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines kann ein ehrlicher Betrachter der heutigen Umst\u00e4nde mit Gewissheit sagen: <em>Die deutschen Sitten verfallen !!!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders rasch und pr\u00e4gnant ging dieser Verfall in den letzten 40 Jahre vonstatten. Die sogenannten 68er hatten dazu bereits die letzten Schranken ins Visier genommen, um sie bis heute fast alle auch niederzurei\u00dfen. Wer so etwas heute offen sagt, der wird leider schnell mit dem Vorwurf konfrontiert<em> ein Rechter<\/em> zu sein, aber einen Muslim sollte das nicht st\u00f6ren, denn diese politischen Fl\u00fcgelspiele <em>Rechts, <\/em><em> Mitte, <\/em><em>Links <\/em>haben f\u00fcr uns keinerlei Bedeutung. Wir streben lediglich das Gute an und dieses finden wir (meiner Ansicht nach) durchaus auch in den deutschen Sitten wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein wichtiger und gro\u00dfer Bestandteil der guten Sitte bzw des edlen Charakters ist die Form des Umgangs. Ma\u00dfstab sind f\u00fcr den Muslim nat\u00fcrlich die Umgangsformen des Gesandten Allahs <em>-Allah segne ihn und schenke ihm Heil-<\/em>, da, wie wir in der obigen \u00dcberlieferung bereits lesen konnten, er gesandt wurde, &#8222;um die edelsten Charaktereigenschaften zu vervollst\u00e4ndigen&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gundstock jedoch, dass zu messende und zu vervollst\u00e4ndigende Werkst\u00fcck, sind die Sitten und Gebr\u00e4uche des eigenen Kulturbereiches. In der islamischen Wissenschaft zur Herleitung von religi\u00f6sen Urteilen <em>(Usul al-Fiqh)<\/em> ist gelten diese Volks- bzw. Stammessitten sogar als anerkannte Rechtsquelle, die gemeinhin als <em>&#8218;Urf<\/em> bezeichnet wird. Dieses kurze arabische Wort steht sinngem\u00e4\u00df f\u00fcr das, was wir in der deutschen Sprache als <em>Gewohnheitsrecht<\/em> bezeichnen w\u00fcrden. Es ist das Recht der V\u00f6lker, ihre Sitten und Gebr\u00e4uche weiterhin zu pflegen, wenn diese nicht im direkten Widerspruch zur islamischen Lehre stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun stellen wir also die deutschen Sitten und Gebr\u00e4uche, samt den ihnen innewohnenden Umgangsformen, den Idealen des islamischen Charakters gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutschland- wie auch weltweit ist der Sprech von den sogenannten <em>Deutschen Tugenden<\/em> recht bekannt. Heute nicht mehr als ein (meist positiv belegtes) Vorurteil, waren diese Tugenden jedoch einmal fester Bestandteil der deutschen Sitte. Erstmals wurden sie im fr\u00fchen Preu\u00dfen, unter dem <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Wilhelm_I._%28Preu%C3%9Fen%29\" target=\"_blank\">K\u00f6nig Friedrich Wilhelm I.<\/a><\/em> und sp\u00e4ter unter seinem Sohn, <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_II._%28Preu%C3%9Fen%29\" target=\"_blank\">Friedrich II.<\/a><\/em> (auch &#8222;Friedrich der Gro\u00dfe&#8220; genannt), genau formuliert und zum Ideal erhoben, weswegen sie auch die <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Preu%C3%9Fische_Tugenden\" target=\"_blank\">Preu\u00dfischen Tugenden<\/a><\/em> genannt werden. Allein in ihnen findet sich eine gro\u00dfe F\u00fclle an Vorz\u00fcglichkeiten, die sich meiner Ansicht nach nicht hinter den Vorgaben des islamischen Akhlaq (Charakter) zu verstecken brauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um nur einige dieser Tugenden zu nennen, die da w\u00e4ren &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Aufrichtigkeit<br \/>\nBescheidenheit<br \/>\nDisziplin<br \/>\nFlei\u00df<br \/>\nGehorsam <em>(jedoch nicht ohne Freimut)<\/em><br \/>\nGeradlinigkeit<br \/>\nGerechtigkeitssinn <em>(\u201eSuum cuique&#8220; = Jedem das Seine)<\/em><br \/>\nH\u00e4rte<em>, gegen sich mehr noch als gegen andere<\/em><br \/>\nMut<br \/>\nOrdnungssinn<br \/>\nPflichtbewusstsein<br \/>\nP\u00fcnktlichkeit<br \/>\nRedlichkeit<br \/>\nTapferkeit ohne Wehleidigkeit <em>(\u201eLerne leiden ohne zu klagen&#8220;)<\/em><br \/>\nTreue<br \/>\nUnbestechlichkeit<br \/>\nUnterordnung<br \/>\nWeltoffenheit<br \/>\nZur\u00fcckhaltung <em>(\u201eMehr sein als scheinen!&#8220;)<\/em><br \/>\nZuverl\u00e4ssigkeit<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klingt das nicht alles f\u00fcr einen Muslim recht gewohnt? Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte ich mir jetzt die M\u00fche machen und f\u00fcr all diese Preu\u00dfischen Tugenden das islamische Pendant &#8211; in Form von Ayat aus dem Quran oder authentischen \u00dcberlieferungen &#8211; heraussuchen, aber das w\u00e4re der M\u00fche nicht wert, da jeder Muslim zumindest so viel Wissen \u00fcber deine Religion haben m\u00fcsste um diese obigen Eigenschaften islamisch zu best\u00e4tigen. So haben wir es also bereits hier mit einer beeindruckenden \u00dcbereinstimmung zutun, die nur darauf wartet n\u00e4her beleuchtet zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierzu m\u00f6chte ich ein Standardwerk der klassischen deutschen Literatur bem\u00fchen, dass vielen vielleicht unter den K\u00fcrzel <em>Der Knigge<\/em> bekannt ist. Im Jahre 1788 erschien, von <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolph_Freiherr_Knigge\" target=\"_blank\">Adolph <\/a><\/em><em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolph_Freiherr_Knigge\" target=\"_blank\">Freiherr von Knigge<\/a><\/em> verfasst, das Buch <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cber_den_Umgang_mit_Menschen\" target=\"_blank\">\u00dcber den Umgang mit Menschen<\/a><\/em>. Es ist ein hervorragendes Zeitdokument und gestattet dem z\u00fcgel- und sittenlosen Otto-Normal-Konsumenten des heutigen moralbefreiten Abendlandes einen Einblick in die wahren Umgangsformen des deutschen Anstandes.<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_292\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"292\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Yahya ibn Rainer O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu V\u00f6lkern und St\u00e4mmen gemacht, auf da\u00df ihr einander erkennen m\u00f6get. 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