{"id":298,"date":"2011-10-09T19:26:21","date_gmt":"2011-10-09T19:26:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=298"},"modified":"2017-04-21T20:09:23","modified_gmt":"2017-04-21T20:09:23","slug":"islamischer-akhlaq-und-deutsche-sitten-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/islamischer-akhlaq-und-deutsche-sitten-teil-3\/","title":{"rendered":"Islamischer Akhlaq und deutsche Sitten! (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<p><em>von Yahya ibn Rainer<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne viel zu kommentieren, werde ich im Folgenden Passagen aus dem Buche <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cber_den_Umgang_mit_Menschen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcber den Umgang mit Menschen<\/a> <\/em>von <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolph_Freiherr_Knigge\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Adolph Freiherr von Knigge<\/a><\/em> zitieren.Ich werde mich hierbei lediglich am 1. Kapitel<em> (Allgemeine Bemerkungen und Vorschriften \u00fcber den Umgang mit Menschen)<\/em> im 1. Teil des Buches bedienen, wobei zu erw\u00e4hnen w\u00e4re, dass dieses Buch aus insgesamt 3 Teilen besteht, welche jeweils 3, 12 und 11 Kapitel haben. F\u00fcr diejenigen unter euch, die auch einen Blick in die restlichen Teile und Kapitel werfen wollen, werde ich das Buch im Anhang an diesen Artikel als PDF zum download anbieten.<\/p>\n<p>Sodann&#8230; :<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">1. Jeder Mensch gilt in dieser Welt nur so viel, als wozu er sich selbst macht. Das ist ein goldener Spruch, ein reiches Thema zu einem Folianten \u00fcber den <em>esprit de conduite<\/em> und \u00fcber die Mittel, in der Welt seinen Zweck zu erlangen; ein Satz, dessen Wahrheit auf die Erfahrung aller Zeitalter gest\u00fctzt ist. [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">2. Strebe nach Vollkommenheit, aber nicht nach dem Scheine der Vollkommenheit und Unfehlbarkeit! Die Menschen beurteilen und richten Dich nach dem Ma\u00dfstabe Deiner Pr\u00e4tensionen, und sie sind noch billig, wenn sie nur das tun, wenn sie Dir nicht Pr\u00e4tensionen aufb\u00fcrden. Dann hei\u00dft es, wenn Du auch nur des kleinsten Fehlers Dich schuldig machst: <em>\u00bbEinem solchen Manne ist das gar nicht zu verzeihn\u00ab<\/em>; und da die Schwachen sich ohnehin ein Fest daraus machen, an einem Menschen, der sich verdunkelt, M\u00e4ngel zu entdecken, so wird Dir ein einziger Fehltritt h\u00f6her angerechnet als andern ein ganzes Register von Bosheiten und Pinseleien.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">3. Sei aber nicht gar zu sehr ein Sklave der Meinungen andrer von Dir! Sei selbst\u00e4ndig! Was k\u00fcmmert Dich am Ende das Urteil der ganzen Welt, wenn Du tust, was du sollst? Und was ist Deine ganze Garderobe von \u00e4u\u00dfern Tugenden wert, wenn Du diesen Flitterputz nur \u00fcber ein schwaches, niedriges Herz h\u00e4ngst, um in Gesellschaften Staat damit zu machen?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">4. Enth\u00fclle nie auf unedle Art die Schw\u00e4chen Deiner Nebenmenschen, um Dich zu erheben! Ziehe nicht ihre Fehler und Verirrungen an das Tageslicht, um auf ihre Unkosten zu schimmern!<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">5. Schreibe nicht auf Deine Rechnung das, wovon andern das Verdienst geb\u00fchrt! Wenn man Dir, aus Achtung gegen einen edlen Mann, dem Du angeh\u00f6rst, Vorzug oder H\u00f6flichkeit beweist, so br\u00fcste Dich damit nicht, sondern sei bescheiden genug zu f\u00fchlen, da\u00df dies alles vielleicht wegfallen w\u00fcrde, wenn Du einzeln auftr\u00e4test! Suche aber selbst zu verdienen, da\u00df man Dich um Deinetwillen ehre! Sei lieber das kleinste L\u00e4mpchen, das einen dunklen Winkel mit eigenem Lichte erleuchtet als ein gro\u00dfer Mond einer fremden Sonne oder gar Trabant eines Planeten!<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">6. Fehlt Dir etwas, hast Du Kummer, Ungl\u00fcck, leidest Du Mangel, reichen Vernunft, Grunds\u00e4tze und guter Wille nicht zu, so klage Dein Leid, Deine Schw\u00e4che niemand als dem, der helfen kann, selbst Deinem treuen Weibe nicht! [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">7. R\u00fchme aber auch nicht zu laut Deine gl\u00fcckliche Lage! Krame nicht zu gl\u00e4nzend Deine Pracht, Deinen Reichtum, Deine Talente aus! Die Menschen vertragen selten ein solches \u00dcbergewicht ohne Murren und Neid. Lege daher auch andern keine zu gro\u00dfe Verbindlichkeit auf! [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">8. Vor allen Dingen wache \u00fcber Dich, da\u00df Du nie die innere Zuversicht zu Dir selber, das Vertrauen auf Gott, auf gute Menschen und auf das Schicksal verlierst! Sobald Dein Nebenmann auf Deiner Stirne Mi\u00dfmut und Verzweiflung liest &#8211; so ist alles aus. Sehr oft aber ist man im Ungl\u00fccke ungerecht gegen die Menschen. Jede kleine b\u00f6se Laune, jede kleine Miene von K\u00e4lte deutet man auf sich; man meint, jeder sehe es uns an, da\u00df wir leiden, und weiche vor der Bitte zur\u00fcck, die wir ihm tun k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">9. Gegenwart des Geistes ist ein seltenes Geschenk des Himmels und macht, da\u00df wir im Umgange in sehr vorteilhaftem Lichte erscheinen. Dieser Vorzug nun l\u00e4\u00dft sich freilich nicht durch Kunst erlangen; allein man kann an sich arbeiten, da\u00df, wenn er uns fehlt, wir wenigstens nicht durch \u00dcbereilung uns und andre in Verlegenheit setzen. Sehr lebhafte Temperamente haben hierauf vorz\u00fcglich zu achten. Ich rate daher, wenn eine unerwartete Frage, ein ungew\u00f6hnlicher Gegenstand oder irgend etwas anders uns \u00fcberrascht, nur eine Minute still zu schweigen und der \u00dcberlegung Zeit zu lassen, uns zu der Partei vorzubereiten, die wir nehmen sollen. So wie ein einziges rasches, unvorsichtiges Wort oder ein in der Verwirrung unternommener Schritt zu sp\u00e4te Reue und ungl\u00fcckliche Folgen wirken k\u00f6nnen, so kann ein schnell auf der Stelle gefa\u00dfter und ausgef\u00fchrter rascher Entschlu\u00df in entscheidenden Augenblicken, in welchen man so leicht den Kopf verliert, Gl\u00fcck, Rettung, Trost bringen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">10. So wenig als m\u00f6glich lasset uns von andern Wohltaten fordern und annehmen! &#8230; Um nun fremden Beistandes entbehren zu k\u00f6nnen, dazu ist das beste Mittel, wenig Bed\u00fcrfnisse zu haben, m\u00e4\u00dfig zu sein und bescheidene W\u00fcnsche zu n\u00e4hren; wer aber von unz\u00e4hligen Leidenschaften in rastlosem Taumel umhergetrieben wird, bald Ehrenstellen, bald Wucher, bald Erwerb, bald woll\u00fcstigen Genu\u00df verlangt; wer von dem Luxus des Zeitalters angesteckt, alles begehrt, was seine Augen sehen, wen vorwitzige Neugier und ein unruhiger Geist treiben, sich in jeden unn\u00fctzen Handel zu mischen, der wird freilich nie der Hilfe und Unterst\u00fctzung fremder Leute zur Befriedigung seiner zahllosen W\u00fcnsche sich ent\u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">11. Keine Regel ist so allgemein, keine so heilig zu halten, keine f\u00fchrt so sicher dahin, uns dauerhafte Achtung und Freundschaft zu erwerben, als die: unverbr\u00fcchlich, auch in den geringsten Kleinigkeiten, Wort zu halten, seiner Zusage treu, und stets wahrhaftig zu sein in seinen Reden. Nie kann man Recht und erlaubte Ursache haben, das Gegenteil von dem zu sagen, was man denkt, wenngleich man Befugnis und Gr\u00fcnde haben kann, nicht alles zu offenbaren, was in uns vorgeht. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">12. Sei streng, p\u00fcnktlich, ordentlich, arbeitsam, flei\u00dfig in Deinem Berufe! Bewahre Deine Papiere, Deine Schl\u00fcssel und alles so, da\u00df Du jedes einzelne St\u00fcck auch im Dunkeln finden k\u00f6nntest! Verfahre noch ordentlicher mit fremden Sachen! Verleihe nie B\u00fccher oder andre Dinge, die Dir geliehen worden; hast Du von andern dergleichen geliehn, so bringe oder schicke sie zu geh\u00f6riger Zeit wieder und erwarte nicht, da\u00df sie oder ihre Domestiken noch Wege darum tun, um diese Dinge abzuholen! &#8211; Jedermann geht gern mit einem Menschen um und treibt Gesch\u00e4fte mit ihm, wenn man sich auf seine P\u00fcnktlichkeit in Wort und Tat verlassen kann.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">13. Interessiere Dich f\u00fcr andre, wenn Du willst, da\u00df andre sich f\u00fcr Dich interessieren sollen! Wer unteilnehmend, ohne Sinn f\u00fcr Freundschaft, Wohlwollen und Liebe, nur sich selber lebt, der bleibt verlassen, wenn er sich nach fremdem Beistande sehnt. [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">15. Vor allen Dingen vergesse man nie, da\u00df die Leute unterhalten, am\u00fcsiert sein wollen; da\u00df selbst der unterrichtendste Umgang ihnen in der L\u00e4nge erm\u00fcdend vorkommt, wenn er nicht zuweilen durch Witz und gute Laune gew\u00fcrzt wird; da\u00df ferner nichts in der Welt ihnen so witzreich, so weise und so erg\u00f6tzend scheint, als wenn man sie lobt, ihnen etwas Schmeichelhaftes sagt; da\u00df es aber unter der W\u00fcrde eines klugen Mannes ist, den Spa\u00dfmacher, und eines redlichen Mannes unwert, den niedrigen Schmeichler zu machen. Allein es gibt einen gewissen Mittelweg; diesen rate ich einzuschlagen, und da jeder Mensch doch wenigstens eine gute Seite hat, die man loben darf, und dies Lob, wenn es nicht \u00fcbertrieben wird, aus dem Munde eines verst\u00e4ndigen Mannes Sporn zu gr\u00f6\u00dferer Vervollkommnung werden kann, so ist das Wink genug f\u00fcr den, der mich verstehn will.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">Zeige, so viel du kannst, eine immer gleiche, heitere Stirne! Nichts ist reizender und liebensw\u00fcrdiger, als eine gewisse, frohe, muntre Gem\u00fctsart, die aus der Quelle eines schuldlosen, nicht von heftigen Leidenschaften in Tumult gesetzten Herzens hervorstr\u00f6mt. Wer immer nach Witz hascht, wem man es ansieht, da\u00df er darauf studiert hat, die Gesellschaft zu unterhalten, der gef\u00e4llt nur auf kurze Zeit und wird bei wenigen Interesse erwecken; er wird nicht aufgesucht werden von denen, deren Herz sich nach besseren Umgange und deren Kopf sich nach sokratischer Unterhaltung sehnt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">Wer immer Spa\u00df machen will, der ersch\u00f6pft sich nicht nur leicht und wird matt, sondern hat auch die Unannehmlichkeit, da\u00df, wenn er einmal gerade nicht aufgelegt ist, seinen Vorrat von lustigen Kleinigkeiten zu \u00f6ffnen, seine Gef\u00e4hrten das sehr ungn\u00e4dig aufnehmen. Bei jeder Mahlzeit, zu welcher er gebeten wird, bei jeder Aufmerksamkeit, die man ihm erweist, scheint die Bedingung schwer auf ihm zu liegen, da\u00df er diese Ehre durch seine Schw\u00e4nke zu verdienen suchen solle; und will er es einmal wagen, den Ton zu erheben und etwas Ernsthaftes zu sagen, so lacht man ihm gerade in das Gesicht, ehe er mit seiner Rede halb zu Ende ist. Wahrer Humor und echter Witz lassen sich nicht erzwingen, nicht erk\u00fcnsteln, aber sie wirken, wie das Umschweben eines h\u00f6hern Genius, wonnevoll, erw\u00e4rmend, Ehrfurcht erregend.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">16. Gehe von niemand und la\u00df niemand von Dir, ohne ihm etwas Lehrreiches oder etwas Verbindliches gesagt und mit auf den Weg gegeben zu haben; aber beides auf eine Art, die ihm wohltue, seine Bescheidenheit nicht emp\u00f6re und nicht studiert scheine, da\u00df er die Stunde nicht verloren zu haben glaube, die er bei Dir zugebracht hat, und da\u00df er f\u00fchle, Du nehmest Interesse an seiner Person, es gehe Dir von Herzen, Du verkauftest nicht blo\u00df Deine H\u00f6flichkeitsware ohne Unterschied jedem Vor\u00fcbergehenden! [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">17. Wem es darum zu tun ist, dauerhafte Achtung sich zu erwerben, wem daran liegt, da\u00df seine Unterhaltung niemand anst\u00f6\u00dfig, keinem zur Last werde, der w\u00fcrze nicht ohne Unterla\u00df seine Gespr\u00e4che mit L\u00e4sterungen, Spott, Medisance und gew\u00f6hne sich nicht an den auszischenden Ton von Persiflage! Das kann wohl einigemal und bei einer gewissen Klasse von Menschen auch \u00f6fter gefallen; aber man flieht und verachtet doch in der Folge den Mann, der immer auf andrer Leute Kosten oder auf Kosten der Wahrheit die Gesellschaft vergn\u00fcgen will, und man hat Recht dazu; denn der gef\u00fchlvolle, verst\u00e4ndige Mensch mu\u00df Nachsicht haben mit den Schw\u00e4chen andrer; er wei\u00df, welchen gro\u00dfen Schaden oft ein einziges, wenngleich nicht b\u00f6se gemeintes W\u00f6rtchen anrichten kann; auch sehnt er sich nach gr\u00fcndlicherer und n\u00fctzlicherer Unterhaltung; ihn ekelt vor leerer Persiflage. Gar zu leicht aber gew\u00f6hnt man sich in der sogenannten gro\u00dfen Welt diesen elenden Ton an; man kann nicht genug davor warnen. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">18. Erz\u00e4hle nicht leicht Anekdoten, besonders nie solche, die irgend jemand in ein nachteiliges Licht setzen, auf blo\u00dfes H\u00f6rensagen nach! Sehr oft sind sie gar nicht auf Wahrheit gegr\u00fcndet oder schon durch so viele H\u00e4nde gegangen, da\u00df sie wenigstens vergr\u00f6\u00dfert, verst\u00fcmmelt worden, und dadurch eine wesentlich andre Gestalt bekommen haben. Vielf\u00e4ltig kann man dadurch unschuldigen guten Leuten ernstlich schaden und noch \u00f6fter sich selber gro\u00dfen Verdru\u00df zuziehn.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">19. H\u00fcte Dich, aus einem Hause in das andre Nachrichten zu tragen, vertrauliche Tischreden, Familiengespr\u00e4che, Bemerkungen, die Du \u00fcber das h\u00e4usliche Leben von Leuten, mit welchen Du viel umgehst, gemacht hast, und dergleichen auszuplaudern! Wenn dies auch nicht eigentlich aus Bosheit geschieht, so kann doch eine solche Geschw\u00e4tzigkeit Mi\u00dftraun gegen Dich und allerlei Zwist und Verstimmung veranlassen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">20. Sei vorsichtig im Tadel und Widerspruche! Es gibt wenig Dinge in der Welt, die nicht zwei Seiten haben. Vorurteile verdunkeln oft die Augen selbst des kl\u00fcgern Mannes, und es ist sehr schwer, sich g\u00e4nzlich an eines andern Stelle zu denken. Urteile besonders nicht so leicht \u00fcber kluger Leute Handlungen, oder Deine Bescheidenheit m\u00fc\u00dfte Dir sagen, da\u00df Du noch weiser wie sie seist! und da ist es denn eine mi\u00dfliche Sache um diese \u00dcberzeugung. Ein kluger Mann ist mehrenteils lebhafter als ein andrer, hat heftigere Leidenschaften zu bek\u00e4mpfen, bek\u00fcmmert sich weniger um das Urteil des gro\u00dfen Haufens, h\u00e4lt es weniger der M\u00fche wert, sein gutes Gewissen durch gro\u00dfe Apologien zu rechtfertigen. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">23. Rede also nicht zu viel von Dir selber, au\u00dfer in dem Zirkel Deiner vertrautesten Freunde, von welchen Du wei\u00dft, da\u00df die Sache des einen unter ihnen eine Angelegenheit f\u00fcr alle ist; und auch da bewache Dich, da\u00df Du nicht Egoismus zeigest. Vermeide, selbst dann zu viel von Dir zu reden, wenn gute Freunde, wie es vielf\u00e4ltig geschieht, das Gespr\u00e4ch aus H\u00f6flichkeit auf Deine Person, auf Deine Schriften und dergleichen leiten! Bescheidenheit ist eine der liebensw\u00fcrdigsten Eigenschaften und macht um so vorteilhaftere Eindr\u00fccke, je seltener diese Tugend in unsern Tagen wird. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">27. Flicke keine platten Gemeinspr\u00fcche in Deine Reden ein. Zum Beispiel: da\u00df Gesundheit ein sch\u00e4tzbares Gut; da\u00df das Schlittenfahren ein kaltes Vergn\u00fcgen; da\u00df jeder sich selbst der N\u00e4chste sei; da\u00df, was lange dauert, gut werde, wovon ich das Gegenteil zu beweisen \u00fcbernehme; da\u00df man durch Schaden klug werde, welches leider selten eintrifft; oder da\u00df die Zeit schnell hingehe &#8211; welches, im Vorbeigehn zu sagen, gar nicht wahr ist; denn da die Zeit nach einem bestimmten Ma\u00dfstabe berechnet wird, so geht sie nicht schneller vorbei, als sie gerade mu\u00df, und der, welchem ein Jahr k\u00fcrzer vorkommt, als es ist, der mu\u00df in demselben \u00fcber Geb\u00fchr geschlafen haben oder sonst seiner Sinne nicht m\u00e4chtig gewesen sein. Solche Sprichw\u00f6rter sind sehr langweilig und nicht selten sinnlos und unwahr.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">28. Bel\u00e4stige nicht die Leute, mit welchen Du umgehst, mit unn\u00fctzen Fragen. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">29. Lerne Widerspruch ertragen. Sei nicht kindisch eingenommen von Deinen Meinungen. Werde nicht hitzig noch grob im Zanke. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">31. Da\u00df ein redlicher und verst\u00e4ndiger Mann \u00fcber wesentliche Religionslehren, auch dann, wenn er das Ungl\u00fcck haben sollte, an der Wahrheit derselben zu zweifeln, sich dennoch keinen Spott erlauben wird, ich meine, das versteht sich von selber; &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">32. Wenn Du von k\u00f6rperlichen, geistigen, moralischen oder andern Gebrechen redest oder Anekdoten erz\u00e4hlst, die gewisse Grunds\u00e4tze oder Vorurteile l\u00e4cherlich machen oder gewisse St\u00e4nde in ein nachteiliges Licht setzen sollen, so siehe Dich vorher wohl um, ob niemand gegenw\u00e4rtig sei, der das \u00dcbel aufnehmen, diesen Tadel oder Spott auf sich oder seine Verwandten ziehn k\u00f6nnte.<br \/>\n<em>Halte Dich \u00fcber niemandes Gestalt, Wuchs und Bildung auf! Es steht in keines Menschen Gewalt, diese zu \u00e4ndern.<\/em> Nichts ist kr\u00e4nkender, niederschlagender und emp\u00f6render f\u00fcr den Mann, der ungl\u00fccklicherweise eine etwas auffallende Gesichtsbildung oder Figur hat, als wenn er bemerkt, da\u00df diese der Gegenstand der Verspottung oder Befremdung wird. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">34. Suche keinen Menschen, auch den Schw\u00e4chsten nicht, in Gesellschaften l\u00e4cherlich zu machen. Ist er dumm, so hast Du wenig Ehre von dem Witze, den Du an ihn verschwendest; ist er es weniger, als Du glaubst, so kannst Du vielleicht der Gegenstand seines Spottes werden; ist er gutm\u00fctig und gef\u00fchlvoll, so kr\u00e4nkest Du ihn, und ist er t\u00fcckisch und rachs\u00fcchtig, so kann er Dir&#8217;s vielleicht auf eine Rechnung setzen, die Du fr\u00fch oder sp\u00e4t auf irgendeine Art bezahlen mu\u00dft. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">35. Schrecke, zerre und necke auch niemand, selbst Deine Freunde nicht, mit falschen Nachrichten, mit Witzeleien oder was sonst auf einen Augenblick beunruhiget, in Verlegenheit setzt! &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">39. Bek\u00fcmmere Dich nicht um die Handlungen Deiner Nebenmenschen, insofern sie nicht Bezug auf Dich oder so sehr auf die Moralit\u00e4t im ganzen haben, da\u00df es Verbrechen sein w\u00fcrde, dar\u00fcber zu schweigen. Ob aber jemand langsam oder schnell geht, viel oder wenig schl\u00e4ft, oft oder selten zu Hause, pr\u00e4chtig oder lumpig gekleidet ist, Wein oder Bier trinkt, Schulden oder Kapitalien macht, eine Geliebte hat oder nicht &#8211; was geht das Dich an, wenn Du nicht sein Vormund bist? Tatsachen hingegen, die man durchaus wissen mu\u00df, erf\u00e4hrt man oft am besten von dummen Leuten, weil diese ohne Witz, ohne Konsequenzmacherei, ohne Seitenblicke, ohne Verbr\u00e4mung und ohne Leidenschaft geradehin erz\u00e4hlen. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">41. Eine der wichtigsten Tugenden im gesellschaftlichen Leben und die wirklich t\u00e4glich seltener wird, ist die Verschwiegenheit. Man ist heutzutage so \u00e4u\u00dferst tr\u00fcgerisch in Versprechungen, ja in Beteuerungen und Schw\u00fcren, da\u00df man ohne Scheu ein unter dem Siegel des Stillschweigens uns anvertrautes Geheimnis gewissenloserweise ausbreitet. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">44. Soviel \u00fcber den \u00e4u\u00dfern Anstand und \u00fcber schickliche Manieren. Also nur noch etwas \u00fcber die Kleidung. Kleide Dich nicht unter und nicht \u00fcber Deinen Stand; nicht \u00fcber und nicht unter Dein Verm\u00f6gen; nicht phantastisch; nicht bunt; nicht ohne Not pr\u00e4chtig, gl\u00e4nzend noch kostbar; aber reinlich, geschmackvoll, und wo Du Aufwand machen mu\u00dft, da sei Dein Aufwand zugleich solide und sch\u00f6n. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">55. Verflechte niemand in Deine Privatzwistigkeiten und fordre nicht von denen, mit welchen Du umgehst, da\u00df sie teil an den Uneinigkeiten nehmen sollen, die zwischen Dir und andern herrschen. &#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: justify;\">58. Beurteile die Menschen nicht nach dem, was sie reden, sondern nach dem, was sie tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was kann man dazu noch sagen? Bei mir l\u00f6ste die erste Lekt\u00fcre dieses Kapitels eine Art <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A9j%C3%A0-vu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">D\u00e9j\u00e0-vu<\/a> aus. Unweigerlich beschlich mich das Gef\u00fchl, dass ich soeben einen islamischen Text gelesen h\u00e4tte. Viele der Tugenden und Sitten, die der Freiherr im 1. Kapitel aufz\u00e4hlt, finden eine Entsprechung in der Sunnah des Propheten <em>-Allah segne ihn und schenke ihm Heil-<\/em>, von den restlichen kann man mehrheitlich sagen, dass sie zumindest keiner expliziten Sunnah widersprechen. Es liest sich einfach gro\u00dfartig und l\u00e4\u00dft aber zugleich auch eine Art Wehmut aufkommen, wenn man daran denkt was aus diesen Tugenden heutzutage geworden ist und mit welcher Ver\u00e4chtlichkeit man angegriffen wird, wenn man zur R\u00fcckbesinnung auf diese Tugenden aufruft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber eines steht zumindest fest, ein Deutscher der den Islam annimmt, muss nicht etwa (wie oft vermutet bzw behauptet) irgendwelche fremden Sitten annehmen, sondern er rekultiviert im Grunde nur seine ureigenen Tugenden und vervollst\u00e4ndigt diese lediglich mit der Sunnah des Gesandten Allahs<em> -Allah segne ihn und schenke ihm Heil-<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Ist das nicht toll???<\/strong><\/p>\n<p>Hier das gesamte Werk als PDF zum Herunterladen:<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Knigge-%C3%9Cber-den-Umgang-mit-Menschen.pdf\">PDF: Knigge &#8211; \u00dcber den Umgang mit Menschen<\/a><\/h3>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_298\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"298\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Yahya ibn Rainer Ohne viel zu kommentieren, werde ich im Folgenden Passagen aus dem Buche \u00dcber den Umgang mit Menschen von Adolph Freiherr von Knigge zitieren.Ich werde mich hierbei lediglich am 1. Kapitel (Allgemeine Bemerkungen und Vorschriften \u00fcber den Umgang mit Menschen) im 1. Teil des Buches bedienen, wobei zu erw\u00e4hnen w\u00e4re, dass dieses &hellip; <a href=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/islamischer-akhlaq-und-deutsche-sitten-teil-3\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Islamischer Akhlaq und deutsche Sitten! (Teil 3)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_298\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"298\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[107,791,184,162,155,178,179],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":249,"today_views":0},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=298"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3133,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298\/revisions\/3133"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=298"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=298"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=298"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}