{"id":3666,"date":"2018-09-28T15:26:19","date_gmt":"2018-09-28T15:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=3666"},"modified":"2020-01-03T11:11:44","modified_gmt":"2020-01-03T11:11:44","slug":"auszug-rabbiner-dr-j-merzbach-ueber-unrechttaten-von-juden-begangen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/auszug-rabbiner-dr-j-merzbach-ueber-unrechttaten-von-juden-begangen\/","title":{"rendered":"Auszug: Rabbiner Dr. J. Merzbach \u00fcber Unrechttaten, von Juden begangen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im j\u00fcdischen Jahr 5692 (1930-1931), also knapp 3 Jahre vor Hitlers Machtergreifung, ver\u00f6ffentlichte der Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft seine <em>Monatsschrift f\u00fcr Judentum in Lehre und Tat<\/em>. Inhalt dieser Monatsschrift war u.a. ein Artikel des Rabbiners Dr. J. Merzbach. Hier ein Auszug:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abMit Entsetzen findet der j\u00fcdische Leser Deutschlands in den Tageszeitungen der letzten Monate ab und zu Berichte, je nach Einstellung des Blattes mehr oder weniger ausf\u00fchrlich, \u00fcber Unrechttaten, von Juden begangen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">In Paderborn vergeht sich ein Jude an einer Hausangestellte und schafft auf gr\u00e4sslichste Art den Leichnam der Verstorbenen hinweg (So nach mildesten Darstellung.)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">In Gelsenkirchen erschie\u00dft ein Jude einen anderen, dessen S\u00f6hne und zuletzt sich selbst. Als Grund wird Eifersucht angegeben.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">In Heppenheim wird ein Jude wegen Sittlichkeitsverbrechen verhaftet.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">In einer ganzen Reihe von Orten werden auch Juden der Devisenschiebungen \u00fcberf\u00fchrt.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Depotunterschlagungen von Juden werden berichtet.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es k\u00f6nnte die traurige Chronik noch durch eine ganze Zahl \u00e4hnlicher F\u00e4lle erweitert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit st\u00e4rkstem Nachdruck unterstreicht die judenfeindliche Presse solche Delikte, um an ihnen die Verworfenheit des Judentums zu demonstrieren: zum Teil f\u00fchrt sie sie sogar auf angeblichen Geheimlehren des Talmuds und Schulchan Oruch zur\u00fcck, die jedem Juden \u2013 selbst dem, der sich taufen l\u00e4sst \u2013 in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen seien und auf Grund deren er gar nicht mehr anders handeln k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie stellt sich der Jude, wie stellen sich die j\u00fcdischen Zeitungen (auch die orthodoxen) dazu?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man weist entr\u00fcstet darauf hin, da\u00df solche Vorkommnisse gleicherma\u00dfen bei Nichtjuden sich ereignen; da\u00df man von der Schlechtigkeit einzelner Juden, die eben nur Ausnahmen G.s.D. [Gott sei Dank, Anm. d. Red.] sind, nicht auf die Qualit\u00e4t aller Juden schlie\u00dfen d\u00fcrfe; da\u00df solche Geschehnisse in schreiendstem Gegensatz zu den Lehren des Talmuds und Schulchan Oruch stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle diesen Entgegnungen sind unbedingt richtig, aber sie gen\u00fcgen nicht. Der Judenfeind sieht nur die Tatsache: so handelt ein Jude. Und wir selbst, die wir in der Tat nach der j\u00fcdischen Auffassung in gewissem Grade mitverantwortlich f\u00fcr Taten eines jeden Juden sind, k\u00f6nnen und d\u00fcrfen bei solchen Antworten nicht stehen bleiben. Uns selbst gegen\u00fcber h\u00e4tten wir unsere Pflicht nicht erf\u00fcllt, und der zeitgen\u00f6ssischen Judenheit w\u00fcrden wir damit nicht zum F\u00fchrer auf ihrem Golusweg [Weg durch die J\u00fcdische Diaspora, Anm. d. Red.].\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><span lang=\"DE\">(Quelle<\/span><span lang=\"DE\">: <\/span><span lang=\"DE\">NACH<sup>A<\/sup>LATH ZWI<\/span><span lang=\"DE\"> Eine Monatschrift f\u00fcr Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft 2. Jahrgang 5692 1931\/32 S.278-284)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich ist dieser Artikel des Rabbiners aus vielerlei Hinsicht aufschlussreich: Zum einen befand sich das deutsche Judentum speziell zur damaligen Zeit in einem Dilemma, das Muslime heutzutage in \u00e4hnlicher Form erfahren. Es gab eine wahrzunehmende und teils spezifische Kriminalit\u00e4t unter damaligen Juden, ebenso wie es das heute auch unter uns Muslimen in Deutschland gibt. Diese spezifischen F\u00e4lle von Kriminalit\u00e4t wurden damals von der Presse gezielt aufgegriffen und dann von Judenfeinden zur Propaganda und Agitation genutzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch heutzutage spezifizieren einige Medien die Kriminalit\u00e4t die von Muslimen ausgeht, berichten \u00fcber Ehrenmorde, Zwangsheiraten, kriminelle arabische Familienclans, sexuelle Bel\u00e4stigungen usw., und auch hier werden diese Berichte von bestimmten politischen Bewegungen, Parteien sowie islamfeindlichen Blogs, WhatsApp- und Facebook-Gruppen ausgeschlachtet und f\u00fcr ihre Propaganda missbraucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum anderen f\u00e4llt mir aber auch der ungezwungene Umgang des Rabbiners mit den Begrifflichkeiten seiner Religion auf. Offen stellt er im weiteren Verlauf des Artikels (<a href=\"http:\/\/www.bloggen.be\/jesjoeroen\/archief.php?ID=1960941\">den man \u00fcbrigens hier komplett nachlesen kann &gt;&gt;<\/a>) die Torah, den Talmud und den Schulchon Oruch (Zusammenfassung der j\u00fcdischen Gesetze) als h\u00f6chstes Gut und als einzig wahres Gesetz f\u00fcr die Juden dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber (und dies halte ich f\u00fcr den pr\u00e4gnantesten Teil des Artikels) er weist die Verantwortung f\u00fcr die niedere sittliche Lage einiger Juden nicht von sich, sondern ermahnt seine Glaubensgenossen, den eigenen Nachwuchs wieder nach religi\u00f6sen Werten zu erziehen und Misset\u00e4ter innerhalb der j\u00fcdischen Gemeinde zur Verantwortung zu ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geholfen hat es letztendlich nichts. Keine 3 Jahre sp\u00e4ter hatte Hitler mit seiner NSDAP bereits die Macht ergriffen und damit das gr\u00f6\u00dfte Verbrechen der Menschheit an den Juden eingel\u00e4utet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen freilich alle, dass wir die wahren Islamhasser nicht von ihrem Hass befreien k\u00f6nnen, nur weil wir Verantwortung f\u00fcr die Missetaten einiger unserer Glaubensgenossen \u00fcbernehmen oder durch Predigten die Kriminalit\u00e4tsrate unter Muslimen zu senken versuchen. Der wahre Islamhasser, wie der wahre Antisemit, hasst so oder so und sieht in spezifischen Medienberichten lediglich eine Best\u00e4tigung und ein Mittel zur Agitation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber diejenigen, die die Islamhasser agitieren wollen, die nicht prim\u00e4r aus einem Islamhass heraus politisch handeln, sondern aus einer Angst heraus, die durch die Propaganda der Islamhasser erst angefacht wird, diejenigen k\u00f6nnen wir erreichen, indem wir ihre \u00c4ngste ernst nehmen oder zumindest Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr aufbringen, dass Menschen allgemein Fremdem gegen\u00fcber einfach skeptischer und unaufgeschlossener sind. Denn wenn diese Menschen erleben, dass sie von uns als gesellschaftliches Feindbild aufgefasst werden, dann best\u00e4tigt sich damit nur die Propaganda der Islamhasser.<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_3666\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"3666\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im j\u00fcdischen Jahr 5692 (1930-1931), also knapp 3 Jahre vor Hitlers Machtergreifung, ver\u00f6ffentlichte der Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft seine Monatsschrift f\u00fcr Judentum in Lehre und Tat. 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