{"id":49,"date":"2015-01-30T09:56:16","date_gmt":"2015-01-30T09:56:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=49"},"modified":"2021-03-29T10:56:09","modified_gmt":"2021-03-29T10:56:09","slug":"kartoffelbrei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/kartoffelbrei\/","title":{"rendered":"Kartoffelbrei"},"content":{"rendered":"<p><em>von Yahya ibn Rainer<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man soll als guter Muslim und Ehemann ja eigentlich nicht vor Fremden \u00fcber seine Frau sprechen, aber gestattet mir hier eine Ausnahme, weil es im Kerne nicht wirklich um die Mutter meiner zwei S\u00f6hne geht, sondern um die Kartoffel. NEIN, nicht um mich, sondern um den Erdapfel, die Grundbirne, die Solanum tuberosum, des Deutschen liebste Beilage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->K\u00f6nnt ihr euch noch an die Thesen des Thilo Sarrazin erinnern? Intelligenz wird genetisch vererbt, deswegen sind Christen und Juden intelligent und Muslime sind eben dumm. Tr\u00e4ger dieser Intelligenz ist ein Gen, welches sich z.B. alle Juden miteinander teilen. Basken haben das auch, also nicht das Juden-Gen, sondern ein eigenes, ein Basken-Gen.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">Aber sind wir doch mal ehrlich, ein einziges gemeinsames Gen? Das ist doch nicht viel, oder? Da habe ich doch eine viel gr\u00f6\u00dfere Gemeinsamkeit mit meinen Vorfahren. Ach, ihr wusstet es noch nicht? Ich bin auch eine Kartoffel. 30% meines gesamten Erbguts habe ich mit ihr gemeinsam und wir haben auch beide genau 46 Chromosomen, \u2026 die sogenannten \u201cMenschen-Affen\u201d haben \u00fcbrigens 48.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Und so dumm sind unsere muslimischen Migranten hier in Deutschland dann auch wieder nicht, denn die wussten das schon vor geraumer Zeit, \u2026 manche ehrten mich sogar schon zu meiner Schulzeit mit dem Namen meiner Vorfahren.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ich schweife ab!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht hier, wie gesagt, nicht um mich, sondern in erster Linie um die Knollen dieser Nutzpflanze, die zur Familie der Nachtschattengew\u00e4chse (Solanaceae) geh\u00f6rt, ebenso wie die Paprika und die Tomate. Und Umm Adam, meine treue Seele und aufrichtige Liebe, soll Gegenstand der Einleitung sein, die, wie ich gerade sehe, ziemlich lang geraten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umm Adam ist \u00c4gypterin. Sie lebte, lernte und studierte ihr gesamtes bisheriges Leben zwischen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Al-Mansura\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mansoura<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kairo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kairo<\/a> in \u00c4gypten und wanderte erst im Oktober 2008 aus, um in Deutschland bei ihrem Ehemann zu leben, der sie ca 6 Monate zuvor in Kairo\/\u00c4gypten geheiratet hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider ist es allzu oft so, dass in binationalen Ehen eine Kultur dominiert und die andere sich unterordnet. Speziell in muslimischen Ehen mit einem deutschen Partner nimmt oft die Kultur orientalischem Ursprungs die dominantere Rolle ein, weil mit der arabischen, t\u00fcrkischen oder indonesischen Kultur oft auch eine islamische Kultur assoziiert wird. Aus pers\u00f6nlicher Erfahrung wei\u00df ich aber, dass auch die arabische und die t\u00fcrkische Kultur zum Teil alles andere als islamische Bestandteile hat., aber im Gegensatz zur deutschen werden sie -auch heute noch- reichlich gepflegt und stolz pr\u00e4sentiert. Wir Deutschen, vor allem die j\u00fcngeren Generationen, haben z.B. mit der deutschen Esskultur nicht mehr viel am Hut. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tafelspitz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tafelspitz<\/a> halten viele f\u00fcr eine Hunderasse, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kohlroulade\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kohlroulade<\/a> isst man im Miniformat als <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sarma_%28food%29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lahana Sarmasi<\/a> lieber beim T\u00fcrken und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sauerbraten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sauerbraten<\/a> scheint vollkommen aus dem Ged\u00e4chtnis des heutigen deutschen Fastfood- und D\u00f6nertempel-Konsumenten gestrichen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei haben wir Kartoffeln \u00e4\u00e4h Deutschen eine sehr schmackhafte und deftige K\u00fcche. Ich zumindest wollte mich nicht von der \u00e4gyptisch-arabischen&nbsp; dominieren lassen und versuchte offensiv gezielt deutsche K\u00fcche in unserem Haushalt zu etablieren. Dabei bemerkte ich, dass ich gar nicht allzu offensiv agieren musste. Meine gute Seele war recht offen f\u00fcr neue kulturelle Abenteuer, wenn auch ein wenig skeptisch, denn immerhin h\u00e4lt sich im muslimischen Kulturraum hartn\u00e4ckig das Vorurteil, dass deutsche Esskultur <em>Bier, Schweinshaxe und Sauerkraut<\/em> bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Womit ich meine Frau letztendlich aber vollkommen verzaubern und \u00fcberzeugen konnte, dass war auch f\u00fcr mich sehr \u00fcberraschend. Als ich das erste mal richtigen deutschen Kartoffelbrei zum Mittag machte, da erlebte ich die wohl gewaltigste Geschmacksexplosion, die meine Frau in meiner Gegenwart jemals hatte. Seit diesem Zeitpunkt gibt es jede Woche mindestens einmal Kartoffelbrei im Hause Ibn Rainer. Dabei ist diese Beilage alles andere als vielf\u00e4ltig gew\u00fcrzt und umst\u00e4ndlich zubereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber f\u00fcr euch, meine geehrten Geschwister und Mitleser, die noch nie einen richtigen deutschen selbst gemachten Kartoffelbrei gegessen haben, werde ich hier mal das simple Rezept offenbaren. Was wir brauchen -f\u00fcr etwa 3 Personen- ist folgendes:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>1.<\/strong> Einen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kartoffelstampfer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kartoffelstampfer<\/a> oder eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kartoffelpresse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kartoffelpresse<\/a>. (Ich benutze eine Presse, \u00e4hnlich wie <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?um=1&amp;hl=de&amp;biw=1600&amp;bih=658&amp;tbm=isch&amp;sa=1&amp;q=kartoffelpresse&amp;aq=f&amp;aqi=g1&amp;aql=&amp;oq=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diese<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>2.<\/strong> 2kg Kartoffeln (mehligkochend)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>3.<\/strong> ca 50-100g Butter (je nach Geschmack)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>4.<\/strong> ca 0,5l Milch (f\u00fcr die gew\u00fcnschte Konsistenz)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>5.<\/strong> ca 1 Teel\u00f6ffel geriebener Muskatnuss<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>6.<\/strong> ca 5 Teel\u00f6ffel Salz f\u00fcr das Kochwasser und ca 2-4 Teel\u00f6ffel Salz f\u00fcr den Brei<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mengen sind allesamt Sch\u00e4tzwerte. In der Praxis hat sich, bei niedriger Buttermenge, ein guter Schuss gutes Oliven\u00f6l geschmacklich bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als erstes w\u00e4scht man die Kartoffeln und legt sie ungesch\u00e4lt ins kalte und gut gesalzene Wasser eines ausreichend gro\u00dfen Topfes. Diesen setzt man -mit Deckel- auf den Herd und l\u00e4\u00dft darin die Kartoffeln, je nach Gr\u00f6\u00dfe, 20-40 Minuten lang kochen. Dann gie\u00dft man das hei\u00dfe Wasser ab und schreckt die hei\u00dfen Kartoffeln mit kaltem Wasser ab. So l\u00f6st sich die Haut, was das Pellen erleichtert. Nun nimmt man die Kartoffeln aus dem Topf und die Butter kommt hinein. Darauf kommen dann die Kartoffeln, die man vorher von ihrer Pelle befreit hat. Entweder benutzt man die Presse, so das bereits der Brei im Topf und auf der Butter landet, oder man schmei\u00dft erst alle gepellten Kartoffeln in den Topf und stampft sie dann mit dem Kartoffelstampfer. Nun schaut man welche Konsistenz man gerne h\u00e4tte. Dementsprechend gie\u00dft man beim Stampfen Milch hinzu. Hat man eine Presse benutzt, dann r\u00fchrt man die Milch einfach unter den Brei<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende wird gew\u00fcrzt. Man muss einfach selber ein Gef\u00fchl daf\u00fcr entwickeln wie viel Muskatnuss und Salz in den Brei geh\u00f6rt, also immer flei\u00dfig abschmecken. Kartoffelbrei kann man vielf\u00e4ltig als Beilage benutzen. Es schmeckt zu gebratenen Fischgerichten, mit Spinat und Spiegelei, mit Bratwurst und Ketchup, aber man kann auch gerne experimentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Guten Appetit, afiyet olsun und bil hana wa shifa !<\/strong><\/p>\n<pre style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Post scriptum:<\/span> Bez\u00fcglich der Benutzung von Muskatnuss als Gew\u00fcrz ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass der Verzehr in gro\u00dfen Mengen giftig ist und zu Halluzinationen f\u00fchren kann. Aus diesem Grunde hat die Mehrheit der fr\u00fcheren Gelehrten die Muskatnuss als Khamr (Berauschendes) eingestuft, was gem\u00e4\u00df dem Hadith des Gesandten Allahs \u2013 Allah segne ihn und schenke ihm Heil \u2013 dazu f\u00fchrt, dass auch kleine Mengen davon als verboten gelten.<\/pre>\n<pre style=\"text-align: justify;\">Nur wenige Gelehrte, vor allem aus \u00c4gypten, vertraten die Ansicht, dass es in kleinen Mengen erlaubt sei. Diese Ansicht vertrat auch die 8. Konferenz des medizinischen Fiqh, die im Mai 1995 in Kuwait abgehalten wurde. Sie kam zu folgendem Urteil: \u201eBerauschende Substanzen sind har\u0101m und es ist nicht erlaubt, sie zu konsumieren, au\u00dfer zu einem spezifischen medizinischen Zweck und in der von einem Arzt festgelegten Menge. Doch sie sind an sich rein (t\u0101hir). Es ist nichts Falsches daran, Muskatnuss dazu zu verwenden um den Geschmack des Essens zu verbessern, in kleinen Mengen, die keinen Rausch oder Apathie verursachen.\u201c<\/pre>\n<pre style=\"text-align: justify;\">(<a href=\"http:\/\/islamqa.info\/en\/39408\">http:\/\/islamqa.info\/en\/39408<\/a>)<\/pre>\n<pre style=\"text-align: justify;\">Wer in dieser Sache sicher gehen m\u00f6chte, der kann anstatt einer Muskatnuss-Gew\u00fcrzmischung (wie in t\u00fcrkischen Gesch\u00e4ften \u00fcblich) auch Muskatbl\u00fcte (Macis) zum Abschmecken benutzen.<\/pre>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_49\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"49\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Yahya ibn Rainer Man soll als guter Muslim und Ehemann ja eigentlich nicht vor Fremden \u00fcber seine Frau sprechen, aber gestattet mir hier eine Ausnahme, weil es im Kerne nicht wirklich um die Mutter meiner zwei S\u00f6hne geht, sondern um die Kartoffel. 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