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5. Frage eines "Kritikers"

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von Yahya ibn Rainer

5. Wozu hat der ehemalige Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, während des Zweiten Weltkriegs mit Hitlers Segen auf dem Balkan die SS-Division „Handschar" aus Muslimen rekrutiert?

Mein Versuch einer Antwort:

Würde ich seine Frage wirklich nur stur nach Fragestellung beantworten, dann würde ein kurzes und knappes "Zur Bekämpfung der kommunistischen Partisanen auf dem Balkan!" vollkommen reichen. Deshalb wurde nämlich diese SS-Freiwilligen-Division ins Leben gerufen.

Aber das ist es nicht was er und seine PImatenfreunde lesen wollen. Ihn interessiert was wir Muslime dazu sagen, dass eine "muslimische Geistlichkeit" wie der Mufti von Jerusalem, eine "muslimische Kampfeinheit" für die Dienste in der nationalsozialistischen Waffen-SS rekrutierte. Diese Frage hätte nämlich tatsächlich ihre Berechtigung.

Um in dieser Sache den richtigen Ansatz zu finden, beginnen wir doch einfach mal mit diesem "Großmufti". Der Begriff Mufti steht für die Person, die als Beamter dem staatlichen Fatwa-Amt eines islamischen bzw muslimischen Staates vorsteht. Er ist sozusagen der höchste Staatsgelehrte zur Erteilung von islamischen Rechtsgutachten. Der Mufti wird in der Regel vom Kalifen bzw Sultan, und in neueren Staatsformen, wie der Türkei, Albanien oder Bosnien, von den staatlichen Religionsbehörden ernannt.

Beim genannten Mohammed Amin al-Husseini war das anders. Er wurde, obwohl wegen Aufwiegelung zum Mord in Abwesenheit zu 10 Jahren Haft verurteilt, vom ersten britischen Hochkommissar für Palästina, einem Juden namens Herbert Louis Samuel, begnadigt und zum Mufti von Jerusalem erklärt. Eine sehr undurchsichtige Angelegenheit, die wohl eher politisch motiviert war, als das sie in irgendeiner Weise etwas mit seiner fachlichen Kompetenz in islamischen Wissenschaften zutun hatte.

Wenn man den diversen historischen Aufzeichnungen Glauben schenken möchte, dann war al-Husseini ein Nationalist und ein mordender Hizbi (jemand der innerhalb der muslimischen Gemeinschaft parteiisch handelt). Er ließ sich zuerst in die Dienste des britischen Staates stellen und verbündete sich danach mit dem Deutschen Nazi-Reich. Er rekrutierte Muslime für eine Kufr-Armee und nutzte dafür wahrscheinlich sein Ansehen als Mufti aus, ein Mufti in den Diensten der Kuffar. Es gibt von ihm Abbildungen wie er den Hitlergruß praktiziert und er verseuchte den gesamten Nahen und Mittleren Osten mit den abendländischen Philosophien des Nationalismus und Rassismus. Paul Berman, us-amerikanischer liberaler Falke, schrieb in seinem Buch Terror und Liberalismus u.a. folgendes:

"Die gesamte muslimische Welt ist von deutschen Philosophien aus längst vergangener Zeit überschwemmt worden - den Philosophien des revolutionären Nationalismus und Totalitarismus, clever in muslimische Dialekte übersetzt. Lassen wir die Deutschen in der gesamten Region von Tür zu Tür gehen und eine Rückrufaktion durchführen. Sie können sich nützlich machen."

Ja, Mohammed Amin al-Husseini war, wenn die historischen Aufzeichnungen nicht lügen, ein schlechter Mensch und ein schlechter Muslim, wenn überhaupt.

Das die SS-Freiwilligen-Division Handschar aus Muslimen bestand ist zwar wahr, aber wichtig und aussagekräftig ist das nicht. Im 2. Weltkrieg mußte man sich als Muslim in den Kriegsgebieten leider für eine Seite entscheiden. Die SS-Freiwilligen-Division Handschar war nur eine von vielen Freiwilligen-Verbänden in der SS. Hierzu ist dieser>> Artikel bei Wikipedia ganz interessant. Hier einige Beispiele:

In Finnland das Finnische Freiwilligen-Bataillon in der SS-Division „Wiking (Konfession: Christen)
In Italien die 29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr. 1) und 24. Waffen-Gebirgs-(Karstjäger-)Division der SS (Konfession: Christen)
In Belgien die 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck" und 28. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Wallonien"
(Konfession: Christen)
In Dänemark die Freikorps Danmark in der SS-Division Totenkopf und die SS-Division Nordland
(Konfession: Christen)
In Frankreich die 33. SS-Division „Charlemagne"
(Konfession: Christen)

Das ist schier endlos weiterzuführen. Es gab weitere SS-Freiwilligenverbände in Norwegen, Niederlande, Serbien, Baltikum, Russland, Ukraine usw usf. Allesamt konfessionell Christen, insbesondere die Kosaken, die in der SS den XV. Kosaken-Kavallerie-Korps unterstellt waren. Es ist vollkommener Unsinn, den europäischen Faschismus oder den deutschen Nationalsozialismus irgendwie mit dem Islam und den Muslimen in Verbindung bringen zu wollen. Das waren mit überwältigender Mehrheit Christen, oder sie stammten zumindest aus einem christlich-abendländischen Umfeld, wie diese politischen Ideologien selber auch.

Muslime kämpften aber nicht nur auf Seiten der Nazis. In der Roten Armee dienten (leider) auch viele Muslime aus dem Kaukasus und Zentralasien. Einige liefen aber während der ersten Gefechte auf sowjetischem Boden zur Wehrmacht über, da viele ihrer Völker vom Stalinismus erniedrigt, verfolgt und unterdrückt wurden, die Nazis versprachen ihnen Befreiung. Aber auch in der britischen Armee und vor allem in der französischen Befreiungsarmee (Forces françaises libres) kämpften Muslime gegen die Faschisten, unter ihnen allein 100.000 Algerier (unter ihnen Ahmed Ben Bella), aber auch Muslime aus Tunesien, Marokko, Libyen, Tschad und Libanon. Die meisten Muslime kämpften wohl ungern in diesem Krieg der Europäer, hatten aber oft keine andere Wahl, da ihre Gebiete nunmal auch zu Kriegsgebieten wurden.

Nationalismus jeglicher Art ist eine Seuche, die die Europäer in die ganze Welt verbreitet haben. Orthodoxe Muslime wie wir verabscheuen den Nationalismus und das was er aus dem Nahen und Mittleren Osten gemacht hat. Parteien wie die Baath-Parteien in Syrien und Irak, aber auch in den anderen arabischen Staaten, sind ein Fluch für die Muslime und gehören abgeschafft, wie ihre ganzen Systeme.

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