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Gastbeiträge

Gastbeitrag: Die unsägliche Salafismus-Debatte

Die unsägliche Salafismus-Debatte
von Jil Abu Mahir

Wie ein 11 Monate junger Säugling bei seinen ersten Gehversuchen stolpern die Theologen der islamischen Fakultäten in Deutschland, die Medienlandschaft und die Damen und Herren Politiker nur so vor sich hin, wenn es um die sogenannten Salafisten geht. Mühselig und zappelig wird versucht, voranzugehen und die Frage zu klären, wer in Deutschland zur benannten Gruppe gehöre und was sie denn ausmache. Mal hört man eine Zahl zwischen 200 und 400, dann sind es plötzlich 4000. Bei dem Wachstum wird jedes Bakterium neidisch. Dann kürzlich die erste Verlautbarung, es könne sein, dass es noch viel mehr von ihnen gebe....nur seien sie politisch inaktiv, träten nicht öffentlichkeitswirksam im Internet oder auf Lies!-Ständen auf und seien ja ganz pazifistisch.

Es stellt sich die Frage:
Ist es jetzt eine völlig neue Gruppe oder gibt es sie schon länger?
Waren die eigenen populistischen, unwissenschaftlichen 'Kriterien' eben zu, ja, unwissenschaftlich und populistisch, um diese Frage zu beantworten?

Konkret: Warum wird nicht zur eigentlichen Frage zurückgegangen und erst einmal definiert, was Salafismus ist? Ist er Fundamentalismus? Ist er Orthodoxie? Ist er der sogenannte Wahabismus? Ist er Extremismus? Ist er eine Eigenständigkeit?

Wo bleibt die Differenzierung? Es ist wie mit dem 'Geist':
Mediation befreie den Geist. Natürlich. Alle wissen bescheid.

Denkste.
Keiner weiß es. Aber man ist zu hochnäsig, sich selbst nicht treu genug zuzugeben, dass man eine Abstraktivität wie den 'Geist' nicht definieren, nicht genau erläutern kann. Aber alle tun so, als wüssten sie, worum es geht bzw. worüber sie reden.

Selbiges beim Salafismus. Man warnt davor. Wovor? Keine Ahnung, das müsse man erst einmal genauer studieren, wissenschaftlich analysieren, soziologisch sondieren. Wer soll diesen Unsinn verstehen?

Diese Debatte ist gefüllt mit Unwissenheit, welche eine Schleife aus Ängsten vor dem Anderen trägt. Man macht erstmal Angst und stellt sich gar nicht die Frage, ob Angst überhaupt dahin gehört! Man gibt ja selbst zu nicht zu wissen, was das Phänomen überhaupt genau ist.

Wenn die Medien respektive Politiker diese Ausdrücke verwenden, ist es eine Sache. Man erwartet nicht ernsthaft, dass diese sich auskennen, besonders der recherchefaule Journalist in Deutschland, der gerne mal einfach alles in den Topf 'Islam' schmeißt und unfähig der Differenzierung ist. Ist auch nicht wichtig, es geht um Seitenklicks bzw. verkaufte Auflagen. Da man ethisch ohnehin nicht darum bemüht bzw. in der Bringpflicht ist, moralisch korrekt Aufklärungsarbeit zu leisten, empfehlt es sich aus wirtschaftlichen Gründen eher, mit Ängsten zu hantieren, „Salafisten an Koranständen" auf das Titelbild zu schreiben und jut is'. Verkauft sich prima. Verständlich.

Ich erinnere mich noch sehr genau an einen Bekannten, welcher an einer Demo gegen das Assad-Regime teilnahm. Er träg Bart und an diesem Tag einen Männerrock a lá Wüstenstaat. Genau er landete dann auf das von einem Kameramann eines bekannten Magazins gedrehte Videomaterial und drei mal dürft ihr Raten, wie die Überschrift vom Video war: „Salafisten demonstrieren in Berlin gegen das Assad Regime" *double facepalm*

Von den Politikern muss ich nicht reden. Sie haben ebenso versagt, Differenzierungsarbeit zu leisten. Nein, es reicht nicht zu sagen, dass es A) die bösen gewalttätigen 'Salafisten' gebe und B) die bösen nichtgewalttätigen 'Salafisten'. Das ist ein Witz, da ja, wie man vor kurzem in Osnabrück bekannt gab, nicht einmal an den islamisch theologischen Fakultäten zu wissen, was diese denn seien! *tripple facepalm*

Was bleibt ist eine Debatte, wie sie unwissenschaftlicher, untheologischer und erkenntnisverdrossener kaum sein könnte.

Ich persönlich denke nicht, dass sich daran in den nächsten Jahren etwas ändern wird. Denn wenn man erstmal das Phänomen kennt, kann weniger Medienhetze und Propaganda geführt und weniger Ängste geschürt werden. Vielleicht habe ich ja auch Unrecht, alle meinen es gut mit dem deutschen Michel, man bereitet das ganze professionell auf und man weiß ja dann, was Salafisten sind und was denn der Wahabi mit dem Sunni mit dem Orthodoxen mit dem Fundamentalisten mit dem was auch immer zu tun hat.

Und sicherlich, bei Allāh ist Zuflucht zu suchen und Hilfe zu erbitten.

_________________________________

Der Gastautor Jil Abu Mahir studiert seit dem Wintersemester 2012/2013 Islamwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt und informiert regelmäßig über seine Erlebnisse und Eindrücke via Facebookprofil und Twitter-Account. Abonnieren lohnt sich ...

Als Beilektüre empfehle ich noch diesen Bericht eines Teilnehmers an einer Tagung zum Thema "Salafismus in Deutschland: Entstehung, Radikalisierung, Prävention", die kürzlich am Institut für Islamische Theologie (IIT) an der Universität Osnabrück stattfand. Ich könnte mir gut vorstellen, dass mein Gastautor u.a. auch von Berichten wie diesem zu seinem Beitrag motiviert wurde.

Gastbeiträge betreffend

Wie einige meiner Leser vielleicht wissen, ist dieser Blog auch offen für Gastbeiträge jeglicher Art. Sicherlich nehme ich als Administrator dieses Blogs meine Verantwortung wahr und lese die Gastbeiträge vorher und lasse dem Verfasser ggf. auch Kritik diesbezüglich zukommen. Nicht alles wird auf diesem Blog gepostet, aber es muss auch nicht unbedingt immer vollkommen meiner eigenen Meinung oder Gesinnung entsprechen.

Ich sehe grundsätzlich Blogs als ein gelungenes Mittel an, strittige Ansichten, Meinungen und auch rhetorische Stile konstruktiv zu diskutieren. Ein Zurechtbiegen oder Zensieren von Gastbeiträgen lehne ich eigentlich ab. Nutzt also ruhig die Kommentarfunktion und lasst den Verfasser des jeweiligen Textes wissen was ihr dazu zu sagen habt. Solange eine gewisse Etiquette eingehalten wird, ist jegliche Kritik gern gesehen und wird natürlich nicht gelöscht. Zudem habe ich vor einiger Zeit auch die Freischaltungsfuktion deaktiviert, somit werden Kommentare auch sofort zu sehen sein. Das werde ich solange beibehalten, bis es von PImaten und ähnlichem Gesocks schamlos ausgenutzt wird.

Hier ein Auszug aus meinem Impressum, für jeden der es bisher noch nicht kannte:

"Alle Texte, die auf diesen zwei Blogs (www.al-adala.de & www.blog.al-adala.de) erscheinen, entsprechen inhaltlich nicht immer meiner eigenen Meinung und Gesinnung. Das gilt vor allem für Texte, die nicht von mir persönlich verfasst wurden."

 

Gastbeitrag: Der verschmähte Kommentar

Peinlich, peinlicher, Islamische Zeitung! Es heißt ja immer, dass die pösen Salafisten der Ansicht seien, nur sie würden den wahren Islam kennen und praktizieren und alle anderen wären aus dieser Wahrheit ausgeschlossen. Ich möchte das nicht kategorisch verneinen, aber diejenigen unter ihnen, die wirklich so denken sind nicht allein in ihrer Welt. Es gibt noch viele weitere Gruppen, Gruppierungen und Parteien, die anscheinend die Wahrheit mit Löffeln verabreicht bekommen und deshalb keinen Ratschlag dulden. Eine dieser Gruppen ist z.B. die Murabitun-Sekte, die in den 70er Jahren von einem schottischen Schauspieler namens Ian Dallas gegründet wurde. So begab es sich am 18.10. dieses Jahres, dass die Islamische Zeitung (deren Chefetage samt und sonders dieser Gruppierung zugehörig ist) eine Art Fatwa (>>) von dem Murabitun-Schaikh Habib Bewley (wer kennt ihn nicht?) abdruckte, die inhaltlich dem Hadschi den Besuch des Prophetengrabes auferlegt (Zitat: "Und dies ist ein Punkt, bei dem kein Hadschi meinen sollte, er könnte darauf verzichten. Denn durch dieses Besuch wird seine Pilgerfahrt vollendet."). Der Bruder Abdullah al-Maghrebi las den Artikel und nutzte die Gunst der Stunde für eine Nasiha (Ratschlag), die er über die offene Kommentarfunktion abgab. Um es vorweg zu nehmen: Der Kommentar wurde nicht freigeschaltet ... Nasiha nicht von Nöten! Nun gibt es aber noch Al-Adala.de, dachte sich der werte Bruder, und schwupps ... hier ist das verschmähte Schriftwerk:

Gastbeitrag von Abdullah al-Maghrebi

Der verschmähte Kommentar

Ohne die Reise zum Gesandten Allahs in Medina ist keine Hadsch wirklich vollständig" - mit dieser Aussage sollte man etwas vorsichtig sein. Die zu verrichtenden Säulen, damit eine Hadsch ihre Gültigkeit erreicht, sind vier: der sogenannte Weihe-Zustand (Ihram), der Tawaaf (Umrunden der Kaaba), das siebenmalige Umhergehen zwischen den beiden Hügel Safa und Marwa (Sa'i) und der Aufenthalt in Arafah. Verrichtet der Gläubige diese vier Säulen mit ihren dazugehörigen Vorschriften, so ist seine Hadsch schari'a-Gemäß und er hat die fünfte Säule des Islams verrichtet. Dies ist die Priorität und man sollte es - besonders den körperlich schwachen Gläubigen - nicht schwerer machen als es ist.

Doch zweifellos ist ein Besuch Medinas mindestens mustahab, also empfehlenswert. Jedoch sollte man innerlich lediglich die Absicht hegen, in der Prophetenmoschee zu beten, da ein authentisch überlieferter Bericht, der bei Muslim (3441) verzeichnet ist, darauf hinweist, dass ein Gebet in der Prophetenmoschee besser ist, als tausend Gebete woanders (mit Ausnahme in Mekka).

Zudem sollte angemerkt werden, dass von einigen Rechtsgelehrten sämtliche Überlieferungen über den Besuch des Prophetengrabes als schwach (da'if) und teilweise sogar als erfunden (mawdu') klassifiziert wurden.

Beispielsweise der von Ihnen erwähnte Hadith: "Wenn ihr die Hadsch verrichtet und mich nach meinem Tod besucht, so wird es sein, als hättet ihr mich in meiner Lebenszeit besucht und begleitet." Dieser Hadith wurde beispielsweise von Rechtsgelehrten wie Imam Adh-Dhahabi (Lisan Al-Mizan 4/285), Ibn Hajar und Ahmad Ibn Taimiya (At-Tawassul wal Wassila s. 134) als sehr schwach eingestuft. Der Rechtsgelehrte Ahmad Ibn Taimiya führte sogar noch weiter aus:

„Alle Ahadith über das Besuchen seines Grabes sind schwach (da'if) und man darf sich in Angelegenheiten der Religion  nicht auf sie stützen. Dies ist auch der Grund, warum keiner der Autoren der Sahih- und Sunnan-Bücher sie überhaupt erwähnen. Sie wurden nur von denen überliefert, die mitunter schwache Ahadith überlieferten, wie Daraqutni, al-Bazzar und andere."

Das heißt jedoch nicht, man solle das Grab des Gesandten Gottes - salla lahu 'alaihi wa sallam - nicht besuchen. Ahmad Ibn Taimiya sagte, dass dies sogar mustahab (empfehlenswert) ist, solange es nicht mit abstoßenden Handlungen und Erneuerungen (Bid'a) verbunden ist. Jedoch sollte man sich nicht ausschließlich aufgrund des Grabbesuches auf die Reise begeben, da eine authentische Überlieferung existiert, die bei Bukhari (1189) verzeichnet ist, die besagt:

"Eine Reise gilt nur für drei Moscheen: Al-Masjid Al-Haram, die Moschee des Gesandten Allahs - salla lahu 'alaihi wa sallam - und Al-Masjid Al-Aqsa."

Der Hadith-Forscher Muhammed Nasiruddin Al-Albani sagte hierzu: "Dieser Hadith beschreibt nicht nur ein Verbot andere Moscheen zu besuchen, wie viele Menschen denken. Er beinhaltet auch ein Verbot aufzubrechen, um jeden anderen Platz zu

besuchen, von dem die Leute denken, dass er sie näher zu Allah bringen wird, egal ob er eine Moschee ist, ein Grab oder jeder andere Platz. Dies wird durch den Hadith von Abu Hurairah angedeutet, der sagte: "Ich traf Basrah ibn Abi Basrah al-Ghifari und er fragte mich: 'Von wo kommst du?' Ich sagte: 'Aus al-Tur (Sinai).' Er sagte: 'Wenn ich dich getroffen hätte, bevor du aufgebrochen wärst, wärst du nicht dorthin gegangen! Ich hörte den Gesandten Allahs - salla lahu ´alaihi wa sallam - sagen:  'Reise nicht, außer zu den drei Moscheen...' "

In ihrem letzten Absatz geben sie noch einen Bericht von Al-Utbi wieder. Man sollte an dieser Stelle unbedingt unterstreichen, dass ein Traum oder eine Vision eines normalen Menschen kein Beleg und keinerlei Beweiskraft in der islamischen Jurisprudenz darstellt.

Möge Allah, der Allbarmherzige, die Hadsch der vielen Millionen Pilger annehmen und uns allesamt ein gesegnetes Opferfest erreichen lassen. Amin.

AMIN

Gastbeitrag: Die Lebensgeschichte des Gesandten Allahs

Gastbeitrag von Steffen


Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

Sag: O ihr Menschen, ich bin der Gesandte Allahs an euch alle,
Dem die Herrschaft der Himmel und der Erde gehört. Es gibt keinen Gott außer Ihm.
Er macht lebendig und läßt sterben. So glaubt an Allah und Seinen Gesandten,
den schriftunkundigen Propheten, der an Allah und Seine Worte glaubt,
und folgt ihm, auf daß ihr rechtgeleitet sein möget!

(Qur´an 7:158)


Zur Biographie des Gesandten Allahs ist auf durus.de eine Unterrichts-Reihe von Neil bin Radhan vollständig verfügbar:
-> "Sirah - Die Lebensgeschichte des Propheten Muhammad " (Teil 1 - 76)

Eine Übersicht einzelner Vortragsthemen ermöglicht diese -> playlist, über welche die meisten Teile der Serie (1 - 67) ebenfalls abrufbar sind.


Für einen ersten Eindruck hier zwei Vorträge aus der Reihe:

Sirah - Teil 6_1: Beginn der Offenbarung

 

Sirah - Teil 15: Die Spaltung des Mondes


Sag: Gewiß, ich bin ja nur ein menschliches Wesen gleich euch;
mir wird (als Offenbarung) eingegeben, daß euer Gott ein Einziger Gott ist.
Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll rechtschaffen handeln
und beim Dienst an seinem Herrn (Ihm) niemanden beigesellen.
(Qur´an 18:110)

 

Dieser Beitrag erschien ebenfalls in einem muslimischen Forum, in einem Strang mit dem Titel Der Gesandte Allahs

Gastbeitrag: Von der Erkenntnis zum Bekenntnis

Kürzlich bekam ich von unserem Bruder Steffen, von dem auf diesem Blog bereits ein Gastbeitrag vorhanden ist, eine Email mit folgendem Inhalt:

Bitte prüf´ doch mal, ob sich folgender Beitrag zur Veröffentlichung auf al-adala eignet! Ich finde die dort geschilderte Begebenheit sehr bemerkenswert, vielleicht könnte das die Kategorie -Gastbeiträge- auf Deinem Blog ergänzen.
...
(schriftliche Genehmigung des Autors zum uneingeschränkten Zitieren liegt vor - anbei)

Es handelt sich um einen Auszug aus dem Buch "Zwischen allen Stühlen - Ein Deutscher wird Muslim" von Christian H. Hoffmann, erschienen 1995 im Bouvier Verlag zu Bonn.

Christian H. Hoffmann:
⋅ Jahrgang 1948, Studium der Germanistik und Anglistik, Dipl.-Volkswirt
⋅ zum Zeitpunkt der folgenden Ereignisse Referent für Öffentlichkeitsarbeit in der CDU-Bundesgeschäftsstelle, Bonn
⋅ 1974 bis 1979 (unter den CDU-Generalsekretären Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler) Referent in der Planungsgruppe

Sodann:

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Gastbeiträge sind weiterhin gern gesehen

Ich möchte noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass Gastbeiträge auf Al-Adala.de gern gesehen sind. Inhaltlich können sich solche Beiträge in allen Themenbereichen bewegen, die man bereits auf meinem Blog gewohnt ist. Also Islamische Themen (Aqidah, Fiqh, Tazkiyah, Geschichte usw.) ebenso wie Politik, Gesellschaft, Literatur, Poesie, Ernährung, Freizeit oder Themen betreffend den Religionen der Schriftbesitzer.

Vorraussetzung sind eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik, sowie ein lesefreundlicher Schreibstil. Inhaltlich sollte aller Anstand gewahrt bleiben und natürlich auch Abstand von strafrechtlich relevanten Aussagen genommen werden.

Ich werde diesen Blogeintrag links im Menü "Reihen und Serien auf Al-Adala.de" hinzufügen und vergangende sowie zukünftige Gastbeiträge hier verlinken -inschaAllah-.

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Gastbeitrag: Das Ohrfeigengesicht vom Dienst – Aiman Mazyek

Gastbeitrag von Abdullah Al-Maghrebi

Wer des Öfteren zu Hause durch die TV-Kanäle zappt, kennt das Phänomen. Man sieht TV-Shows wie Dschungelcamp, DSDS oder der Bachlor und der eigene Körper gibt immer dieselben Symptome von sich: Schamesröte ertönt im Gesicht, man schüttelt den Kopf, schlägt sich vielleicht sogar die Hände vor’s Gesicht. Fremdschämen nennt man dieses Verhalten. Das heißt, man schämt sich als Unbeteiligter für etwas Bestimmtes, was eine dritte Person tut, während diese Person sich selbst meist nicht für ihr peinliches Handeln schämt. Diese Fremdscham, die ich für gewöhnlich empfinde, wenn ich mir diverse Gestalten ohne Selbstachtung im TV betrachte, empfand ich auch nun beim Lesen eines Interviews der Tagesschau mit dem selbsternannten Sprecher der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek. Viele Mainstream-Medien verfassten kritische Artikel zu dieser intransparenten Studie über junge Muslime in Deutschland, darunter der SPIEGEL und die ZEIT, und selbst Politiker der verschiedensten Parteien verurteilten teilweise sogar scharf diese sinnfreie Studie. Doch anders der Vorsitzende des meist im Verteidigen des Islams unauffällige Zentralrat der Muslime Aiman Mazyek.

Hündig ergebener Ja-Sager

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Gastbeitrag: Die Islamisten! – neuer Wind in Marokkos Politik

Gastbeitrag von Abdullah Al-Maghrebi

Es ist zweifellos die reinste Genugtuung mit anzusehen, wie der Fall der arabischen Despoten während des arabischen Frühlings einen neuen Aufschwung der sogenannten Islamisten mit sich zog. Jahrzehntelang schien die arabische Welt - insbesondere in Nordafrika - zu stocken. Von Entwicklung und Fortschritt konnte kaum die Rede sein. Obwohl Länder wie Algerien und Libyen ein immenses Vorkommen an Bodenschätze, insbesondere an Erdöl und Erdgas vorweisen können, fragt man sich, wieso dennoch ein Großteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt. Man sollte sich nur mal über folgendes paradoxes Bild einige Gedanken machen: Slums mit "Häusern" aus Blech und Lehm stehen gigantische, exquisite Paläste gegenüber. Paläste, von denen Queen Elisabeth II. nur träumen könnte und in denen sogenannte "Staatsführer" hausen. Könnte man sich ein solches gesellschaftliches Bild in Deutschland vorstellen? Wohl er nicht. Unmenschen wie Muammar Gaddafi, Hosni Mubarak und "Zine Al-Fasiqin" Ben Ali bereicherten sich selbst am gottgegebenen Reichtum des Staatsterritoriums und beteiligten am Reichtum hier und da mal den und jenen, um die eigene Macht zu erhalten und zu pflegen. Westmächte wie die USA "spendeten" hierzu jährlich 1,3 Milliarden (!) US-Dollar an Mubarak, um das Militär zu stärken. Militärdeckung, ja, das ist der Hauptgrund, weshalb Despoten wie Mubarak jahrzehntelang an der Macht stehen konnten. Für die Entwicklung und den Wohlstand wurde (oder wird) nichts getan, stattdessen gibt es zwei Schichten in diesen Ländern: die reichen und die verdammt armen. Korruption, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Perspektivlosigkeit...das sind Schlagwörter, die die Lage vieler arabischer Länder genau definieren. Dessen ungeachtet konnten sich westliche Staatsführer immer mit einem breitem Lächeln mit den Despoten der arabischen Länder Hände schüttelnd ablichten lassen. Was ja grundsätzlich kein Problem ist, da genau dies ja Politik definiert: stets die eigenen Interessen vertreten. Wenn auch unmoralisch und heuchlerisch. Doch um das Kind beim Namen zu nennen: Die Unterdrückung und Tyrannisierung der arabischen Länder durch Despoten war für den Westen notwendig. Dazu später mehr.

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Gastbeitrag: Eine letzte Nasiha …

Der folgende Beitrag stammt von Abdullah Al-Maghrebi, einem Mitarbeiter des scheidenden muslimischen Nachrichtenblogs Dawa-News. Es handelt sich um seinen letzten Eintrag auf der dortigen Plattform und ich teile diesen nur allzu gern.

Eine letzte Nasiha ...

Bevor die Seite endgültig schließt, möchte ich noch den muslimischen Geschwister, speziell den Schabab, einen letzten, inschallah guten Ratschlag mitgeben. Ich will niemanden hier angreifen, nein, vielmehr geht diese Nasiha zu allererst an mich selbst. Nun,

Was ist eine Nasiha?

Nasiha ist ein guter Ratschlag und vom Gesandten Allahs - Sein Frieden und Segen seien auf ihm - wird überliefert: "Ad-Din An-Nasiha", sprich: Die Religion ist Nasiha. Jemandem in dieser Dunja einen guten Ratschlag mit auf den Weg zu geben ist also eine wertvolle Tat im Islam (mehr hierzu), und dies versuche ich inschallah mal zu tun.

Der Luftballon-Effekt

Wir alle haben noch den Höhenflug vor Augen: Es war die Zeit, in der wir die Religion Allahs gerade kennengelernt haben, gerade eben haben wir auf Youtube einen seltsamen aussehenden, bärtigen Mann über den Islam sprechen gehört, und das auf deutsch!! Wir lernten gerade die Gebetswaschung und waren voller Aufregung, die ersten deutschsprachigen Bücher wurden gekauft und täglich sah man sich im Internet Vorträge über den Islam an, die immer mehr zunahmen. Doch was ist geschehen? Mit der Zeit flachte die Euphorie ab und man sah alles als selbstverständlich an. Es ist tatsächlich ein Problem, das viele sowohl konvertierte Geschwister, als auch geborene Muslime, die den Islam erst später angefangen haben richtig zu praktizieren, erleben: Anfangs schwebte man wie ein Luftballon durch die Lüfte, doch wie der Luftballon langsam sinkt, so sinkt auch langsam die Euphorie und man steigt langsam von der Wolke sieben hinunter. Was ist geschehen? Am Luftballon ist das physikalisch schnell zu erklären, aber mit dem Muslim...?

Hängengeblieben

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Gastbeitrag: Fotostrecke Teil 2: Kairo im Februar 2011 - Mubarak ist Geschichte

Gastbeitrag von Zeitzeuge

04Ich freue mich, der Fotostrecke vom Tahrir Platz in diesem denkwürdigen Februar 2011 hiermit eine zweite folgen lassen zu können und danke unserem Zeitzeugen herzlich, dass er uns freundlicherweise weitere Fotos zur Verfügung stellte. Die Aufnahmen datieren diesmal aus dem Zeitraum unmittelbar vor und nach dem Rücktritt Präsident Mubaraks und während die Szenen und Gesichter in Teil 1 (>>) die Anstrengung, Brisanz und Gefahren jener schweren Tage der Verteidigung des Platzes spiegeln, so dürfen wir nun an der (Vor-) Freude und Erleichterung teilhaben, welche die Menschen mit diesem Rücktritt verbinden.

Wiederum leben die Bilder von der Authentizität, zeichnen Momentaufnahmen aus sehr bewegten Tagen, ungestellt, ehrlich, berührend. Gern nimmt man als Betrachter Anteil an Erleichterung und Glück der Menschen angesichts ihres Erfolges, welcher so schwer und verlustreich errungen wurde. Die Aufnahmen lassen uns teilhaben an der Euphorie jener Tage, welche menschlich so verständlich ist nach Jahrzehnten des Unrechts in einem durch absolute Willkür, flächendeckende Bespitzelung und die Finsternis der Folterkeller gekennzeichneten System.
Und so finden selbst Bilder vom Grossreinemachen auf dem Tahrir-Platz, scheinbar so profan, einen Platz in dieser Fotostrecke, weil sie (neu erwachten) Gestaltungswillen und Verantwortungsbewusstsein der Menschen für sich und das Land symbolisieren und auch ein Gefühl von Aufbruchstimmung: Erneuerung - Reinigung - Wende zum Besseren insha´ Allah. Und auch, dass die Strassen der Kämpfe am Tahrir-Platz wieder ihrer Bestimmung zugeführt werden, dass Wurfgeschosse wieder zu Wegen werden, hat viel Symbolik und eine im Bild dokumentierte Losung bringt das Selbstverständnis der Menschen wohl auf den Punkt: "Yesterday I was demonstrator - Today I build Egypt."

Dabei fällt auf, dass bei aller Freude, ja Euphorie, die Szenen nie oberflächlich wirken. Vielmehr scheint bei den Menschen selbst im Glücksgefühl der Erleichterung eine gewisse Ernsthaftigkeit und Tiefe mitzuschwingen - vielleicht erklärbar aus den jüngsten Anstrengungen des Aufbegehrens und der Verteidigung, vielleicht selbst im Moment der Befreiung ein Anklang von Trauer und Pietät angesichts der vielen Toten und Verletzten, möglicherweise aber auch Nachklang bzw. Wundmal des Lebens im repressiv islamfeindlichen System Mubaraks, welches der Westen über Jahrzehnte hofierte und finanzierte. Schamlos, dass mit Clinton und Westerwelle eben dessen Repräsentanten nur Tage später ausgerechnet den Tahrir-Platz und dessen Verteidiger als Kulisse für ihre Zwecke zu vereinnahmen suchten...

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Gastbeitrag: Ein Blick in den "Tafsir Ibn Kathir" des Al-Tamhid-Verlags

Gastbeitrag / Rezension von Tariq
zum Buch: Tafsir ibn Kathir - Qur´anexegese

Tafsir Ibn Kathir - Qur'anexegese
1. Auflage, übersetzt von Mohamed Benhsain, erschienen im Al-Tamhid-Verlag 2011.

Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht    Name:	book.jpg  Hits:	24  Größe:	9,9 KB  ID:	2820Die Übersetzung dieses Werkes hätte ohne Zweifel einen Meilenstein in der Entwicklung der deutschsprachigen Islamliteratur darstellen können, wäre es doch die wohl erste größere Übersetzung eines klassischen islamwissenschaftlichen Werkes ins Deutsche gewesen. Welch eine Bereicherung und welch ein Vorbild hätte dieses Werk auf einem Markt darstellen können, welcher von durch Laien verfasste und zusammengestellte, oder aus dem Englischen übersetzte Titel beherrscht wird! Doch die Anforderungen an jene, die sich an ein solches Projekt wagen sind hoch. Besitzen sie die Fähigkeit zum präzisen und wissenschaftlichen Arbeiten und haben sie das handwerkliche Rüstzeug, um mit diesem Vertrauensgut verantwortungsvoll umzugehen? Das ist die Frage die sich stellt, denn wenn dies nicht der Fall ist, so wird das Produkt der Bezeichnung „Übersetzung“ niemals gerecht werden können, vielmehr wird es eine halbgare Zusammenfassung, Wiedergabe oder Ableitung sein, und genau das ist leider die vorliegende Übersetzung von Mohamed Benhsain geworden.

 

Gastbeitrag: Fotostrecke - Kairo Tahrir-Platz im Februar 2011

Gastbeitrag von Zeitzeuge

2011-02-05_15.53.571Ich freue mich, die Reihe der Gastbeiträge hiermit fortsetzen zu können, heute mit bisher unveröffentlichten Fotos der denkwürdigen Ereignisse in Kairo.
Es sind bewegende Momentaufnahmen vom Tahrir-Platz und dessen unmittelbarer Umgebung, insbesondere vom 5. und 6. Februar 2011, welche uns ein muslimischer Augenzeuge freundlicherweise zur Verfügung stellte. Dafür ein herzliches Dankeschön - es sind aus meiner Sicht bewegend ehrliche Bilder, die uns auf diesem Wege erreichten, von z. T. beeindruckender (emotionaler) Tiefe und Ausdruckskraft. Bilder, geprägt von der Tragweite und Brisanz des Geschehens - Bilder gegen das Vergessen. Bilder von Menschen, die den Tahrir-Platz, Symbol des Aufbegehrens gegen Ungerechtigkeit und Tyrannei, unter Einsatz ihres Lebens behaupteten, in Nächten unter scharfem Beschuss, während ringsum Verteidiger starben... Unvergessen!

Einfach wirken lassen ...

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Gastbeitrag: Eine Schule für Deutschland: Die Islamschule Braunschweig

Gastbeitrag von Abdullah al-Maghrebi

Der folgende Gastbeitrag stammt vom Bruder Abdullah Al-Maghrebi, der u.a. auch bei dawa-news.net schreibt. Ich hatte erst Bedenken diesen Gastbeitrag zu veröffentlichen, weil man in diesen Zeiten doch schnell Gefahr läuft in diese DWR vs. EZP-Fitna reingezogen zu werden. Ich bin kein Fan von Abu Anas, es ist  jedoch eine Tatsache, dass seine Islamschule in Deutschland fast alternativlos (?!?>>) dasteht wenn es um ein reguläres Studium des Islams geht.

Salaamu alaikum liebe Geschwister und Hallo allerseits,

viele Muslime haben angefangen sich ihres Glaubens bewusst zu werden und ihn besser zu praktizieren. Viele Menschen anderen Glaubens werden sich der Wahrheit des Islams bewusst und finden für sich diesen Glauben. Die Gebetsräume sind zum Freitagsgebet überfüllt. Immer mehr muslimische Frauen fangen an den Hijab, die islamische Bedeckung, zu tragen. Und die muslimische Jugend fängt an, sich von "Vorbildern" wie Bushido und Azad abzuwenden und einzig und allein den Gesandten Gottes Muhammed - Friede und Segen seien auf ihm - als Vorbild zu nehmen. Man kann sagen vieles verbessert sich wieder in der Umma, in der islamischen Gemeinschaft. Ach ja...und auch Diktatoren der sogenannten "islamischen Länder" beginnen neuerdings, auf ihren Regierungssessel nervös zu werden.

Vieles verbessert sich und man sieht Licht am Ende des Tunnels. Hierbei sagt Allah im Quran:

"Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist." (Sure 13:11)

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Gastbeitrag: Augenzeugenbericht aus Kairo

Gastbeitrag von Sophie

Dieser Bericht erreichte mich heute von einem vertrauenswürdigen Bruder, der ihn direkt von einer guten Bekannten aus Kairo bekam. Er stammt von gestern, den 27.01.2011.


Bericht der letzten Tage in Kairo

Meine Lieben,

nun ein kurzer Bericht aus Kairo. Am Dienstag, den 25.01.11, den „Tag der Polizei", offizieller Feiertag, kam es, inspiriert durch Tunesien, zu den ersten großen Ausschreitungen.

Ich lebe in Downtown, genau dort, wo sich alles abspielt. Leicht überarbeitet von den letzten Wochen schlief ich lange und als ich um 15h zu ersten Mal auf dem Balkon war konnte man kleine Gruppen von Demonstranten sehen.
Aber ich wohne eben doch nicht am „Midan Tahrir", Platz der Befreiung. Dort hatten sich inzwischen 15.000 Menschen versammelt, für Ägypten eine Menge! Viele ägyptische Freunde von mir waren dort und irgendwann wurde mir klar, dass ich sie nicht erreichen kann! Es gab ca. 10 Stunden keine Mobile Verbindung! Ich war an diesem freien Tag, der der Auftakt der Ferien werden sollte mit meinen Mitbewohnern daheim. Irgendwann wollte Karsten* raus, um Wäsche abzuholen. Er kam vom Midan Tahrir und erzählte von Tausenden von Menschen!

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Gastbeitrag: Drum prüfe, wer sich ewig bindet: Was geht der Islam den deutschen Michel an?

Gastbeitrag von Steffen

"Bundeskanzlerin Angela Merkel ... verwies am Mittwoch in Berlin auf die "prägende Kraft" der christlich-jüdischen Tradition hierzulande, die "über Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende" zurückreiche."
(Rheinische Post: RP-online vom 06.10.2010)

 

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

...Um Pathos und raumgreifende Rhetorik war man in der deutschen Politik wohl nie verlegen. Was jedoch überrascht, sind die gegenwärtig unermüdlichen Versuche seitens der Verantwortlichen, Geschichte im obigen Sinne zu verklären: Süsser die Glocken nie klangen als derzeit.

"Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie [die Politiker] etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur...
Das ist ein bemerkenswerter Vorgang, weil die nun beschworene Gemeinsamkeit über Jahrhunderte hin die Gemeinsamkeit von Tätern und Opfern war. Die christliche-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden"...
(Süddeutsche Zeitung online: sueddeutsche.de vom 09.11.2010)

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