Gastbeitrag: Das Ohrfeigengesicht vom Dienst – Aiman Mazyek

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Gastbeitrag von Abdullah Al-Maghrebi

Wer des Öfteren zu Hause durch die TV-Kanäle zappt, kennt das Phänomen. Man sieht TV-Shows wie Dschungelcamp, DSDS oder der Bachlor und der eigene Körper gibt immer dieselben Symptome von sich: Schamesröte ertönt im Gesicht, man schüttelt den Kopf, schlägt sich vielleicht sogar die Hände vor’s Gesicht. Fremdschämen nennt man dieses Verhalten. Das heißt, man schämt sich als Unbeteiligter für etwas Bestimmtes, was eine dritte Person tut, während diese Person sich selbst meist nicht für ihr peinliches Handeln schämt. Diese Fremdscham, die ich für gewöhnlich empfinde, wenn ich mir diverse Gestalten ohne Selbstachtung im TV betrachte, empfand ich auch nun beim Lesen eines Interviews der Tagesschau mit dem selbsternannten Sprecher der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek. Viele Mainstream-Medien verfassten kritische Artikel zu dieser intransparenten Studie über junge Muslime in Deutschland, darunter der SPIEGEL und die ZEIT, und selbst Politiker der verschiedensten Parteien verurteilten teilweise sogar scharf diese sinnfreie Studie. Doch anders der Vorsitzende des meist im Verteidigen des Islams unauffällige Zentralrat der Muslime Aiman Mazyek.

Hündig ergebener Ja-Sager

Die Tagessschau interviewte den angeblichen Vertreter der Muslime in Deutschland um wohl auch eine offizielle muslimische Stimme zu dieser Studie anzuhören. Doch was bekamen seine „Glaubensgeschwister“ von ihm zu hören? Eine Verurteilung der Studie wie z.B. von Grünen und SPD-Politiker? Eine eindeutige Klarstellung der Falschheit dieser Studie? Eine selbstbewusste Antwort, die die Verzerrung dieser Studie betrifft? Nein, vielmehr sah man von Mazyek das, was man eigentlich von ihm längst gewohnt ist: einen hündig ergebenen Ja-Sager. Er stimmte der Studie zu, in dem er behauptete, dass sie ihn auf keiner Weise überraschte. Er redete von „fanatisierten Islamvorstellungen“. Er stellte die These auf, dass Ausgrenzungserfahrungen und schulische und berufliche Misserfolge für die Zuflucht in den Fanatismus verantwortlich sind. Ja, diese Phrasendrescherei die man eher von einem typischen paranoiden Verfassungsschützer erwartet, stammt tatsächlich vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime. Er arbeite ja im Kampf gegen extremistische Strömungen schon lange mit den großen Verbänden. Die Mehrheit der Muslime seien ja „friedliebend“ und „integrationswillig“. Zwar ist Polit-Sprache nicht immer leicht zu entziffern, aber hier redet man doch ganz klar vom aufkommenden islamischen Selbstbewusstsein, der in den letzten Jahren von verschiedenen Da’wa-Orgnisationen angetrieben worden ist. Einzelne schwarze Schafe gibt es, keine Frage, doch die Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch frage ich mich, ob Mazyek tatsächlich der Meinung ist, dass wer versucht den Islam bestmöglichst nach seinen Quellen zu praktizieren, nicht mehr als „friedliebend“ und „integrationswillig“ gilt? Wünscht er sich etwa, dass die Muslime in Deutschland einfach anfangen einen „Islam Ultra-Light“, wie ihn Mazyek liebt und lebt, zu praktizieren? Leider habe ich von dieser armseligen Gestalt nie eine konkrete theologische Stellungnahme dazu gehört, wer bei ihm als „extrem“, „radikal“, „friedliebend“ oder  „integrationswillig“ gilt. Bewusst geht der unwürdige Vertreter der Muslime in Deutschland einer solchen Debatte stets aus dem Weg. Sagen wir es, wie es ist: Aiman Mazyek spricht vom sogenannten „Salafismus“. Ich betone die Anführungszeichen.

Spioniert sie aus, diese Radikalen

Doch der Höhepunkt des Interviews war folgender: Mazyek ist für Sektenbeauftragte in den Moscheen und will Scouts in den Gemeinden einsetzen. An Sektenbeauftrage ist ja nichts Verkehrtes. In der von mir besuchten Moschee hält der Imam auch oft Vorträge über die Khawrij, Takfiris, Murji’a, Schi’a oder über die Sofia. Doch klar, Mazyak versteht hier darunter einen Herrn, der sich sofort einschaltet, wenn er zwei bärtige Jugendliche in der Moschee entdeckt, von denen der eine sagte: „Hey Bruder, lass uns mal Da’wa machen.“ Schnell muss dieser Jugendliche vom Sektenbeauftragten aufgeklärt werden über die Demokratie, das Grundgesetz, die "Hikma" mit den Nichtmuslimen und das was der „wahre Jihad“ bedeutet, nämlich eine gute Ausbildung zu absolvieren, immer freundlich lächeln und ab und an den Müll der Nachbarin herunterzutragen. Der perfekte Muslime im Sinne Mazyeks. Eben einer, der keine Probleme macht und mit dem die Gesellschaft zufrieden ist.

Doch was hat es mit den „Scouts“ auf sich? „Scout“ ist einfach eine etwas weniger heiklere Umschreibung des Begriffs „Spitzel“, „Informant“ oder „V-Mann“. Zwar gibt es von verschiedenen Institutionen unterschiedliche Arten von Informanten, doch im Eigentlichen läuft das immer auf das Prinzip des Spionierens hinaus. Manche tauchen einfach eine Zeitlang in einer Moschee auf und notieren sich Inhalte der Predigten, Dialoge zwischen zwei Gläubigen oder Titel der Bücher, die man in den Regalen stehen hat. Andere sind da auch aktiver und sorgen selber für Aufruhr durch kontroverses Auftreten im Verhalten und in Aussagen, um entweder die Leute zu testen oder anzuheizen, um sie zu unüberlegte, emotionsgeführte Taten zu drängen. Letzteres ist mir persönlich schon des Öfteren bekannt geworden. Und genau diese Menschen, die Zwietracht in den Moscheen und unter den Muslimen stiften, will nun Mazyek offiziell fördern.

Das Ohrfeigengesicht vom Dienst

Aiman Mazyek ist das traurige Vorzeigebeispiel der heutigen Muslime in Deutschland. Ein extrem assimilierter Ja-Sager mit stets gesenktem Kopf, der die Konfrontation meidet und dem notorischem Ja-Sagertum verfallen ist. Wo ist bei ihm der Stolz auf die eigene Identität und der Drang zur Wahrheit, den ein Vertreter einer Religion haben muss? In seinem Wahn von Minderwertigkeitskomplexen nickt er freundlich und gibt dem Gegenüber Recht in allem was er verzapft. Frei nach dem Motto: „Bloß keinen Ärger“. Ich habe es satt, dass solche primitiven Charaktere ohne eigene Persönlichkeit sich als Vertreter der muslimischen Gemeinschaft präsentieren. Dies stärkt den Gegenüber nur in seiner These, von Wegen nur der freundlich nickende Muslim mit gesenktem Kopf, der so sein will wie ich und in allen Punkten der Weltanschauung mit mir übereinstimmt, ist der brave Muslim. Der Rest hat sich zu integrieren und sich von seinem Fanatismus loszusagen.

Also ich wäre ja für einen "arabischen Frühling" in Deutschland zum Umsturz des Zentralrats und für eine geeignetere Repräsentation der Muslime.

 

Yahya al-Brusi sagt: "Ich auch ! ! !"