Gastbeitrag: Eine Schule für Deutschland: Die Islamschule Braunschweig

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Gastbeitrag von Abdullah al-Maghrebi

Der folgende Gastbeitrag stammt vom Bruder Abdullah Al-Maghrebi, der u.a. auch bei dawa-news.net schreibt. Ich hatte erst Bedenken diesen Gastbeitrag zu veröffentlichen, weil man in diesen Zeiten doch schnell Gefahr läuft in diese DWR vs. EZP-Fitna reingezogen zu werden. Ich bin kein Fan von Abu Anas, es ist  jedoch eine Tatsache, dass seine Islamschule in Deutschland fast alternativlos (?!?>>) dasteht wenn es um ein reguläres Studium des Islams geht.

Salaamu alaikum liebe Geschwister und Hallo allerseits,

viele Muslime haben angefangen sich ihres Glaubens bewusst zu werden und ihn besser zu praktizieren. Viele Menschen anderen Glaubens werden sich der Wahrheit des Islams bewusst und finden für sich diesen Glauben. Die Gebetsräume sind zum Freitagsgebet überfüllt. Immer mehr muslimische Frauen fangen an den Hijab, die islamische Bedeckung, zu tragen. Und die muslimische Jugend fängt an, sich von "Vorbildern" wie Bushido und Azad abzuwenden und einzig und allein den Gesandten Gottes Muhammed - Friede und Segen seien auf ihm - als Vorbild zu nehmen. Man kann sagen vieles verbessert sich wieder in der Umma, in der islamischen Gemeinschaft. Ach ja...und auch Diktatoren der sogenannten "islamischen Länder" beginnen neuerdings, auf ihren Regierungssessel nervös zu werden.

Vieles verbessert sich und man sieht Licht am Ende des Tunnels. Hierbei sagt Allah im Quran:

"Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist." (Sure 13:11)

Doch trotz allem haben wir noch immer ein erhebliches Problem unter den Muslimen: Die Unwissenheit in der Religion. Viele Muslime lieben ihren Glauben über alles - doch oft fehlt das nötige Verständnis oder einfach das Wissen über verschiedene Themen in der Religion. Dies führt oft zu Unsicherheiten und Problemen beim Praktizieren oder zu peinlichen Situationen im Dialog mit Mitmenschen. Viele diskutieren und reden über den Islam - und das nicht selten ohne Wissen, ohne das spitze Verständnis für die Religion. Viele wissen nicht, dass sie damit mehr Schaden als Nutzen für den Ruf des Islam bringen.

DOCH DAMIT SOLL SCHLUSS SEIN! Mit Gottes Hilfe wird nun diese Lücke geschlossen, denn ich will euch heute eine Schule vorstellen, die ich mittlerweile in mein Herz geschlossen habe:

Die Islamschule Braunschweig

Islamschule in Eine Schule für Deutschland: Die Islamschule Braunschweig

Viele Menschen können mit diesem Namen sicherlich schon was anfangen. Im letzten halben Jahr wurde viel über diese Schule berichtet - mehr oder weniger sachlich und seriös. Als die Islamschule im Juli geplant hatte, ihren Hauptsitz von Braunschweig nach Mönchengladbach zu verlegen, haben viele Journalisten eine Lösung gefunden für das öde Sommerloch. Und schon ging es los: Der äußerst seriöse Sender RTL (u.a. bekannt durch Sendungen wie "Ich bin ein Star - holt mich hier raus") beispielsweise, stellte die überaus kompetente Behauptung, dass in dieser Schule "Kinder zu Terroristen ausgebildet werden soll". Auch die Rheinische Post wollte das Sommerloch bekämpfen und hat mit vielen Artikel ordentlich für Aufsehen und Erregung unter den dort ansässigen Bürgern gesorgt. Soviel dazu. Ich denke viele haben schon von diesem Geschehen mitbekommen.

Doch ich will heute mein Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch nehmen und euch sachliche und authentische Informationen über diese Schule mitgeben, in der Hoffnung, dass ich mit Gottes Hilfe, den ein oder anderen dazu ermutigen kann, sich der Karawane des Erlangens von Wissen, anzuschlißen.

Nun denn:

Wer oder Was ist die Islamschule Braunschweig?

Die Islamschule Braunschweig wurde im Jahre 2007 von Muhammed Seyfudin Ciftci gegründet, bekannter unter dem Namen Abu Anas. Die Islamschule Braunschweig orientiert sich inhaltlich sehr genau an die Islamische Universität in Medina/Saudi-Arabien. Sie ist oftmals auch viel detaillierter, da man im Gegensatz zur Universität von Medina keinen Schwerpunkt auswählen muss, und somit an alle Fachbereiche vertieft herangeht.

Wer unterrichtet in der Islamschule Braunschweig?

Im ersten Semester ist der Lehrer in allen Fächern Abu Anas (von den Schülern auch aus Respekt "Sheikh Abu Anas" genannt). Abu Anas hat im Jahre 2006 sein 8-jähriges Studium an der Universität in Medina in islamischen Rechtswissenschaften beendet und ist seitdem einer der wohl aktivsten muslimischen Predigern in Deutschland und in vielen anderen Ländern wie Türkei, Belgien, Niederlande, Frankreich und auch in Osteuropa. Neben seinem Amt als Lehrer und Direktor der Islamschule Braunschweig ist er auch Vorsitzender des Vereins "Einladung zum Paradies e.V." und führt einen eigenen Bücherverlag und eine Reiseagentur für die Pilgerfahrt in die geschützten Städte des Islams. Abu Anas war der erste Ausländer der in seiner Studienzeit an der Universität von Medina von 1999 - 2005 während der Pilgerfahrt-Saison Predigten an der Kaaba und in der Prophetenmoschee von Medina halten durfte. Unter seinen Lehrern war beispielsweise der Gelehrte Sheikh Muhammed Ibn Muhammed Ibn Al-Mukhtar Al-Shanqity. Zudem hat Abu Anas eine Art Empfehlung (eine sogenannte Idschaza) von Sheikh Abdullah Ibn Jibreen. 2008 sprach Abu Anas auch im arabischen Fernsehen über die Islamschule Braunschweig (siehe hier).

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Sheikh Abu Anas - schon zu seiner Studienzeit Prediger in den Moscheen von Mekka und Medina

Wie und was wird dort unterrichtet?

Im ersten Semester werden die Fächer Tafsir (Quran-Exegese), Mustalah Hadith (Hadithwissenschaft), Aquida (Glaubensfundamente), Fiqh (Rechtswissenschafft) und die arabische Sprache unterrichtet. Zu dem werden mindestens 20 Seiten aus dem Quran und mindestens 50 Ahadith (Aussprüche und Berichte des Propheten) auswendig gelernt. Im zweiten Semester kommen dann nochmals acht Fächer dazu, wie beispielsweise Islamische Geschichte, Prophetenbiografie und Erziehungswissenschaft. Man kann zwar das Studium auch vor Ort machen - doch eindeutig zu empfehlen ist das Fernstudium von zu Hause aus. Man bekommt nach der Immatrikulation ein Passwort geschickt, womit man sich auf der Seite www.islamschule.de anmelden kann. Dort findet man die Unterrichte in Form von Videoaufnahmen von der Schule in Braunschweig. Zu sehen ist der Lehrer und zeitweise die Tafel. Ein Semester dauert zwar sechs Monate, doch wenn man schulisch/beruflich/familiär verhindert ist, kann man sich seinen eigenen Lernrhytmus wählen, beispielsweise ein Semester auf 12 oder 18 Monate ausweiten. Dadurch werden ausreden wie "ich habe keine Zeit" ungültig. Nachdem man sich auf der Seite angemeldet hat, findet man die Videoaufnahmen für die ersten zwei Monate vor sich. Nach den ersten zwei Monaten muss man schließlich eine Zwischenprüfung ablegen, dann nochmals nach zwei Monaten und dann kommt es schließlich zur Versetzungsprüfung. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Versetzungsprüfung bekommt man ein Zeugnis und man wird für das nächste Semester freigeschaltet. Die Orte an denen die Prüfungen stattfinden variieren. Die Schulverwaltung achtet darauf die Orte auf ganz Deutschland auszudehnen, um für die Schüler größere Anreisen zu ersparen.

Hier noch ein sehr informativer Beitrag:
http://www.youtube.com/watch?v=FCx8Qj4Cxlk

Gibt es Voraussetzungen für die Anmeldung?

Es gibt Voraussetzungen, die jeder mitbringen sollte, diese sind

- beherrschen des arabischen Alphabets

- Ichlas, dass heißt eine reine Absicht. Niemand darf die Absicht haben zu lernen, um mit den Gelehrten diskutieren zu können oder um vor Unwissenden angeben zu können. Man tut es einzig und allein um das Wohlgefallen Gottes zu erreichen, um Seine Religion besser zu praktizieren, um die Menschen zum Glauben zu rufen und die Religion in Wort und Schrift verteidigen zu können

- Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit

- Genügend Zeit (je nach Lernrhytmus) um den Unterrichtsstoff zu verstehen und zu wiederholen

Meine persönliche Erfahrung

Seit ich mich vor einem Jahr in der Islamschule Braunschweig eingeschrieben habe, ist mein Bewusstsein für die Religion viel stärker geworden. Man merkt im Alltag und in verschiedenen Situationen, dass man viel sicherer im Praktizieren der Religion wird. Auch durch die vielen gelernten Quranverse und Ahadith kann man auf viele Fragen schnell eine Antwort finden, sei es für sich selbst, in Diskussionen oder im Aufruf und Erklärung des Islam. Bevor man seine Energie in anderen Tätigkeiten mit weniger Nutzen verbringt oder stundenlang im Internet sich wahllos Vorträge von (zum Teil abweichenden) Predigern anhört, sollte man seine Konzentration auf dieses Studium fokussieren und versuchen, von einer Person zu profitieren, die ihres Amtes allemal würdig ist. Ich sehe es mittlerweile für mich als eine große Gnade Gottes an, dass ich dieses Fernstudium machen darf.

Einer der Schüler von Sheikh Abu Anas heißt Abdulhamid Abu Naailah. Während er sich früher mit der Hip-Hop-Szene verbunden gefühlt hat, ist er heute dabei, den Jugendlichen die Wichtigkeit des Islams zu vermitteln:

http://www.youtube.com/watch?v=J8lJqsyIGws

Wieso soll ich dieser Schule beitreten? Ich bete doch schon!

Wir leben in einer Zeit, von der Sheikh Al-Fauzan sagt, dass es eine individuelle Pflicht ist, zum Glauben aufzurufen und sich Wissen anzueignen. Die Lage der Muslime ist heute vor allem deshalb so schlecht, weil das Wissen der Religion aus uns und unserem Alltag verschwunden ist. Wenn man die Religion an der Spitze sehen will, so müssen auch ihre Anhänger etwas dafür tun, und das ist vor allem WISSEN erlangen und verbreiten! Ferner sind es folgende Punkte:

- Die Suche nach Wissen hat bei Allah - dem Erhabenen - viele Vorzüge:

Sure 58:11: "Er wird denjenigen die Stufen erhöhen, die Glauben und Wissen haben."

Sure 39:9: "Sind etwa die Leute gleich, die Wissen haben und die, die kein Wissen haben?"

Und der Gesandte Muhammed - Friede und Segen seien auf ihm - sagte: "Wer einen Weg bestreitet um Wissen zu erlangen, dem erleichtert Allah den Weg ins Paradies." (Überliefert bei Muslim)

- Der Krieg gegen den Islam beinhaltet nun auch, dass die Regierung sich dafür einsetzt, sogenannten "Islamunterricht" an deutschen Schulen einzuführen. Sowie es die laizistische Türkei mit der Gründung der Vereinigung "Diyanet" versucht hat, will nun der deutsche Staat "deutsche Imame" ausbilden, um die Erziehung der muslimischen Kinder zu beeinflussen.

Als Abhilfe dagegen sollte jeder Muslim und jede Muslima sich in der Islamschule einschreiben, in der der Islam gelehrt wird, der ausschließlich auf Quran und Sunna, nach dem Verständnis unserer rechtschaffenen Vorfahren basiert und nicht ein "Euro-Islam", der auf dem Verständnis von "Euro-Gelehrten" wie Tariq Ramadan oder Lamya Kaddor basiert. Nur wenn wir genügend wissende Muslime haben, können wir auf eine Verbesserung der Lage der Umma hoffen.

- Wöchentlich sehe ich in der Innenstadt Infostände der Zeugen Jehovas, ständig bekommt man mit, wie Millionen von christlichen Missionaren in den von Krieg und Korruption gebeutelten "islamischen" Länder Muslime zu ihrem Glauben bekehren und so oft findet man in seinem Briefkasten am Morgen Broschüren und Hefte über alle möglichen Sekten. Doch wo sind die Muslime? In vielen Herzen brennt die Flamme der Dawa, doch das nötige Wissen fehlt den Meisten hierzu.

Somit rate ich jedem Muslim und auch jeder Muslima: Hayya 'alal 'ilm! Auf zum Wissen! Wir müssen allesamt, ich und du, er und sie, von der Unwissenzeit zum Wissen flüchten, ja flüchten!

Darum, meine edlen Geschwister im Islam: Meldet euch heute noch an! Klickt auf die Seite und informiert euch oder stellt eure Fragen hier im Kommentarbereich. Wer sich unsicher ist, soll heute noch das Gebet um die Bitte für die richtige Entscheidung beten (Salaat-Al-Istichara) und sich dann anmelden. Wir brauchen Muslime die authentisches Wissen haben. Es kann nicht sein, dass Menschen die Vorstände in den Moscheen und anderen islamischen Einrichtungen besetzen, die noch nicht einmal wissen, wie man Tayyamum vollzieht! Einst sagte ein Dichter einen sehr weisen Satz: "Eigne dir Reichtum an, soviel wie du brauchst. Und eigene dir Wissen an, soviel wie du kannst!"

In diesem Sinne, BISMILLAH:

www.islamschule.de