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SCHURA-Hetze in Hamburg

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schura2Ich muss das einfach loswerden, es brennt mir in den Fingern und es schreit förmlich nach Öffentlichkeit. Also habe ich mich entschlossen, einen Artikel über diese Angelegenheit zu verfassen. Es geht um die SCHURA und ihren 1. Vorsitzenden Herrn Dr. Y. Für Nichthamburger möchte ich nur ganz kurz anreißen was die SCHURA ist. Sie selber formulieren es auf ihrer Homepage www.schura-hamburg.de folgendermaßen:

SCHURA - Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V. ist ein im Juli 1999 erfolgter Zusammenschluss islamischer Gemeinden in der Freien und Hansestadt Hamburg auf Grundlage eines gemeinsamen islamischen Glaubensverständnisses wie es in § 3 der Satzung definiert ist.

Den § 3 der Satzung habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, aber ich kann es auch mit eigenen Worten beschreiben.
Die SCHURA ist ein Türkisch-Schiitisch dominiertes Konglomerat verschiedenster Moschee-Vereine. Die zwei ersten Vorsitzenden dieses Zusammenschlusses sind seit der Gründung (vor 10 Jahren) die gleichen geblieben.

1. Vorsitzender ist der Arzt und Milli Görüs-Funktionär Dr. Y.
2. Vorsitzender ist der Vorbeter des Schiitischen Zentrums Ayatollah S. A. G.

Die Haltung gegenüber Moschee-Vereinen die (aus gutem Grund) nicht Mitglied in dieser SCHURA sein wollen, ist klar erkennbar und wurde am 15.09.2009, bei den Feierlichkeiten zum 10jährigen Jubiläum der SCHURA, vom 1. Vorsitzenden Herrn Dr. Y. (vor versammelter nichtmuslimischer Prominenz) nochmal klar in Worte gefasst. Die Rede, die Herr Dr. Y. an diesem Abend zum Fastenbrechen verlas, ist in kompletter Fassung auf der Homepage der SCHURA zu betrachten...hier ein Link.
Ich möchte mich hier gerne zu dieser verhängnisvollen Rede äußern und Auszüge kommentieren.

Die Begrüßung:

Im Namen Allahs des Gnädigen, des Barmherzigen,
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin und Senatorin Christa Goetsch,
sehr geehrte Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft Frau Nebahat Güclü,
sehr geehrte Bürgerschaftsabgeordnete,
verehrte Exzellenzen des diplomatischen Korps,
sehr geehrte VertreterIinnen der politischen Parteien und Behörden,
sehr geehrte VertreterIinnen der Religionsgemeinschaften, verehrte Frau Bischöfin Maria Jepsen,
sehr geehrte VertreterIinnen der Universität und Hochschulen, der sozialen Wohlfahrtspflege und Vereine sowie der Wirtschaft,
verehrte Geschwister islamischer Organisationen,
sehr geehrte VertreterIinnen der Presse,
liebe Geschwister,
liebe Freundinnen und Freunde der Schura Hamburg,
in der Hoffnung, mit dieser langen Begrüßung alle Anwesenden erfasst zu haben, heiße ich Sie im Namen der Schura sehr herzlich willkommen zu unserem 10-jährigen Jubiläum und zu unserem Iftar-Empfang.
Fast hätte ich eine wichtige Institution in meinem Leben vergessen:
Sehr geehrter Herr Dr. Murck, stellv. Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz,
wie Sie wissen, habe ich zum Hamburger Verfassungsschutz eine ganz besondere Verbindung. Meine Mutter hat mir immer gesagt: „Mustafa! Man kann Dich nicht einmal für eine Minute allein lassen. Du brauchst immer eine Aufsicht, denn man muss aufpassen, dass Du ja kein dummes Zeug anstellst! Insofern freue ich mich, dass da eine gewisse Kontinuität besteht

Kommentar:
Aus dieser Begrüßung lässt sich erahnen wie hoch der Anteil an geladenen Nichtmuslimen im Publikum war. Sicherlich ist eine solch hohe Beteiligung wichtiger Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft lobens- und wünschenswert, doch sollte man im weiteren Verlauf der Rede darauf achten, welche Themen Herr Dr. Y. vor dieser nichtmuslimischen Zuhörerschaft für angemessen hielt.
Zudem ist auch bemerkenswert, an welcher Stelle er seine Geschwister im Islââm begrüßt. Es handelt sich hier um eine Iftar-Veranstaltung. Die Muslime, die kommen um das Fasten zu brechen, sollten ihm doch eigentlich näher stehen als alle anderen offiziellen Würdenträger. Einzig sein "Freund" vom Hamburger Verfassungsschutz (zu dem er "eine ganz besondere Verbindung" hat) wird noch nach seinen Geschwistern erwähnt. Auch vermisst man gänzlich einen Salam auf dem Schriftstück.
Im weiteren Verlauf folgen Ausführungen über die Anfangsschwierigkeiten bei der Gründung der SCHURA.
Weiter geht's:

Nach insgesamt 8 Vollversammlungen und unzähligen vorbereitenden Ausschusssitzungen konnten wir endlich am 4. Juli 1999 unter der Teilnahme von 40 Moscheen und muslimischen Vereinen die Gründung der Schura, dem Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V., proklamieren. Es haben sich Sunniten und Schiiten sowie alle in Hamburg vertretenen Nationalitäten der Muslime zusammengeschlossen: Albaner, Araber, Afrikaner, Afghanen, Bosnier, Deutsche, Indonesier, Iraner, Kurden, Pakistaner, Türken, letztlich die Umma im Kleinen.
Waren in der Vorbereitungsphase auch die DITIB-Gemeinden und der Religionsattaché beteiligt, so wurde Ihnen im letzten Augenblick die Mitgliedschaft in der Schura untersagt. Ein halbes Jahr später erreichte uns die zweite Hiobsbotschaft, als auch die Moscheegemeinden der VIKZ nach einem Führungswechsel in ihrer Zentrale aus der Schura austraten.

Doch wir ließen uns von der Idee der Einheit nicht abbringen und in unserer Überzeugung war kein Platz für Defätismus, obwohl nur wenige Monate nach der Gründung der SCHURA Vertreter der Kirchen und der Politik fragten, ob es denn die SCHURA überhaupt noch lange geben werde. Schon angesichts der weit verbreiteten Skepsis, ob ein gemeinsamer Landesverband der Muslime tatsächlich funktionieren könne, müssen nunmehr 10 Jahre SCHURA Hamburg als Erfolgsgeschichte angesehen werden.


Kommentar:
Als der Prophet -sall´Allahu alayhi wa salam- verstarb, da wurde in einer Ratsversammlung namens SCHURA der nachfolgende Kalif ernannt. Der erste Kalif war Abu Bakr as-siddiq -radi´Allahu anhu-. Als dieser verstarb, ernannte er Omar ibn al-Khattab -radi´Allahu anhu- zum Kalifen und ihm folgten Uthmann ibn Affan und Ali ibn Abu Talib -radi´Allahu anhumma- die jeweils auch von der Ratsversammlung namens SCHURA ernannt wurden. Es sind die Schiiten (und insbesondere die 12er-Shiiten/Imamiten), die diese SCHURA und ihre Entscheidungen nicht anerkannten und die ersten drei Kalifen gar als Heuchler und Sünder beschimpften. Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass gerade diese Religionsgemeinschaft, die in vielen Aspekten der religiösen Anschauung und Praxis konträr zum sunnitischen Islââm steht, eine führende Rolle in einem Zusammenschluss einnimmt und sich sogar nach dem Gremium benennt, das ihre größten Feinde zu Führern der Ummah ernannte.
Die größten Gelehrten des Islââms äußerten sich deutlich zu den Menschen, die sich zum Schiitischen Glauben der 12er-Schiia/Imamiya bekennen. Sie werden als Rafidha (von Rafd = Ablehnung) bezeichnet, weil sie eben die drei ersten rechtgeleiteten Kalifen und viele andere rechtschaffende Sahaba ablehnen, sie als Heuchler bezeichnen und gar Takfir über sie machen.
So schreibt der größte Hadithgelehrte Imam al-Bukhari -rahimahullah-, auf Seite 14 seines Buches khalq af'aalul-ibad folgendes:

Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem Beten hinter einen Jahmi oder Rafidi und dem Beten hinter einem Christen oder Juden. Sie sind nicht zu grüßen und nicht zu besuchen, auch darf nicht bei ihnen eingeheiratet werden. Ihre Zeugenaussage ist nicht zu akzeptieren und von ihrer Schlachtung darf nicht gegessen werden.

Und Imam ibn adh-Dhahabi -rahimahullah- erklärte folgendes auf Seite 5 seines Werkes mizaan al-i'tidaal:

Die extremen Schiiten in der Zeit der Salaf, wie sie ihnen bekannt waren, waren jene, welche gegen Uthman, az-Zubayr, Talhah, Muawiyah und einige von denen, welche gegen Ali (ra) kämpften und ihm entgegenstanden, sprachen. Die extremen Schiiten in unserer Zeit, wie sie uns bekannt sind, sind jene, welche diese Führer zu Ungläubigen erklären und welche die beiden Sheikhs (Abu Bakr und Omar) herabwürdigen, und diese sind fehlgeleitet und verloren.

Sicherlich ist es die Angelegenheit eines jeden Moschee-Vereins und Muslims diese Urteile anzunehmen (oder nicht) und sich nach ihnen zu richten (oder auch nicht). Aber es muss ebenso auch nachvollziehbar sein, dass es solche Vereine und Muslime gibt, die sich u.a. aus diesem Grunde nicht mit 12er-Schiiten in einer SCHURA sehen wollen.
Aber es gibt auch reichlich andere Gründe um nicht diesem Konglomerat beitreten zu wollen.
Es ist jedoch vollkommen egal, welche Beweggründe andere Verbände und Vereine dazu bewegt. Fakt ist, dass man dafür nicht zu tadeln ist.
Man muss jedoch erkennen, dass Herr Dr. Y. diesbezüglich keinerlei Scham besitzt und die "Abtrünnigen" vor versammelter Hörerschaft beim Namen nennt.

In der Rede folgen im weiteren Verlauf Selbstbeweihräucherungen zu den Themen Öffentlichkeitsarbeit, Frauenarbeit, Jugendarbeit, Ausschuss für muslimische Alten- und Krankenpflege, Interreligiöser Dialog, Innerislamischer Dialog, Lehrstuhl für Islamische Theologie und Gesellschaft und Politik.
Von Selbstkritik keine Spur. Eine gesunde Portion davon könnte dem ganzen Würde verleihen und diesem elitären Gehabe ein kleines Licht verleihen.

Zum Thema Frauenarbeit könnte man z.B. diesen Umstand erklären...eine offen lesbische Schiitin als Frauenbeauftragte der SCHURA.

Der interreligiöse Dialog ist geprägt von permanenten Bemühungen, den Muslimen in Hamburg die anderen Religionsgemeinschaften nahe zu bringen...wie im folgenden zu lesen ist:

Zu den wichtigen Aktivitäten des ersten SCHURA-Jahres gehören die Mitbegründung des Interreligiösen Forums Hamburg im Jahre 2000 zusammen mit den großen Kirchen, der Jüdischen Gemeinde sowie den Aleviten und Buddhisten.
Waren vor der SCHURA-Gründung nur Einzelpersonen von Muslimen in die Arbeit im Gesprächskreis Interreligiöser Religionsunterricht zusammen mit den anderen Religionsgemeinschaften eingebunden, konnte die Arbeit zur Erstellung der Rahmenpläne für den „Religionsunterricht für alle" nun fortan offiziell im Namen der SCHURA fortgeführt werden.

Was den Innerislamischen Dialog angeht, der laut Herrn Dr. Y. "mindestens genauso wichtig war wie der interreligiöse", kann man folgende große Erfolge verbuchen:

Seit 2007 wird von SCHURA jährlich für den Ramadan ein einheitlicher Kalender mit den Gebetszeiten, Moscheeadressen und weiteren Informationen für alle Gemeinden erstellt, der inzwischen die separaten Kalender der einzelnen Gemeinden ersetzt hat und zudem durch Auslage in vielen Geschäften weite Verbreitung unter Hamburgs Muslimen findet.
Ein anderer Weg, um die Muslime aus aller Herren Länder zusammen zu bringen, ist unser traditionelles Sommergrillfest, das sich immer wieder großer Beliebtheit erfreut.

Ein weiterer Aspekt, der den Muslimen ein Gefühl des Zusammenhalts und weltweiter Solidarität gibt, sind die zahlreichen Demonstrationen etwa gegen die russische Aggression in Tschetschenien oder die israelische in Palästina gewesen mit bis zu 7.000 Teilnehmern, die die SCHURA zu mobilisieren vermochte.

Kommentar:
BRAVO, kann ich da nur sagen!!!

Warum es keine fruchtbareren Ergebnisse im Innerislamischen Dialoges gab, erklärt Herr Dr. Y. auch gleich:

Während wir im Bereich des interreligiösen Dialogs eine Erfolgswelle verzeichneten, kam der innerislamische Dialog nur zögerlich voran, was damit zusammenhängt, dass viele Imame für eine gesellschaftliche Tätigkeit schon mangels Sprachkenntnisse wenig qualifiziert sind sich durch die Tätigkeit in ihrer Moschee von den Gebeten über Unterricht bis zu Familienberatung - auch angesichts ihrer meist sehr geringen Gehälter - mehr als ausgelastet fühlen. Unter dem Imam-Problem leidet die islamische Arbeit erheblich. An Deutschen Universitäten ausgebildete Imame würden wohl kaum bereit sein, sich für ein Gehalt unter ALG II an einer Moschee anstellen zu lassen! Daher müssen wir nach wie vor Vorlieb nehmen mit wenig qualifizierten oder wenig Deutsch sprechenden Imamen.

Kommentar:
Wir haben hier also einen Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg, in denen die Vertreter dieser Gemeinschaften nicht in der Lage sind, sich zu beraten, weil jeder nur seine eigene Heimatsprache spricht und sowieso viel zu wenig Geld verdient um die Zeit aufzubringen um mit den Geschwistern anderer Gemeinden in den Dialog zu treten.
Nicht das mich das jetzt erschüttert. Ich kenne diesen Zustand der etablierten Moschee-Vereine in Hamburg. Besonders bei den Türkischen Moscheen (Mehrheitssteller bei den Mitgliedern der SCHURA) ist es zu beobachten. Zu den regelmäßigen Gebeten kommen größtenteils die Älteren ihrer Volksgruppe in die Moschee. Sie sprechen meistens kein Deutsch und so besteht auch für den Vorbeter keinerlei Bedürfnis sich diese fremde Sprache anzueignen. Ich bete beizeiten in der milli-görüs-Moschee (SCHURA-Mitglied) in meinem Stadtteil.
Als ich z.B. im Ramadan nach dem Fajr-Gebet die Zeit bis zum Shuruq mit dem Lesen des Qurans in der Masjid verbringen wollte, musste vom Vorbeter erstmal händeringend nach einem Bruder gesucht werden, der zumindest ansatzweise in der Lage war, mich der Räumlichkeit zu verweisen... Mit den Worten: "Hey Kollege, raus".
Auch wurde einfach das Maghreb-Gebet im Ramadan ausgesetzt, ohne den Betenden eine Mitteilung oder Information zukommen zu lassen. Zumindest galt das für die nichttürkischen Besucher der Gebete, denn türkische Brüder schienen Bescheid zu wissen und tauchten nicht mehr zum Maghreb-Gebet auf.
Also das Sprachproblem ist ein mehrheitliches Problem bei den Mitglieds-Moscheen der SCHURA... Keine gute Voraussetzung für einen RAT.

Zum Thema Gesellschaft und Politik nur diesen kurzen Ausschnitt aus der Rede:

Zu den Bürgerschaftswahlen im September 2001 hatte die SCHURA erstmals islamische Wahlprüfsteine erstellt und Vertreter der kandidierenden demokratischen Parteien zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Solche Veranstaltungen hat SCHURA seit dem zu allen folgenden Bürgerschafts- und Bundestagswahlen durchgeführt, um damit ein Signal in zwei Richtungen zu setzen: Einmal sollen die Muslime motiviert werden, sich mehr für die deutsche Politik zu interessieren und hier auch aktiv zu werden; zum anderen soll den Parteien signalisiert werden, dass es in wachsendes muslimisches Wählerpotenzial gibt, das zu berücksichtigen ist.
Auch diesmal, kurz vor den bevorstehenden Bundestagswahlen veranstalten wir am kommenden Mittwoch, den 23.9.2009 um 18.00 Uhr in der Albanischen Moschee eine Veranstaltung mit den Parteien und wollen ihnen auf den Zahn fühlen. Sie alle sind herzlich eingeladen, dabei zu sein und mit zu mischen.

Kommentar:
Es sollte bekannt sein, dass es unter vielen islamischen Gelehrten Bedenken gibt, bezüglich der Teilnahme an solchen Wahlen, welche Volksvertreter mit der Macht ausstattet, Gesetze zu erlassen die gegen die Göttliche Gesetzgebung (Scharia) verstoßen oder sie gar ersetzen.
Dieses Thema ist ein sehr sensibles, denn man kann sich unter bestimmten Umständen dem großen Shirk (Götzendienst) nähern und ihn gar begehen. Welche Stellung Herr Dr. Y. jedoch gegenüber solchen Bedenken einnimmt und wie er dagegen angeht, das werden wir im weiteren Verlauf seiner Rede sehen.

Und jetzt kommen wir zum Teil seiner Rede, die besonders mich und viele andere Brüder sehr verärgert und verletzt hat. Herr Dr. Y. spricht die Zeit um den 11.09.2001 an...aber lest selbst:

Das Jahr 2001 brachte zwei große Einschnitte für uns in Hamburg. Die Anschläge des 11. September wurden für die Muslime zur bislang größten Herausforderung. Dies galt gerade für Hamburg, nachdem bekannt wurde, dass einige der Attentäter hier gelebt hatten. Auf eine solche Situation war niemand vorbereitet. Die Muslime gerieten wie nie zuvor in den Focus des öffentlichen Interesses. Dabei entwickelte sich immer mehr eine bedrohlichere Stimmung in der Öffentlichkeit: es wurde eine giftige Atmosphäre in der Bevölkerung geschaffen, weil sich Politiker, Medienvertreter und sog. „Terrorexperten" mit immer absurderen Vorschlägen - angefangen vom Verbot aller islamischen Organisationen bis zu Internierungslagern für Muslime - unter Außerachtlassung aller Rechtsstaatlichkeit überboten. Muslime wurden quasi zum „öffentlichen Feind" und mit eilig beschlossenen Anti-Terror-Gesetzen und Rasterfahndungen unter Generalverdacht gestellt.
...
...
Ein Beispiel für eine positive Entwicklung ist die Al-Nur-Moschee (natürlich SCHURA-Mitglied):
Jahrelang war diese nach Anzahl der Gebetsbesucher größte Moschee Hamburgs in der ehemaligen Tiefgarage am Kleinen Pulverteich für die deutsche Umgebung unbekannt, stand sie jetzt als arabische Moschee unter erheblichem Druck sowohl von Sicherheitsbehörden als auch Journalisten. Die Moschee reagierte - hier spielte die Weitsicht von Imam Samir eine große Rolle - und es kamen mehr jüngere deutschsprachige Muslime wie der SCHURA-Vorsitzende Daniel Abdin in den Vorstand, die in den nächsten Jahren ein verändertes Auftreten der Moschee prägten.
Im Gegensatz dazu schottete sich die Quds-Moschee (heute Masjid Taiba und nicht SCHURA-Mitglied) - wegen der Terrorpiloten mehr im Medienfocus als alle anderen - vollständig ab, was dazu führte, dass wiederholt hässliche Bilder von sich mit Journalisten prügelnden Moscheebesuchern am Sonntagabend über „Spiegel TV" flimmerten.
SCHURA bemühte sich wiederholt intensiv, mit den Verantwortlichen in der Moschee eine produktive Arbeit in Gang zu bringen. Letztlich scheiterten alle Versuche jedoch an den fehlenden internen Strukturen der Quds-Moschee wie auch der Unfähigkeit der dort Verantwortlichen zu einer Neuausrichtung ihrer Gemeinde. Die Entwicklung der folgenden Jahre innerhalb von SCHURA und den meisten Mitgliedsmoscheen ging deshalb an dieser Moschee vorbei. Die Mitgliedschaft bestand dann noch einige Jahre quasi „auf dem Papier" und wurde Ende 2006 im gegenseitigen Einvernehmen beendet.

Kommentar:
Die Aussage, SCHURA bemühte sich wiederholt intensiv, mit den Verantwortlichen in der Moschee eine produktive Arbeit in Gang zu bringen, ist schlicht und ergreifend gelogen. Niemand aus dem Vorstand der damaligen Masjid al-Quds hat in dieser schweren Zeit auch nur einen Hauch von Beistand von der SCHURA erfahren.

Die Entwicklung des Moschee-Vereins ist erstaunlich gut. Ich kenne KEINE Moschee in Hamburg mit einem so großen Anteil an jugendlichen Muslimen. Was Herrn Y. vielleicht daran stört, ist die Tatsache, dass diese Jugendlichen aus den Moscheen der so hochgelobten SCHURA in die Taiba Masjid kommen.
Im Gegensatz zu ihren dialogarmen Mitgliedsvereinen spricht im Vorstand der Masjid Taiba jede Person ein sauberes und ungebrochenes Deutsch. Unser Imam kann sich mit einem grammatikalisch einwandfreien Deutsch verständigen und tut das auch.
Die Masjid Taiba bietet eine komplette Erläuterung der Freitags-Khutba in deutscher Sprache an. Es gibt einen Arabischunterricht in drei Klassen und verschiedene regelmäßige und unregelmäßige Unterrichte und Vorträge IN DEUTSCHER SPRACHE. Die Masjid Taiba ist ein Ort des Gebetes und des Lernens für Muslime aller möglichen Herkunftsländer. Es gibt Marokkaner, Tunesier, Syrer, Türken, Kurden, Afghanen, Bosnier, Albaner, Kaukasier, Russen, Somalis, Ägypter uvm. Es gibt einen äußerst hohen Anteil an Deutschen und Fremdländischen Konvertiten und Revertiten. Die Kommunikation findet vorwiegend in deutscher Sprache statt. Zurückgeblieben ist hier gewiss nicht die Masjid Taiba. Auf der Internetseite (www.masjid-taiba.de) gibt es ausführliche Informationen über das Bildungsangebot und eine offen zugängliche Selbstdarstellung.

Generell sollte man nicht zwei Moscheen (die immerhin Häuser Allahs sind) so gegenüber stellen und vor solch einem Publikum schlechtes über sie reden. Die Masjid Taiba, wie auch die Masjid al-Nour, sind Häuser Allahs...und wer keinen Einblick in die Entwicklungen innerhalb eines Moschee-Vereins hat, der soll sich an dem Hadith des Propheten halten:

„Wer an Allâh und den jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen."
(Al-Buchârî)

Aber weiter im Text.
Herr Dr. Y. geht im Rahmen des Grundsatzpapiers des SCHURA auf die Themen Grundgesetz, Demokratie und die Wahl demokratischer Parteien ein:

Also wurde im Herbst 2003 eine Arbeitsgruppe gegründet, welche zu den gesellschaftlich relevanten Fragen die Positionen von SCHURA auf islamischer Grundlage erstellen sollte. Es fand nun über mehrere Monate ein sehr fruchtbarer Diskussions- und Arbeitsprozess statt. Am Ende stand das „Grundsatzpapier: Muslime in einer pluralistischen Gesellschaft". Das Papier enthält zum einen Aussagen zur Vereinbarkeit des Islam mit der Werteordnung des Grundgesetzes (Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte) zur Rolle der Muslime innerhalb der deutschen Gesellschaft und zur Positionierung der Muslime zu zentralen politischen Fragen. Zusammen mit der zur gleichen Zeit entstandenen „Islam-Charta" des Zentralrats der Muslime war das Hamburger Grundsatzpapier das zentrale Dokument von Muslime zu Islam und Gesellschaft in Deutschland.
Die Umstände brachten es jedoch mit sich, dass SCHURA sich auch Angriffen von extremen Kräften innerhalb der Muslime ausgesetzt sah. SCHURA wurde für diese Gruppen zum bevorzugten Feindbild als quasi verräterische Muslime, die mit dem „Kuffar-System" kollaborierten. Ein bevorzugtes Konfliktthema war die Beteiligung von Muslimen an Wahlen und politischen Parteien (wozu SCHURA aufrief). Wir mussten und müssen sehr viel Energie in die Mitgliedsvereine investieren, um sie vor der Unterwanderung durch Extremisten zu schützen. Diesbezüglich entwickelte sich eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem LKA.

Kommentar:
Da spricht Herr Dr. Y. von einer pluralistischen Gesellschaft, was nichts anderes bedeutet als eine Gesellschaft, die eine tolerante Haltung zu anderen Ansichten und Meinungen zeigt. Solche verschiedenen Ansichten und Meinungen gibt es auch unter den Gelehrten des Islââms. Die Teilnahme an demokratischen Wahlen, mit dem Zweck Vertreter in ein Parlament zu wählen, welches die legislative Gewalt über die gesamte Gesetzgebung ausübt, ist so eine Angelegenheit. Doch anstatt anzuerkennen, dass es Muslime gibt, die eine solche Meinung vertreten und danach handeln (denn Nichtwählen ist keine Straftat), meint Herr Dr. Y. diese Muslime vor versammelten Publikum als extreme Kräfte bezeichnen zu müssen und Kritik am Aufruf zum Wählen ist auch keine Kritik mehr, sondern ein Angriff.
Und das ist nicht alles...
Er brüstet sich sogar damit diesbezüglich eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem LKA (Landeskriminalamt) entwickelt zu haben...um die Mitgliedsvereine vor der Unterwanderung durch diese Extremisten (die eigentlich nur eine andere Meinung vertreten?) zu schützen.
Soviel zum Pluralismus des Herrn Dr. Y. .

Aber das Beste zum Schluss:

Fazit:
SCHURA bietet ein für den Islam in Deutschland zukunftstaugliches Organisationsmodell, wenn nicht sogar das Beste: Es organisiert alle islamischen Gemeinden eines Bundeslandes auf Grundlage des Islam-Verständnisses des Mehrheits-Islams in Deutschland. Es ist eine Organisationsstruktur, die sich an der föderalen Struktur Deutschlands orientiert und der Tatsache, dass die meisten die Muslime betreffenden Angelegenheiten Ländersache sind. Sie ist deshalb geeignet, mittelfristig, das bisherige migrationsgeprägte ethnische Verbandswesen zu ersetzen zugunsten eines eigenständigen Islams in Deutschland und mit einem neuen Bewusstsein der Muslime.

Kommentar:
Bescheidenheit und Schamhaftigkeit waren herausragende Eigenschaften unseres geliebten Propheten -sall´Allahu alayhi wa salam-. Kein Grund für Herrn Dr. Y. , diesem Beispiel nachzueifern. Nicht Quran und Sunnah dienen ihm als Richtschnur, sondern der Mehrheits-Islââm.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das größte Verdienst der SCHURA ist die Integrationsfähigkeit aller divergierenden Konfessionen, Ethnien und Interessen in einen demokratietauglichen Mainstream-Islam gewesen.

Kommentar:
Ich glaube, dem braucht man nichts hinzuzufügen...

Zu guter Letzt:
Und die Moral von der Geschicht: Verleumde Deine Brüder nicht!
Wir sind eine Ummah. Möge Allah uns dabei helfen, uns mit gegenseitigem Respekt und Wohlwollen zu begegnen.



Wie sagte es so schön der Gesandte Allahs -sall´Allahu alayhi wa salam-:
Muslim ist der, vor dessen Zunge und Hand die anderen Muslime sicher sind...

(Abu Huraira - Tirmidhi; Nasai)


 

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