Kolumne von Dr Sabine Schiffer / 05.03.2010
Warum fehlt Mevlüt K. bei den Sauerlandattentätern?
Ganz selten tauchte sein Name in der Berichterstattung auf - und dann nur abgekürzt: Mevlüt K., der fünfte Mann der Sauerlandattentäter. Der mit den Kontakten zu den Geheimdiensten. Sie erinnern sich? Nein! Das sollten Sie aber. Bei der heutigen Nachrichtenabhackkultur, wie Walter van Rossum sie satirisierend in seinem Büchlein „Die Tagesshow" beschreibt, brauchen Mediennutzer ein gutes Gedächtnis. Sonst ist es nicht mehr möglich, Zusammenhänge zu erkennen und Abläufe zu verstehen.
Um den gerne bemühten Abwehrmechanismus der behaupteten „Verschwörungstheorie" nicht unnötig zu strapazieren, zitiere ich im Folgenden aus anderen Medien: Im Stern vom 4.02.2009 heißt es etwa „Die Hintergründe der "Sauerland-Gruppe", die 2007 Terroranschläge in Deutschland geplant haben soll, werden immer mysteriöser: Ein mutmaßlicher Kontaktmann des US-Geheimdienstes CIA spielte bei der Attentatsvorbereitung eine größere Rolle als bislang bekannt. Von Rainer Nübel [...] Das BKA ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts, bei der Beschaffung und Übergabe von 26 Sprengzündern an die "Sauerland-Gruppe" eine zentrale Rolle gespielt zu haben."
Am 15.08.2009 war auf meta.tagesschau.de folgende Botschaft zu lesen: „Bundesanwaltschaft Nach Geständnissen von Mitgliedern der "Sauerland-Gruppe" vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Bundesanwaltschaft Haftbefehl gegen einen weiteren Verdächtigen beantragt. Mevlüt K. soll der "Sauerland-Gruppe" Zünder für geplante Anschläge aus dem Ausland beschafft haben."
Welt-online widmet ihm gar eine eigene Themenseite, die unter www.welt.de/themen/Mevlüt+K. abgerufen werden kann. Dort fragt man sich es unter dem Titel „Die dubiose Rolle des fünften Manns". „Welche Rolle spielte der 30 Jahre alte Mevlüt K.? Ohne den Türken wären die Anschlagspläne gar nicht umsetzbar gewesen, sagt ein Mitglied der Sauerlandgruppe."
Letzteres soll uns nun nicht an die NPD-V-Männer erinnern, die die NPD erst zu dem machen, was sie ist - wie dies Wolfgang Schorlau so bissig in seinem neuesten Kriminalroman nahe legt. Noch bissiger wird Walter van Rossum, wenn er in seinem Audio-Beitrag für den Deutschlandfunk „Ein Käfig voller Enten" sowie in seinem gleichnamigen Artikel im online-Medium Neue Rheinischen Zeitung auf eine gewisse - nennen wir es - Zusammenhanglosigkeit bzw. Weglassungen im Zusammenhang mit der Verfolgung der sog. Sauerlandgruppe hinweist.










