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Wer ist Antisemit?

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Gefunden bei dersemit.de am 06.07.2010

Grundsätzlich möchte ich zur Behauptung der Gegenseite, dass auch Juden Antisemiten sein können, folgendes sagen: Die Richtigkeit einer solchen Behauptung ist nicht absolut, sondern hängt einzig und allein davon ab, wie man „Antisemitismus" definiert. Wenn man es so definiert, wie es Broder und seinesgleichen tun, und wie es in den letzten Jahren Mode geworden ist, dass nämlich jeder, der gegen die Politik des Staates Israel etwas einzuwenden hat, automatisch ein Antizionist und ergo auch ein Antisemit ist, dann sind in der Tat viele Juden „Antisemiten", weil sie sich mit der Politik Israels kritisch auseinandersetzen. Das kann aber nicht richtig sein. Antisemitismus ist die Feindschaft gegen Juden, nur weil sie Juden sind und Antisemitismus endet bei dem Bestreben die Juden zu vernichten. Ich will nicht abstreiten, dass es im Verlauf der Geschichte, und da sind uns einige Fälle aus dem Mittelalter bekannt, auch einzelne pathologische Juden gegeben hat, die sich so verhalten haben, aber mir persönlich ist kein einziger Jude bekannt, auf dem diese Interpretation des Antisemitismus zutrifft oder auch im geringsten zutreffen könnte. Es handelt sich immer wieder um die Absicht berechtigte oder meinetwegen auch unberechtigte Kritik an der Politik Israels im Keime zu ersticken indem man den Kritiker sofort mit dem schlimmsten beschimpft, was unsere Gesellschaft heutzutage hergibt: Antisemit zu sein, selbst wenn es sich um Juden handelt.

Die Vorwürfe der Gegenseite erinnern mich an die Geschichte von dem Mann, dem man immer wieder vorwirft, dass seine Schwester eine Hure sei, obwohl er immer wieder beteuert, dass er keine Schwester hat. So ist es mit den diffamierenden Behauptungen, ich sei ein „Antisemit", eine Behauptung, die so absurd ist, dass ich gar nicht weiß was ich dazu sagen soll. Evelyn Hecht-Galinski, der man ähnliches vorwirft, sagte dazu: „Da kann ich also wirklich nur müde darüber lächeln." Ich würde auch gerne müde darüber lächeln, wenn es hier nicht um den Versuch ginge, mich fertig zu machen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Grundsätzlich muß ich auch feststellen, dass ich seit mehr als 30 Jahren Bücher verlege und in dieser Zeit mehr als hundert verschiedene Autoren verlegt habe. Und selbstverständlich verhält es sich so, was übrigens auch auf fast allen anderen Verleger passt, dass es meine Aufgabe ist den Autoren ein Forum für ihre Meinung zu schaffen und dass ich mich nicht mit jeder einzelnen Meinung meiner Autoren identifizieren kann und muß. Und was Israel betrifft, so halte ich mich an dem, was heute in der israelischen Zeitung HaAretz zu lesen war: Israels Existenz steht nicht zur Diskussion - Israels Politik darf und soll kritisch beurteilt werden.

Nicht nur Broder ist „Sohn jüdischer Holocaust-Überlebender". Auch ich bin Sohn jüdischer Holocaust-Überlebender. Und so wie Broder sich mit den Erscheinungsformen von Antisemitismus und Antizionismus seit Jahrzehnten beschäftigt, so beschäftige ich mich auch damit und mit den Erscheinungsformen und Folgen der israelischen Besatzungspolitik in Palästina. Es mag sein, dass man zwischen Antisemitismus und Antizionismus „schwerlich trennen" kann, aber genau das versuche ich, nämlich zu trennen. Denn Kritik an Israels Politik ist nicht zwangsläufig Antisemitismus und schon gar nicht, wenn diese Kritik von Israelis und Juden geäußert wird, denen die Existenz des Staates am Herzen liegt. Fast alle Israel-kritischen Autoren, die ich verlegt habe, sind entweder Israelis oder Juden, die aus Liebe zum Land oder aus Achtung vor der jüdischen Ethik das kritisieren, was ihrer Meinung nach zu kritisieren wäre. Und es ist nicht überraschend, sondern gängige Wortwahl, dass diese Menschen immer wieder mit dem Vorwurf des Antisemitismus diffamiert werden.

Es ist richtig, dass die Bücher von Dr. Hans-Joachim Meyer, aber auch Simcha Flapan, Lia Nirgad, Gideon Levy, Ury Avnery, u.v.a. provokant und kontrovers sind. Darf denn nur Herr Broder „polemisch und ohne Rücksicht" schreiben? Seit Jahren werden diese Autoren und noch viele andere von Broder beleidigt und diffamiert. Zu keinem Zeitpunkt hat Broder eine sachliche Auseinandersetzung um Thesen und Fakten gesucht. Im Gegenteil, er hat immer nur die Diffamierung der Person im Vordergrund gehabt (siehe sein verlorener Prozess gegen Prof. Bodeman! Oder Hecht-Galinski!). Es ging ihm niemals um eine Auseinandersetzung in der Sache oder um eine „geistige Auseinandersetzung", sondern immer nur um die Diffamierung von Personen und das tut er bis heute. Zurzeit laufen weitere Beleidigungsprozesse gegen Broder.

Meyer schreibt in seinem Buch: „Die früheste Ursache für den Antisemitismus liegt im Judentum selbst." Das ist keine antisemitische Aussage, sondern der Versuch die Wurzel des Antisemitismus zu erklären. Im Übrigen finden wir diese Meinung auch bei den berühmten jüdischen Historikern Graetz und Dubnow, die das schon im 19ten Jahrhundert schrieben. In der antiken Welt, die gegenüber Religionen sehr tolerant war, ist es eben aufgefallen, dass die Juden sich und ihre Religion als etwas besonderes sahen und das Wissen um die Religion und um die verschiedenen Riten und Bräuche geheim gehalten hatten. Hier ist die Wurzel der Feindschaft begraben und hier muss man ansetzen. Broder setzt sich mit dieser Behauptung nicht auseinander sondern behauptet einfach sie sei antisemitisch.

Ich kann nicht akzeptieren, dass Kritik an Juden oder am Judentum automatisch antisemitisch ist. Wie heutzutage Kritik an Israel automatisch antisemitisch sei. Antisemitisch wäre es, wenn man die Vernichtung und Ausrottung der Juden verlangen würde, allein deshalb, weil sie Juden sind. Alles andere sind Thesen, mit denen man sich auseinandersetzen kann, die man richtig oder falsch halten kann. Aber Broder setzt sich nicht mit diesen Thesen auseinander, sondern macht es sich sehr leicht indem er behauptet, dass sie antisemitisch seien, nicht mehr und nicht weniger.

Broders Anwalt Hegemann schreibt: „Melzer vergleicht (in seinem Leipziger Vortrag) die Situation im heutigen Israel mit der in Deutschland kurz nach der Machtergreifung 1933." Ich habe in Leipzig keinen Vortrag gehalten und die o.g. Behauptung stammt nicht von mir, sondern aus dem Vortrag von Herrn Meyer, was im Schriftsatz früher auch erwähnt wird. Weiter macht mir Hegemann zum Vorwurf, dass meine bzw. Meyers Worte von „arischen Antisemiten" missbraucht und instrumentalisiert werden könnten, für Interessen, die eigentlich nicht meine sein können.

Mit der Gefahr „missbraucht und instrumentalisiert" zu werden, muss auch Broder mit seiner meistens scharfen und unerträglichen Polemik leben. Was Broder auf der Internetseite www.achgut.de veröffentlicht hat würde „arische Antisemiten" viel mehr als nur erfreuen. Er schreibt, dass Prof. Dr. Rolf Verleger nach Aussage von Herrn Arno Hamburger von der jüdischen Gemeinde in Nürnberg, ein „Volksschädling" ist. Darüber würde sich doch jeder Antisemit besonders freuen.

Broder nimmt hier Rechte für sich in Anspruch, die er anderen verweigert und für die er andere diffamiert. Auch ich und meine Autoren müssen damit leben Beifall von der falschen Seite zu bekommen. Deshalb werden wir uns aber nicht unsere Meinung verbieten lassen. Und im Übrigen habe ich bis heute nicht feststellen können, dass das so ist. Meine Thesen sind nicht „antizionistisch", sondern richten sich gegen Erscheinungsformen in der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern, die wir, die ich, als Unrecht und unklug halte und gegen die ich protestiere. Ich trete nicht ein für die Eliminierung des Staates Israel, in dem ich aufgewachsen, zur Schule gegangen bin, in der Armee gedient habe und wo der größte Teil meiner Familie lebt. Ich schäme mich nur für die Art und Weise wie Israel mit den Palästinensern umgeht und kann dazu nicht schweigen.

Broder und seine Freunde versuchen aus mir und meinen Freunden immer wieder und bei jeder Gelegenheit einen Antisemiten zu machen, wohl wissend, dass der Vorwurf des Antisemitismus im heutigen Deutschland ein sehr übler und ehrverletzender Vorwurf ist.

[weiterlesen bei dersemit.de>>]

 
Kommentare (1)
1 Freitag, den 09. Juli 2010 um 13:47 Uhr
assalamu alaikum,

natürlich gehört der herr auf dem bild weiter oben mit zu den grössten antisemiten die es gibt, denn mit seinen äusserungen schadet genau er den semiten mit am meisten.
wenn der nicht eines tages geteert und gefedert wird.
für mich ist und bleibt er nur ein großmaul der unglaublich unter geltungssucht leidet.
armer broder, ich glaube der fängst immer zu zittern und zu zucken an wenn in seiner nähe eine kamera oder ein mikro ist, bis er seinen senf abgibt, dannach fühlt er sich erleichtert. so ähnlich wie bei durchfall und wenn ne toilette in der nähe ist dann hält man es auch fast nicht mehr aus, na ja bis man sich entlehrt hat, und zuwar endgültig.
also es wäre besser er hätte duchfall, das würde im ernstfall nur ihm schaden.
aber seine gehirnentleerungen schaden dem friedlichen miteinander in deutschland.

Broder, geh lieber aufs klo.
Antwort des Erstellers:
Freitag, den 09. Juli 2010 um 17:33 Uhr
Administrator
as-salamu alaykuzm,
ein schöner Kommentar.
Broder ist Publizist, so wie viele andere Provokateure es auch sind. Sie machen mit soetwas ihr Geld. Sie provozieren und beleidigen Menschen um Auflage zu machen.
Wäre er lieb und nett, dann würde niemand seine Artikel und Büchlein lesen. Er ist ein Opportunist, der auf der Islamhass-Welle mitschwimmt und sich voller Freude mit der radikal-atheistischen Querfrontsau paart.
Es gibt immer welche die sich bemühen Vorurteile zu bestätigen.

Ibn Rainer

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