09.07.2010 / jungewelt.de
Für 2010 hat der Bundestag der Regierung die Rekordsumme von etwa 1,1 Millarden Euro für die deutsche Beteiligung am NATO-Krieg in Afghanistan bewilligt. Die direkten Kosten für die Bundeswehr werden in diesem Jahr damit voraussichtlich so viele Gelder verschlingen wie die gesamte zivile Wiederaufbauhilfe Deutschlands für Afghanistan von 2001 bis 2010. Die kompletten Kriegskosten von 2002 bis 2009 beziffert die Bundesregierung auf rund 3,6 Milliarden Euro. Das geht aus ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.
Die für die Besatzer immer desolater werdende Lage beschönigte Westerwelle mit den Worten: »Es ist nicht alles gut in Afghanistan.« Im Deutschlandfunk-Interview erklärte der FDP-Vorsitzende, die Situation sei »regional sehr unterschiedlich«. Wer glaube, »daß wir am Hindukusch europäische Verhältnisse schaffen können, der irrt«. Es müsse aber ein Zustand erreicht werden, der »gut genug« sei. Die NATO werde im nächsten Jahr drei bis vier Distrikte in die Hoheit afghanischer Sicherheitskräfte übergeben. Einer davon werde im Norden des Landes liegen, wo die Bundeswehr das Kommando führt.
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