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CIMIC - Der Wolf im Schafspelz

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Artikel von Ibn Rainer / 19.07.2010

CIMIC ist eine Abkürzung und steht für Civil-Military Co-operation. Im eingedeutschten Militärjargon heißt das ZMZ Zivil-Militärische Zusammenarbeit. Zu Beginn, als dieser Begriff erstmals Gestalt annahm, sollte CIMIC lediglich ein Hilfsmittel für zivile nichtstaatliche Organisationen darstellen, um schnell und effizient in Krisengebieten Hilfe leisten zu können. Das Militär sollte hier also ausschließlich als Dienstleister für logistische und sicherheitstechnische Hürden zur Verfügung stehen. Bei Einsätzen in schwer zugänglichen Erbeben-, Überschwemmungs oder Hungersnotgebieten sicherlich eine lobenswerte Hilfleistung. In Gebieten jedoch, wo sich das "hilfeleistende" Militär bereits in einem offensiven Angriffkrieg befindet und zum größten Teil auch Urheber vielen Leides ist, welches die zivilen Organisationen zu beseitigen versuchen, ist CIMIC vielmehr zu einem militärisch-taktischen Mittel verkommen...getarnt im Namen der Humanität. Ein Wolf im Schafspelz.

In Afghanistan entschied man sich auch vor einiger Zeit, die Arbeit der unabhängigen und nichtstaatlich-zivilen Hilforganisationen militärisch zu "unterstützen". Nicht etwa weil diese Organisationen das forderten, sondern vielmehr weil es vom Militär gefordert wird. Die Folgen sind schlimm...aber lediglich für die zivilen Helfer und die Bedürftigen. Das Militär hat auf diese Weise entweder besseren Zugang zur neutralen oder verfeindeten Zivilbevölkerung, oder verhindert erfolgreich humanitäre Hilfe für den Feind.

Besonders das Nachrichtenmagazin Hintergrund beschäftigt sich regelmäßig mit dieser Thematik und veröffentlichte bereits mehrere Artikel die sich mit der Waffe CIMIC beschäftigten. Hier einige interessante Links:

Bereits am 26.07.2007 verfasste Prof. Norman Peach einen Artikel namens Es gibt keine militärische Lösung für Afghanistan, in dem er (etwa ab Artikelmitte) auch auf das Projekt des "zivil-militärischen Engagements" eingeht:

Situation der ISAF in Afghanistan
Die ISAF als „zivil-militärisches“ Engagement zur Absicherung und Stabilisierung des Friedensprozesses in Afghanistan ist gescheitert. Sie konnte erwartungsgemäß nicht zur Lösung der komplexen Probleme des Landes beitragen und ist vielmehr schon lange selbst Teil des Problems geworden.
[den gesamten Artikel lesen bei hintergrund.de>>]

In einem Artikel vom 05.07.2010 berichtet Thomas Wagner von einem Anschlag des afghanischen islamischen Widerstandes gegen eine scheinbar zivile Hilfsorganisation namens Development Alternatives Inc (DAI). Hier offenbart sich bereits die zivil-militärische Zusammenarbeit als ein Tarnröckchen des Auslandsgeheimdienstes der USA.:

Denn bei DAI handelt es sich nicht um eine harmlose „US-Hilfsorganisation" wie manche Medien suggerierten, sondern um eine Privatfirma im Sold der öffentlichen und der verdeckten US-Außenpolitik. Das Unternehmen ist einer „der größten Auftragnehmer des State Departments (US-Außenministerium), des Pentagon und der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID). Letztere gilt als scheinbar humanitäre Frontorganisation des US-Geheimdienstes CIA."
...
Folgt man einem Bericht des Tagesspiegel, dann liegt ein Arbeitsschwerpunkt des bereits 1970 gegründeten Hilfsunternehmens DAI in der zivil-militärischen Zusammenarbeit in Krisengebieten.
[den gesamten Artikel lesen bei hintergrund.de>>]

Am 09.07.2010 veröffentlichte die Redaktion von hintergrund.de dann diesen Artikel, der das Dilemma aus der Sicht der zivilen Hilfsorganisationen beleuchtet:

Vernetzte Unsicherheit
Zivil-militärische Zusammenarbeit in Afghanistan macht Hilfsorganisationen zur Zielscheibe -
Kritik an der Strategie der sogenannten Vernetzten Sicherheit kommt vor allem aus den Reihen derjenigen, die in Afghanistan seit vielen Jahren erfolgreich Hilfsprojekte durchführen.
[weiterlesen bei hintergrund.de>>]

Und der aktuellste Artikel zur Thematik stammt vom 16.07.2010. Hier äußert sich die zivile Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zur militärischen Taktik CIMIC:

„Kooperationen mit dem Militär und die Diskussion darüber gefährden unsere Sicherheit"
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erhebt schwere Vorwürfe gegen Ingo Niebel und kritisiert die Zivil-militärische Zusammenarbeit der NATO in Afghanistan -
Die humanitäre Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wendet sich entschieden gegen Vorstöße des NATO-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen und des deutschen Entwicklungshilfeministers Dirk Niebel, nach denen zivile Organisationen mit den NATO-Truppen in Afghanistan enger zusammenarbeiten sollen.
[weiterlesen bei hintergrund.de>>]

[Edit]:

Des weiteren ist auch dieser frühere Artikel zum Thema ganz nützlich Instrumentalisierte Entwicklungshilfe in Afghanistan

 

 

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