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Wikileaks: 90.000 überwiegend geheime Dokumente der US-Truppen veröffentlicht

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Gefunden bei hintergrund.de am 27.08.2010

Der Afghanistan-Krieg fordert mehr zivile Opfer als bislang bekanntgegeben. Im Einsatzgebiet der Bundeswehr ist die Sicherheitslage schlechter als von der Bundesregierung eingeräumt und US-Militärs gehen seit Jahren davon aus, dass Mitarbeiter des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI direkt mit verschiedenen aufständischen Gruppen kooperierten und sogar selbst Anschläge auf die internationalen Truppen in Auftrag gaben.

Das geht aus einer Sammlung von mehr als 90.000 überwiegend geheimen Dokumenten der am Hindukusch kämpfenden US-Truppen hervor, die von der Website Wikileaks in der Nacht zu Montag veröffentlicht wurde. „Das Material wirft ein Schlaglicht auf die alltägliche Brutalität und das Elend des Krieges. Es wird die öffentliche Meinung verändern und auch die von Menschen mit politischem und diplomatischen Einfluss", sagte WikiLeaks-Gründer Julian Assange* gegenüber dem Spiegel.

Die Internetplattform Wikileaks sammelt geheime offizielle Dokumente aus anonymen Quellen, um Missstände öffentlich zu machen. Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, reagierte empört. „Die USA verurteilen aufs Schärfste die Veröffentlichung von Geheiminformationen durch Einzelne oder Organisationen, durch die das Leben von Amerikanern und deren Verbündeten gefährdet und die nationale Sicherheit bedroht wird.

Die Veröffentlichung sei „ein äußerst bemerkenswerter Vorgang" sagte der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Kapitän zur See Christian Dienst, am Montag in Berlin. Derzeit werde geprüft, ob die deutschen Sicherheitsinteressen „berührt sein können."Sachverhalte verharmlost

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel sowie die Zeitungen New York Times und der Guardian aus London analysierten jeweils für sich die gewaltige Datenmenge der US-Streitkräfte. Es sind größtenteils Meldungen der Truppen aus dem Feld, die zusammengefasst und direkt weitergeleitet wurden. Obwohl nicht alle Berichte verifiziert werden konnten, halten die US-Militärs selbst viele ihrer Quellen - darunter afghanische Informanten und Sicherheitskräfte - für glaubwürdig.

Laut Guardian sollen hunderte afghanischer Zivilisten bei bislang nicht bekannten Aktionen der internationalen Truppen ums Leben gekommen sein. In den Dokumenten sind 144 Zwischenfälle mit 195 zivilen Todesopfern aufgelistet.

Das US-Militär habe in Erklärungen Sachverhalte immer wieder „verharmlost",...

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