{"id":500,"date":"2012-09-12T16:41:20","date_gmt":"2012-09-12T16:41:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/?p=500"},"modified":"2017-09-04T18:21:07","modified_gmt":"2017-09-04T18:21:07","slug":"fundstueck-erik-von-kuehnelt-leddihn-die-wahre-ideologische-heimat-des-nationalsozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.al-adala.de\/Neu\/fundstueck-erik-von-kuehnelt-leddihn-die-wahre-ideologische-heimat-des-nationalsozialismus\/","title":{"rendered":"Fundst\u00fcck: Erik von K\u00fchnelt-Leddihn &#8211; Die wahre ideologische Heimat des Nationalsozialismus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Immer wenn sich mir die Gelegenheit dazu bietet, mache ich Mitmenschen &#8211; und vor allem Glaubensgeschwister &#8211; darauf aufmerksam, dass man kritischer mit dem Medienvokabular umgehen sollte und nicht alles so \u00fcbernehmen sollte wie es uns aufgetischt wird. Wie manipulativ die Medienberichterstattung sein kann, m\u00fcssen wir orthodoxen Muslime ja bereits seit einigen Jahren erfahren. Aber wir sind nicht das einzige Feindbild, welches von den hiesigen Medien aufs Korn genommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenfalls ist ihnen alles zuwider, was nicht mindestens ebenso demokratistisch und linkslastig ist wie sie. Dazu geh\u00f6ren auch konservative Kr\u00e4fte aus der praktizierenden Christenheit, dem orthodoxen Judentum und dem Libertarismus. Faktisch jeder, der nicht das Liebeslied von Demokratie, Feminismus, Fr\u00fchsexualisierung, Schwulen-Ehe usw mitsingt, ist in ihren Augen ein <em>Rechter,<\/em> und <em>rechts<\/em> ist eben genau das selbe Adjektiv, mit welchem man heute auch <em>Nazis<\/em> bezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nazis<\/em> sind aber nicht <em>rechts<\/em>, <em>Nazis<\/em> sind <em>Sozialisten<\/em>, also <em>Linke<\/em>. Sie sind zwar nebenbei auch Nationalisten und Rassisten, aber dass \u00e4ndert nichts an ihrer sozialistischen Ausrichtung. Die Tatsache, dass sich <em>rote<\/em> und <em>braune<\/em> Sozialisten gegenseitig die K\u00f6ppe einhauen liegt wohl eher an der Konkurrenz als an der Gegens\u00e4tzlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu diesem Thema m\u00f6chte ich gern einen Aufsatz bem\u00fchen, verfasst von einem bekannten katholischen Universalgelehrten des letzten Jahrhunderts. <em><a href=\"http:\/\/www.sezession.de\/8532\/ein-katholischer-rechtsradikaler-liberaler-zum-100-geburtstag-von-erik-von-kuehnelt-leddihn.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erik Maria Ritter von Kuehnelt-Leddihn<\/a><\/em> ist f\u00fcr mich kein Unbekannter. Ich zitierte ihn schon mehrfach auf diesem Blog und empfehl<em>e <\/em>u.a. sein Buch<em> Konservative Weltsicht als Chance<\/em>. Hier also sein Aufsatz zum Thema:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>Der linke Etikettenschwindel<\/strong><br \/>\n<em><strong>Kein Gegensatz, sondern eher Konkurrenzkampf<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Erik von Kuehnelt-Leddihn \u00fcber die wahre ideologische Heimat des Nationalsozialismus<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Als in der Endzeit der Weimarer Republik die kommunistischen und die nationalsozialistischen Schl\u00e4gertrupps handgreiflich aneinandergerieten (siehe oben), ging es nicht um diametral gegens\u00e4tzliche Ideologien, sondern um den Machtkampf zweier Gruppierungen, die sich in vielen wichtigen Punkten \u00e4hnlich waren. Ich bin ein Rechter und daher ein absoluter Gegner des Nationalsozialismus. Wenn das den Leser \u00fcberrascht, kennt er entweder wie einst die Einwohner von Niniveh (Jonas, 4, 10) den Unterschied zwischen &#8222;rechts&#8220; und &#8222;links&#8220; oder den wahren Charakter des Nationalsozialismus oder vielleicht auch beides nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Auf jeden Fall aber ist die schlechte Angewohnheit, die brandlegerischen Punker &#8222;Rechtsradikale&#8220; zu nennen, genau so ein glatter Unsinn, wie den Massenmord an Geisteskranken, Israeliten und Zigeunern als &#8222;Holocaust&#8220; (mit englischer Orthographie!) zu bezeichnen, denn so nannten die frommen Hellenen ihre Brandopfer f\u00fcr die Gunst ihrer G\u00f6tter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Der Nationalsozialismus entstand in B\u00f6hmen, und zwar 1896, als tschechische Sozialdemokraten, die den Sozialismus auf internationaler Ebene als irrealistische Utopie empfanden, unter der F\u00fchrung von Klofac, Stribrny und Franke eine nationalsozialistische Partei gr\u00fcndeten. Ihr F\u00fchrer wurde 1919 Eduard Benes, ein Nationalsozialist von echtem Schrot und Korn, der schon 1943 im Exil erkl\u00e4rte, da\u00df man Hitler nachahmen m\u00fcsse. Das Leitbild dieser neuen Partei war die taboritische Bewegung der Husiten, die radikal links, nationalistisch und fanatisch deutschfeindlich war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Der nationalistische Linksdrall in B\u00f6hmen und M\u00e4hren fand Widerhall unter manchen Deutschen dieser L\u00e4nder, denen die &#8222;Deutschnationale Partei&#8220; zu b\u00fcrgerlich war, und so schlossen sie sich in einer &#8222;Deutschen Arbeiterpartei&#8220; zusammen. Vorschl\u00e4ge, sich auch nationalsozialistisch zu nennen, lehnten sie wiederholt ab, denn sie wollten nicht als Nachahmer von Tschechen gelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Goebbels sah sich als Repr\u00e4sentant der politischen Linken. Erst am 5. Mai 1918 in Wien wurde die DAP in &#8222;Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei&#8220; umbenannt. Ihr Programm war eindeutig links. Es war offen gegen die Donaumonarchie gerichtet, antihabsburgisch, antiaristokratisch, antiklerikal, antikapitalistisch und &#8211; einziger Unterschied zu ihrem tschechischen &#8222;Vorbild&#8220; auch antisemitisch. Die Namenserweiterung fand &#8211; ein symbolischer Zufall? &#8211; am 100. Geburtstag von Karl Marx statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Dann kamen bald das Kriegsende und der &#8222;Umsturz&#8220;. Hitler diente in M\u00fcnchen mit roter Armbinde unter den Kommunisten (siehe J. Fest: &#8222;Hitler&#8220;, 1973, S. 122). Bei den ersten Wahlen in der Tschechoslowakei bekamen die deutschen Nationalsozialisten schon 42.000 Stimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Der aus B\u00f6hmen ausgewiesene Ingenieur Rudolf Jung \u00fcberredete Hitler, der in M\u00fcnchen auch einer &#8222;Deutschen Arbeiterpartei&#8220; angeh\u00f6rte und beabsichtigte, ihr die Bezeichnung &#8222;sozialrevolution\u00e4r&#8220; zu geben, sie lieber &#8222;nationalsozialistisch&#8220; zu nennen. Jung \u00fcberzeugte ihn auch, die rote Fahne als zugkr\u00e4ftiges Symbol zu ben\u00fctzen. Im Dritten Reich wurde die &#8222;alt\u00f6sterreichische&#8220; F\u00fchrungsgruppe der DNSAP-NSDAP unter den Teppich gekehrt und mit kleineren Stellungen abgef\u00fcttert, um die &#8222;Originalit\u00e4t&#8220; des &#8222;Gr\u00f6\u00dften F\u00fchrers aller Zeiten&#8220; nicht in Frage zu stellen. Nach 1945 wurde sie dann von den tschechischen Nationalsozialisten im Verein mit den Kommunisten in B\u00f6hmen und M\u00e4hren ausgerottet. Rudolf Jung verhungerte 1945 im Prager Pankrac-Gef\u00e4ngnis; Hans Krebs wurde 1947 hingerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Selbstverst\u00e4ndlich bestanden die leitenden Nationalsozialisten (Hitler, Goebbels, He\u00df) stets darauf, echte, wenn auch &#8222;deutsche Demokraten&#8220; und gute Republikaner zu sein. F\u00fcr Rudolf He\u00df war der Nationalsozialismus die &#8222;edelste Form der europ\u00e4ischen Demokratie&#8220;. Goebbels bekannte sich sogar noch 1926 als &#8222;deutscher Kommunist&#8220; und erkl\u00e4rte 1933 dem &#8222;Petit Parisien&#8220; in einem Interview, da\u00df die Deutsche Revolution das Gegenst\u00fcck zur Franz\u00f6sischen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Doch der Linksdrall trieb Goebbels zur Aussage: &#8222;Wir sind Antisemiten, weil wir Sozialisten sind.&#8220; War es doch auch das Programm der Braunen, den &#8222;b\u00fcrgerlichen Klassenstaat zu zertr\u00fcmmern&#8220;, wie Hitlers bis in den Tod treuester Paladin, Goebbels, es geplant hatte (siehe sein &#8222;Der Nazi-Sozi&#8220;, 1932, S. 10). Ja aber, fragt vielleicht der naive Zeitgenosse, haben die Braunen nicht &#8222;dennoch&#8220; behauptet, &#8222;rechts&#8220; zu stehen? Keine Spur! Goebbels erkl\u00e4rte am 6. Dezember 1931 im &#8222;Angriff&#8220;, da\u00df die NSDAP die &#8222;deutsche Linke&#8220; verk\u00f6rpere und den &#8222;b\u00fcrgerlichen Nationalismus&#8220; verachte. Kann das deutlicher gesagt werden? Was will man mehr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">\u00dcber Nacht wechselten viele in das internationale Lager. Doch unsere geschichtslosen Spie\u00dfer sind nicht so leicht zu \u00fcberzeugen: Die NSDAP k\u00e4mpfte doch gegen den so linken Kommunismus, also war sie sein rechter Feind! Aber man erinnere sich daran, da\u00df bei den Wahlen im November 1932, bei einem R\u00fcckgang der braunen Stimmen, die Kommunisten 100 Vertreter in den Reichstag schickten: Viele Nationalsozialisten waren \u00fcber Nacht zu Internationalsozialisten geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Hitlers Ziel war die Vernichtung der konservativen Kr\u00e4fte.Von Speer wissen wir, wie sehr Hitler sp\u00e4ter bereut hatte, Franco und nicht die ihm viel sympathischeren, die Friedh\u00f6fe und Leichen sch\u00e4ndenden Rotspanier unterst\u00fctzt zu haben. Zudem betrachtete Hitler den Nationalsozialismus als eine &#8222;auf exakter Wissenschaft aufgebaute Volksbewegung&#8220;, eine Formel, die sicherlich auch Lenin h\u00e4tte ben\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Doch unsere Spie\u00dfer geben nicht nach. F\u00fcr sie (aber nicht nur f\u00fcr sie) bleiben Braun und Rot &#8222;diametrale Gegens\u00e4tze&#8220;. Und da kommen sie mit dem gro\u00dfen Bl\u00f6dsinn, den L.S. Mercier verbreitet hatte: &#8222;Die Extreme ber\u00fchren sich.&#8220; Siedendes Wasser und Eis? Geparde und Schnecken? M\u00fccken und Elefanten? Wenn man so einen Stammtischpolitiker fragt, wo er selbst st\u00fcnde, h\u00f6ren wir ihn wahrscheinlich mit leicht vibrierender, klagender Stimme gestehen: &#8222;In der Mitte! In der Mitte!&#8220; Worauf ich dann boshaft bemerke: &#8222;Also Ihrer Meinung nach am halben Weg zwischen dem Obersalzberg und der Lubjanka?&#8220; Nein! Das h\u00f6rt er nat\u00fcrlich auch nicht gern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Man mu\u00df sich einmal das Programm der Nationalsozialisten f\u00fcr das Ende des Zweiten Weltkriegs im Falle ihres Sieges vorstellen. Unser Spie\u00dfer wird sagen, da\u00df dies ein Sieg des &#8222;Kapitalismus&#8220; \u00fcber den &#8222;Sozialismus&#8220; gewesen w\u00e4re, aber das w\u00fcrde keineswegs so gewesen sein. Walter Haids &#8222;Sozialismus als Tr\u00e4ger des Dritten Reiches&#8220; (Berlin, 1935) m\u00f6ge da als Augen\u00f6ffner dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Dagegen wendet die linke Propaganda ein, da\u00df die Wahlsiege der Nationalsozialisten durch das &#8222;Gro\u00dfkapital&#8220; finanziert wurden. Tats\u00e4chlich aber hat das Gro\u00dfkapital alle politischen Parteien, au\u00dfer die Kommunisten, unterst\u00fctzt (die bekamen ihr Geld aus Moskau). Ludwig von Mises hat uns verraten, da\u00df die deutschen Industriellen, deren Land jahrelang h\u00f6chst undemokratisch durch Notverordnungen regiert wurde, schlie\u00dflich vor der Wahl standen, entweder von den Braunen versklavt oder von den Kommunisten notgeschlachtet zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">H\u00e4tte Hitler einen Sinn f\u00fcr Humor gehabt, w\u00fcrde er Woodrow Wilson ein kolossales Denkmal gesetzt haben, denn dieser amerikanische Pr\u00e4sident hatte 1917 nach dem Fall der russischen Monarchie ein wahres V\u00f6lkerringen in einen ideologischen Kreuzzug verwandelt, dessen Produkt die Weimar Republik war. Die bot der NSDAP &#8211; genau so wie es Plato von der Volksherrschaft vorausgesagt hatte &#8211; den idealen Rahmen zur Wandlung in die Tyrannis. Hitler aber hatte, abgesehen von der \u00dcbernahme des Chaplin-Schnurrbarts, wenig Sinn f\u00fcr Humor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Nun erf\u00e4hrt man aber in Goebbels &#8222;Tagebuch&#8220; (II. 14), da\u00df es, wie ihm Hitler verriet, nach einem Endsieg des Dritten Reichs allen &#8222;konservativen&#8220; Kr\u00e4ften, vor allem dem Christentum, an den Kragen gegangen w\u00e4re. Es war schlie\u00dflich, wie Dahrendorf sagte, die Moderne, die 1933 in Deutschland ihren Einzug gefeiert hatte, w\u00e4hrend die Rechte, die &#8222;Reaktion&#8220; am 20. Juli 1944 das so linke &#8222;Rad der Geschichte&#8220; zur\u00fcckdrehen wollte, was aber leider nicht gelang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Alle gro\u00dfen Europ\u00e4er, so verk\u00fcndete der Amerikaner Allan Bloom, seien immer rechts gestanden. Das trifft selbst auf Freud zu. Marx war ein verh\u00e4ngnisvoller, aber kein &#8222;gro\u00dfer Europ\u00e4er&#8220;. Die Tatsache, da\u00df 34 Jahre nach seinem Tod ein Sechstel der Erde seiner Ideologie untertan gemacht werden konnte, besagt gar nichts. Je d\u00fcmmer eine populistische Theorie, desto rascher ihr Sieg. Das Christentum brauchte immerhin nicht 34, sondern 300 Jahre, um in einem gro\u00dfen Sektor der \u00d6kumene zu triumphieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">In einem sehr guten Aufsatz hat der s\u00e4chsische Justizminister Steffen Heitmann (siehe Deutschland-Magazin 7\/97) den Unterschied zwischen Rechts und Links herausgearbeitet. Seit einem halben Jahrhundert besch\u00e4ftige ich mich mit diesem Thema. &#8222;Rechts&#8220; steht f\u00fcr Pers\u00f6nlichkeit, Vertikalit\u00e4t, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarit\u00e4t, F\u00f6deralismus und Vielfalt, &#8222;Links&#8220; f\u00fcr Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-N\u00e4mlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes). Hier mu\u00df man auch bemerken, da\u00df Freiheit und Gleichheit Gegens\u00e4tze sind, denn Gleichheit ist &#8222;unnat\u00fcrlich&#8220; und kann lediglich in der Tyrannis k\u00fcnstlich geschaffen werden. Nur Sklaven sind &#8222;gleich&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Nationalismus und Rassismus sind links, Patriotismus ist rechts. Das Christentum steht rechts, und der Dominikaner Bruckberger sagt mit Recht, das Neue Testament sei eine Botschaft der menschlichen Ungleichheit. Tats\u00e4chlich ist in fast allen Sprachen Rechts ein positiver, Links ein negativer Begriff. Im Deutschen h\u00e4ngt &#8222;rechts&#8220; mit richtig, gerecht und Recht zusammen (im Englischen ist es \u00e4hnlich). Im Slawischen leitet die Silbe prav eine ganze Reihe positiver Bezeichnungen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Die NS-Abgeordneten geh\u00f6rten nicht auf die \u00e4u\u00dferste Rechte. Im Italienischen ist la sinistra die Linke, il sinistro der Ungl\u00fccksfall. Analoges finden wir im Arabischen, im Sanskrit, im Japanischen und Ungarischen. Auch die Bibel spricht dieselbe Sprache. Prediger 10,2 sagt uns, da\u00df gegen alle Anatomie das Herz des Weisen auf der Rechten und das des Narren auf der Linken schl\u00e4gt. Welcher konfuse Idiot war aber daf\u00fcr verantwortlich, die NS-Abgeordneten auf der \u00e4u\u00dfersten Rechten des Reichstags anzusiedeln? Stalin dekretierte aus ideologischen Gr\u00fcnden, da\u00df man die Nationalsozialisten &#8222;Faschisten&#8220; nennen m\u00fcsse, und die deutsche Linke folgte lakaienhaft diesem Ukas. In Wirklichkeit hatte Mussolini w\u00e4hrend seiner Jahre in Welschtirol von den tschechischen Nationalsozialisten im Wiener Reichsrat und ihrer husitischen Inspiration geh\u00f6rt. Das bewog ihn 1913 in Rom, ein Buch \u00fcber Hus (&#8222;Giovanni Hus, il Verdico&#8220;) zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Die Gleichsetzung mit dem Faschismus ist h\u00f6chst ungerecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Mussolini kam vom italienischen Sozialismus her, und seine Bewegung hatte anf\u00e4nglich und auch am Ende einen strikt republikanischen Charakter (die Fasces sind ein republikanisches Symbol!). Erst in der Republica Sociale Italiana konnte er sich ganz austoben. Vorher war er durch Monarchie und Kirche &#8222;beengt&#8220; gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Freilich hatte der Faschismus auch eine nichtpolitische Rolle: den im Grund so anarchischen Italienern ein wenig Disziplin beizubringen, um sie so mit den industriellen Nationen des Nordens wettbewerbsf\u00e4hig zu machen. Es war auch keineswegs in den Sternen geschrieben, da\u00df Italien sich im Zweiten Weltkrieg auf die Seite des Dritten Reiches schlagen w\u00fcrde. Daf\u00fcr war die hirnlose Au\u00dfenpolitik Edens verantwortlich. Den Nationalsozialismus &#8222;faschistisch&#8220; zu nennen, belastet die Italiener moralisch in h\u00f6chst ungerechter Weise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Wie auch immer: Der Nationalsozialismus hat mit der rechten Tradition Europas nicht das Geringste zu tun. Daher beginne oder schlie\u00dfe ich auch meine Vortr\u00e4ge in \u00dcbersee oft mit den Worten: &#8222;Ladies and Gentlemen, Right is Right and Left is Wrong.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wenn sich mir die Gelegenheit dazu bietet, mache ich Mitmenschen &#8211; und vor allem Glaubensgeschwister &#8211; darauf aufmerksam, dass man kritischer mit dem Medienvokabular umgehen sollte und nicht alles so \u00fcbernehmen sollte wie es uns aufgetischt wird. Wie manipulativ die Medienberichterstattung sein kann, m\u00fcssen wir orthodoxen Muslime ja bereits seit einigen Jahren erfahren. 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