Archiv für den Monat: März 2015

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Das Leben ist Materie, rational und deshalb verfügbar geworden

„Das Leben ist Materie, rational und deshalb verfügbar geworden, ohne dass das in industrialisierte Arbeitsprozesse alternativlos eingespannte Individuum damit die verheißene Freiheit erlangen könnte. Der Dauerdiskurs um die Verteilung der Güter, die die moderne, aufgeklärte Auffassung von „Gerechtigkeit“ ist, ist ein Aspekt dieser neuen Unfreiheit. Die Materialisierung des Lebens zeigt das Unentrinnbare, Diktatorische der Aufklärung, wie sie uns durch den Lauf der Geschichte hindurch erreicht hat, ihre Totalität, das Zwanghafte und das Zerstörerische ihrer Rationalisierung.

Seit 200 Jahren hofft der moderne Mensch, durch die Zweckmäßigkeit seines Handelns Herr über die Welt zu werden. Seine Herrschaft über die Materie soll ihn von ihr befreien. Ein banaler Irrtum, denn was er beherrscht, wird er niemals los.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 26)

Kurz gesagt: Pluralismus vs Multikulti

Es ist eigentlich ganz leicht:

Wer ethnischen und religiösen Pluralismus zu schätzen weiß, der akzeptiert auch Parallelgesellschaften.

Wer Parallelgesellschaften jedoch ablehnt, ist ganz offensichtlich ein Anhänger der multikulturellen Einheitsgesellschaft und somit ein kulturmarxistischer Kollektivist.

Wer Kultur und Religion erhalten möchte, muss verhindern, dass sie in einer zwangskollektivierten Einheitsgesellschaft mit anderen vermengt werden. Unterschiedliche Gesellschaftsauffassungen, die nun einmal vor allem aus tradierter Kultur und offenbarter Religion resultieren, können nur in parallel getrennten Lebensräumen bestmöglich geschützt und praktiziert werden.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Pegidaisten um ihre Kultur fürchten, weil zunehmend andere Gesellschafts- und auch Rechtsauffassungen Eingang in das öffentliche Leben finden und dort in Einklang mit dem Zwangskollektiv gebracht werden, aber anderseits Rückzugsorte (sprich parallele Gesellschaften) für diese unterschiedlichen Auffassungen strikt ablehnen.

Nur ethnischer und religiöser Pluralismus ermöglicht ein friedliches Leben nebeneinander, während der multikulturelle Zwangskollektivismus Kultur und Religion zerstört und für gesellschaftlichen Sprengstoff sorgt.

Als Salafit zu Gast bei einem Sufi-Sheikh (Teil 3)

von Yahya ibn Rainer

Der Sohbet-Raum der Mevlevi-Tekke war ein sehr gemütlich eingerichtetes großes Zimmer, mit vielen orientalischen Sitzkissen, einigen europäischen Sitzmöbeln und reichhaltigem Wandschmuck. Die meisten Wandbilder zeigten arabische Kalligraphien und in der Sitzecke, wo der Sheikh mit Jamal saß, hangen und lehnten zahlreiche Zupfinstrumente.

„Wie Ihr seht,  beschäftigen Wir uns hier auch mit Verbotenem, der Musik.“ sagte Sheikh Abdullah Halis zu mir, als ich mich gerade in der europäischen Sitzecke niederließ. Ich hatte bei diesem Satz eine gewisse Häme in seiner Stimme erwartet, denn er meinte eindeutig mich und wollte mit dem Satz wohl zum Ausdruck bringen, dass er nun wüsste wer ich sei, und ein Salafist hält nun einmal strikt am muslimischen Muszierverbot fest.

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Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Die Reduzierung der Erfahrung von Welt auf eine Vernunft

„Die Reduzierung der Erfahrung von Welt auf eine Vernunft, die zweckmäßig sein muß, hat in ihren historischen Wirkungen jedoch etwas Gewalttätiges. Tatsächlich beruhen moderne Beziehungen vornehmlich auf Macht, auf einem „Funktionieren“, das ein Sichunterordnen von Personen ist, statt des Sichbeziehens auf Personen.

Diese Mechanisierung der Gesellschaft hat den Verbrechen, die zu allen Zeiten an den Menschen verübt wurden, in den beiden aufgeklärten Jahrhunderten ganz andere Maßstäbe ermöglicht und einer Inhumanität Raum gegeben, die den schönen Glauben an die Verbesserung des Menschengeschlechts aus der Selbstermächtigung des Individuums widerlegt.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 25)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Die moderne westliche Gesellschaft

„Zweifellos hat das neue Denken die westliche Gesellschaft auch in einem nie gekannten Maß modernisiert. Das Mythenverbot der Aufklärung ermöglichte eine Rationalisierung, die die Gleichschaltung des Individuums in industrialisierte Arbeitsprozesse, in die technologische Erziehung und in seine Vereinzelung vor den Bildschirmen vorbereitete. Die Leugnung des Mythischen, das der Sinn ist, wie wir ihn in der Familie, in einer Lebensaufgabe und in der Erzählung unserer Biographie erfahren (und der allein uns frei machen kann), ist der Preis für diese Modernisierung.

Wahr („objektiv“) soll jetzt nur sein, was das Subjekt durch sein fehlerhaftes Rechnen und Messen beweisen kann, als sog. Szientismus ein zu hinterfragender Wissensglaube. Alles andere sei „subjektiv“ und könne keinen Anspruch auf Wahrheit erheben, also all das, was wir nicht anfassen (nicht „begreifen“) können, Liebe, Hoffnung und Freude, die Essenz unseres Daseins, ein geistiger Sinn unseres Lebens, der, weil wir ihn nicht beweisen können, aber deshalb kein blinder Glauben ist, weil wir ihn wissen, ein Glaubenswissen ist.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 25)

Als Salafit zu Gast bei einem Sufi-Sheikh (Teil 2)

von Yahya ibn Rainer

Es ist mir etwas aufgefallen, in den letzten knapp 8 Jahren als sogenannter Salafist. Alle reden über uns. Journalisten, Politiker, Islamwissenschaftler, PImaten, aber auch Funktionäre von Muslim- und Islamverbänden, Religionsbehörden oder Moscheevereinen. Speziell diese „Muslime“, die auf Anfrage der Presse oder Anraten örtlicher Politiker bzw. Behörden über den bösen Salafismus schwafeln, dass er nichts mit dem wahren Islam zu tun habe und seine Anhänger unwissend seien, diese „Muslime“, die sich für alles mögliche einsetzen, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, für das Grundgesetz, für den Wohlfahrtsstaat, für den interreligiösen Dialog, aber nicht für den Islam und die Muslime, alle Muslime.

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Fundstück: Bischöfliche Mahnung bezüglich der Kleidung der Frauen und Jungfrauen (1925)

Für das heutige achso christliche Abendland wäre eine solche bischöfliche Mahnung ein wahrer Skandal und würde wohl für zahlreiche Kirchenaustritte sorgen.

Bischöfliche Mahnung
bezüglich der Kleidung der Frauen und
Jungfrauen

Beim Herannahen der wärmeren Jahreszeit sehe ich mich veranlaßt alle Frauen und Jungfrauen
zu bitten, aus Ehrfurcht vor Gott in dem Gotteshause stets mit bis zum Hals geschlossenen und nicht zu kurzen Aermeln versehenen Kleidern zu erscheinen. Weibliche Personen in freier Kleidung mögen der Kommunionbank fernbleiben, damit sie nicht von dem Priester bei Austeilung der hl. Kommunion übergangen werden müssen; ebenso wäre es unpassend, in solcher Kleidung den Beichtstuhl zu betreten. An die Mütter richte ich die Bitte, ihre Töchter so zu kleiden, wie es die christliche Schamhaftigkeit und Bescheidenheit verlangt.
Auch wird erwartet, daß bei Trauungen die Teilnehmerinnen am Brautzuge in einer Kleidung erscheinen, wie es die Heiligkeit der Handlung und des Gotteshauses verlangt.

Limburg, den 20. Mai 1925.

Augustinus,
Bischof von Limburg

[>>Hier das Original<<]

Kurz gesagt: Der neutrale Staat

Meiner Ansicht nach gehen Theoretiker, die (willkürliche) gesellschaftliche und wirtschaftliche Interventionen durch den Staat gutheißen, häufig vom theoretischen Ideal eines neutralen Staates aus. Der Staat – und besonders der zeitgenössische – ist aber weder neutral, noch ist er frei von eigenen Interessen. Ganz besonders in Partei-Demokratien ist der Staat das Instrument einer partei-politischen Mehrheit und damit einhergehend nicht selten auch einer politischen Ideologie.

Buchauszug: Ludwig Ferdinand Clauß – Das moderne westliche Staatsmodell und seine Einführung im ehemals freien Morgenland

Das moderne westliche Staatsmodell, mit seiner offensiven Besteuerungs- und Bevormundungsbürokratie, hat es bei seiner schrittweisen Einführung im freien und islamisch geprägten Morgenland nicht leicht gehabt. Erst versuchten sich (vergeblich) die Osmanen, die mit Beginn ihrer Tanzimat-Periode Teile des westlichen Staatssystems übernahmen und auch anwenden wollten. Dann kamen die europäischen Kolonialmächte in den Nahen und Mittleren Osten, jedoch ebenfalls nicht erfolgreich. Letztendlich war es erst die harte Knute der arabischen Despoten, die es – im Windschatten des Kalten Krieges und mit den abendländischen Ideologien des Nationalismus und Sozialismus im Handgepäck – vollbrachte, den westlichen Überstaat in seiner vollen Machtentfaltung in den arabischen Stammesgebieten zu etablieren.

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Als Salafit zu Gast bei einem Sufi-Sheikh (Teil 1)

von Yahya ibn Rainer

Ich machte mich am Samstag auf eine recht mühsame Reise in den Osten der Republik. Ziel dieser Reise war Trebbus, ein ehemaliges Dorf, das heute als Ortsteil zur Gemeinde Doberlug-Kirchhain gehört. In dieser brandenburgischen Idylle, etwa 30 km westlich von Finsterwalde und 125 km südlich von Berlin, lebt ein mir sehr nahestehender Bruder im Islam, der dort einen kleinen heruntergekommenen Bauernhof ersteigerte und diesen mühe- und liebevoll renovierte.

Jamal, so sein Name, ist wie ich ein deutscher Islamkonvertit, allerdings mit dem Unterschied, dass er bereits im Jahre 1975 konvertierte, also im gleichen Jahr als der kleine Jens das Licht der Welt erblickte. Damit gehört Jamal einer ganz anderen Generation von Konvertiten an als ich und viele andere in Deutschland.

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Zitat: Botho Strauß – Geschlossener verhangen als jede Muslimin im Ganzkörpertuch

«Aber ihr Freizügigen! Seid ja geschlossener verhangen als jede Muslimin im Ganzkörpertuch. Eure Burqa ist eine feste Hülle aus Sprachlumpen, aus Nicht-Erscheinen- und Nicht-Blicken-Können. Ihr seht einander nicht und was ihr sagt, bleibt ungesagt.

Ihr tragt das Grau in Grau in Grau in Grau … Farbe des großen Nachlassens, das nicht aufzuhalten ist und nicht zu regieren. Das aber nicht aus diesem oder jenem Grund entstand, sondern einfach, weil Nachlassen von Zeit zu Zeit über die Völker, die Nationen, die Gesellschaften und Generationen kommt.»

(Botho Strauß, Deutscher Schriftsteller, Dramatiker und konservativer Denker)