Buchauszug: Oswald Spengler – Khawarij, die muslimischen Jakobiner

Es gibt Momente im Leben eines Autodidakten, die ihn mit unglaublicher Befriedigung erfüllen. Einer dieser Momente ist, wenn man im Werk eines bedeutenden Gelehrten eine bisher ungeläufige fachliche Einschätzung vorfindet, die man zuvor- völlig unabhängig davon – bereits selbst in Erwägung zog.

Dies erlebte ich bspw. kürzlich, als ein auf Facebook mit mir befreundeter Muslimbruder einen Auszug aus Oswald Spenglers kulturphilosophischen Geschichtswerk Der Untergang des Abendlandes publizierte. Spengler selbst bezeichnet dieses sein Hauptwerk als eine Morphologie der Weltgeschichte. Er vergleicht darin das Abendland unter kulturhistorischen Gesichtspunkten mit anderen großen Hochkulturen der Weltgeschichte.

Interessanterweise ist Spengler der Ansicht, dass es sich beim Aufkommen der Charidschiten (Khawarij) um das Inerscheinungtreten eines demokratisch-puritanischen Jakobinertums handelte; ein Gedanke, der vor über einem Jahr mein Antrieb zum Blogbeitrag „ISIS vs. Frankreich: Wenn Terror die historische Grundlage eines Staates ist“ war.

Ebenfalls erwähnenswert ist auch seine Einschätzung, dass das Schiitentum direkt etwas mit dieser Entwicklung zutun hatte und dass sich hieraus letztendlich auch ein früher (Proto-)Kommunismus generierte.

Aber lest selbst:

«Von Kufa geht die Bewegung aus, welche zum Untergang der Ommaijaden und ihres ancien régime führt, und sie hat, was in seiner ganzen Tragweite bis jetzt noch nie erkannt worden ist, den Charakter einer sozialen, gegen die Urstände und die vornehme Tradition überhaupt gerichteten Revolution. […]

Schon im Heere Alis hatten sich die ganz demokratischen und puritanischen Charidschiten abgesondert. In ihren Kreisen erscheint jetzt zum erstenmal die Verbindung von fanatischem Sektenwesen und Jakobinertum.

Hier ist damals nicht nur die schiitische Richtung entstanden, sondern auch der früheste Ansatz zur kommunistischen Churramija, die sich bis auf Mazdak zurückleiten läßt und später die ungeheuren Aufstände unter Babak hervorrief.»

(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Seite 1091 f.)

Buchauszug: Oswald Spengler – Die Befreiung des magischen Menschentums durch den Islam

«Dies allein erklärt die ungeheure Vehemenz, mit welcher die durch den Islam auch künstlerisch endlich befreite und entfesselte arabische Kultur sich auf alle Länder warf, die ihr seit Jahrhunderten innerlich zugehörten, das Zeichen einer Seele, die fühlt, daß sie keine Zeit zu verlieren hat, die voller Angst die ersten Spuren des Alters bemerkt, bevor sie eine Jugend hatte.

Diese Befreiung des magischen Menschentums ist ohnegleichen. Syrien wird 634 erobert, man möchte sagen erlöst; Damaskus fällt 635, Ktesiphon 637. 641 wird Ägypten und Indien erreicht, 647 Karthago, 676 Samarkand, 710 Spanien; 732 stehen die Araber vor Paris.

So drängt sich hier in der Hast weniger Jahre die ganze Summe ausgesparter Leidenschaft, verspäteter Schöpfungen, zurückgehaltener Taten zusammen, mit denen andre Kulturen, langsam aufsteigend, die Geschichte von Jahrhunderten füllen konnten.

Die Kreuzfahrer vor Jerusalem, die Hohenstaufen in Sizilien, die Hansa in der Ostsee, die Ordensritter im slawischen Osten, die Spanier in Amerika, die Portugiesen in Ostindien, das Reich Karls V., in dem die Sonne nicht unterging, die Anfänge der englischen Kolonialmacht unter Cromwell – das alles sammelt sich in der einen Entladung, welche die Araber nach Spanien, Frankreich, Indien und Turkestan führte.»

(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Seite 276)

Buchauszug: Karlheinz Deschner – Schwertmission und Heiliger Krieg der Kirche

„In diesen Zusammenhang gehören die Kriege, die auf Drängen, mit Beteiligung oder unter dem Kommando der Kirche geführt worden sind: die Vernichtung ganzer Völker, der Wandalen, der Goten, im Osten die unentwegte Niedermetzelung der Slawen – für die christlichen Chronisten der Karolinger und Ottonen bloß in heidnischer Finsternis befangene Verbrecher, die mit allen Mittelm, des Verrats, Betrugs, der Grausamkeit bekehrt werden mußten.

Im Hochmittelalter ist jede Glaubensbelehrung vor allem auf Streit und Kampf für Christus ausgerichtet, die Schwertmission, der «Heilige Krieg», die «nova religio», die Garantie für alles Gute, Große, Ewige, Christus, schon in den frühmittelalterlichen Hymnen als Kämpfer besungen, wird nun Heerführer , der König, der Sieger überhaupt.“

(Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums – 1. Band: Die Frühzeit, Seite 18)

Karlheinz Deschners Kriminalgeschichte des Christentums ist eine empfehlenswerte Lektüre für jeden, der sich ebenso unvoreigenommen mit dem Christentum auseinandersetzen möchte, wie es PImaten, Pegidasten und AfD'ler mit dem Islam tun.

Generationenkonflikt: Projizierter Selbsthass bei erprobten Muslimen

von Yahya ibn Rainer

Mir ist aufgefallen, dass viele aktive Muslime (besonders Konvertiten und Revertiten), wenn sie sich religiös weiterentwickeln, vieles von dem was sie früher sagten und taten zu bereuen beginnen und sich sogar dafür schämen.

Leider führt das bei einigen dazu, dass sie für andere noch jüngere Muslime eine Art Abneigung entwickeln, weil sie dieselben oder ähnlichen Aussagen und Taten bei ihnen vorfinden. Diese reiferen Muslime projizieren sozusagen ihren Selbsthass auf andere Muslime, was sich u.a. darin äußert, dass sie sehr aktiv darin sind, diese jüngeren Muslime online zu provozieren, zu beleidigen oder sich öffentlich über sie lustig zu machen.

Es gehört einfach zur Aufrichtigkeit auf dem Wege der Selbsterkenntnis («Wisse: Der Schlüssel zur Erkenntnis Allahs ist die Selbsterkenntnis.» – Imam al-Ghazali), sich solcherlei Schwächen einzugestehen und sie zu bekämpfen.

Ich sehe dieses oben genannte Phänomen bei vielen Muslimen in meinem Umfeld und auch bei mir selbst. Das Problem hierbei ist, dass wir durch dieses Vorgehen keine Nähe schaffen zwischen den Generationen, sondern, ganz im Gegenteil, noch mehr Spaltung hervorrufen.

«Die Beziehung zwischen Alt und Jung ist immens wichtig und zeichnet sich durch gegenseitigen Respekt aus, welcher aber zugunsten des Älteren überwiegen muss, da die religiöse Weisheit (Hikma) im Islam einen ganz besonderen Stellenwert hat.»

Diesen Respekt erlangen wir jedoch nicht, wenn wir die Jugend provozieren, beleidigen oder uns über sie echauffieren … und ganz besonders nicht, wenn wir sie uns zum öffentlichen Feindbild erklären. Manchmal müssen wir uns einfach eingestehen, dass mancherlei Dummheit wohl zu einer gesunden religiösen Entwicklung dazugehört, sonst wären wir selbst heute nicht dort wo wir sind.

Wa Allahu 3alem.

Ibn Khaldun über schiitische Einflüsse im späten Sufismus

«Die frühen Sufis kümmerten sich nicht um solcherei Ideen (z.B. über den Mahdi). Alles was sie diskutierten, waren ihre mystischen Aktivitäten und Anstrengungen und die daraus resultierenden ekstatischen Erfahrungen und Zustände. Es waren (zuerst) die Imamiten und die anderen extremen Schiiten, die den bevorzugten Status Alis diskutierten, die Sache seines Imamats, die Behauptung, dass er das Imamat durch den letzten Willen (des Propheten) empfangen haben soll, und die Ablehnung der beiden Sheikhs (Abu Bakr und Umar), wie wir im Zusammenhang mit der schiitischen Dogmatik bereits erwähnt haben. Danach entstand unter ihnen das Dogma des unfehlbaren Imams. Vieles wurde über diese Dogmatik (der Schiiten) bereits geschrieben.

Dann erschienen die ismailitischen Schiiten. Sie lehrten die Göttlichkeit des Imams durch Inkarnation. Andere behaupteten, dass die (toten) Imame entweder durch Metempsychose (Reinkarnation/Seelenwanderung) oder (in ihrer wahren Form) zurückkehren. Wieder andere erwarteten das Kommen von Imamen, die ihnen durch den Tod wieder entrissen würden. Andere erwarteten schließlich, dass die Familie von Muhammad an die Macht zurückkehren würde. Dies haben sie aus bereits erwähnten Überlieferungen über den Mahdi abgeleitet, und aus anderen Überlieferungen.

Unter den späteren Sufis wurde auch über kashf (die Beseitigung des Schleiers) diskutiert und über die Dinge, die hinter dem Schleier der sinnlichen Wahrnehmung verborgen sind. Sehr viele Sufis begannen über Inkarnation und die Einheit (allen Seins mit Allah) zu sprechen. Dies führte zu einigen Übereinstimmungen mit den Imamiten und den anderen extremen Schiiten, welche an die Göttlichkeit der Imame und an die Inkarnation der Göttlichkeit in ihnen glaubten. Die Sufis begannen fortan auch an einen „Pol“ (qutb) und spezielle „Heilige“ (abdal) zu glauben. Dieser (Glaube) wirkte geradezu wie eine Nachahmung der Meinung der extremen Schiiten über ihren Imam und die alidischen Führer (an-Nugabd‚ / sing, nagib = edel).

Auf diese Weise wurden die Sufis mit schiitischen Theorien geradezu gesättigt. (Schiitische) Theorien drangen so tief in ihre religiösen Vorstellungen ein, dass sie ihre Praxis – einen Umhang (khirgah) zu benutzen – auf die (angebliche) Tatsache fußen ließen, dass Ali selbst (den Tabi’i) al-Hasan al-Basri in solch einen Umhang kleidete, und ihn veranlasste feierlich zu erklären, dass er sich dem mystischen Pfad verpflichten würden. (Diese von Ali eingeführte Tradition) wurde, so berichten diese Sufis, durch al-Junayd, einem Sufi-Sheikh, fortgeführt.

Wie auch immer, es ist nicht authentisch überliefert, dass Ali so etwas jemals getan hat. Der (mystische) Pfad war nicht allein Ali vorbehalten, sondern alle Männer die Muhammad (direkt) umgaben (und begleiteten) waren Vorbilder der (verschiedenen) Pfade der Religion. Die Tatsache, dass (diese Sufis den Vorrang der Mystik) auf Ali beschränken, klingt sehr stark nach pro-schiitischen Meinungen. Diese und andere (u.a. oben) erwähnte Sufi-Ideen zeigen, dass diese Sufis pro-schiitische Sentimentalitäten angenommen haben und sich in sie verstrickt haben.»

[Aus der englischsprachigen (Rosenthal-)Übersetzung der Muqaddima, übertragen in die Deutsche Sprache von Yahya ibn Rainer]

Einige Gedanken zu #Nafris, #RacialProfiling, #Vorurteilen und dem modernen #Rassismus|begriff allgemein

von Yahya ibn Rainer

Ich persönlich bin ein großer Freund von Vorurteilen und ein vehementer Kritiker des modernen Rassismusbegriffes.

Ich finde es beispielsweise schade, dass die Frage nach der Herkunft oder Abstammung bei vielen (vor allem asiatischen und afrikanischen) Personen hierzulande als rassistisch empfunden wird, obwohl Abstammung und Herkunft doch etwas so Wichtiges, Interessantes und Gottgegebenes (49:13) ist.

Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass Herkunft und Abstammung Einfluss auf die körperliche und geistige Beschaffenheit eines Menschen ausüben können. So halte ich es absolut nicht für rassistisch (im Gegensatz zu vielen anderen meiner Mitmenschen), wenn man bestimmten Menschen gemäß ihrer Volkszugehörigkeit bestimmte gute oder schlechte Eigenschaften zuspricht. (Dies natürlich nur in Form eines Vorurteils, welches im tatsächlichen Umgang entweder bestätigt oder widerlegt werden kann.)

Und so habe ich auch nichts auszusetzen an »diesem Text des muslimischen Literaten `Amr ibn Bahr al-Jāhiz«, einem Schwarzen mit afrikanischer Abstammung, der vor über 1100 Jahren im abbasidischen Bagdad eine Abhandlung „Über den Ruhm der Schwarzen über die Weißen“ verfasste.

Auch was das sogenannte #racialprofiling angeht, so lehne ich es nicht kategorische ab. Wir können halt nur nach dem Äußeren urteilen, da wir die inneren Absichten nicht kennen. In manchen Situationen (z.B. zur Gefahrenabwehr) muss man sich ein Vorurteil bilden dürfen. Hierzu müssen (neben haptischen, akustischen und olfaktorischen) vor allem auch optische Merkmale (wie bspw. Hautfarbe oder Habitus) herhalten.

So lange diese Praxis sich nicht im allgemeinen staatlichen Handeln (auch außerhalb von Gefahrensituationen) durchsetzt, muss man es manchmal über sich ergehen lassen. Darüber hinaus empfinde jedoch auch ich es als ungerecht(fertigt).

Aber Vorurteile sollten nicht verteufelt werden, denn sie sind wichtige Bestandteile des geistigen (Über-)Lebens. Es liegt jedoch in ihrer Natur, dass sie nicht immer korrekt sind bzw. sein müssen.

Der große Denker Nicolás Gómez Dávila schrieb dereinst:

„Vorurteile verdummen nur den, der sie für Schlussfolgerungen hält.“

Und so sehe ich das auch.

Als ich übrigens das erste Mal den Begriff „Nafri“ in den sozialen Medien las, erinnerte mich das komischerweise spontan an das Wort Afrit (auch: Ifrit / plural: عفاريت / Afarit), den quranischen Begriff (27:39) für einen besonders mächtigen Jinn.

Und zu guter Letzte:

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle raus an die Kölner Polizei, die nach dem offiziellen Verbot der Scharia-Polizei ihr Bestes tut, um ihrerseits geneigte Muslime vom Feiern heidnischer Feste (so gut es geht) abzuhalten.

Kurz gesagt: Ein Akt von tückischer Selbstzufriedenheit

von Yahya ibn Rainer

Es ist ein Akt von tückischer Selbstzufriedenheit, wenn man auf andere Muslime herabschaut, nur weil sie der einen oder anderen Sünde verfallen sind.

Diese Hybris geht bei einigen sogar so weit, dass sie dazu neigen diesen Sündern den wahren Glauben abzusprechen. Aus dieser kranken Sichtweise resultieren dann auch solch tödliche Angriffe auf Discotheken, Konzerte, Weihnachtsmärkte und andere öffentliche Festivitäten, weil man denkt, dass man damit „nur“ Sünder zu Tode bringt.

Letzten Endes jedoch ist die eigene Fähigkeit, sich bestimmter Sünden zu enthalten, kein Garant für einen wahren, vollständigen und aufrichtigen Iman, denn einen enthaltsamen Lebensstil können auch Mönche, Sadhus und Asketen aus allen möglichen Religionen pflegen, ja sogar Atheisten sind im hohen Maße dazu befähigt.

Und so schrieb auch Imam ibn Tamiyyah – Allah sei ihm gnädig – folgendes über die Sünder:

«Es könnte sein, dass eine Person, die die Liebe [gegenüber Allah und Seinem Gesandten] inne hat, zu falschen Gelüsten hinsichtlich seines Bauches und Geschlechtsteiles und dem Ausgeben von Besitz dafür neigt. Aufgrund dessen, was er an Liebe und Religiosität inne hat, liebt er die Wahrheit und deren Leute und respektiert sie. So siehst du viele von denen, die ihren Gelüsten folgen, dass in ihnen das an Liebe zu Allah und Seinem Gesandten ﷺ vorhanden ist, was bei vielen enthaltsamen Dienern nicht vorhanden ist, so wie der Prophet ﷺ hinsichtlich der Person, die viel Alkohol trank, sagte: „Verflucht ihn nicht! Denn er liebt Allah und Seinen Gesandten.“»

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an den Bruder Behzad Zibari.
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Zitat: Muhammad ash-Sha`rawi – Das Töten in einer Discothek

«Ich diskutierte einst mit einem extremistischen Jugendlichen und fragte ihn, ob das Sprengen einer Diskothek in einem muslimischen Land erlaubt oder verboten sei. Er sagte, dass es selbstverständlich erlaubt und ihre Tötung legitim sei. So fragte ich ihn, was ihr Ausgang wäre, wenn er sie töten würde, während sie Allah ungehorsam sind und er sagte, dass sie selbstverständlich in die Hölle kommen würden. So fragte ich, wohin der Satan sie mitnehmen möchte und er sagte, dass er sie in die Hölle mitnehmen möchte.

Ich sagte dann: ‹Somit verfolgt ihr und der Satan das gleiche Ziel, und zwar die Menschen ins Feuer zu bringen.› Sodann erwähnte ich die Überlieferung des Propheten ﷺ, als der Leichnam eines Juden ihn passierte, und er zu weinen begann. So fragten sie ihn: ‚Was bringt dich zum Weinen, o Gesandter Allahs?!‘ Er sagte: ‚[Es ist] eine Seele, die mir entkam und ins Feuer geht.‘

So sagte ich: ‹Merkst du den Unterschied zwischen euch und den Propheten ﷺ, der sich innig bemühte, um die Menschen auf den richtigen Weg zu bringen und sie vor dem Feuer zu erretten? Ihr seid in einem Tal und der geliebte Prophet Muhammad ﷺ befindet sich in einem anderen Tal.›»

— Sheikh Muhammad ash-Sha´rawi [Gest. 1419 n.H.] رحمه الله.

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Kurz gesagt: Reine emotionale Masturbation / #Karlow #Breitscheidplatz usw

von Yahya ibn Rainer

Kopfloses und gegenwartsorientiertes Handeln. Reine emotionale Masturbation.

Was wir derzeit weltweit im aktionistischen Handeln vieler Muslime sehen, ist ein Resultat der Aufklärung. Die Pyramide der Hierarchie steht auf dem Kopf. Das gesellschaftlich vereinsamte und staatlich verwaltete Individuum handelt antiautoritär und selbstbestimmt, allein getrieben vom emotional getrübten Verstand, vollkommen auf die Befriedigung der eigenen emotionalen Verfasstheit fokussiert. Und die Politik (als auch die Köpfe des neuen Terrors) bedienen sich ungeniert am Buffet der bereiteten Schadtaten.

Ich kann nicht anders, als auch dieses Mal mit fester Überzeugung zu sagen: Ja, die Ummah hat ihren Zustand verdient!

Wa Allahu 3alem.

Was dieser dumme Terrorismus wirklich anrichtet

Die „orientalische Rasse“ in der Anthropologie des beginnenden 20. Jahrhunderts

Im Band „Anthropologie“ der Reihe „Kultur der Gegenwart“ (3/5, Leipzig 1923) wurde im Kapitel „Spezielle Anthropologie oder Rassenlehre“ der Araber (beduinischer Prägung) der sogenannten „orientalischen Rasse“ zugeordnet.

Folgendes hatten die Verfasser auf Seite 171 des Werkes, welches damals als hochwissenschaftlich galt, über diese „orientalische Rasse“ zu berichten:

«Die orientalische Rasse ist hochbegabt, sehr intelligent; energisch und zäh ausdauernd, vorschauend und organisierend, verfügt sie über Erfinder und Denker. Die Phantasie und künstlerische Begabung sind nicht gerade gering, aber auch nicht hervorragend, die musikalische Anlage groß. Sehr groß ist das Gemeingefühl, die Kunst, sich unter- und einzuordnen, noch größer die Fähigkeit, Fremdes anzunehmen und wiederzugeben, zu suggerieren, auf andere zu wirken.»

Bzgl. #Aleppo und Hätte-Hätte-Fahrradkette

von Yahya ibn Rainer

Es gibt in dieser angespannten und emotional aufgeladenen Situation (Aleppo betreffend) zahlreiche Geschwister, die sich selbst, den Herrschern und Politikern und sogar der gesamten Ummah die Schuld dafür zuweisen, dass dies geschehen konnte.

In diesem Zusammenhang wird bspw. gesagt „Hätte Erdogan dies oder jenes getan, … „ oder „Aber wenn wir (die Umma) dieses oder jenes getan hätten, … „ oder „Hätte Saudi Arabien (oder jedes andere Land) dieses oder jenes getan, … „

… dann wäre das nicht passiert.“

Wa Allahu 3alem, aber ich denke, dass es für einen Muslim nicht statthaft ist, die Vergangenheit betreffend „aber wenn“ oder „hätte/n ich/wir/sie“ zu sagen.

Sobald ein Ereignis eingetroffen ist, haben wir keinen Zweifel daran, dass es Allahs Wille war und Er es so hat geschehen lassen. Und egal was die Menschen auch versuchen zu tun, die Vorbestimmung können wir nicht ändern, es sei denn (sofern ich korrekt informiert bin) durch aufrichtige Bittgebete.

Was also geschehen ist, wäre auch geschehen, wenn wir alle anders hätten handeln können. Wer tatsächlich die Mittel gehabt hat, die jetzige Situation zu verhindern bzw. zu mildern, das weiß Allah am besten, und wer diese Mittel absichtlich/mutwillig vergehen ließ, wird sicher zur Rechenschaft gezogen.

Es gibt zu diesem Thema zahlreiche Fatawa und diese Sache gehört zu den Angelegenheit der Aqidah.

Allah sagt bspw. im Quran (sinngemäß):

«O ihr, die ihr glaubt, seid nicht gleich den Ungläubigen, die da sprechen von ihren Brüdern, als sie das Land durchwanderten oder Streiter waren: „Wären sie bei uns geblieben, wären sie nicht gestorben und nicht erschlagen worden.“ Allah bestimmte dies als Kummer für ihre Herzen. Und Allah macht lebendig und läßt sterben, und Allah durchschaut euer Tun.»

3:156

Und:

«Es geschieht kein Unheil auf Erden oder an euch, das nicht in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es ins Dasein rufen wahrlich, das ist für Allah ein leichtes.»

57:22

Und:

«Kein Unglück trifft ein, es sei denn mit Allahs Erlaubnis. Und wer an Allah glaubt, dem leitet Er sein Herz. Und Allah weiß alle Dinge.»

64:11

Und der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – sagte:

“Der starke Gläubige (Mu`min) ist Allah lieber als der schwache Gläubige (Mu`min); in jedem ist jedoch Gutes vorhanden. Halte dich fest an das, was dir nützt, flehe Allah um Hilfe an und gib nicht auf! Sollte dir etwas zustoßen, dann sage nicht “Hätte ich nur dies und das getan!” Aber du sollst sagen, “Allah hat es bestimmt und Sein Wille geschieht”, denn “Hätte” öffnet nur dem Satan die Tür.”

(Sahih Muslim, Hadith Nr. 2664)

Die folgenden Links sind lediglich das Resultat einer Googlesuche und sollen nur als Beispiel gelten. Bitte informiert euch auch bei Gelehrten eures Vertrauens:

http://islamfatwa.de/aqidah-tauhid/104-die-vorherbestimmung/595-haette-ich-doch-nur-oeffnet-satans-werk-die-tuer

http://islamfatwa.de/aqidah-tauhid/104-die-vorherbestimmung/1299-wann-das-sagen-von-wenn-od-haette-un-erlaubt-ist

Eine gewagte Meinung im Angesicht der Tragödie von #Aleppo?

von Yahya ibn Rainer

Es dürfte in der gegenwärtigen (emotional überwältigenden) Situation für einige von uns eine unerträgliche Ansicht sein, die ich hier einmal in Worte zu fassen versuche. Bitte nehmt es mir nicht übel.

Nicht erst jetzt, wo Aleppo zu fallen droht und zahlreiche Menschen von Vertreibung, Folter und Hinrichtung bedroht sind, liest man das Wehklagen vieler Muslime im Westen und andernorts auf der Welt.

Fassungslos und hilflos müssen wir erleben, wie Glaubensgeschwister qualvoll sterben müssen. Dies führt leider dazu, dass wir beginnen uns selbst und allen anderen Muslimen die Schuld und Verantwortung an den Vorkommnissen in Aleppo zu geben.

Ich jedoch halte diese Sichtweise für falsch. Seien wir doch mal ehrlich:

Auf der gesamten Welt gibt es Orte der Gewalt und des Massakers. Was Syrien/Aleppo in unseren Fokus rückt, ist das Vorhandensein von Medieninteresse, zahlreicher audiovisueller Aufzeichnungen und die Anbindung an das weltweite Netz. Während Aleppo jedoch fällt, werden Rohingya in Burma vertrieben, vergewaltigt und massakriert, in Afrika gibt es zahlreiche Orte, an denen Muslime niedergemetzelt werden. Nicht zu vergessen die unzähligen Gebiete, in denen Muslime Hunger und Durst leiden und daran elendig verrecken.

Diese Menschen haben keine Smartphones, keine Lobby, kein Internet. Deshalb erfahren wir nur sporadisch davon … wenn überhaupt.

Die Tatsache, dass wir hier im Westen zu den am besten informierten Menschen der Welt gehören und tagtäglich von beinah allen Tragödien dieser Welt erfahren, bringt uns in die unfassbare Situation zuschauen zu müssen. Denn wir können nicht die ganze Welt retten, nicht die Kriege, den Hunger und die Armut beenden.

Sicherlich kann man spenden, aber das ändert nicht die Zustände vor Ort, sondern kann lediglich das Leid ein wenig verringern, das durch diese Zustände erzeugt wird. Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bevor es sich nicht selbst ändert. Krieg und Frieden, Freiheit und Tyrannei sowie Armut und Reichtum sind und bleiben die Prüfungen Allahs für Seine Diener.

Unser Platz, unsere Verantwortung jedoch liegt vor allem dort wo wir leben. Es fängt mit uns selbst an, von dort steht uns die eigene Familie in Verantwortung am nächsten, dann die nächsten Nachbarn usw. usf..

Wir dürfen uns nicht einreden (lassen), dass wir uns für unsere guten Umstände schämen müssen. Was wir hier erleben, ist auch das Resultat unserer eigenen Handlungen. Die Tendenz ist hierzulande sicherlich eher absteigend, aber genau hier liegt wirklich unsere Verantwortung, im HIER und JETZT.

Schaut mal wie viele Geschwister weltweit nach Syrien ausgewandert sind. Hat es etwas zum Guten verändert? Nein.

Keinem Muslim darf eingeredet werden, er habe Verantwortung für die gesamte Welt und die gesamte Ummah. Das führt schnurstracks in die Depression. Das ist einfach unmöglich.

Wa Allahu 3alem.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Fatwa des türkischen Gelehrten Nureddin Yildiz hinweisen, der das Thema in ähnlicher Weise angeht. http://fatwazentrum.de/was-kann-ich-fuer-die-notleidenden-muslimischen-voelker-machen/

Ibn Baqqals Traum, nach dem Massaker der Mongolen in Bagdad

Sheikh Afif al-Din (Yusuf ibn Ali ibn Ahmad, besser bekannt als) Ibn Baqqal der Hanbalite (gest. 668 n.H.), erzählt, dass er während seiner Zeit in Ägypten über den Massenmord informiert wurde, der in Bagdad während der Invasion der Mongolen stattfand.

Als er von dieser katastrophalen Tragödie erfuhr, sagte er, dass er sich äußerst unwohl und innerlich aufgewühlt fühlte und dachte: „Herr, wie konnte das passieren? Es gab unschuldige, reine Kinder unter ihnen, und solche, die keinerlei Verbrechen schuldig waren, die nichts getan haben was eine solche schreckliche Strafe rechtfertigen könnte!“

Er sagt, dass er später einen Traum sah, in dem ein Mann ein Buch hielt. Er nahm das Buch, öffnete es und fand folgende poetische Verse darin (hier in ungefährer deutscher Bedeutung):

„Leg‘ sie beiseite deine Einwände, denn weder die Entscheidung liegt bei dir, noch das Urteil über den Fortlauf des Kosmos.

So frage Allah nicht nach seinen Taten, denn wer in die Tiefen des Meeres (oder auf den tiefen Grund des Meeres) stürzt, geht zugrunde.

Ausschließlich zu Ihm kehren alle Angelegenheiten seiner Diener zurück; so leg‘ beiseite deine Einwände – wie unglaublich unwissend/ahnungslos du doch bist.“

[Ibn Rajab, im Appendix zu seinem Werk „Generations of Hanbalites“, 4:101 / Ibn Kathīr “Beginning and End” 13:295]

Übersetzt aus dem Englischen von Yahya ibn Rainer. Quelle: The Hanbali Madhab.

Buchauszug: Michel Houellebecq – Von Linksislamisten und Linksnietzscheanern

«Vor allem jedoch seine linksislamischen Glaubensbrüder überschüttete er mit seinem Spott: Der Linksislam, schrieb er, sei ein verzweifelter Versuch verrotteter, verfaulter, klinisch toter Marxisten, sich aus dem Müllhaufen der Geschichte zu erheben, indem sie sich an die aufsteigenden Kräfte des Islam anbiederten. Auf konzeptioneller Ebene, fuhr er fort, seien sie genauso lächerlich wie die ‚Linksnietzscheaner‘.»

(Michel Houellebecq, Unterwerfung, S.246)

Ein herzlicher Dank geht raus an den Bruder Nando-Dragan Nuruddin Augener.

Buchauszug: Murad Wilfried Hofmann – Der Untergang des Morgenlands war Grund und nicht Resultat der Kolonisierung

«Die meisten Muslime glauben noch immer, ihre heutige materielle Unterentwicklung sei eine Folge der Kolonisierung im Zeitalter des westlichen Imperialismus. Es ist umgekehrt: Die islamische Welt wurde kolonisiert, weil sie wegen ihres Prinzips der blinden Nachfolge und Akzeptanz von Autorität (taqlid) schon zuvor dekadent geworden war.

Es schont natürlich das Selbstbewußtsein, wenn man anderen und anderem eigenes Versagen anlasten kann.

Dies ist ein überall wirksamer psychologischer Entlastungsmechanismus, der mit der häßlichen Wirklichkeit versöhnen hilft. In der muslimischen Welt ist dieses eher harmlose Phänomen jedoch bei manchen in einen Verfolgungswahn mit Verschwörungsphantasien ausgeartet. Von der Kolonisierung angefangen über die heutige wirtschaftlich-soziale Malaise und die politische Lage in den muslimischen Ländern bis hin zur Technik-»Offensive« des westlichen »kulturellen Imperialismus« wird alles und jedes gerne auf westliche Verschwörungen gegen den Islam zurückgeführt.

Die CIA, der Mossad, zionistische Organisationen und Freimaurer und sogar die NATO spielen in der großen conspiracy theory von Muslimen eine erstaunliche Rolle. Man vermutet allen Ernstes, daß es irgendwo einen master plan für die Unterminierung und Zerstörung des Islam gebe, und ordnet alles dafür Dienliche in sein Weltbild ein. Das westliche Versagen während der ersten drei blutigen Jahre des Bosnien-Konflikts, die amerikanische Nibelungentreue gegenüber Israel und die Prominenz jüdischer Mitarbeiter in der Clinton-Administration haben dem Verschwörungsdenken neue Nahrung (und keine schlechten Argumente) gegeben. Dabei wäre es doch viel einfacher zu verstehen, daß Staaten Interessenpolitik betreiben und daß Erfindungen wie die eines Bill Gates die Welt zwangsläufig überfluten: weil eben Spitzentechnologie wie Wasser von oben nach unten fließt.

Diese psychischen Verwerfungen sind im muslimischen Fall nicht harmlos, weil sie die Diagnose des Selbstversagens hemmen und Eigeninitiative lähmen, sich letztlich also fatalistisch auswirken.»

(Murad Wilfried Hofmann. Der Islam im 3. Jahrtausend Eine Religion im Aufbruch, Seite 51-52 )