Die „Islamische Zeitung“, das COMPACT-Magazin und der Srebrenica-Leugner

von Yahya ibn Rainer (am 11. Juli 2012)

Heute, zum 17. Jahrestag des Massakers von Srebrenica, möchte ich gern etwas loswerden, was mir schon lange in den Fingerspitzen kitzelt. Es geht um die monatlich erscheinende Islamische Zeitung und deren Internetpräsenz. Erst kürzlich musste ich lesen, dass die Zeitung mittlerweile sogar den Facebook-Clown Tarek Papabär dort schreiben lässt, was mich aber nicht weiter tangierte, da sie im Grunde recht gut zusammenpassen. Denn Tarek Papabär, als Jungspund mit syrischen Wurzeln, als auch die Islamische Zeitung haben nämlich beide recht wenig übrig für den syrischen Widerstand gegen das Regime der national-sozialistischen Baath-Partei und die alewitische Tyrannen-Clique.

Das wiederum verbindet beide auch mit dem (ebenfalls monatlich erscheinenden) Compact-Magazin und ihrem Herausgeber und Chefredakteur Jürgen Elsässer. Er ergreift sogar sehr explizit Partei für den syrischen Tyrannen und nutzt sein Magazin gezielt, um den syrischen Widerstand in Verruf zu bringen. Erst kürzlich besuchte er gemeinsam mit Ötzegötze vom Mushrik-Markt und anderen Verrückten den Iran und bekam natürlich promt eine Audienz beim rafidhischen Hauptunterstützer des syrischen Tyrannen.

compact1Das soll aber nicht mein Thema sein. Mir geht es um Srebrenica. Fakt ist, dass der Herausgeber der Islamischen Zeitung, Andreas Abu Bakr Rieger, regelmäßig (allerdings ohne Abu Bakr) in der COMPACT schreibt. Es gibt sehr enge publizistische Beziehungen zwischen beiden Zeitungen und ihren Herausgebern und Chefredakteuren, denn Herr Rieger schreibt nicht nur für das COMPACT-Magazin, sondern er gilt auch als Mitbegründer und ist finanziell als Gesellschafter beteiligt. Die Islamische Zeitung macht auf ihrer Internetpräsenz (rechte Menüleiste) sogar Werbung für das Magazin von Jürgen Elsässer (siehe Bild links).

Jetzt sollte man über Jürgen Elsässer aber unbedingt etwas wissen. Hierzu rate ich, sich den Wiki-Eintrag namens Massaker von Srebrenica zu Gemüte zu führen. Für diejenigen, die sich nicht den gesamten Artikel zumuten wollen, sei ein Sprung zum Abschnitt Leugnung des Massakers angebracht. Ich zitiere:

„Im deutschsprachigen Raum relativierte vor allem Jürgen Elsässer in der Tageszeitung Junge Welt das Massaker, unter anderem durch Berufung auf serbische Kriegsopfer. Die Klassifizierung des Geschehens als Völkermord nennt Elsässer eine „Lüge“ und einen „Mythos“. Er behauptet, eine Reihe von muslimischen Toten seien im Sommer 1995 Opfer von Liquidationen geworden, die andere Muslime um Naser Orić verübt hätten. Dem Haager Kriegsverbrechertribunal wirft Elsässer unter Bezugnahme auf dessen Urteil gegen Orić vor, es urteile einseitig zuungunsten serbischer Angeklagter.“

Besonders tragisch ist dieser Umstand, da die Moschee-Gemeinde, in der Herr Rieger anscheinend oft zu Gast ist, eine bosnische Gemeinde in Berlin zu sein scheint. Ob seine Glaubensbrüder dort wohl darüber Bescheid wissen, dass Herr Rieger mit dem bekanntesten Srebrenica-Leugner im deutschsprachigen Raum gemeinsame Sache macht?

Eine komische „Islamische“ Zeitung ist das.

Und bevor mich wieder voreilige Vorwürfe erreichen, ich würde unverantwortlich handeln und müsse doch bitte zuerst den Herrn Rieger über diese Umstände aufklären, … . Bereits im März dieses Jahres (2012) brachte ich meine Kritik an dieser Zusammenarbeit zum Ausdruck, im Kommentarbereich der Facebookseite der Islamischen Zeitung. Ich werde zwei Abgriffe der kurzen Auseinandersetzung hier öffentlich machen.

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Kurz nach dieser Auseinandersetzung wurde ich auf der Facebook-Seite für Kommentare und Likes gesperrt. Eine Aussprache via PN kam übrigens nie zustande. Anscheinend gab es dafür keine Veranlassung.

EDIT: Mittlerweile ist das COMPACT-Magazin eines der Hauptorgane der HoGeSa- und PEGIDA-Bewegungen. Herr Rieger sah sich anscheinend auch aus diesem Grunde dazu genötigt, im November 2014 seine Gesellschafter-Anteile ab- und seine Autorenschaft dort aufzugeben. Meine Kritik war also gar nicht so abwegig. (27.03.2015)

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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