Video: Ein kleine Erwiderung auf Herrn Riegers „Salafistenschelte“

Mit diesem Beitrag beziehe ich mich auf den Libertär-muslimischen Dialog des vorherigen Blogbeitrages.

Als Herr Andreas Abu Bakr Rieger 1993 diese Rede auf einer Veranstaltung der (heute in Deutschland verbotenen) türkischen Kalifatstaat-Organisation hielt (interessant vor allem von 0:58-1:22), da kam er nicht etwa von einer saudi-finanzierten Glaubensindoktrination, einem salafistischen Seminar oder einer wahhabitischen Gehirnwäsche – davon redete damals nämlich keine Sau -, sondern war, wie heute, angetan vom (seiner Ansicht nach) klassischen Islam und seiner mystischen Schule (Sufismus).

https://www.youtube.com/watch?v=n7H8fvnjOiU

Ich nehme ihm gerne ab, dass er sich heute von solcherlei Aussagen distanziert, aber er erweist sich als schlechter Büßer wenn er heute davon schwadroniert, dass der „Salafismus“ geradezu das inkarnierte Böse und allein für muslimische Militanz und Terrorismus verantwortlich sei.

„Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist, aber jeder (musl.) Terrorist ist ein Salafist“ kopiert er aus dem Lügenmaul des verbrecherischen Staatsapparates und freut sich anscheinend ungemein darüber, den „Schwarzen Peter“ ohne kritische Beleuchtung der eigenen Gesinnung an Geschwister im Islam weiter zu geben.

Vieles von dem, was er über „Salafisten“ und „Salafismus“ sagt und schreibt, ist entweder von Unwissenheit getragen oder wird mutwillig falsch dargestellt. Eine Auseinandersetzung, die er nicht in der Lage ist inhaltlich mit gelehrten Persönlichkeiten des „Salafismus“ zu führen, trägt er auf die Bühne der Ahnungslosen und erhofft sich dadurch anscheinend al-wala und Zustimmung.

Selbstkritik war noch nie eine Stärke dieses intellektuell abgehobenen Milieus rund um die IZ. Für Kommentare und Likes bin ich auf Facebook und Twitter bei ihnen gesperrt. Nicht etwa weil ich gespamt oder Personen persönlich beleidigt bzw bedroht habe, sondern weil ich ihre Beiträge und Machenschaften (z.B. mit der national-sozialistischen PEGIDA-Postille COMPACT-Magazin) kritisch hinterfragt habe.

Ich schätze Herrn Andreas Abu Bakr Rieger als Autor über Themen wie Geld, Gold und Zinsen, hege Zustimmung für seine positive Haltung zur deutschen Kulturpflege und betrachte ihn als Bruder im Islam, aber sein krampfhafter Stellvertreterkrieg gegen die Salafiyun und ihren Manhaj ist billig und in vielerlei Hinsicht auch verlogen.

Anstatt Militanz als ein Phänomen der Jugend und des anfänglichen Idealismus eines neu praktizierenden Muslims zu erkennen (wofür er ja nun mit diesem Video ein gutes Beispiel abgibt), verschweigt er diese dunkle Phase seine Sufiweges und nutzt die zeitgenössische Stimmung unter den Nichtmuslimen lieber aus, um sich und seinen Standpunkt glänzen zu lassen.

Nicht die feine Art …

 

 

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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