Schlagwort-Archive: Jihad

Buchauszug: Karlheinz Deschner – Schwertmission und Heiliger Krieg der Kirche

„In diesen Zusammenhang gehören die Kriege, die auf Drängen, mit Beteiligung oder unter dem Kommando der Kirche geführt worden sind: die Vernichtung ganzer Völker, der Wandalen, der Goten, im Osten die unentwegte Niedermetzelung der Slawen – für die christlichen Chronisten der Karolinger und Ottonen bloß in heidnischer Finsternis befangene Verbrecher, die mit allen Mittelm, des Verrats, Betrugs, der Grausamkeit bekehrt werden mußten.

Im Hochmittelalter ist jede Glaubensbelehrung vor allem auf Streit und Kampf für Christus ausgerichtet, die Schwertmission, der «Heilige Krieg», die «nova religio», die Garantie für alles Gute, Große, Ewige, Christus, schon in den frühmittelalterlichen Hymnen als Kämpfer besungen, wird nun Heerführer , der König, der Sieger überhaupt.“

(Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums – 1. Band: Die Frühzeit, Seite 18)

Karlheinz Deschners Kriminalgeschichte des Christentums ist eine empfehlenswerte Lektüre für jeden, der sich ebenso unvoreigenommen mit dem Christentum auseinandersetzen möchte, wie es PImaten, Pegidasten und AfD'ler mit dem Islam tun.

Zitat: Muhammad ash-Sha`rawi – Das Töten in einer Discothek

«Ich diskutierte einst mit einem extremistischen Jugendlichen und fragte ihn, ob das Sprengen einer Diskothek in einem muslimischen Land erlaubt oder verboten sei. Er sagte, dass es selbstverständlich erlaubt und ihre Tötung legitim sei. So fragte ich ihn, was ihr Ausgang wäre, wenn er sie töten würde, während sie Allah ungehorsam sind und er sagte, dass sie selbstverständlich in die Hölle kommen würden. So fragte ich, wohin der Satan sie mitnehmen möchte und er sagte, dass er sie in die Hölle mitnehmen möchte.

Ich sagte dann: ‹Somit verfolgt ihr und der Satan das gleiche Ziel, und zwar die Menschen ins Feuer zu bringen.› Sodann erwähnte ich die Überlieferung des Propheten ﷺ, als der Leichnam eines Juden ihn passierte, und er zu weinen begann. So fragten sie ihn: ‚Was bringt dich zum Weinen, o Gesandter Allahs?!‘ Er sagte: ‚[Es ist] eine Seele, die mir entkam und ins Feuer geht.‘

So sagte ich: ‹Merkst du den Unterschied zwischen euch und den Propheten ﷺ, der sich innig bemühte, um die Menschen auf den richtigen Weg zu bringen und sie vor dem Feuer zu erretten? Ihr seid in einem Tal und der geliebte Prophet Muhammad ﷺ befindet sich in einem anderen Tal.›»

— Sheikh Muhammad ash-Sha´rawi [Gest. 1419 n.H.] رحمه الله.

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an den Bruder Behzad Zibari.
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Hadith: Wer müht sich ab auf dem Wege Allahs?

Der Tabi’i Ayub as-Sakhtiyani berichtete folgendes:

„Mir wurde gesagt, dass einst die Gefährten des Propheten ﷺ in einem ihrer Häuser [zusammen] waren. Ein Mann beehrte sie und sie waren über dessen Jugend und Kraft erstaunt, [und] hierauf sagten sie:

«Wenn er doch nur seine Jugend und Kraft auf dem Wege Allahs nutzen würde [d.h. im Kampf].»

Der Prophet ﷺ hörte dies und sagte:

«Befindet sich etwa nur derjenige auf dem Wege Allahs, der kämpft oder an einem Feldzug teilnimmt?
Wer sich bemüht, um [selbst] bedürfnislos zu sein*, der ist auf dem Wege Allahs!
Wer sich bemüht, dass seine Eltern bedürfnislos sind, der ist auf dem Wege Allahs!
Wer sich bemüht, dass seine Familie bedürfnislos ist, der ist auf dem Wege Allahs.
Wer sich bemüht, Besitz anzuhäufen, um anzugeben, der ist auf dem Wege Satans.»“

(Quelle: Tanbihul Ghafilin von Muhammad Ibn Ibrahim as Samaraqandi / Hadith 225# / al-Albani verzeichnet den Hadith in seinem As-silsilah as-shahihah / Abu Huraira überliefert ihn in einem ähnlichen Wortlaut )

[*Mit „Bemühen um Bedürfnislosigkeit“ ist die Erlangung/Erwirtschaftung der jeweiligen Versorgung gemeint.]

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an den Bruder Behzad Zibari.

Buchauszug: Ibn Khaldun – Bei der Beseitigung ungerechter Herrscher ist die Asabiya wichtiger als religiöser Eifer

«In dieses Kapitel gehören die Fälle von Rebellen aus dem gemeinen Volk und von den Rechtsgelehrten, die sich erhoben, um dem Übel zu begegnen. Denn viele religiöse Menschen, die sich dem Dienst an Allah widmen und auf den Pfaden der Religion wandeln, schicken sich an, sich gegen ungerechte Emire zu erheben und rufen in der Hoffnung auf Allahs Belohnung dazu auf, dem Übel zu begegnen, ihm zu entsagen und Gutes zu tun.

Zahlreich sind (gewöhnlich) ihre Gefolgsleute und Anhänger aus der breiten Masse, die dabei ihr Leben aufs Spiel setzen – und die meisten von ihnen kommen auf diese Weise unbelohnt und als Sünder um. Denn Allah, gepriesen sei er, hat sie hierzu nicht bestimmt! Er bewegt nur etwas, wo (ausreichend) Macht vorhanden ist.

Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – sagte:

«Wer von euch Übel erblicket, der soll ihm mit seiner Hand begegnen. Vermag er dies nicht, so tue er es mit seiner Zunge. Vermag er (auch) dieses nicht, so tue er es mit seinem Herzen.»

Herrscher und Staaten sind fest und stark gegründet. Ihre Grundlage kann nur durch starken Druck, der die Asabiya (Solidarität) von Stämmen und Sippen hinter sich weiß, erschüttert und zerstört werden, so wie wir es oben angeführt haben.

Auch die Propheten – Segen und Heil sei über sie – bedurften, wenn sie zu Allah aufriefen, der Sippen und Gruppen, wo sie doch (eigentlich) diejenigen sind, die die Unterstützung Allahs mit allem, was es gibt, hätten erhalten können, sofern Er gewollt hätte. Doch Er ließ vielmehr (selbst bei ihnen) die Dinge ihren üblichen Verlauf nehmen. Allah ist weise und allwissend.

Schlägt nun ein Mensch einen solchen Weg ein und folgt dabei der (religiösen) Wahrheit, lässt ihn die Isolierung von der Asabiya (selbst) dabei fehlgehen, und er kommt um.

Benutzt ein solcher Mensch (außerdem noch) die Religion, um die Führerschaft zu erlangen, geschieht es zu Recht, dass er daran gehindert wird und ihn der Untergang ereilt. Denn ein solches Unterfangen ist eine Sache Allahs, die nur mit Seinem Wohlgefallen und Seinem Beistand sowie durch aufrichtige Ergebenheit gegenüber Ihm und Wohlwollen gegenüber den Muslimen Erfolg hat. Kein Muslim wird Zweifel, kein Mensch mit Einsicht wird Argwohn daran hegen.»

(Ibn Khaldun / gest. 808 n.H., Buch der Beispiele – Die Einführung/al-Muqaddima, übersetzt von Mathias Pätzold, Seite 114-115, Übersetzung leicht redigiert)

Imam al-Qurtubi – Der nach Profit strebende Kaufmann erreicht die Stufe eines im Jihad Kämpfenden (Mujahid)

Der berühmte Tafsir-, Hadith und Rechtsgelehrte Imam Abu ‚Abdullah Al-Qurtubi (gest. 671 n. H.) kommentierte in seinem Tafsir al-Qurtubi den Teil „[…] und andere, die im Land umherreisen, wo sie nach (etwas) von Allahs Huld trachten, und andere, die auf Allahs Weg kämpfen. […]“ der 20. Ayah in Sure Al-Muzzammil (73) mit folgenden Worten

Allah der Hocherhabene hat in dieser Ayah diejenigen, die sich im Jihad befinden (Mujahidin) und diejenigen, die Geld erwirtschaften – um es für sich selbst und ihre Angehörigen auszugeben und um Gutes zu tun und andere damit zu beschenken – gleichgestellt.

Daher ist (diese Ayah) ein Beweis dafür, dass das Erwirtschaften von Geld die selbe Stufe einnimmt, wie der Jihad, denn Er (Allah) hat es gemeinsam (in der selben Ayah) mit dem Jihad auf dem Wege Allahs erwähnt.

Und Ibrahim überlieferte von Alqamah, dass er sagte:

«Der Gesandte Allahs, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, sagte: „Kein Kaufmann importiert Nahrungsmittel von einem Land in ein anderes und verkauft sie dort zum aktuellen Tagespreis, außer dass seine Stufe bei Allah dabei der Stufe der Märtyrer gleicht. Danach rezitierte der Gesandte Allahs, Allah segne ihn und schenke ihm Heil:

‚ … und andere reisen nach Allahs Huld trachtend im Land umher und andere kämpfen auf dem Wege Allahs‘»

Und Ibn Mas’ud sagte:

«Immer, wenn ein Mann etwas in eine Stadt der Muslime importiert, wobei er geduldig ist und Allahs Lohn erwartet, und es daraufhin für den aktuellen Tagespreis verkauft, so bekommt er bei Allah die Stufe der Märtyrer. Und er rezitierte die Ayah:

‘ … und andere ziehen im Land umher … ’»

Und Ibn Umar sagte:

«Allah hat keinen Tod erschaffen, der mir – nach dem Tode (beim Jihad) auf dem Wege Allahs – lieber wäre, als der Tod zwischen den zwei Teilen meines Kamelsattels, während ich im Lande umherreise und dabei nach der Großgiebigkeit Allahs strebe.»

Und Tawus sagte:

«Wer für die Witwe und den Armen arbeitet, ist wie der derjenige im Jihad auf dem Wege Allahs.»

Ein herzlicher Dank - für Hinweis und Übersetzung - geht raus an die Brüder der "Ökonomie und Gesellschaft" Telegram-Gruppe.

Kurz gesagt: Der Kampf gegen Israel – Eine diffuse Verflechtung aus Gretchenfrage und Werbeslogan

Der Kampf gegen den Staat Israel ist unter vielen Muslimen zu einer diffusen Verflechtung aus Gretchenfrage und Werbeslogan verkommen. In schiitischen und sufischen Kreisen hielt man den Vorwurf gegen den IS – er würde alle bekämpfen nur nicht Israel – bisher für ein Totschlagargument.

Jetzt, wo Abu Bakr al-Baghdadi (wohl genau aus diesem Grund) vor allem und direkt Israel bedroht, wird man in diesen Kreisen jedoch alles andere als Genugtuung verspüren. Sollte der IS tatsächlich seinen Kampf auf Israel ausweiten, dann haben Schiiten und Sufis lediglich ein Totschlagargument verloren und einen Konkurrenten auf dem Schlachtfeld gewonnen, den sie dort niemals wirklich haben wollten.

Aufrichtigkeit geht anders …

Schönes Gleichnis: Bewahrung des Kapitals und Kampf gegen die Khawarij haben Vorrang

von Yahya ibn Rainer

Was hat Vorrang? Kapital zu erwirtschaften oder bereits vorhandenes Kapital zu bewahren? Und was hat noch Vorrang? Die Bekämpfung der Götzendiener oder die Bekämpfung der Khawarij?

Ibn Hajar lässt in seinem Fath al-Bari zu dieser Frage den Gelehrten und Wesir Awn ad-Din ibn Hubayra (geb. 499 n. H.) zu Wort kommen.

«Es heißt in der Überlieferung, dass das Bekämpfen der Khawarij Vorrang gegenüber der Bekämpfung der Götzendiener hat. Die Weisheit [dahinter] ist, dass die Bewahrung des Kapitals des Islam in deren Bekämpfung liegt, wohingegen das Erzielen von Profit in der Bekämpfung der Götzendiener liegt. Das Bewahren des Kapitals hat Vorrang.»

Für mich ist diese Aussage in vielerlei Hinsicht interessant.

  1. Sie weist darauf hin, dass die Araber mitunter auch ein Volk von Händlern und Kaufmannsleuten waren und deshalb Gleichnisse aus der Welt des Wirtschaftens nicht nur von Allah und Seinem Gesandten geprägt wurden, sondern auch von zahlreichen Gelehrten.
  2. Kapital, also verfügbares Vermögen, wird in diesem Gleichnis mit dem Islam gleichgesetzt.
  3. Das Erzielen von Profit wird in diesem Gleichnis mit dem Kampf gegen die Götzendiener gleichgesetzt.
  4. Das Bewahren von Kapital, also das Behalten und Schützen von Vermögen, wird mit dem Kampf gegen die Khawarij gleichgesetzt und es wird ihm sogar ein Vorrang eingeräumt, gegenüber dem Erzielen von Profit.
  5. Die Wichtigkeit des Kampfes gegen die Khawarij wird sehr deutlich.

Video: Pierre Vogel – Wie müssen Moscheen mit dem Verfassungsschutz und Co. umgehen?

Nach langer Zeit teile ich mal wieder ein Video von Pierre Vogel, da er hier auf etwas wirklich wichtiges Bezug nimmt, nämlich die Taktik des staatlichen Repressionsapparates gegen Prediger und Moscheevereine.

https://www.youtube.com/watch?v=uio2_hwAyUM

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Zitat: Ludwig Ferdiand Clauß – Das ist Islam (1963)

„Bereitschaft, dankbar zu nehmen, was Gott dem Menschen zuwirft, sei es Erhebendes oder Zermalmendes, Unterwerfung vor Gott schafft Freiheit in der Welt und die Geborgenheit im Bollwerk. Gelassenheit in der Welt und die Bereitschaft, jeden Augenblick in heiliger Flamme zu glühen, sobald Gott ruft: das ist Islam. Er verbindet die äußerste Gelassenheit des Geborgenen mit der ständig möglichen Glut des Glaubensritters, der in den Heiligen Krieg zieht.“

(Prof. Dr. phil. Ludwig Ferdinand Clauß, 1963)

Buchauszug: Herman Heinrich Frank – Das Abendland und das Morgenland (1901)

„Hat Geschichte überhaupt einen Sinn, und stellt die Anreihung der großen geschichtlichen Tatsachen überhaupt die Entwickelung einer Idee dar, so kann der islamischen Bewegung wegen der Kraft und Energie ihres Gesamtauftretens und wegen der Unwiderstehlichkeit und dem Ernste, mit dem sie den einzelnen ergreift, und der Treue und Opferwilligkeit, mit der wiederum der einzelne den Islam ergreift — so kann — sagen wir — im Hinblick auf diese unleugbaren Tatsachen, dem Islam nur die höchste Beachtung entgegengebracht werden.

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Buchauszug: Bertrand de Jouvenel – Demokratischer Dschihad

«Die Initiatoren der Demokratie haben die Auffassung vertreten, die Wahlkampagne müsse durch die vollständige Darstellung der sich gegenüberstehenden Programme zu einer Periode der Volkserziehung werden. Sie hielten die Öffentlichkeit der parlamentarischen Debatten für äußerst wichtig, deren Verbreitung es dem Bürger erlauben würde, die Arbeit der Regierung zu verfolgen und auf diese Weise seine Urteilsfähigkeit weiter auszubilden. Wenn schon die Teilhabe einer unwissenden Masse an der Souveränität nicht ohne Nachteile war, würde diese durch die schrittweise Beseitigung dieser Unwissenheit mittels Diskussionen, denen auch der letzte Wähler Aufmerksamkeit schenken mußte, mehr als ausgeglichen. Weil die besten Köpfe der Nation um die Stimmen des Mittelmaßes zu werben hätten, würden durch eine solche Schulung schließlich alle der Rolle würdig, die man ihnen ohne Diskriminierung zuerkannt hatte.

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Zitat: Taariq Ibn Lahsan – Über die Dawa zum Jihad … hierzulande

„Ich bezweifle bei den meisten von denen, die meinen sie müssten Daʿwah zum Jihād machen, dass sie wissen was sie tun oder dass sie auch nur wissen was sie sich mit ihren Worten für eine Last auferlegen. Worte sind billig und man braucht keinen großen Mut für das bloße Reden. Was dahinter steckt zeigt sich, wenn die Prüfungen den Menschen erreichen und die Tat gefragt ist, und schon so manch vorgeblicher Löwe ist alsdann zum zahmen Kätzchen geworden.

Allah berichtet uns in seinem Buch von den Gläubigen, dass sie den Kampf zu verabscheuen pflegten, als da er sagte: Vorgeschrieben ist euch zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht ist euch etwas lieb, während es schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wisset nicht. [2:216]

So fragt man sich: Hat die Jugend der sog. „Salafiyyah Jihādiyyah“ die Gefährten des Propheten in Imān und Taqwā bereits so weit überholt, dass man bei ihnen keinerlei Spur mehr von Abneigung gegenüber dem Kampf finden kann?

Ich sage: Der einzige Grund dafür ist, dass der Kampf für die Gefährten des Propheten das Vergießen von Blut, das Verlieren von Gliedmaßen und die Preisgabe von Familie, Besitz und nicht zuletzt dem eigenen Leben war, wohingegen er für jene vorlauten „Jihādīs“ von heute nicht mehr ist als Musik und bunte Bilder…“

[Taariq Ibn Lahsan, Administrator des weltbekannten deutschsprachigen Forums www.ahlu-sunnah.com]