Alle Beiträge von Nuruddin

Über Nuruddin

Nuruddin, Jahrgang 1989, machte 2010 sein Abitur und lebt in Hamburg. Studium der Erziehungswissenschaften und der Soziologie an der Universität Hamburg (2011-2014). Publikationen auf diversen Internetpräsenzen. Muslim seit September 2016. Kontakt: nd.augener@web.de

Zitat: José Antonio Primo de Rivera – Die moderne Liberalität

„Der liberale Staat, der Staat ohne Glaube, der Staat des Schulterzuckens- schrieb an den Giebel seines Tempels drei schöne Worte: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Allerdings gedeiht keines der drei unter dem Bann dieses Staates. Die Freiheit ist lebensunfähig ohne den Schutz eines starken ewigen Prinzips.

Wenn die Prinzipien in den Wogen der Volksmeinungen schwanken, besteht Freiheit nur für die diejenigen, die mit der Mehrheit einer Meinung sind. Für die Minderheiten bleibt nur eines: leiden und schweigen. Unter den Tyrannen des Mittelalters blieb den Unterdrückten zumindest der Trost, sich tyrannisiert zu wissen. Der Tyrann konnte unterdrücken, die physisch Unterdrückten behielten nichts destoweniger Recht gegenüber dem Tyrannen. Über den Häuptern von Tyrann und Untertan standen ewige Worte geschrieben, die jedem einzelnen sein Recht gaben.

Im demokratischen Staat ist dies nicht der Fall; das Gesetz-nicht der Staat, sondern das Gesetz, mutmaßlicher Wille der Mehrheit- hat immer recht. Auf diese weise wird der Unterdrückte nicht nur unterdrückt, man kann ihn sogar, sollte er es wagen, das Gesetz dreist als ungerecht zu bezeichnen, als gefährlichen Unruhestifter brandmarken. Nicht einmal diese Freiheit bleibt ihm.“

-José Antonio Primo de Rivera (Der Troubadour der spanischen Falange, S.31)

Zitat: Jacob Burckardt – Wer geistig reich werden will

„Für den, welcher wirklich lernen, d.h. geistig reich werden will, kann nämlich eine einzige glücklich gewählte Quelle das unendlich Viele gewissermaßen ersetzen, indem er durch eine einfache Funktion seines Geistes das Allgemeine im einzelnen findet und empfindet.

Es schadet nichts, wenn der Anfänger das Allgemeine auch wohl für ein Besonderes, das sich von selbst Verstehende für etwas Charakteristisches, das Individuelle für ein Allgemeines hält; alles korrigiert sich bei weiterem Studium, ja schon das Hinzuziehen einer zweiten Quelle erlaubt ihm durch Vergleichung des Ähnlichen und des Kontrastierens bereits Schlüsse, die ihm zwanzig Folianten nicht reichlicher gewähren.

Aber man muss auch suchen und finden wollen, und bisogna saper leggere (De Boni). Man muss glauben, dass in allem Schutt Edelsteine der Erkenntnis vergraben liegen, sei es von allgemeinem Wert, sei es von individuellem für uns; eine einzelne Zeile in einem vielleicht sonst wertlosen Autor kann dazu bestimmt sein, dass uns ein Licht aufgehe, welches für unsere ganze Entwicklung bestimmend ist.“

 -Jacob Burckardt (Weltgeschichtliche Betrachtungen, S.20f.)

Alternativen zum neuen Sarrazin Buch „Feindliche Übernahme“

Bald ist es soweit: Thilo Sarrazin der Sozialdemokrat par excellence hat wieder Zeit seines Rentner Daseins mit der Niederschrift eines neuen Traktats vergeudet. Doch sollte man diesen Mann noch reicher machen? Wir meinen: NEIN! Greift lieber zu durchdachten und unaufgeregten Büchern.

Hier unsere Top 5 im Bereich „Sachbuch“, die eine vortreffliche Alternative zum neuen Sarrazin Buch „Feindliche Übernahme“ darstellen:

  1. Jenseits des Westens. Für ein neues kosmopolitisches Denken von Stefan Weidner
  2. Die Panikmacher: Die deutsche Angst vor dem Islam von Patrick Bahners
  3. Die Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islams von Thomas Bauer
  4. Islam in der Krise. Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug von Michael Blume
  5. Zwischen Koran und Kafka: West-östliche Erkundungen von Navid Kermani


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Zitat: Murad Wilfried Hofmann – Soziologie als moderne Ideologie

„Diese Soziologie gibt sich unideologisch, ja ideologiefeindlich. Dabei ist sie ein Glaube, der sich als Wissenschaft maskiert. Oder ist es nicht ideologisch, wenn ich die philosophisch-theologischen Grundfragen allen menschlichen Daseins, zu allen Zeiten, zustellen verbiete, indem ich sie lächerlich mache? Ist nicht diese von der Soziologie inspirierte amerikanische Pädagogik der Gleichmacherei auf dem niedrigsten gemeinsamen Nenner in hohem Maße Ausdruck einer Weltanschauung?“

-Murad Wilfried Hofmann (Tagebuch eines deutschen Muslims, S.21)

Mein Weg zum Islam – Teil 3

Seit meiner bewussten Wahrnehmung der Religion des Islams haben mich immer wieder Aufnahmen des Gebets in der heiligen Moschee in Mekka – Al-Masdschid al-Harām – zu Tränen gerührt. Diese aufwallenden Gefühle kamen ganz willkürlich, spontan und übermannten mich. Weitere Tränen flossen beim Hören des Adhāns. Insbesondere der Gebetsruf eines älteren Mannes aus Sarajevo hatte es mir angetan.

Doch wie sollte ich umgehen mit diesen unerwarteten Gemütsregungen? Diese Emotionen bedurften eines gewissen Fundaments und so begann ich über den Islam zu lesen. Die Wissensaneignung durch die Lektüre von Büchern und aufgezeichneten Vorträgen verschiedener islamischer Unterrichte, vollzog sich über mehrere Jahre. Der Pfad zum Licht wurde jedoch immer wieder unterbrochen, schließlich war ich jung und die Dunya mit vielen Verlockungen und Ablenkungen gespickt. Neben der offenherzigen Beschäftigung mit dem Koran, stellten sich das Buch „Der Weg nach Mekka“ von Muhammad Asad und die Bücher von dem deutschen Diplomaten Murad Wilfried Hofmann wie „Der Islam als Alternative“ oder „Reise nach Mekka“ als wegweisend heraus. Dieser monolithische „Drive“ des Islams, seine klare Lehre und die Akzeptanz der Logik als partielle Erkenntnisquelle wurden gerade in diesen Büchern bewundernswert beschrieben.

Im Zuge meiner Recherchen und Beschäftigung mit dem Islam stieß ich auf die damalige Internetpräsenz der Hamburger „Masjid Taiba“. Unweigerlich stieß ich auf den ehrenwerten Bruder Jens Yahya Ranft und seinen Blog „Al-Adala“. Die Symbiose aus dem klaren Bekenntnis zum Islam und der dennoch vorhandenen Liebe zur eigenen Herkunft weckte mein Interesse. So besuchte ich in unregelmäßigen Abständen seine Website. Zu meiner Studienzeit gab es dann im Jahre 2012 erstmalig persönlichen Kontakt. Es entstand ein fruchtbarer Austausch über Religion, Politik und Kultur. Ich konnte jenseits von der abstrakten Beschäftigung mit dem Islam, nun eine praktische Handschrift des Islams kennenlernen. Dieses war – neben dem authentischen Akhlaq des Bruders – eine nicht unwesentliche Komponente auf dem Weg zur Annahme des Islams.

Letztlich wurde ich über Jahre hinweg vom Islam wie von einem Magneten angezogen, weil ich mich in seiner Gefühls- und Formenwelt intellektuell und gefühlsmäßig so zu Hause fand, als sei ich schon einmal dagewesen. Dieses blieb natürlich auch meiner Familie nicht verborgen. Sukzessive machte ich meine Familienmitglieder mit dem Islam vertraut, sodass Verständnis und noch wichtiger Akzeptanz für mein Interesse am Islam erwuchs.

Meine Reise zur Religion der Wahrheit endete jedoch erst als siebenundzwanzigjähriger Mann. Im Herbst diesen Jahres bezeugte ich, dass kein Gott da ist außer Allah und dass Muhammad der letzte Prophet ist. Alles Lob gebührt Allah! Wahrlich ich war mehrmals in meinem Leben der Rechtleitung ziemlich nah, doch die Vorherbestimmung Allahs hat es anders gewollt. Die Reise zum Islam endete, obgleich die Wanderschaft als gläubiger Mensch erst jetzt angefangen hat.

Zitat: Asfa-Wossen Asserate – Manieren (II)

„Gerade unter diesem Aspekt der Manieren ist Toleranz in religiösen Fragen niemals ein Recht, auf das der Nichtreligiöse pochen darf, sondern eine beträchtliche moralische Leistung, die mit Dankbarkeit quittiert zu werden verdient. Vielmehr hat die Hindu- oder Muslim- oder Sikh-Gemeinschaft, die Andersgläubigen den Zutritt zu ihren heiligen Stätten verbietet, ein Recht zu einem solchen Ausschluß, und keine kunsthistorischen Interessen und kein Bildungsbedürfnis des kamerabewehrten Weltreisenden können diesem Recht etwas abhandeln.[…] Wer Religion ernst nimmt, wird daran nichts auszusetzen finden, und wer es nicht tut, hat keine andere Behandlung verdient.“

– Asfa-Wossen Asserate (Manieren, S.112f.)

Mein Weg zum Islam – Teil 2

Meine Jugend war geprägt von der Suche nach der Sinnhaftigkeit in diesem Dasein. Als immer schon nachdenklicher Junge ging es mir einfach nicht in den Kopf, dass neben Job und Familie, nichts Weiteres eine höhere Wertigkeit besitzt. Zum Glück ist meine Familie spirituell geprägt, wobei jedoch kein gezieltes und grundiertes Bekenntnis gepflegt wurde. So hatte ich zumindest innerhalb meiner kleinen Familie Personen mit denen ich mich austauschen konnte.

Nach dem Umzug in ein anderes Stadtviertel ging ich auf eine multikulturelle Haupt-und Realschule und lernte einige Muslime kennen, wobei ich mit einem türkischen Freund aus der damaligen Zeit, später besuchten wir auch gemeinsam das gleiche Gymnasium, auch heute noch in Kontakt stehe. Er war es auch, der mir eines Tages einen kleinen Zettel mit einer Notiz in die Hand drückte. Dort stand geschrieben: 100%iger Beweis, dass der Koran das Wort Gottes ist.

„Schau Dir unbedingt diesen Vortrag an!“, sagte er noch. So saß ich irgendwann im Jahre 2007 nach Beendigung meiner Hausaufgaben vor dem Rechner und guckte mir den Vortrag von einem gewissen Pierre Vogel an. Man war ich beeindruckt! Es blieb natürlich nicht nur bei einem Vortrag und so landete ich auf der Seite „Die wahre Religion“. Damals war es noch nicht die Zeit in der inflationär der Begriff Salafismus verwendet wurde und vor solcherlei Gruppierungen eindringlich gewarnt wird. Seinerzeit konnte ein Ibrahim Abou Nagie in TV-Berichten über den Islam ungeniert reden und war noch keine geächtete Person. Ein ziemlich schlichtes und simples Video von ihm rührte mich besonders:

Der Satz: „Dein Schöpfer, Allah, hat schon vorherbestimmt das du diese Aufnahme siehst.“ ließ mich Gottes Gegenwart spüren. Dieses durch viele Vorträge erzeugte Wissen entlud sich eines Schultages im Religionsunterricht. Ich sollte nämlich einen Vortrag über den Islam halten und war auch sehr begeistert an die Sache rangegangen. Der Klasse, unter den verdutzten Blicken des Lehrers, erzählte ich etwas von wissenschaftlichen Wundern im Koran. Später teilte ich nach dem Referat beschwingt meine Handouts aus, wo ich die Seite „Einladung zum Paradies“ empfahl. Doch die Verlockungen des westlichen Weltverständnisses zollten ihren Tribut. .-wahrscheinlich aber auch die Aussage eines Verwandten: „Wenn Du den Islam annimmst wirst Du ein kurzes Leben haben.“ Was konkret damit gemeint war, blieb im dunklen, aber ließ mich erahnen was für ein Gegenwind ich zu erwarten hätte.

So lebte ich trotz meiner Begeisterung für Literatur, Philosophie und dem Islam ein relativ typisches Jugendleben. Es kam die Zeit wo ich ziemlich stark mit atheistischen Ansichten sympathisierte und im Politikunterricht als „Kommunistenschwein“ verschrien war. Meine Begeisterungsfähigkeit kehrte sich nun zum historischen Materialismus um und ich hielt im Geschichtsunterricht glühende Reden über den Kommunismus. Dennoch kehrte ich immer wieder für einige Tage zum Islam zurück. Er ließ mich einfach-auch in den kommenden Jahren- nicht mehr los. Mein relativ unstetes Leben war gefüllt von ideologischen Perspektivwechseln: In der Schulzeit vom linken Gedankengut- so war ich für eine Woche Mitglied in der SPD (deren verbrämtes Gedankengut und Biedermeiertum mich schnell zurückrudern ließ)- bis hin zu eher nationalrevolutionären Vorstellungen zur meiner Studienzeit. All‘ diese Entwicklungen geschahen sprunghaft und voller Sehnsucht nach Wahrheit und dem richtigen Weg.

[Wie meine Reise zum Islam weitergeht lest ihr in dem 3.Teil, der in den kommenden Tagen veröffentlicht wird.]

Zitat: Muhammad Asad – Der Weg nach Mekka

„Eines Freitags begleitete ich meinen Freund in die Umajjaden-Moschee. Die Marmorsäulen, die die gewölbte Decke trugen, erglänzten über den kostbaren roten und blauen Teppichen. Ein Geruch von Moschus und Ambra schwebte in der dämmrigen Luft. In langen, regelmäßigen Reihen standen viele Hunderte von Menschen hinter dem imam, der das Gebet leitete, verneigten sich, knieten nieder, berührten den Boden mit der Stirn und richteten sich wieder auf: und alle ihre Bewegungen waren gemeinsam, wie die von Soldaten.

Es war sehr still; wenn die Gemeinde aufrecht stand, tönte die Stimme des greisen Imams aus der Tiefe des riesigen Saales hervor, er trug Verse aus dem Koran vor; und wenn er mit dem Sprechen innehielt, sich verneigte und zu Boden warf, folgte ihm die ganze Gemeinde wie ein Mann, sich vor Gott verneigend und vor Ihm niederfallend, als stünde Er sichtbar vor ihren Augen …

In jenem Augenblick begriff ich, wie nahe Gott und Glaube diesen Menschen war. Ihr Gebet war nicht von ihrem Arbeitstag geschieden; es gehörte zu ihm; es war nicht dazu da, das tätige Leben zu vergessen, sondern ein Mittel, seiner besser und tiefer zu gedenken, indem man Gottes gedachte.

»Wie seltsam und wunderbar«, sprach ich zu meinem Freund, als wir die Moschee verließen, »daß Gott eurem Empfinden so nahe ist. Wäre ich doch imstande, Ähnliches zu empfinden! « »Wie sollte man Gott denn anders empfinden, mein Bruder? Ist Er denn nicht, wie unser Heiliges Buch sagt, dir näher als die Schlagader deines Halses?«

Angespornt von dieser neuen Wahrnehmung, verbrachte ich viele Stunden über Büchern, die vom Islam handelten. Einige davon ergatterte ich mir in einer Damaszener Bibliothek, andere beschaffte mir mein Freund. Wenngleich mein Arabisch für mein Alltagsbedürfnis vollauf genügte, war es doch noch zu mangelhaft, um den Koran frei im Original zu lesen, und so mußte ich mir zwei Übersetzungen – eine französische und eine deutsche – zu Hilfe nehmen und mich im Übrigen auf Werke europäischer Orientalisten sowie auch auf die Erklärungen meines Freundes verlassen.

So brockenhaft diese Studien und Gespräche auch waren, so gaben sie mir dennoch einen guten Einblick in den Islam. Ein Vorhang hob sich langsam über einer Gedankenwelt hoch, von der ich bis dahin keine Ahnung hatte. Der Islam schien nicht so sehr eine Religion im üblichen Sinne als ein Lebensgesetz zu sein; kein metaphysisches Suchen, sondern diesseitige Lehre – auch dann, wenn vom Jenseits die Rede war; nicht nur ein theologisches System, sondern auch Führung in allen persönlichen und gesellschaftlichen Belangen. Gottesbewusstsein schien das Ziel zu sein. Das menschliche Leben war positiv aufgefaßt und bejaht.

Nirgends im Koran konnte ich einen Hinweis auf die Notwendigkeit einer mystischen >Erlösung< finden; keine Erbsünde stand da zwischen dem Menschen und seinem Schicksal – denn, wie der Koran betonte, jeder Mensch ist nur für das verantwortlich, was er selbst tut und erstrebt. Keine Askese war da erforderlich, um eine geheime Pforte zur Reinheit aufzutun – denn Reinheit sei dem Menschen bei Geburt beschieden: und >Sünde< bedeutete demnach nichts anderes als ein Abfall von den eingeborenen positiven Eigenschaften, die Gott jedem Menschen zuteilwerden lässt.

Auch sah ich im Koran keine Spur von irgendeinem Dualismus in Bezug auf die Natur des Menschen: Seele und Körper erschienen in dieser Lehre als zwei Aspekte einer unverbrüchlichen Einheit.“

-Muhammad Asad (Der Weg nach Mekka, S.163f.)

 

Mein Weg zum Islam – Teil 1

Ich träumte einen Traum. Ein Traum der Fitra und Hidaya. Es war als Kleinkind, als ich im Schlafe ein goldenes Buch, in mitten eines wunderschönen Gartens, erblickte. Dieses Buch hatte merkwürdig verschlungene Zeichen auf dem Bucheinband. Heute weiß ich durch die Traumnotizen meiner Mutter und Rekapitulation: Es war der Koran.

Trotz dieses wundersamen Traumes blieben meine ersten Jahre auf dieser Welt jenseits von intensivieren Berührungspunkten mit der Welt des Islams und den Muslimen. Aus meiner Kindheit kann ich mich nur an zwei bewusst erlebte Begebenheiten mit Muslimen erinnern. Leider waren diese Erfahrungen eher negativ konnotiert.

Damals hatten wir ein wöchentliches Ritual in der Familie: Wir besuchten einen Flohmarkt der immer zugunsten des angegliederten Tierheimes stattfand. Diesen Markt besuchten erstaunlich viele Frauen mit Kopftuch in langen grauen Mänteln. Sie fielen dadurch auf, dass sie oftmals auf den Boden spuckten, wenn ihnen der angebotene Preis nicht passte. Als Kleinkind hatte ich so etwas noch nie erlebt und entwickelte eine gewisse Furcht vor diesen großen Schleiereulen mit ihren vollgepackten Tüten die am Ende des Flohmarktes davon watschelten.

Seinerzeit lebten wir in einem gutbürgerlichen Viertel in der Elbmetropole. Manchmal brachten wir unsere Kleidung zu einer Schneiderin an der Ecke einer großen Hauptstraße. Eine traditionell türkische Familie leitete dieses kleine Gewerbe. Die Tochter der Familie namens Esma sprang eines Tages mit einer Spielzeugpistole hinter der Ladentheke hervor: Das junge Kleinkind was ich nun einmal war, erschreckte sich zu Tode. Die Frau Mutter Schneiderin unternahm jedoch nichts gegen dieses kundenerschreckende Verhalten ihrer Tochter und fand es sogar eher amüsant. Seitdem waren wir nicht mehr Kunden dieses Ladens.

Die erste Wendung auf meinem Weg zum Islam brachte Jahre später eine deutsche Koranausgabe von Max Henning, die eher auf akzidentellem Wege in unser Haus gelangte. Zu dieser Zeit arbeitete nämlich meine älteste Schwester als Arzthelferin in einer persischen Arztpraxis der Allgemeinmedizin. Eines Tages brachte sie eine ungefähre Übersetzung des Korans mit nach Hause. Eher beiläufig erwähnte sie, dass irgendjemand der Patienten diesen liegen gelassen habe und nach einigen Wochen immer noch nicht abgeholt hatte. Seitdem lag er in unserer Wohnung und wurde durch mich als begeisterte Leseratte dann und wann frequentiert. Schon damals verspürte ich beim Lesen einen gewissen Sog der mich erkennen ließ, dass dieses Buch etwas besonderes sein muss.

Was mir jedoch bei dieser gebrauchten Ausgabe sofort auffiel, waren die mit einem fetten Rosabuntstift markierten Verse des Korans. Eine Stelle war zum Beispiel folgende:

„Und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben, denn Verfolgung ist schlimmer als Töten! Kämpft jedoch nicht gegen sie bei der geschützten Gebetsstätte, bis sie dort (zuerst) gegen euch kämpfen. Wenn sie aber (dort) gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen.“ (Sure al-Baqara: 191)

Und eine weiterer Vers:

„Gewiß, die schlimmsten Tiere bei Allah sind die, die ungläubig sind und (auch) weiterhin nicht glauben“ (Sure al-Anfal: 55)

Schon damals waren also willfährige Islamkritiker unterwegs, die den Koran nach verdächtig erscheinenden Stellen untersuchten und markierten, um in der Diskussion stolz ihr Wissen über den Islam kundtun zu können. Mich jedoch störten diese Markierungen in keinster Weise. Ich markierte einfach die mich besonders positiv inspirierenden Stellen wie zum Beispiel:

„In der Schöpfung der Himmel und der Erde; im Unterschied von Nacht und Tag; in den Schiffen, die das Meer befahren mit dem, was den Menschen nützt; darin, daß Allah Wasser vom Himmel herabkommen läßt, und damit dann die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig macht und auf ihr allerlei Tiere sich ausbreiten läßt; und im Wechsel der Winde und der Wolken, die zwischen Himmel und Erde dienstbar gemacht sind, sind wahrlich Zeichen für Leute, die begreifen.“ (Sure al-Baqara: 164)

[Wie meine Reise zum Islam weitergeht lest ihr in dem 2.Teil, der in den kommenden Tagen veröffentlicht wird.]

Der Weg zu Gott

Umfangen vom herbstlichen Laubfeuer, lag das kleine, pittoreske Häuschen von Osman Efendi. Er saß im abgestorbenen Garten mit einer ranzigen Decke zugedeckt, Mocca trinkend, auf seinem geliebten Schaukelstuhl und sinnierte gedankenverloren vor sich hin. Er blickte in den Himmel, der seit dem Eintritt in die goldene Jahreszeit den fernen Stadtkern von Kütahya, in triste Silhouetten kleidete. Die Gräue und Witterung, die er an den Randbezirken des Städtchens im Laufe der Jahre so schätzen gelernt hatte, ließen ihn immer wieder wehmütig an seine sprühende Jugendzeit auf den ostanatolischen Aprikosenplantagen in Malatya denken. Doch da war sein jetziges Leben. Sein Leben war ohne Trost. Es war weder fesch noch glücklich, wie es erdachte Märchen sind. Etwas musste geschehen. Ohne lange zu überlegen, fand er plötzlich gedankliche Freude an einem freitäglichen Spaziergang durch die verschlungenen Gassen und Straßen der Provinzstadt. Geschwind holte er seinen schmuddeligen Trenchcoat aus dem Haus und ging in Richtung der altehrwürdigen Porzellanwerkstätten von dannen.

Die Straßen der Stadt Kütahya waren porös und unordentlich angetan. Ein eisiger Wind wehte um die Häuser und steigerte sich zu einem unendlichen Fluchen in den unzähligen Unterführungen. Osman Efendi erreichte ein kleines Gässchen. Damals, als er noch voller Ideale war und die bunten Farben der Zukunft in der Luft zirkulierten, kaufte er hier revolutionäre Literatur jeglicher Art. Nun, im Herbst, saßen die alten Buchhändler in ihren Lädchen frierend und warteten den lieben langen Tag vergeblich auf Kundschaft. Einige Ladeninhaber standen gesammelt vor einem kleinen Ofen und wärmten sich ihre knorrigen Hände, die an verdorrte Aprikosenkerne erinnerten. Osman Efendi rekapitulierte seine vergangenen Jahre hier in Kütahya: Die Liebe zu einer Frau ließen ihn Ostanatolien verlassen und hierher kommen. Fiebrig kamen Gedanken hoch, wie er unter der sengenden Sonne mit seiner Geliebten die reifen und vollen Früchte pflückte und ab und an – sich gegenseitig fütternd – heimlich genossen. Doch wie Kafkas Schloss konnte er sie nicht mehr erreichen. Wohlbehütet wurde sie in einem Konak verwahrt und einem fernen Verwandten angedacht und überreicht. Er blieb. Dabei verstieg er sich in Utopien und Ideologien, die er sich in unzähligen durchlesenen Nächten erschloss und die den Trost der Idee versprachen. Doch in Zeiten der dahinschwindenden Jugend, würden sie nur noch ins Leere verlaufen und Dämmerungen produzieren. Er seufzte still in sich hinein und ging hinfort.

Osman Efendi drang langsam zu dem Stadtkern vor. Es wurde reger und lebhafter um ihn herum. Hausfrauen mit ihren kleinen Kindern machten ihre freitäglichen Einkäufe für die hungrigen Männermäuler am Abend. Plötzlich vernahm er ein erhitztes Rufen und Brüllen, welches von einer der näheren Gassen zu ihm drang. Und da waren sie: Rote Fahnen schwenkende Frauen und Kerle, die das Zentrum eines mittelgroßen Marktkernes sprengten. Es war eine anrüchige Vereinigung von cholerischen Dummköpfen, die dieses und jenes schrien. Osman Efendi verspürte auf einmal tiefe innere Abscheu. Schamesröte stieg in sein Gesicht auf und er dachte: „Bei solchen Brülläffchen bin ich früher mitgelaufen?“. Er konnte nur noch entschlossen den Kopf schütteln. Ihm wurde unmittelbar eine Erkenntnis zu Teil, die sich langsam zu einem klaren Gedanken bahnte: „Die westliche Ideengebung wurde unserer muslimischen Kultur aufoktroyiert ohne jede Scham und Anstand!“ Er erschrak und fühlte sich ertappt, etwas Unbotmäßiges verbrochen zu haben. Er, der sich immer als fortschrittlich gab und damals allabendlich das Cognacglas schwenkte…unerhört! Er blickte wirr um sich, doch keine der dahin trottenden Frauen bemerkte etwas. Energisch ging er in Richtung Amüsiermeile von dannen.

Von weitem hörte er schon am helllichten Tag das unschickliche Gegröle aus den Kaffeehäusern und dem stadtbekannten Salon. Hier war der Tummelplatz von neureichen Banausen und arbeitslosen Taugenichtsen. Arm und Reich reichten sich hier die Hand und hinterließen eine ungesunde städtische Melange. „Wie oft war ich hier, um meine Trauer, um der verflossenen Liebe und dem Sumpf der hoffnungslosen Ideologisierung zu entgehen“, dachte er. Er schaute aus der Ferne auf das emsige Herumstolzieren der reichen Burschen in Zielrichtung Salon, die doch nur ein Imitat der westlichen Zivilisation darstellten. „Alles kommt mir vor eine orientalische Version von Thomas Manns ‚Der Zauberberg‘“, überlegte Osman Efendi. Er hörte das Schachern der liederlichen Backgammonspieler und ihr obszönes Gerede. Eine ungeahnte Wut stieg in ihm hoch, die ihm gänzlich unbekannt erschien. „Das stellt doch alles hier eine widerwärtige Verschwörung gegen unseren Glauben, unsere Tradition und unsere Art, die Welt zu sehen, dar!“, rief er auf einmal in die gesichtslose Menge. Es war also geschehen. Er hatte seit langem seinen Gefühlen und Empfindungen freie Bahn gelassen. Gedanken, die er in den letzten Monaten immer wieder erahnt, aber nie auszusprechen gewagt hatte. Menschen starrten ihn unwirsch – wenn nicht gar offen feindlich – an. Er fühlte sich wie ein traditioneller Meddah, der zur Belustigung der Menge Märchen ersann. „Doch das kann nicht sein“, sagte er zu sich selbst. „Meine Wahrnehmung ist nun mehr endlich klar“, murmelte er mehr zu sich selbst. Unter dem Gegröle der schamlosen Freibeuter rannte er mit rotem Gesicht davon.

Osman Efendi gelangte zu einer kleinen Moschee, die sich sanft an eine natürliche Erhebung schmiegte. Sein Blick fiel unmittelbar auf einen winzigen, einsamen Aprikosenbaum, der, ganz unüblich für diese Jahreszeit, volle Früchte trug. Verwunderung machte sich in seiner Seele breit. „Was für ein merkwürdiger Tag“, dachte er und schüttelte leicht den Kopf. Vor der Moschee herrschte hingegen reges Treiben: Kein Wunder, die Zeit des allwöchentlichen Freitagsgebets war angebrochen und Jung und Alt tummelten sich, wie Straßentauben um einen Brotkrumen, vor dem Eingang. Er beschloss, sich dem Taubenpulk anzuschließen. Die kleinen Маrmorsäulen, die die bauchige Decke trugen, erglänzten über den makellosen roten Teppich. Ein Geruch von Moschus und Ambra waberte in der dämmrigen Luft. Der altertümlich anmutende Imam setzte zur Predigt an: „Es liegt alle unwiderlegbare Beseligung, klare Befriedigung, feiner und reiner Genuss mit Gewissheit in der Gotteserkenntnis und der Gottesliebe. Eines kann ohne das andere nicht sein. Wer Gott den Gerechten kennt und liebt, empfängt ohne alle Grenzen glanzvolle Glückseligkeit. Wer Ihn nicht wirklich kennt und liebt, muss hingegen physisch wie psychisch Leiden und grenzenlose Not erfahren.“ Als der greise Imam seine Predigt beendet hatte und das freitägliche Gebet vollzogen war, ging Osman Efendi auf leisen Sohlen davon. Er verspürte nach diesem Strahl an wahren Worten eine noch nie dagewesene innere Ruhe und einen Frieden, der seinesgleichen suchte. Ihm war als würde er die Vögel des Paradieses hören. Er hatte nun einen weiten und kurzen Heimweg vor sich. Und als er sich nun in die Straßen und Gässchen versenkte, war Gott auch dort. Er würde ihn bis zu seinem baldigen Tode begleiten. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die tristen Wolken. Sie begann zu leuchten. Osman Efendi verschwand in einem weißen Licht, das die ersehnte Klarheit versprach.

„Abu Umama, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Allah, Der Allmächtige und Erhabene sprach: ‚Der Glückseligste bei Mir unter Meinen Nahestehenden ist ein gläubiger Diener, der wenig besaß, wenige Personen zu versorgen hatte, und sich dem Gebet reichlich widmete. Er war der, der seinen Herrn verehrte und Ihm insgeheim Gehorsam leistete; er trat unter den Menschen unauffällig auf, und auf ihn wurde nicht mit dem Finger gezeigt. Seine Versorgung war knapp, und er ertrug dies geduldig. ‚Der Prophet schüttelte was von seiner Hand ab und sagte: Sein Tod wurde von Allah beschleunigt, diejenigen, die ihn beweinten, waren wenig, und sein Nachlass war gering.‘“

(Hadith Qudsyy, überliefert bei Al-Tirmidyy, Ahmad und Ibn Maga)

Zitat: Asfa-Wossen Asserate – Manieren

„Wer einer Religion anhängt, tut dies im besten Fall, weil er von ihrer Wahrheit durchdrungen ist. Wer dieser Religion nicht folgt, muß sich also im Irrtum befinden. Wir machen es uns mit unserer inzwischen allgemeingültig gewordenen Auffassung des Begriffs der Toleranz etwas zu leicht, wenn wir diese Tugend als Konsequenz eines mild auf- und abgeklärten Indifferentismus pflegen. Ihre Stärke entfaltet die Duldsamkeit erst, wenn sie gegenüber dem als zutiefst irrig und falsch Erkannten geübt wird.“

 – Asfa-Wossen Asserate (Manieren, S.112)

Die Krise des guten Benehmens (Adab-أدب) der Muslime

„Hätte ich den Islam anhand der Muslime kennen gelernt, wäre ich kein Muslim geworden. Zum Glück habe ich den Islam aus dem Koran gelernt.“ -Yusuf Islam-

Der Regen peitschte auf Dächer, Giebel und Straßen der Elbmetropole. Starke Winde fauchten durch die Gassen und trieben die pulsierende Menschenmenge vor sich her bis sich die Masse bei verschiedenen Unterständen zusammentrollte. Erste Äste barsten und Bäume bogen sich bedrängt an den Wegen und in den menschenverlassenen Parks. Der Verkehr der Großstadt, anfänglich sich noch sträubend, kam zum erliegen. Züge fielen aus. Mittendrin meine zierliche Mutter, die umrahmt von einem Pulk an Menschen, an einer Bushaltestelle ausharrte. Endlich kam ein Bus und meine Mutter war im Begriff einzusteigen, als eine verhüllte Frau rücksichtlos den Ellenbogen in die Seite meiner 63 jährigen Mutter rammte. Meine Mutter schrie auf und rief: „Warum machen sie das?!“ Die Erwiderung kam triumphierend und unwirsch: „Ich kann, ich kann!“

Solche Geschehnisse sind symptomatisch für eine kränkelnde Umma, die sich selbstbemitleidet und jegliche Verantwortung auch im kleinsten Kleinen von sich weist. Doch die „Dawah“ vieler „Muslime“ geht noch weiter: Unhöflichkeiten, Respektlosigkeit und Kriminalität jeglicher Couleur sind an der traurigen Tagesordnung. Wie kann es also sein, dass sichtbare Muslime sich dermaßen daneben benehmen? Nicht nur Yusuf Islam, sondern auch große Denker wie Muhammad Asad und Murad Hofmann – allesamt Konvertiten – wundern sich über die große Diskrepanz von Theorie und gelebter „Nicht-Praxis“.

Neben den „großen Krisen“ im Islam existieren also auch gemeine Krisen bei den Muslimen. Der schlechte Adab wiegt vielleicht sogar schwerer als so manche makrosoziologische Konfliktlinie zwischen Gesellschaft und Staat! In Zeiten der politischen Verwerfungen und dem beständigen Dauerfeuer auf alles „islamisch“ anmutende, kommt es umso mehr darauf an, dem hohen ethischen Standard des Islams gerecht zu werden. Wer seine Religion in der Öffentlichkeit darbietet, trägt also eine große Verantwortung, da er schon allein mit einem simplen Kopftuch für den unwissenden deutschen Durchschnitt den Islam repräsentiert. Wir müssen zuallererst unsere Charaktereigenschaften verbessern – was für die meisten sicherlich schon viel zu mühselig ist – und sollten unserem Propheten Muhammad (s.) dem „wandelnden Quran“ nacheifern.- alles andere – wie beispielsweise ein islamisches Äußeres – kommt dann letztlich wie von selbst! Neben der Charakterschulung kommt sicherlich auch der Aspekt der mangelnden Bildung zu tragen: Wer sich nicht artikulieren kann, dem bleibt letztlich nur die Faust oder eben der Ellenbogen. Ansonsten lasst es doch einfach! Schmückt euch nicht mit dem Islam als wäre er ein profanes billiges Accessoire!

Es wird berichtet:

Abud-Darda‘ (r.) überliefert, dass der Prophet (s.) sagte: „Nichts wiegt am Tag des Gerichts in der Waagschale eines Gläubigen schwerer, als das gute Benehmen; denn Allah verabscheut denjenigen, der unanständig und schamlos ist.“ (At-Tirmidhi) (hasan sahih)

Und noch expliziter:

Abu Huraira (r.) berichtet, dass der Prophet (s.) sprach: „Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht.“ Er wurde gefragt: „Wer, oh Gesandter Allahs!?“ Er sagte: „Einer, dessen Nachbar nicht sicher ist vor seiner Bosheit.“ (Al-Bukhari und Muslim)

Diese gewaltigen Aussagen unseres geliebten Propheten (s.) sollten uns endlich mehr berühren und zum besseren verändern. Wenn wir uns als Muslime zum Guten wandeln wollen bedarf es einer schonungslosen Selbstanalyse und einer tiefgründigen Charakterreinigung. Dieses kommt primär erst mal Dir selber zu gute, mittelbar der Umma und letztlich eben auch dem richtigen Auftreten unter Nichtmuslimen.

Allah subhanahu wa ta’ala sagt im edlen Quran:

„Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche und glaubt an Allah.“ (3:110)

Dieser herausfordernden Maxime müssen endlich Taten folgen. Jeder für sich. Kein Kollektiv wird Dich retten. Kein herbeigesehntes Kalifat. Du wirst alleine vor Deinem Schöpfer stehen.

Die blauen Flecken meiner Mutter tun ihr übrigens immer noch weh. Ich habe ihr „Die Gärten der Rechtschaffenen: Auszüge aus Riyadus Salihin“ von Imām an-Nawawī gegeben, um ihr nachzuweisen, dass der Islam ganz andere moralische Prinzipien besitzt und nicht die real praktizierte Unfähigkeit der Muslime ausschlaggebend ist. Vielleicht liest sie es.