Archiv der Kategorie: Fundstück

`Abd al-Qadir al-Jilani: 10-Punkte-Leitfaden für eigenverantwortliches Handeln

10-Punkte-Leitfaden für selbstverantwortliches Handeln, zusammengefasst von Sh. Joe Bradford aus Al-Ghunya li-Talibi Tariq al-Haqq von Imam `Abd al-Qādir al-Jīlānī:

  1. Gebrauche Allahs Namen nicht unbedacht.
  2. Gib das Lügen auf.
  3. Breche niemals deine Versprechen.
  4. Verfluche niemanden und füge keinem anderen Schaden zu.
  5. Auch wenn dir Unrecht widerfährt, sei niemals selbst ungerecht zu anderen.
  6. Urteile nicht über andere und stempele sie nicht ab.
  7. Unterlasse es, auf die Sünden anderer zu schauen.
  8. Bürde anderen nichts auf, mache es ihnen nicht schwer.
  9. Beneide andere nicht, missgönne oder begehre nicht ihr Eigentum.
  10. Zeige Menschlichkeit der gesamten Schöpfung gegenüber.

Kurz gesagt: Ein Akt von tückischer Selbstzufriedenheit

von Yahya ibn Rainer

Es ist ein Akt von tückischer Selbstzufriedenheit, wenn man auf andere Muslime herabschaut, nur weil sie der einen oder anderen Sünde verfallen sind.

Diese Hybris geht bei einigen sogar so weit, dass sie dazu neigen diesen Sündern den wahren Glauben abzusprechen. Aus dieser kranken Sichtweise resultieren dann auch solch tödliche Angriffe auf Discotheken, Konzerte, Weihnachtsmärkte und andere öffentliche Festivitäten, weil man denkt, dass man damit „nur“ Sünder zu Tode bringt.

Letzten Endes jedoch ist die eigene Fähigkeit, sich bestimmter Sünden zu enthalten, kein Garant für einen wahren, vollständigen und aufrichtigen Iman, denn einen enthaltsamen Lebensstil können auch Mönche, Sadhus und Asketen aus allen möglichen Religionen pflegen, ja sogar Atheisten sind im hohen Maße dazu befähigt.

Und so schrieb auch Imam ibn Tamiyyah – Allah sei ihm gnädig – folgendes über die Sünder:

«Es könnte sein, dass eine Person, die die Liebe [gegenüber Allah und Seinem Gesandten] inne hat, zu falschen Gelüsten hinsichtlich seines Bauches und Geschlechtsteiles und dem Ausgeben von Besitz dafür neigt. Aufgrund dessen, was er an Liebe und Religiosität inne hat, liebt er die Wahrheit und deren Leute und respektiert sie. So siehst du viele von denen, die ihren Gelüsten folgen, dass in ihnen das an Liebe zu Allah und Seinem Gesandten ﷺ vorhanden ist, was bei vielen enthaltsamen Dienern nicht vorhanden ist, so wie der Prophet ﷺ hinsichtlich der Person, die viel Alkohol trank, sagte: „Verflucht ihn nicht! Denn er liebt Allah und Seinen Gesandten.“»

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an den Bruder Behzad Zibari.
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Zitat: Muhammad ash-Sha`rawi – Das Töten in einer Discothek

«Ich diskutierte einst mit einem extremistischen Jugendlichen und fragte ihn, ob das Sprengen einer Diskothek in einem muslimischen Land erlaubt oder verboten sei. Er sagte, dass es selbstverständlich erlaubt und ihre Tötung legitim sei. So fragte ich ihn, was ihr Ausgang wäre, wenn er sie töten würde, während sie Allah ungehorsam sind und er sagte, dass sie selbstverständlich in die Hölle kommen würden. So fragte ich, wohin der Satan sie mitnehmen möchte und er sagte, dass er sie in die Hölle mitnehmen möchte.

Ich sagte dann: ‹Somit verfolgt ihr und der Satan das gleiche Ziel, und zwar die Menschen ins Feuer zu bringen.› Sodann erwähnte ich die Überlieferung des Propheten ﷺ, als der Leichnam eines Juden ihn passierte, und er zu weinen begann. So fragten sie ihn: ‚Was bringt dich zum Weinen, o Gesandter Allahs?!‘ Er sagte: ‚[Es ist] eine Seele, die mir entkam und ins Feuer geht.‘

So sagte ich: ‹Merkst du den Unterschied zwischen euch und den Propheten ﷺ, der sich innig bemühte, um die Menschen auf den richtigen Weg zu bringen und sie vor dem Feuer zu erretten? Ihr seid in einem Tal und der geliebte Prophet Muhammad ﷺ befindet sich in einem anderen Tal.›»

— Sheikh Muhammad ash-Sha´rawi [Gest. 1419 n.H.] رحمه الله.

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Die „orientalische Rasse“ in der Anthropologie des beginnenden 20. Jahrhunderts

Im Band „Anthropologie“ der Reihe „Kultur der Gegenwart“ (3/5, Leipzig 1923) wurde im Kapitel „Spezielle Anthropologie oder Rassenlehre“ der Araber (beduinischer Prägung) der sogenannten „orientalischen Rasse“ zugeordnet.

Folgendes hatten die Verfasser auf Seite 171 des Werkes, welches damals als hochwissenschaftlich galt, über diese „orientalische Rasse“ zu berichten:

«Die orientalische Rasse ist hochbegabt, sehr intelligent; energisch und zäh ausdauernd, vorschauend und organisierend, verfügt sie über Erfinder und Denker. Die Phantasie und künstlerische Begabung sind nicht gerade gering, aber auch nicht hervorragend, die musikalische Anlage groß. Sehr groß ist das Gemeingefühl, die Kunst, sich unter- und einzuordnen, noch größer die Fähigkeit, Fremdes anzunehmen und wiederzugeben, zu suggerieren, auf andere zu wirken.»

Buchauszug: Michel Houellebecq – Von Linksislamisten und Linksnietzscheanern

«Vor allem jedoch seine linksislamischen Glaubensbrüder überschüttete er mit seinem Spott: Der Linksislam, schrieb er, sei ein verzweifelter Versuch verrotteter, verfaulter, klinisch toter Marxisten, sich aus dem Müllhaufen der Geschichte zu erheben, indem sie sich an die aufsteigenden Kräfte des Islam anbiederten. Auf konzeptioneller Ebene, fuhr er fort, seien sie genauso lächerlich wie die ‚Linksnietzscheaner‘.»

(Michel Houellebecq, Unterwerfung, S.246)

Ein herzlicher Dank geht raus an den Bruder Nando-Dragan Nuruddin Augener.

Buchauszug: Murad Wilfried Hofmann – Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung

«Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung war mitnichten die Verwirklichung der Vernunft, sondern eine Serie von Unmenschlichkeiten allergrößten Ausmaßes:

Verproletatisierung ganzer Landstriche und Kinderarbeit; Sklavenhaltung und Apartheid; zwei mörderische Weltkriege; Einsatz chemischer und nuklearer Waffen; systematische, ja im Falle von Nazi-Deutschland industrielle Vernichtung von Kulaken, Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen und Geistesschwachen; bolschewistischer Staatsterror; faschistischer Chauvinismus; »ethnische Säuberungen« in Mitteleuropa, Kroatien, Bosnien und Serbien.

Für dieses singuläre Scheitern einer großen Idee, der Herrschaft der Vernunft über autonome Individuen, waren die Väter der Aufklärung nicht unmittelbar verantwortlich, etwa David Hume (1711-1776), Immanuel Kant (1727-1804), Frangois Marie Voltaire (1694-1778), Friedrich der Große (1712-1786), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) oder Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832).

Erst recht ist den Hauptanregern der Aufklärung dieser Vorwurf zu ersparen, einem Michel Montaigne (1533-1592), René Descartes (1596-1650), John Locke (1632-1704) oder Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), denn sie alle waren keine die Existenz einer Gottheit leugnenden Atheisten, sondern Deisten, die an einen einzigen, weit abwesenden Gott (deus absconditus) glaubten, wenngleich nicht an das kirchlich vermittelte Christentum und sein trinitäres Gottesbild.

Ihre eigene Gottesvorstellung beruhte nicht auf Offenbarung, sondern Naturbeobachtung und Nachdenken. Sie wollten nicht Religion als solche abschaffen, wohl aber den erstickenden Dogmatismus der Kirchen und den Obskurantismus des (aus ihrer Sicht) ungebildeten, unduldsamen, herrschsüchtigen und schmarotzenden Klerus.

In der Tat benutzten einzelne Aufklärer den Islam, um auf diesem Umweg die Befreiung von dem als unerträglich empfundenen kirchlichen Joch zu beflügeln.

Lessing tat dies 1779 auf anständige (und daher für ihn riskante) Weise mit Hilfe der Vorbildlichkeit der Muslime in seinem Theaterstück »Nathan der Weise«.2 Voltaire hingegen, dafür von Friedrich dem Großen durch die Blume gerügt, hatte dies zuvor mit seinem Drama von »Mahomet« (1742), dem »Lügenpropheten«, auf weniger anständige (und weniger riskante) Weise getan, wider besseres Wissen und zu Lasten des Islam. Er schlug den Sack (Islam) und meinte den Esel (die römische Kirche).

Schließlich hatten sich auch Kants Kritiken zunächst nicht anti-religiös, sondern nur anti-kirchlich ausgewirkt.

Mit seiner »Kritik der reinen Vernunft« (1781) hatte er nicht etwa die Nichtexistenz Gottes bewiesen (noch beweisen wollen), sondern nur die Unzuverlässigkeit jeder Metaphysik, die über Erkenntniskritik hinausgeht und damit notwendigerweise spekulativ oder – wie Ludwig Wittgenstein gesagt hätte – zum Sprachspiel wird. Ganz im Gegenteil: In seiner folgenden »Kritik der praktischen Vernunft« (1788) arbeitete Kant mit dem (für das Funktionieren der Gesellschaft notwendigen) Postulat Gottes, d.h. mit Gott als nützlicher Arbeitshypothese.

Dennoch führte die von der Aufklärung bewirkte Befreiung des Menschen von kirchlicher Bevormundung zur Marginalisierung der Religion. Das anstelle Gottes zum Maßstab aller Dinge aufsteigende und während der Französischen Revolution inthronisierte »autonome« (!) Individuum wurde in grandioser Selbstüberschätzung zum neuen Idol, da die Autonomie des Menschen als prinzipiell universell und grenzenlos gedacht war.»

(Murad Wilfried Hofmann. Der Islam im 3. Jahrtausend  Eine Religion im Aufbruch, Seite 20-21 )

Zitat: Ibn Hazm – Was NICHT zu den Pflichten der Ehefrau gehört

«Es obliegt der Frau grundsätzlich überhaupt nicht, ihrem Mann mit irgendetwas zu dienen, weder mit Teigkneten, noch mit Kochen, Einrichtung, Fegen, Spinnen, Weben oder mit sonst irgendetwas. Wenn sie es aber tut, so ist es besser für sie. Dem Mann obliegt es hingegen, sie mit fertig genähter Kleidung und fertig gekochtem Essen zu versorgen. Sie hat lediglich einen guten Umgang mit ihm zu pflegen, nicht freiwillig ohne seine Erlaubnis zu fasten, während er zugegen ist, niemanden in sein Haus zu lassen, den er nicht mag, sich nicht zu verweigern, wenn er nach ihr verlangt und das zu behüten, was er an Vermögen bei ihr gelassen hat.»

 – Abū Muhammad `Alī Ibn Hazm (gest. 456 n.H.) in Al-Muhallaa

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung/Unterstützung - geht raus an Taariq bin Lahsan.

Zitat: Ibn Hazm – Über Zölle, Mehrwertsteuer und andere Handelsabgaben

«Es besteht Konsens darüber, dass die Zollposten auf den Wegen und an den Toren der Städte, sowie das, was auf den Märkten an Abgaben auf die von Händlern und Vorbeikommenden herbeigeschafften Waren erhoben wird, gewaltiges Unrecht, Sünde und Frevel ist.»

 – Abū Muhammad `Alī Ibn Hazm (gest. 456 n.H.) in Maraatib al-Ijmaa

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Zitat: Abd al-Qadir al-Jilani – Das Verlangen nach Versorgung kommt von Allah

«Wenn Er (Allāh) dir also etwas von deinem Anteil zukommen lassen will, welchen du erlangen sollst und es als Versorgung keinem zukommen soll außer dir, dann lässt Er in dir ein Verlangen entstehen und führt dich anschließend dahin.»

 – Abd al-Qadir al-Jilani (gest. 561 n.H.)

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung/Unterstützung - geht raus an die "Stimme der Gelehrten".
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Zitat: Ibn al-Qayyim – Geld in der Hand oder im Herzen

«Wann immer das Vermögen bzw. Geld in deiner Hand und nicht in deinem Herzen ist, wird es dir nicht schaden, auch wenn es viel ist. Doch wenn es in deinem Herzen ist, wird es dir schaden, auch wenn du davon nichts in deiner Hand hast.»

 – Ibn Qaiyim al-Jawzīya (gest. 751 n.H.)

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Zitat: Ibn al-Qayyim – Händler sind für die Schöpfung, was Fische für das Meer sind

«Die Schöpfung ist [wie] das Meer: Die Gelehrten sind dessen Perlen [Schmuck], die Asketen dessen Ambra [Parfüm], die Händler dessen Fische [Nutzen], die Übeltäter deren Krokodile und die Unwissenden der Schaum auf dessen Oberfläche.»

 – Ibn Qayyim al-Jawziyyah (gest. 751 n.H.)

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Hadith: Wer müht sich ab auf dem Wege Allahs?

Der Tabi’i Ayub as-Sakhtiyani berichtete folgendes:

„Mir wurde gesagt, dass einst die Gefährten des Propheten ﷺ in einem ihrer Häuser [zusammen] waren. Ein Mann beehrte sie und sie waren über dessen Jugend und Kraft erstaunt, [und] hierauf sagten sie:

«Wenn er doch nur seine Jugend und Kraft auf dem Wege Allahs nutzen würde [d.h. im Kampf].»

Der Prophet ﷺ hörte dies und sagte:

«Befindet sich etwa nur derjenige auf dem Wege Allahs, der kämpft oder an einem Feldzug teilnimmt?
Wer sich bemüht, um [selbst] bedürfnislos zu sein*, der ist auf dem Wege Allahs!
Wer sich bemüht, dass seine Eltern bedürfnislos sind, der ist auf dem Wege Allahs!
Wer sich bemüht, dass seine Familie bedürfnislos ist, der ist auf dem Wege Allahs.
Wer sich bemüht, Besitz anzuhäufen, um anzugeben, der ist auf dem Wege Satans.»“

(Quelle: Tanbihul Ghafilin von Muhammad Ibn Ibrahim as Samaraqandi / Hadith 225# / al-Albani verzeichnet den Hadith in seinem As-silsilah as-shahihah / Abu Huraira überliefert ihn in einem ähnlichen Wortlaut )

[*Mit „Bemühen um Bedürfnislosigkeit“ ist die Erlangung/Erwirtschaftung der jeweiligen Versorgung gemeint.]

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an den Bruder Behzad Zibari.

Örtliches Brauchtum als Orientierungspunkt für den eigenen Kleidungsstil

von Yahya ibn Rainer

Themen wie Brauchtum, Sitte, Namensgebung, Ernährung und auch Kleidungsstil, sind besonders für Konvertiten, aber auch für in der Diaspora lebende Muslime ein wichtiges Thema mit teils großen Wissensdefiziten oder Vorurteilen.

Was ist erlaubt, anempfohlen oder sogar eine Pflicht? Und was ist verpönt oder verboten? Muss ich meine Kultur ablegen, mein Brauchtum und meine Sitte, wenn ich Muslim werde? Und inwiefern und inwieweit muss man sich von den Nichtmuslimen unterscheiden, wenn man unter ihnen als religiöse Minderheit lebt?

Bereits im April 2014 publizierte ich zu diesem Thema einen Beitrag mit dem Namen „Arabischer Name, arabisches Essen und arabische Kleidung – Ist das Islam?“; hier auf diesem Blog erschien er unter dem Titel „Ist die Namensänderung bei Islamkonvertiten eine Unsitte?“.

Nun möchte ich noch einige kurze Gelehrtenaussprüche zum Gegenstand kredenzen, die mir freundlicherweise von den Brüdern Behzad Zibari, Ibn Jalil und Taariq ibn Lahsan zur Verfügung gestellt bzw. übersetzt wurden.

Der Hanbali-Gelehrte Imam Mansur Ibn Yunus al Buhuti [Gest. 1015 n.H.] schrieb:

«Es ist verpönt, sich entgegen dem Brauch der Leute eines Landes oder in etwas zu kleiden, worüber sich lustig gemacht wird, da dies eine Art der Zurschaustellung ist.»

Entnommen aus [كشاف القناع عن متن الإقناع]

Der Hanbali-Gelehrte Imam Abu al Wafa‘ Ibn ‚Aqil al Hanbali [Gest. 513 n.H.] schrieb:

«Es ziemt sich nicht, den Bräuchen der Menschen zuwider zu handeln, aus Rücksichtnahme ihnen gegenüber und für die Vereinigung ihrer Herzen, außer hinsichtlich verbotenen Handlungen, deren Umsetzung zu einem Brauch geworden ist […]»

Entnommen aus [مطالب أولي النهى]

Und Imam Ibn Hajar al ‚Asqalani [Gest. 852 n.H.] schrieb:

«Die Rücksichtnahme auf den Kleidungsbrauch einer Zeit gehört zur Ritterlichkeit, solange es sich nicht um etwas Sündhaftes handelt. Das Zuwiderhandeln gegen den Kleidungsbrauch ist eine Art der Zurschaustellung [الشهرة].»

Entnommen aus Fath Al Bari

Imam Ibn Taymiyyah sagte über die Gefährten:

«Als sie die Länder erobert hatten, verzehrte jeder von ihnen die Nahrung seiner Heimat und trug die Kleidung seiner Heimat, ohne jedoch die Nahrung und Kleidung von Medinah zu meinen.»

Entnommen aus [غذاء الألباب في شرح منظومة الآداب]

 und des Weiteren schrieb Imam Ibn Taymiyyah:

«Wenn der Muslim sich in einem Kriegsgebiet befindet oder in einem anderen Land des Unglaubens, das kein Kriegsgebiet ist, wird ihm nicht anbefohlen, sich vom äußerem Erscheinungsbild (der dortigen Bevölkerung) zu unterscheiden, wegen den Nachteilen, die sich daraus ergeben könnten. Vielmehr könnte es [sogar] für eine Person empfohlen oder eine Pflicht sein, sich ihrem äußerlichen Erscheinungsbild anzugleichen, falls darin ein religiöser Vorteil liegt, wie z.B. die Einladung zum Glauben.»

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an die Brüder der avantgardistischen Telegram-Gruppe "Denkfabrik RÖG" (Religion, Ökonomie & Gesellschaft).

At-Tibi: Zeit und Timing sind wie das Kapital eines Geschäftsmannes

Der Universal-Gelehrte Sharaf ad-Din at-Tibi (auch: at-Tayyibi / gest. 743 n.H.) sagte:

«Zeit und Timing sind wie das Kapital eines Geschäftsmannes: Je mehr Kapital er hat, umso höher kann der Profit werden. Wenn also jemand seine Lebenszeit nutzt um seine Taten zu verbessern, wird er Erfolg haben. Wenn er allerdings sein Kapital vergeudet, wird er nie irgendeinen Profit erzielen.»

(Quelle: Facebookseite von Sheikh Muhammad Al-Munajjid, übersetzt von Yahya ibn Rainer)