Archiv für den Monat: Dezember 2013

Gedicht: Eduard Schulte – So ehrt der Islam wahren Ruhm

Aus dem Gedicht Bems Tod von Eduard Schulte (1823-1870)

— Als der Verrath das Heldenschwert
Ihm rang aus festgeballten Händen,
Hat er gen Mekka sich gelehrt,
Denn zur Türkei mußt‘ er sich wenden;
Da hat er unter’m Halbmond Schutz,
Beim Sultan Menschlichkeit gefunden,
Da hat er denn im festen Trutz
Den Turban um sein Haupt gewunden! —

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Die „Weihnachtsgeschichte“ im Koran

Im Koran gibt es eine Sure mit dem schönen Namen Mariyam. Es ist die 19. Sure des Buches Allahs und sie ist benannt nach der ehrenwerten Mutter des Messias, Jesus – Allah segne ihn und schenke ihm Heil –.

In dieser Sure kann man die Geschichte seiner jungfräulichen Geburt lesen, und zwar so wie wir Muslime an sie glauben Der folgende Auszug (Verse 16-40) stammt aus der ungefähren deutschsprachigen Bedeutung des Korans nach Abu-r-Rida Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul.

Und erwähne im Buch Maria. Als sie sich von ihrer Familie nach einem östlichen Ort zurückzog und sich vor ihr abschirmte, da sandten Wir Unseren Engel Gabriel zu ihr, und er erschien ihr in der Gestalt eines vollkommenen Menschen; und sie sagte: ”Ich nehme meine Zuflucht vor dir zum Allerbarmer, (lass ab von mir) wenn du Gottesfurcht hast.”

Er sprach: ”Ich bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt) auf dass ich dir einen reinen Sohn beschere.”

Sie sagte: ”Wie soll mir ein Sohn (geschenkt) werden, wo mich doch kein Mann (je) berührt hat und ich auch keine Hure bin?”

Er sprach: ”So ist es; dein Herr aber spricht: «Es ist Mir ein leichtes, und Wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu Unserer Barmherzigkeit, und dies ist eine beschlossene Sache.»”

Und so empfing sie ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück. Und die Wehen der Geburt trieben sie zum Stamm einer Dattelpalme. Sie sagte: ”O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!”

Da rief er (Jesus) ihr von unten her zu: ”Sei nicht traurig. Dein Herr hat dir ein Bächlein fließen lassen; und schüttele den Stamm der Palme in deine Richtung, und sie wird frische reife Datteln auf dich fallen lassen. So iss und trink und sei frohen Mutes. Und wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: «Ich habe dem Allerbarmer zu fasten gelobt, darum will ich heute mit keinem Menschen reden.»”

Dann brachte sie ihn auf dem Arm zu den Ihren. Sie sagten: ”O Maria, du hast etwas Unerhörtes getan. O Schwester Aarons, dein Vater war kein Bösewicht, und deine Mutter war keine Hure.”

Da zeigte sie auf ihn (Jesus). Sie sagten: ”Wie sollen wir zu einem reden, der noch ein Kind in der Wiege ist?”

Er (Jesus) sagte: ”Ich bin ein Diener Allahs; Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakah, solange ich lebe; und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde.”

Dies ist Jesus, der Sohn der Maria – (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind. Es geziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: ”Sei!” und es ist. ”Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg.”

Doch die Parteien wurden uneinig untereinander; wehe darum denen, die ungläubig sind; sie werden einen großen Tag erleben. Wie gut wird ihr Hören und Sehen an dem Tage sein, wo sie zu Uns kommen werden! Heute aber befinden sich die Frevler in offenbarem Irrtum.

Und warne sie vor dem Tag der Verbitterung, wenn alles entschieden werden wird, während sie (jetzt) noch in Sorglosigkeit leben und immer noch nicht glauben. Wir sind es, Die die Erde, und alle, die auf ihr sind, erben werden, und zu Uns werden sie zurückgebracht.

Gedicht: Heinrich Beitzke – König Hakeins Traum

Auf dem Dache des Alkazars,
Unter schatt’gen Palmenbäumen,
Pflegte Abends König Hakem
Gern im Ramadan zu säumen.

Hinter der Morena Gipfeln
Gleitet jetzt die Sonne nieder
Und ihr ausgegoß’nes Glutmeer
Strahlt an Iaens Bergen wider.

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Gedicht: Josef ‚Pepi‘ Mauthner – Mahomet der Glaubenswecker

Mahomet der Glaubenswecker,
Der Profet und Held der Wüste
Seinen Schüler Abubeker
Sterbend mit den Worten grüßte:

„Gott ist Gott! er trägt die Seele
Des Arabers aus den Zelten,
Aus den Satteln der Kamele,
Himmelan in bessre Welten,

Wo die Houris mit den blendend
Rosig angehauchten Nacken
Wonneheischend, wonnespendend
Ihn befrei’n von ird’schen Schlacken!“

„Herr ich will im Koran blättern,
Will zum Islam mich bekehren,
Will verzückt in Sturmeswettern
In der Kaaba dich verehren —

Früh und Abend will ich lallen:
Allah! sei gelobt, gepriesen!
Und verlange nichts von
Allen, Allen deinen Paradiesen,

Als ein Plätzchen still und einsam,
Um mit häuslichem Genügen
Mit der Freundin mich gemeinsam
Manch‘ Jahrtausend zu vergnügen!“

Also hätte ich gesprochen —
Abubeker schien zu beten,
Und er kniete gramgebrochen
An der Leiche des Profeten.

Josef Mauthner (1831-1890)
Österreichischer Schriftsteller

Gedicht: Manfred Lieser – Stalingrad und Kundus

So mancher, sagen wir, Soldat
des Reiches oder Bundes
fiel für sein Land in Stalingrad
bzw. Kundus.

Zwar opferten sich für den Sieg
im Grund die gleichen Leute,
doch damals nannte man das Krieg,
und Frieden nennt man’s heute.

Ein zweiter Punkt wird prinzipiell
sich nicht bestreiten lassen:
Heut stirbt man individuell,
einst starben sie in Massen.

Vom Vaterland der Beileidsbrief
ist heute demokratisch.
Seht doch das Ganze positiv
und nicht nur rein soldatisch!

In vielem unterscheidet sich
die Republik vom Reiche.
Doch ist die Frau, die bitterlich
zu Hause weint, die gleiche.

(Gedicht von Manfred Lieser)