Archiv für den Monat: Februar 2014

Buchauszug: Schmitz du Moulin – Der Islam, eine Demokratie von Aristokraten (1904)

„Der Islam ist nicht nur patriarchalisch, sondern auch durchaus demokratisch*. Jeder Europäer, der längere Zeit im despotischen Orient lebte, wird mit Staunen gewahr, daß er dort weit mehr persönliche Freiheit hat, als daheim. Dies beruht hauptsächlich auf der tiefen Religiosität der Moslims.

Das religiöse Thermometer kann nicht steigen, ohne daß das Thermometer politischer Gewalttat falle, und anderseits kann das religiöse Thermometer nicht fallen, ohne dass die politische Gewalttat sich bis zur rohesten Polizeiherrschaft, dem grausigsten Despotismus, steigere. Das ist ein Gesetz, welches man in der Geschichte der Menschheit überall bestätigt findet.

Dieses religiöse Thermometer steht in Europa sehr tief und ist noch immer am Sinken. Das muß zu einem Despotismus führen, riesiger und furchtbarer, als ihn die Menschheit je gesehen hat.

Schwindet in Europa aber die religiöse Gewalt vollends, wo wird man genügende despotische Machtmittel finden? — In den wirklichen Ländern des Islam ist kaum eine Polizei nötig, und doch ist fast überall unter ihnen die Sicherheit der Personen und des Eigentums eine ideale. Ein Diebstahl, selbst der kleinste, kommt kaum vor. Man kann die Häuser ruhig Tag und Nacht unverschlossen halten.“

(Muhammad Adil Schmitz du Moulin, Der Islam ©1904, Seite 241-242)

* „Demokratisch“ bedeutet hier nicht Volksherrschaft, sondern Selbstbestimmung

Die Political-Correctness-Keule

Die fleissigsten Schwinger der Political-Correctness-Keule, die fast jede öffentliche Mehrheitsmeinung als gutmenschlichen Mainstream verschreien und so vehement auf die grundgesetzlich verankerte Meinungsfreiheit pochen, sind zumeist nicht wirklich Vertreter einer wahren Political Incorrectness. Die meisten von ihnen pflegen lediglich eine eigene Correctness und verteidigen diese nicht selten sogar energischer und kompromissloser als es die sogenannten Gutmenschen mit der ihrigen tun.

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Zitat: Schmitz du Moulin – Die meisten Europäer halten den Besitz mehrerer Frauen für unsittlich

„Die meisten Europäer halten den Besitz mehrerer Frauen für unsittlich. Das ist durchaus unrichtig. Die Unsittlichkeit hängt nicht von einer oder mehreren Frauen ab, sondern ist eine Sache des Herzens. Viele, viele sind ohne eine Frau höchst unsittlich, anderen ist der Besitz einer Frau nur gesetzlich priviligierte Hurerei. Die Patriarchen Abraham und Jakob, die Könige David und Salomon hatten mehrere, und der größte unseres Volkes aller vergangenen Zeiten, Karl der Große, hatte vier Frauen.“

(Muhammad Adil Schmitz du Moulin, Der Islam, ©1904, Seite 160)

Buchauszug: Hermann Vámbéry – Muslime in Rußland (1875)

„Es ist jedenfalls höchst charakteristisch für den Islam, daß er selbst im Stadium seiner merklichen Schwäche den christlichen Missionsversuchen zu widerstehen vermag, denn wenn es der russischen Kirche bisjetzt gelingen konnte, unter den halb dem Schamanenthum und halb nur dem Islam angehorigen südsibirischen Türken einige Proselyten zu machen, so sind beim Gros der moslimisch-türkischen Nomaden bis zur Zeit alle Bestrebungen fruchtlos geblieben. […]

Was das Christenthum bisjetzt absorbiren konnte, das waren ausschliesslich Nichtmohammedaner, zumeist finn-ugrische Völkerschaften, als: Sürjenen, Votjaken, Tschuwaschen, Mordwinen, Wogulen u. s. w., Barbaren im strengsten Sinne des Wortes; gegenüber buddhistischen oder moslimischen Nomaden aber ist der russische Cultureinfluss ohne jegliche Wirkung geblieben.

Bei den sesshafben Befolgern der Lehre Mohammed’s ist selbstverständlich der bisherige Erfolg ein noch weit geringerer.

Der friedliche, nüchterne, arbeitsame und redliche Tatar an der Wolga und in der Krim, ist mehr als einem Reisenden aufgefallen, wenn er denselben mit seinem der Trunkenheit ergebenen, schmutzigen, trägen und betrügerischen christlichen Nachbar vergleichen wollte.

Die Regierung thut alles Mögliche, um den spröden Korper der mohammedanischen Opposition zu erweichen. Die so verschwindend geringe Anzahl der christlichen Tataren, deren Bekehrung noch aus der ersten Zeit der russischen Occupation sich datirt, ist gewaltsam zur numerischen Grösse von 40.000 hinaufgeschraubt worden, trotzdem es allgemein bekannt ist, dass die ans Doppelkreuz sich anklammernden Neophyten nicht aus der Reihe der Nogaier, sondern der heidnischen Tscheremissen, Tschuwaschen und anderer verkommenden, aussterbenden Nomadenstammen bestehen. […]

Die russische Volksmasse, mit welcher der Mohammedaner in Berührung steht, […] ist zu rauh , zu ungeschliffen, zu sehr den mannichfachsten Lastern ergeben, um imponiren und lehren zu können, […]

Es ist daher ganz natürlich, dass der strebsame nüchterne Tatare, ob Kaufmann oder Handwerker, seinem russischen Standesgenossen gegenüber sich immer für etwas Besseres halten muß und, da dieser Vorzug nur dem Glauben zugeschrieben wird, so klammert er sich an denselben um so fester, und so mußte denn auch jeder Bekehrungsversuch seines mächtigen Herrschers an ihm stets spurlos vorüberziehen.“

(Hermann Vámbéry – deutsch-ungarischer Orientalist und Turkologe – , Der Islam im 19. Jahrhundert. Leipzig 1875)

Kurz gesagt: „Partei ergreifen“

von Yahya ibn Rainer

Das klassische „Partei ergreifen“ ist in den allermeisten Fällen ein Zeichen der eigenen Schwäche und Unzulänglichkeit. Wer „Partei ergreift“, beschneidet damit fast immer seine eigene Fähigkeit zu urteilen und macht sich nicht selten sogar abhängig vom Urteil anderer, egal ob es bedacht oder unbedacht zustande kam.

Man kann auch aus Konflikten und Auseinandersetzungen seine Lehren ziehen ohne direkt einen Part darin zu übernehmen … vielmehr ist die unabhängige Betrachtung durch ihre Neutralität viel ehrlicher und unaufgeregter.

Das gilt übrigens für (welt-)politische, gesellschaftliche und religiöse Auseinandersetzungen …

Buchauszug: Ludwig Ferdinand Clauß – Ein Araber, der sich von seinem Glauben „frei“ macht

„Jede semitische „Volkheit“ (im Sinne Herders und Goethes) wurzelt ihrem Wesen nach in einem Bewußtsein der Gottesverbundenheit. Sie beruft sich auf diese in ihrem geschichtlichen Denken, das ein Sendungsbewußtsein voraussetzt, und gibt sich selber auf, wenn sie dieses Bewußtsein verliert. So auch die Araber. Jeder Stoß von außen, der das arabische Volk als solches trifft, berührt notwendig dieses Sendungsbewußtsein. Je weniger dieses im einzelnen Falle berührt wird und je mehr das arabische Nationalgefühl sich dem Bilde anderer Nationalismen angleicht und so wie dieses Handelt, desto schwächer ist seine überzeugende Kraft; was allerdings keineswegs ausschließt, daß es sich desto heftiger gebärdet.

Beispiele bilden jene Intellektuellen, z.B. ägyptische Studenten in Europa, wie sie jedem begegnen können: Leute, die sich rühmen, vom Islam „frei“ zu sein. Es sind Nationalisten, die vor lauter Nationalismus ihr Arabischsein, die ‚urube, gegen das Westlichsein vertauschen möchten, wenn sie es nur könnten. Wie sehr sie Schule machen […]. Sie geben im Gedanken das preis, wofür sie zu kämpfen glauben: spotten ihrer selbst und wissen nicht, wie. Es ist eine recht eigentümliche arabische Form des Nationalismus, zu dessen Wesen es gehört, daß er die Nation im Kernpunkt ihres Seins verleugnet und somit verrät. Auch andere Völker Asiens und Afrikas sind westsüchtig geworden, doch das geht nicht tief, denn sie sind ja nicht Träger einer geschichtlichen Sendung. Ein Araber, der sich von seinem Glauben „frei“ macht, ist keiner mehr und ist auch nicht etwas anderes: er ist, mag er persönlich ein guter Kerl sein, geschichtlich ein Nichts.“

(Prof. Dr. phil. Ludwig Ferdinand Clauß, Die Weltstunde des Islams,©1963, Seite 53-54)

Buchauszug: Schmitz du Moulin – Sklaverei im Islam (1904)

„Die Sklaverei ist ein Punkt, worüber den Moslimen von Christen, aus absoluter Unkenntnis, Vorwürfe gemacht werden. Muhammad tat gerade erfolgreich sein Bestes, um diese zu mildern und langsam abzuschaffen. Das geschah schon 200 Jahre vorher, ehe ein deutscher Kaiser Ludwig, den man den „Frommen“ nennt, den Juden erlaubte, mit deutschen Jünglingen und Jungfrauen, Männer und Frauen, Knaben und Mädchen, Sklavenhandel zu treiben. Hierbei muss man bedenken, dass Sklaverei im Orient etwas ganz anderes ist, als unter Christen. Bei den letzteren ist sie nur mit Roheit und Grausamkeit verbunden, wogegen bei den Moslims die Sklaven Familienglieder sind.“

(Muhammad Adil Schmitz du Moulin, Der Islam ©1904, Seite 122-123)

Buchauszug: Emil von Laveleye – Die Bosnier (1886)

„Die besten und tiefsten Einblicke in das innerste Wesen des Mohammedanismus lassen sich aber nirgends besser als in Bosnien gewinnen, weil hier Bekehrer und Bekehrte nichts von den Eigenthümlichkeiten der Rasse mit einander ausgetauscht und in einander verwoben haben, so dass man von einem reinen, unverfälschten Einflüsse des Korans sprechen kann. Die mohammedanischen Bosnier sind vollständig Slawen geblieben, die weder vom Türkischen noch Arabischen Kenntniss haben, und welche die vorgeschriebenen Gebete und Koranverse auswendig lernen und hersagen, aber ebenso wenig verstehen wie die italienischen Bauern das lateinische Ave Maria.

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Buchauszug: Ludwig Ferdinand Clauß – Die Arabische Nation

„Gegen unseren Ansatz, das arabische Geschichtsbewußtsein sehe den Beginn der arabischen Geschichte in der Entstehung des Islams, läßt sich natürlich einwenden, daß es Christen „arabischer Nation“ gibt, daß diese Nichtmuslime sich (heute) durchaus als Araber fühlen und von den Muslimen (unter Gesichtspunkten heutiger Politik) als Araber anerkannt werden. Wird der Begriff Nation im westlichen Sinne verstanden, so ist das richtig. Ein Teil dieser Christen stammt aus alten, geschichtsbewußten Familien, die auf vorislamische Zeit zurückschauen. Das gibt manchen von ihnen gegenüber den islamischen Nachbarn ein besonderes Bewußtsein von Überlegenheit, das sich gleichsam auf ein Erstgeburtsrecht des Christentums gegenüber dem Islam beruft.

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Buchauszug: Emile von Laveleye – Welchem Volke die Muselmanen auch angehören mögen … (1886)

„Welchem Volke die Muselmanen auch angehören mögen, ob sie Türken, Albanesen, Slawen, Kaukasier, Araber, Kabilen, Hindus oder Malaien sind, so gleichen sie sich doch immer und überall. Die Religion durchdringt jede Ader ihres geistigen Lebens und drückt ihnen allen den selbigen Stempel auf. Sie sind gut, lieben Kinder, Hunde und Pferde und werden dieselben nie misshandeln; ja, sie bringen es kaum fertig, eine Fliege tot zu schlagen. So lange sie von den Einflüssen des Abendlandes unberührt bleiben, sind sie durch und durch ehrlich. In Smyrna, so hörte ich, übergibt man einem armen türkischen Kommissionär bedeutende Summen, und nie kommt eine Unterschlagung vor. Auf einen Christen könnte man sich unter den gleichen Verhältnissen viel weniger verlassen. Der Moslim vom alten Schrot und Korn ist fromm, und seine Bedürfnisse haben nur einen sehr bescheidenen Umfang. Vom Eigentum anderer Leute hält ihn also zunächst seine Religion zurück; es stacheln ihn auch keine Begierden, weil er fast nichts gebraucht. Nimmt man ihm aber seinen Glauben und gibt ihm dafür die Genüsse, welche der Luxus unter dem Namen „Zivilisation“ umherstreut, so ist er unrettbar verloren.“

(Prof. Emile Louis Victor von Laveleye, Die Balkanländer, Band 1, ©1886, Seite 226)

Buchauszug: Herman Heinrich Frank – Das Abendland und das Morgenland (1901)

„Hat Geschichte überhaupt einen Sinn, und stellt die Anreihung der großen geschichtlichen Tatsachen überhaupt die Entwickelung einer Idee dar, so kann der islamischen Bewegung wegen der Kraft und Energie ihres Gesamtauftretens und wegen der Unwiderstehlichkeit und dem Ernste, mit dem sie den einzelnen ergreift, und der Treue und Opferwilligkeit, mit der wiederum der einzelne den Islam ergreift — so kann — sagen wir — im Hinblick auf diese unleugbaren Tatsachen, dem Islam nur die höchste Beachtung entgegengebracht werden.

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M. A. Schmitz du Moulin – Ritter des Lichtes (1903)

von Yahya ibn Rainer

Dieser Beitrag entbehrt nicht einer gewissen Tragik, denn so erfreulich die Tatsache auch scheint, dass um 1903 ein konvertierter Deutschfranzose namens Muhammad Adil Schmitz du Moulin in Deutschland eine umfangreiche Bandreihe publizierte, die einzig und allein das Ziel hatte zum Islam einzuladen, umso ärgerlicher macht jedoch der Umstand, dass dieser Schmitz du Moulin trotz seines beachtlichen Wissens, seiner angenehmen Rhetorik und seines vorbildhaften Engagements eine vollkommen verkorkste Aqidah hatte.

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Buchauszug: Winfrid Scawen Blunt – Die Muselmanen von heute (1882)

„Die Muselmanen von heute, was immer ihre Stellung im Leben sein mag, glauben mit absolutem, unerschütterlichem Glauben. Mit der etwaigen Ausnahme eines falschen Bekehrten oder eines vereuropäisierten Ungläubigen moderner Sorte, gibt es keinen islamischen Ungläubigen. Es würde wahrscheinlich sehr schwer sein in Europa Leute anzuweisen, die in der Welt – ich spreche nicht von Geistlichen oder von Ordensleuten – ein so klarblickendes religiöses Leben führen, wie die frommen Muselmanen der bessern Klassen, – oder Leute, die genauer dem Ideal folgen, welches ihr Glaube vor sie stellt, als die Bekenner des Islam. Die Aufrichtigkeit, oder in gewissem Sinne, die Heiligkeit solcher Personen zu bezweifeln, würde nichts anders sein, als alle Religionen zu bezweifeln. Auf jeden Fall ist es offenkundig, dass der Glaube von Mekka noch der lebende Glaube einer ungeheuern Anzahl von Mitgliedern der menschlichen Rasse ist, die strenge Regel für das Leben und der Inbegriff ihres ganzen Daseins. Da ist auch nicht das geringste Anzeichen vorhanden, dass dieser Glaube aufgehört hätte, ein lebender Glaube zu sein.“

(Winfrid Scawen Blunt, The Future of Islam,©1882,  Seite 139)