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Kommentar: Das muslimische Morgenland am zivilisatorischen Tiefpunkt

Ich hab da wieder einen ellenlangen Diskussionsbeitrag in meiner Kommentarspalte verfasst, obwohl ich doch weiß, dass die meisten Kontrahenten in den sozialen Netzwerken niemals die Absicht haben sich auf ein gewisses Niveau einzulassen.

Damit es aber nicht vollends vergebene Liebesmüh war, habe ich mich entschlossen, den Kommentar hier auf meinen Blog zu kopieren. Für den Zusammenhang werde ich den Link zum Facebookbeitrag hinzufügen.

Lieber Sven,

jeder ehrliche und aufrichtige Muslim, mit ein wenig Wissen um Geschichte, Soziologie und Ökonomie, wird nicht bestreiten können, dass sich die muslimische Zivilisation auf einem kulturellen, ökonomischen und wissenschaftlichen Tiefpunkt befindet. Ebenso wird er nicht bestreiten können, dass dahingegen das sogenannte christliche Abendland derzeit sicherlich seinen zivilisatorischen, kulturellen, ökonomischen und wissenschaftlichen Höhepunkt beschreitet.

Man könnte jetzt so vermessen sein und behaupten, dass das Morgenland danieder ist, weil es muslimisch ist und dass das Abendland obenauf ist, weil es christlich ist. Ich denke, dass sich nicht wenige Islamkritiker derzeit auf diesem hohen Ross befinden und diesen Umstand allumfassend auskosten.

Mich juckt das (ehrlich gesagt) recht wenig, denn neben der Erkenntnis, dass das Morgenland danieder und das Abendland obenauf ist, weiß ich auch um den Umstand, dass Zivilisationen zyklisch sind und dass es vor einiger Zeit genau andersherum war, trotz Islam und Christentum.

Eine wunderbare Lektüre zu diesem Thema sind die Geschichtswerke von Oswald Spengler und Ibn Khaldun. Spengler bspw sieht die Kreuzzüge aus diesem Blickwinkel:

«Der Islam hat dieser Welt endlich und viel zu spät das Bewußtsein der Einheit verliehen, und darauf beruht das Selbstverständliche seines Sieges, das ihm Christen, Juden und Perser fast willenlos zuführte.

Aus dem Islam hat sich dann die arabische Zivilisation entwickelt, die in ihrer höchsten geistigen Vollendung stand, als vorübergehend die Barbaren des Abendlandes hereinbrachen und nach Jerusalem zogen. Wie mag sich dies Schauspiel in den Augen vornehmer Araber ausgenommen haben? Etwas bolschewistisch vielleicht?

Für die Politik der arabischen Welt waren die Verhältnisse in „Frankistan“ etwas, auf das man herabsah.»

(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Seite 606)

Wir sehen, es war einmal andersherum, und die Muslime waren diejenigen, die mit Hochmut auf das Abendland schauten.

Ich, als biodeutscher Muslim, entstamme der Tradition und Kultur dieses Abendlandes, und ich verbinde damit weitaus mehr positives, als mit den Sitten und Traditionen des Morgenlandes (es sei denn sie sind fest begründet in den religiösen Schriften).. Aber ich bin auch realistisch und erkenne, dass der Zenit, auf dem sich das Abendland derzeit befindet, nicht nur der Höhepunkt ist, sondern auch der Punkt, an dem es wieder bergab geht; und der Nadir, in dem sich das Morgenland befindet, ist nicht nur der Tiefpunkt, sondern auch der Punkt an dem es wieder aufwärts geht.

Ich kann mit vielen der derzeit enttäuschten Deutschen mitfühlen, wenn sie den Verfall von Religion, Sitte und Tradition hierzulande beweinen und eine gewisse Schwäche beim allgemeinen Volk diagnostizieren. Dies sind die Vorboten des Niedergangs.

Der Fehler jedoch, den die meisten heutigen sogenannten „Rechtspopulisten“ um AfD, Pegida und Co machen, ist, dass sie sich den Islam als Feindbild auserkoren haben, anstatt das Geschwür das im eigene Körper Metastasen streut.

Anstatt die eigene Schwäche zu bekämpfen, verliert man seine Kraft darin zu versuchen, diejenigen zu bekämpfen, die allmählich wieder zu eigener Kraft finden.

Der Herausgeber des Magazins eigentümlich frei, André F. Lichtschlag, schrieb in seinem Buch „Feindbild Muslim“:

«Gerade die Angst aber vor der Machtübernahme durch künftige muslimische Mehrheiten im alten Europa zeigt, dass wir es auch heute lediglich mit einem Blick in den Spiegel zu tun haben. Denn würden die westlichen Gesellschaften nicht selbst absterbende sein und wäre die Geburtenrate bei den Einheimischen nicht tendenziell eine Selbstmordrate, so würden nicht andere jene Macht an sich reißen können.

Mohammedaner vermehren sich, der Westen ist verbraucht, alt, gebrechlich, lendenarm und überlebt nur noch auf Pump. In einer solchen Gesellschaft wird die Selbsttötung eines unscheinbaren und vergleichsweise wenig bekannten Torhüters als kollektives emotionales Großereignis zelebriert wie andernorts und zu anderer Zeit der im Kampf gefallene «unbekannte Soldat». Was zuweilen als „Landnahme“ bezeichnet wird, ist deshalb eher eine milde „Landgabe“.

Doch schauen wir uns die Vorwürfe der Spiegelfechter noch einmal genauer an: Im ehemals christlichen Westen folgten nach der Aufklärung Kommunismus, Nationalsozialismus und Sozialdemokratismus – und in der Folge dieser Ideologien das inflationäre Papiergeldsystem sowie Abermillionen Ermordete und Beraubte. Wo finden wir mit dem Gulag, dem ‚großen Sprung nach vorn‘ und dem Holocaust auch nur entfernt Vergleichbares im «unaufgeklärten moslemischen Kulturraum»? Die schlimmsten Verbrechen, die gegen die Armenier, wurden auch dort ausgerechnet von den «aufgeklärten» Jungtürken begangen, die sich an westlichen Modernisierern orientierten.

Und was den aggressiven, kriegerischen und terroristischen Islam betrifft: Wessen Armeen stehen seit mehr als 100 Jahren in wessen Kulturraum?»

So viel Ehrlichkeit beeindruckt mich.

Kommentar auf Facebook hier => https://www.facebook.com/JensYahyaRanft/posts/2004515129780941?comment_id=2004527243113063&reply_comment_id=2006259019606552&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R%22%7D

Wisst ihr was ich bedenklich finde? #Trump #Medien

von Yahya ibn Rainer

Wisst ihr was ich bedenklich finde?

Muslime, die sich regelmäßig über die Medien echauffieren, weil diese falsch und einseitig über den Islam und die Muslime berichten, wenn sie beispielsweise Negatives als Usus darstellen oder Aussagen von Gelehrten/Predigern/Imamen aus dem Zusammenhang reißen, damit sie gefährlich und rückständig klingen; und wenn der betroffene Gelehrte/Prediger/Imam sich öffentlich dazu erklärt, die Aussage zurück nimmt, relativiert oder in den richtigen Zusammenhang bringt, dann wird dem keine Beachtung mehr geschenkt.

Die gleichen Muslime wiederum nehmen ALLES was ebendiese Medien über Trump, AfD und andere imaginäre und wahre Feindbilder berichten, für bare Münze, ohne auch nur in Betracht zu ziehen, dass die Medien hier mit den selben Mitteln arbeiten könnten.

Versteht mich bitte nicht falsch. Das Gros der Trumpianer, AfDler, Pegidasten und PI-maten macht genau das Gleiche. Sie schwadronieren einerseits von der Lügenpresse, wenn sie sie ins Visier nimmt, teilt aber wie berauscht ihre Beiträge, wenn darin ein Muslim als Täter auftaucht oder der Islam als gefährlich dargestellt wird.

Dies ist ein äußerst unehrlicher, ja geradezu verlogener Medienkonsum. Sicher könnte man anbringen, den Feind mit seinen eigenen Waffen schlagen zu wollen, aber letztendlich sind wir dadurch kein Stück besser als sie.

Speziell was Trump angeht, gibt es zahlreiche Beiträge von ihm, in denen er (von den Medien verkürzt dargestellte) Ausschnitte wieder relativierte oder in den richtigen Zusammenhang bringt. Dies wurde von den parteiischen Medien absichtlich ignoriert. Im Zeitalter des Internets jedoch, wo man durch wenige Suchbegriffe oder vordefinierte Filterblasen (und unabhängig von Presse, TV und Radio) solche Informationen kredenzt bekommt, wirkt sich diese journalistische Ignoranz genau umgekehrt aus.

Immer wenn der Gegner etwas zu verschweigen versucht, ist dies ein zusätzlicher Ansporn es als Wahrheit anzuerkennen. Trump hat auch deshalb gewonnen, weil die Leute gesehen haben, wie er über alle Gebühr dämonisiert wurde (was nicht bedeuten soll, dass er ein Engel ist).

Ich bin kein Fan der Lügenpresse-Rhetorik von Pegida, AfD & Co, aber unsere Kritik an den Medien sollte sich nicht nur an Lügen gegen Muslime & Islam festmachen. Kein gesellschaftliches Feindbild wird von den Leitstrommedien objektiv und fair behandelt, weder wir orthodoxen Muslime noch die Erzkatholiken, Evangelikalen, Nationalisten usw.

Eine Teilschuld am Hass gegen uns müssen wir uns selber geben, weil wir uns vom politischen Kulturmarxismus, Werterelativismus und Sittenverfall instrumentalisieren lassen, im Kampf gegen den wachsenden Bevölkerungsanteil, der (bis auf die Liebe zum Islam) weitaus mehr mit uns gemeinsam hat, als ihm und uns wirklich bewusst ist.

Einige Gedanken zur bösen Scharia

von Yahya ibn Rainer

Eine große Mitschuld am falschen Verständnis für den Begriff „Scharia“ – besonders unter Nichtmuslimen, aber auch unter vielen zeitgenössischen Muslimen – tragen die modernen muslimisch-etatistischen Gruppierungen und Parteien, die andauernd von einer „Implementierung der Scharia“ faseln, wenn sie einem „Staat“ unterstellen „islamisch“ sein zu können.

Wenn PImaten, Pegidasten und AfDler heute das Wort „Scharia“ benutzen, dann denken sie an nahezu das Selbe wie ungebildete muslimische Hizbiyun, nämlich vorrangig an Steinigungen, Enthauptungen und Amputationen.

Wenn Alexander Gauland (AfD) meint, „Der Islam muss sich von der Scharia trennen“ oder hiesige Muslime müssten bekennen „für uns alle gilt die Scharia nicht“, dann spricht dies von einer immensen Unkenntnis bezüglich des Begriffes „Scharia“, besonders weil Gauland andererseits (zumindest offiziell) ganz klar für die Glaubensfreiheit eintritt und den Muslimen die Religionsausübung zugesteht.

Doch wie soll ein Muslim die Religion ausüben? Wie soll er beten, fasten und den verpflichtenden Obolus entrichten? Wie soll der Muslim sämtlichen gottesdienstlichen Handlungen nachkommen, sein Benehmen, seine Ethik/Moral schulen und seine Glaubensinhalte determinieren, wenn die Methoden und Methodologien der gesamten Religion „Islam“ in der Scharia zu finden sind?

Sie sagen im Grunde, wir dürfen die Religion ausüben, aber uns dabei nicht nach unserer Religion richten. Sie wissen nicht, dass „Scharia“ der Oberbegriff für alles ist, was unsere kultischen, rituellen und zwischenmenschlichen Handlungen angeht. Ein Mensch, dem der Rückgriff auf die Scharia verboten wird, kann weder beten noch fasten, kann im Grunde genommen nicht einmal ein richtiger Muslim sein.

Schon wenn der Muslim den Quran öffnet, um darin nach Belegen dafür zu suchen, wann, wo und wie er das rituelle Gebet zu verrichten hat, hat er sich damit einer Methode der Scharia befleißigt, indem er ihrem Grundsatz folgte, dass Quran und Sunnah die Grundlage der Religion sind.

Dem Muslim die Scharia zu nehmen bedeutet, ihm die Religion zu nehmen.

Jeder Muslim, der in der Scharia ein „Staats- & Strafgesetzbuch“ sieht, das von einem „Staat“ zu implementieren sei, darf sich als mitschuldig betrachten an der derzeitigen Misere. Denn weder findet der Muslim im Quran (oder in der Sunnah) einen „Staat“, noch kann er belegen, dass die Scharia ein Gesetzbuch ist oder samt und sonders irgendwie implementiert werden muss.

Was Allah und Sein Gesandter von jedem von uns – sei er Bürger, Staatsdiener oder Oberhaupt – verlangen, ist, dass wir unsere Entscheidungen und Urteile mit der Scharia determinieren. Dabei ist die Scharia nicht starr. In ihr finden wir zahlreiche Methoden und Methodologien, die eine große Vielfalt an Urteilen zulassen.

Unter diesem Gesichtspunkt wäre es auch äußerst dumm zu meinen, man könnte „die Scharia implementieren“, wenn man eigentlich möchte, dass der Staat feste Regeln bzw Gesetze erlässt. Denn ein Urteil gemäß der Scharia setzt voraus, dass man sich für eine bestimmte Methode/Methodologie entscheidet und die anderen außen vor lässt. Wenn man also etwas implementieren möchte, dann ein Urteil, welches die Scharia als Basis hatte, aber niemals die gesamte Scharia, denn dies könnte bedeuten, dass man etwas explizit als verboten erklärt, während man es ausdrücklich erlaubt.

Auszüge: Massenflucht, unhaltbare Zustände, asoziale Flüchtlinge …. und Widerstand

LESEBEFEHL !!!

Ein Bericht aus den SPIEGEL mit dem Titel «Wieso kommen die noch?». Hier einige Auszüge

«[…] Jeden Tag kommt es in dem Notquartier zu Streit und Schlägereien, und nachts kann der Mann kaum schlafen, weil Betrunkene krakeelend durch die Gänge torkeln. Laubsch: „Es ist die Hölle.“ […]

Bei den Bundesbürgern macht sich zunehmend Angst breit, daß diejenigen, die nun Woche für Woche zu Tausenden mühelos die Grenzen passieren, das westdeutsche Sozialsystem sprengen und den Wohnungs- und Arbeitsmarkt zum Kollabieren bringen. […]

Schon haben Unbekannte in einigen Hamburger Stadtteilen an Plakaten, die Verständnis für die Staatenwechsler wecken sollen, bei dem Slogan „Offene Grenzen, offene Herzen“ den Zusatz „Willkommen bei uns“ mit Messern zerfetzt und herausgerissen. […]

In einem neuerrichteten Übersiedlerheim in Godorf bei Köln legten Brandstifter Anfang des Monats gleich zweimal kurz hintereinander Feuer. In Stuttgart brannten Übersiedlergegner ein Übergangsquartier bis auf die Grundmauern nieder.

Der Bremer Wissenschaftssenator Henning Scherf (SPD) fürchtet bereits, „daß wir bald Großstadtkriege wie in den USA haben“. […]

Das Klima ist in den vergangenen Wochen deutlich rauher geworden. So hätten Nachbarn eine Übersiedler-Familie in Essen kürzlich auf der Straße als „DDR-Schweine“ beschimpft, berichtet Kerstin Lehner, Initiatorin einer Selbsthilfegruppe für ehemalige DDR-Bürger, und das sei kein Einzelfall. […]

Mancherorts wehren sich Anwohner gegen den Zuzug in ihre Nachbarschaft. In Dortmund beispielsweise, wo 6 von 150 Turnhallen mit Übersiedlern belegt sind, forderte der Vorstand des Vorort-Vereins TuS Westfalia Sölde in einer Resolution Rat und Stadtverwaltung auf, nicht länger „an der langsamen Aushöhlung unseres Turn- und Sportbetriebes“ mitzuwirken. […]

Die feindseligen Gefühle sind bei manchem zur offenen Ablehnung geworden, seit Massen von Neuankömmlingen spürbar den Arbeitsmarkt belasten und, mehr noch, seit auch Zuzügler eintreffen, die offenbar gar keine reguläre Arbeit suchen, sondern sich in erster Linie um Sozialhilfe bemühen und sich auch sonst nicht in die gängigen Vorstellungen von bürgerlicher Wohlanständigkeit fügen. […]

Während im vergangenen Jahr vor allem junge Familien in die Bundesrepublik drängten, kreuzen nun überproportional viele alleinstehende Männer bei den Behörden auf – „gescheiterte Existenzen, […]

Die Situation in den Heimen und Lagern spitzt sich immer mehr zu, Meldungen über Saufereien und Raufereien häufen sich. In einigen Einrichtungen herrsche eine derart „aufgeputschte Stimmung“, berichtet der Essener Sozialdezernent Günter Herber, daß er es nicht mehr wage, „da einen Sozialarbeiter hinzuschicken, das ist schon beinahe lebensgefährlich“.

Sein Kölner Amtskollege Lothar Ruschmeier bestätigt: „Die Auswüchse gehen über das normale Maß hinaus.“ Städtische Bedienstete seien nachts überfallen und beraubt worden, Mitarbeiterinnen der Verwaltung würden sexuell belästigt. „Dauernd Trouble mit den Alkis“, meldeten auch Mitarbeiter im West-Berliner Aufnahmelager Marienfelde ihrer Sozialsenatorin. […]

Der Frust setzt Aggressionen frei oder wird im Alkohol ertränkt. In der Bochumer Turnhalle, in der Übersiedler Martin Laubsch mit ungewissem Ende ausharrt, fuchtelt ein Mann mit einer Gaspistole herum, aus einer Ecke der Halle ertönt Gebrüll: Ein volltrunkener Bewohner hat seinem Bettnachbarn aufs Laken gepinkelt. […]

„Wir halten dieser Belastung nicht mehr stand“, gibt Gerd Stille, Bürgermeister im niedersächsischen Rodenberg, die Stimmung in seiner Gemeinde wieder: „Hoffentlich wird die Mauer bald wieder dichtgemacht.“

Ach ja, der SPIEGEL-Artikel stammt vom 19.02.1990 und falls es noch nicht aufgefallen ist,  bei den damaligen „Flüchtlingen“ handelte es sich um Übersiedler aus Ostdeutschland.

Wie sich die Zeiten doch ändern … oder auch nicht.

Anstatt Partei zu ergreifen: Das Thema „Flüchtlinge“ mal ehrlich angehen

von Yahya ibn Rainer

Vor kurzem machte mich ein Bekannter auf ein sehr interessantes Interview aufmerksam, das auf der Website des unabhängigen Wirtschaftsmagazins enorm publiziert wurde.  Der Titel des Interviews lautet „Arroganz des Helfens“ und wurde mit Kilian Kleinschmidt geführt, der eines der weltweit größten Flüchtlingslager an der syrisch-jordanischen Grenze (mit mehr als 100 000 Bewohnern) leitete.

Ich kann das Interview (Link) jedem nur wärmstens zur Lektüre empfehlen, denn es nimmt eine Ausnahmestellung ein, im derzeit äußerst überhitzten Meinungsklima hierzulande. Was wir hier in Deutschland und auch in einigen anderen Ländern Europas erleben, ist leider eine sehr bemitleidenswerte politische und gesellschaftliche Situation. Es scheint, als gäbe es nur zwei akzeptable Positionen in der „Flüchtlingsfrage“ (auch wenn es offiziell manchmal ein wenig differenzierter klingt), nämlich, dass entweder alle Flüchtlinge arme, vertriebene und traumatisierte Menschen seien, die mittellos und nur mit besten Absichten und unter Aufbringung größter Anstrengungen nach Deutschland geflüchtet sind, oder, dass Flüchtlinge allesamt unzivilisierte, ungepflegte und zu kriminellen Handlungen neigende Schmarotzer seien, die es sich hier, in der sozialen Hängematte des deutschen Wohlfahrtstaates, gut gehen lassen wollen.

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Was eine deutsche Muhajira in Ägypten über die Flüchtlingskrise in Deutschland meint

von Yahya ibn Rainer

Unlängst, während eines kurzen Ägyptenaufenthaltes, empfing ich mit meiner Frau zusammen eine alte Bekannte. Die Schwester ist Schwäbin, vollzog bereits vor weit über 20 Jahren die Hijra nach Ägypten, lebte dort mit ihrem ägyptischen Ehemann und zog zwei Söhne groß. Heute ist sie leider Witwe und ihre beiden Söhne sind längst erwachsen. Trotzdem entschied sie sich in Ägypten zu bleiben, was gewiss auch daran liegt, dass man dort (auch unter einem al-Sisi) als Niqab-Trägerin mit weniger (bis gar keinen) gesellschaftlichen Diskriminierungen zu kämpfen hat.

Natürlich verfolgt sie auch in Ägypten die Nachrichten aus Deutschland, besonders auch solche über die momentane Flüchtlingskrise. Während hierzulande die meisten Leute klar Partei ergreifen – entweder für oder gegen Flüchtlinge – und sich aufgrund dessen mittlerweile sogar eine deutliche gesellschaftliche Spaltung vollzogen hat, hatte die Schwester (mit ein wenig Abstand vom Geschehen) eine erfreulich ausgeglichene Meinung. Sie meinte zu uns:

«Ich kann die Syrer, die sich jetzt auf den Weg nach Europa und vor allem nach Deutschland machen, vollkommen verstehen. Natürlich sorgen sie sich um ihre Zukunft, wollen in Sicherheit leben und wünschen sich eine gute Ausbildung für ihre Kinder. Ich würde an ihrer Stelle auch nach Deutschland gehen.

Aber ich kann ebenso auch die Deutschen verstehen, die sich gegen diese Massenzuwanderung wehren und nicht damit einverstanden sind. Syrer sind Fremde, mit einer anderen Kultur und einer anderen Religion. Stellt euch mal vor, es würden vergleichsweise Massen an Christen in ein muslimisches Land einwandert, das würde den Muslimen auch nicht gefallen.

Das ist einfach zu viel.»

Wie ihr seht, muss man nicht immer (nur eine) Partei ergreifen.

Sachsen/Dresden vor etwa 120 Jahren – Als Pegida noch “Deutsche Reformpartei” hieß

[…] Sachsen ist 1893 mit einem Anteil von 0,24% einer der deutschen Staaten mit dem geringsten Anteil an Juden, unter den großen Staaten sogar derjenige mit dem geringsten (zum Vergleich: Berlin hat einen jüdischen Bevölkerunganteil von 5%, Frankfurt am Main von 10%). Dennoch schneiden die Antisemiten unter der Firma “Deutsche Reformpartei” hier besonders stark bei den Reichstagswahlen ab und erobern die Mandate für die sechs Wahlkreise Bautzen-Kamenz-Bischofswerda, Dresden rechts der Elbe-Radeberg-Radeburg, Dresden links der Elbe, Dresden-Land links der Elbe-Dippoldiswalde, Meißen-Großenhain-Riesa und Pirna-Sebnitz. Mit weniger als einem Viertel Prozent Juden droht ja schließlich die “Verjudung” Sachsens und Deutschlands. […]

Quelle: Freisinnige Zeitung, HIER komplett lesen >>

Kurz gesagt: Pluralismus vs Multikulti

Es ist eigentlich ganz leicht:

Wer ethnischen und religiösen Pluralismus zu schätzen weiß, der akzeptiert auch Parallelgesellschaften.

Wer Parallelgesellschaften jedoch ablehnt, ist ganz offensichtlich ein Anhänger der multikulturellen Einheitsgesellschaft und somit ein kulturmarxistischer Kollektivist.

Wer Kultur und Religion erhalten möchte, muss verhindern, dass sie in einer zwangskollektivierten Einheitsgesellschaft mit anderen vermengt werden. Unterschiedliche Gesellschaftsauffassungen, die nun einmal vor allem aus tradierter Kultur und offenbarter Religion resultieren, können nur in parallel getrennten Lebensräumen bestmöglich geschützt und praktiziert werden.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Pegidaisten um ihre Kultur fürchten, weil zunehmend andere Gesellschafts- und auch Rechtsauffassungen Eingang in das öffentliche Leben finden und dort in Einklang mit dem Zwangskollektiv gebracht werden, aber anderseits Rückzugsorte (sprich parallele Gesellschaften) für diese unterschiedlichen Auffassungen strikt ablehnen.

Nur ethnischer und religiöser Pluralismus ermöglicht ein friedliches Leben nebeneinander, während der multikulturelle Zwangskollektivismus Kultur und Religion zerstört und für gesellschaftlichen Sprengstoff sorgt.

Die „Einzelfall“-Rhetorik der Pegidaisten, ist sie euch schon aufgefallen?

Die „Einzelfall“-Rhetorik der Pegidaisten, ist sie euch schon aufgefallen?

Im PImatenstyle werden mehrheitlich Medienberichte geteilt, die Straf- oder andere Missetaten zum Inhalt haben, an denen mindestens ein Asylbewerber, Flüchtling, Ausländer oder Muslim als Täter beteiligt war, und als Kommentar dazu kommt ein provisorisches „Natürlich nur ein Einzelfall“.

Die „Einzelfall“-Rhetorik der Pegidaisten, ist sie euch schon aufgefallen? weiterlesen

Kommentar zu einem Artikel der ZEIT: Muslime waren’s

Ich möchte gern einen kurzen Kommentar zu diesem Artikel der ZEIT abgeben:
Angst vor Rassismus-Vorwürfen darf Ermittlungen nicht lähmen

Artikel wie dieser sind ein Beleg für die vergiftete und tendenziell islamfeindliche Atmosphäre in Deutschland und Teilen Europas.

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Was sagt ein Salafist zum #PEGIDA-Positionspapier?

von Yahya ibn Rainer

Die stetig wachsende und viel gescholtene PEGIDA-Bewegung hat ein Positionspapier publiziert, welches genau Auskunft darüber gibt, FÜR und GEGEN was die Leute in Dresden & Co. denn überhaupt auf die Straße gehen.

Ich, als hauptamtlicher Salafist und angebliche Bedrohung des (ebenfalls angeblich christlichen) Abendlandlandes, möchte hiermit Bezug nehmen auf die 19 Positionen, die auf dem Papier zur Sprache kommen.

Nun dann, … Was sagt ein Salafist zum #PEGIDA-Positionspapier? weiterlesen

#PEGIDA und die Tragik demokratischer Verhältnisse

von Yahya ibn Rainer

Ist es nicht tragisch? Da fühlt sich eine Minderheit in Deutschland bedroht von „Glaubenskriegen auf deutschem Boden“, von einer „Islamisierung des Abendlandes“ und von „Parallelgesellschaften“, geht dafür in nicht unbeträchtlicher Zahl und vollkommen friedlich auf die Straße und wird trotzdem vom politischen und medialen Mainstream niedergemacht und als Bedrohung wahrgenommen.

Wie ärgerlich muss das für die Demonstranten sein, dass sie kurzum zu Nazis, Islamhassern und Rechtspopulisten abgestempelt und zum Objekt von Jux und Häme degradiert werden? Gesellschaftlich nicht ernst genommen und gehört zu werden, das ist ein Zustand den auch wir sogenannte „Islamisten“ und „Salafisten“ kennen. Auch wir werden vom politischen und medialen Mainstream kollektiv und im voraus verurteilt und vom Dialog ausgeschlossen.

#PEGIDA und die Tragik demokratischer Verhältnisse weiterlesen

Die „Islamische Zeitung“, das COMPACT-Magazin und der Srebrenica-Leugner

von Yahya ibn Rainer (am 11. Juli 2012)

Heute, zum 17. Jahrestag des Massakers von Srebrenica, möchte ich gern etwas loswerden, was mir schon lange in den Fingerspitzen kitzelt. Es geht um die monatlich erscheinende Islamische Zeitung und deren Internetpräsenz. Erst kürzlich musste ich lesen, dass die Zeitung mittlerweile sogar den Facebook-Clown Tarek Papabär dort schreiben lässt, was mich aber nicht weiter tangierte, da sie im Grunde recht gut zusammenpassen. Denn Tarek Papabär, als Jungspund mit syrischen Wurzeln, als auch die Islamische Zeitung haben nämlich beide recht wenig übrig für den syrischen Widerstand gegen das Regime der national-sozialistischen Baath-Partei und die alewitische Tyrannen-Clique.

Die „Islamische Zeitung“, das COMPACT-Magazin und der Srebrenica-Leugner weiterlesen