Archiv für den Monat: März 2016

Meine Einschätzung zum internationalen muslimischen Terrorismus (mit „weichen Zielen“)

von Yahya ibn Rainer

Ich denke, dass diese Form des internationalen Terrorismus (mit Fokus auf sogenannte „weiche Ziele“) mitunter auch Ausdruck eines kindlichen Trotzes (also einer Art Bockigkeit oder Borniertheit) ist.

Man wird sich in den Kreisen einiger (mit dem Pathos der Unschlagbarkeit) aufgeputschten „Mujahedin“ zunehmend bewusst, dass man technologisch, militärisch und zum Teil auch intellektuell dem Feind maßlos unterlegen ist. Man sieht also quasi keinerlei Chance, einen allumfassenden Sieg einzufahren.

Anstatt sich diese Schwäche einzugestehen und Verantwortung für die Ummah zu übernehmen, für die man angeblich diesen Kampf führt, handelt man auf verbrecherische Weise egoistisch und beginnt eine Form der Kriegsführung, die weder auf Landgewinn aus ist, noch Aussichten auf ein Ende des Konfliktes zulässt. Man ruft einen ewigen Kriegszustand aus, unter dem die Muslime in ihrer Gesamtheit weitaus mehr zu leiden haben, als die Feinde des Islams.

Vielmehr ist es sogar so, dass man mit dieser Form des Terrorismus genau denen in die Hände spielt, die im Namen der Nationen den Krieg gegen die Muslime erst begonnen und bis heute weitergeführt haben, nämlich den Staaten.

Jeder einzelne Terroranschlag hat zur Folge, dass der Staat mehr Macht und Befugnisse einfordert und durch Angst getriebene demokratische Legitimation auch erhält. Diese Machtzunahme des Staates wirkt sich nicht nur negativ auf die Freiheit und Unabhängigkeit der Nichtmuslime in den jeweiligen Ländern aus, sondern ganz besonders (und weit mehr) auf die Muslime, die als Minderheiten unter ihnen leben.

Und auch für ihr außenpolitisches Handeln erhalten die Staaten immer mehr Befugnisse, was dazu führt, dass sich die staatliche Repression nicht nur nach innen vergrößert, sondern auch nach außen, indem auch der militärische Kampf in den muslimischen Ländern intensiviert wird.

Als Armee auf dem Schlachtfeld, wo es um Landnahme und Implementierung geht, kann zugunsten eines Friedens in Verhandlungen getreten werden. Man bringt von beiden Seiten sogenannte Verhandlungsmasse mit und kann für alle einen nützlichen und gedeihlichen Frieden herausschlagen.

Aber den heutigen jungen Heißspornen ist das alles gar nicht mehr bewusst. Die meisten von ihnen wissen nicht einmal, dass der Offenbarungsgrund für die koranische Sure al-Fath (49 – zu deutsch „Der Sieg“) der Friedensvertrag von Hudaybiyyah war.

Sheikh Feisal Mawlawi schreibt in seinem Buch „الأسس الشرعية للعلاقات بين المسلمين وغير المسلمين „ (Die Schariagrundlagen für das Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen) zusammenfassend folgendes über dieses Friedensabkommen:

«Der einzige Vorteil, den die Muslime aus diesem Frieden(-svertrag) zogen, war, dass er einen Frieden und einen Waffenstillstand zwischen ihnen und den Quraisch brachte. Um dies zu erreichen, traten sie von ihrem Recht zurück, die Umra zu verrichten – dieses Recht, welches ein anerkanntes Recht für alle Araber war. Sie erklärten sich damit einverstanden, nach Medina zurückzukehren und im folgenden Jahr zur Verrichtung der Umra wiederzukommen. Hierin liegen eine Herausforderung und eine Erniedrigung ihrer Ehre. Sie traten auch von ihrem Recht zurück, diejenigen zu empfangen und zu beschützen, die von den Quraisch zu ihnen als Muslime kamen – und duldeten es, dass sie zu den Quraisch zurückgeschickt würden und Folter und Unterdrückung ertragen müssen[…].

Sie traten auch von ihrem Recht zurück, denjenigen, welcher vom Islam abtrünnig wird und sich den Quraisch anschließt, zurückzufordern, um ihn (für den Hochverrat, der in dieser Situation damit verbunden war) zu bestrafen. All diese Rechte traten sie ab, damit sich der Frieden ausbreitet, und weil den Menschen im Zustand des Friedens die Gelegenheit gegeben wird, das Wort der Wahrheit zu hören.»

Vom Prophetengefährten Bara‘ bin ´Azib wird bei Bukhari und Muslim überliefert, dass er sagte:

«Ihr seht die Eroberung Mekkas als den Sieg an – und die Eroberung Mekkas war in der Tat ein Sieg; wir aber sehen als den Sieg den “Zufriedensheits”-Treueeid (arab. bai’at ar-ridwan) am Tag von Hudaibijja an.»

Und bei Muslim ist des Weiteren überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allahs segne ihn und schenke ihm Heil – Umar herbeiholen ließ und ihm das zu rezitierten, was herabgesandt worden war (Sure al-Fath / 48 – Der Sieg), worauf Umar fragte: «O Gesandter Allahs, ist dies ein Sieg?» Er sagte: „Ja“.

Sheikh Feisal Mawlawi schrieb (in seinem o. g. Buch) noch dazu:

«Das Wort Sieg wird an vielen Stellen des Korans verwendet. Keiner der Siege – außer dem Waffenstillstandsabkommen von Hudaibijja – wird als „offenkundiger“ Sieg bezeichnet. Allah hat gesagt:

„…Wahrlich, Wir haben dir einen offenkundigen Sieg beschieden…“[48:1]

Und es war in der Tat ein offenkundiger Sieg, da er die Herzen und den Verstand der Menschen für den Islam geöffnet hat.»

Dies ist die Sunnah des Propheten, um den Muslimen auch eine Phase des Friedens, der Erholung und Prosperität zu verschaffen. Denn allein unter diesen Bedingungen kann auch gesellschaftlicher, technologischer und militärischer Fortschritt erlangt werden.

Der internationale Terrorismus jedoch, der weder erobert und implemetiert, noch befreit, stürzt die Ummah nur noch weiter in die Rückständigkeit und womöglich (oder höchstwahrscheinlich) sogar in die Arme derjenigen, die sie eigentlich bekämpfen.

So sehr man diese Form der Kriegsführung auch mit Katapult-Fatwas und Schlachtungs-Hadithen ausschmückt, am Ende ist der beste Ratgeber des wahren Amirs die Anwendung seiner Hikma (Weisheit) bei all den Entscheidungen und Verantwortungen die ihm obliegen.

Wa Allahu 3alem

Deutsche Sitte und (Leit-)Kultur vor nicht einmal 50 Jahren

Da schau her!

So titelte die BILD-Zeitung im Februar 1968. Das ist nicht einmal 50 Jahre her.

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Damals wäre eine „Integration“ sittsamer Moslems mit Sicherheit leichter gewesen. Es stellt sich nur die Frage, wer heute weiter entfernt ist von dieser deutschen Sitte und (Leit-)Kultur.

Jeder halbwegs konservative Geist wird zugeben müssen, dass – gemessen am Sittenbild der 60er Jahre – die meisten hiesigen Muslime deutscher sind, als viele Deutsche, die sich heute über die Sittenstrenge der Moslems aufregen.

Kurz gesagt: Viele Moscheen sind leider Horte der Scheinheiligkeit

Es fehlen – bei all den Predigten über die Verwerflichkeit und Folgen der Sünden – die Predigten über das Leben mit der Sünde. Den Leuten wird nur gesagt was sie alles zu unterlassen haben und wie schlimm es ist dies zu tun (was es unzweifelhaft auch ist). Aber die Tatsache, dass der Mensch schwach ist und trotzdem sündigt, wird nicht wirklich realisiert … zumindest nicht in den meisten Predigten.

Den Muslimen, besonders den Schwachen unter uns, muss unbedingt auch gesagt werden, dass, wenn sie sündigen, es auch dafür bestimmte Regeln gibt und man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Vergebung hoffen darf, wenn man diese Regeln einhält.

Viele Moscheen sind leider Horte der Scheinheiligkeit …

Kurz Gesagt: Wenn Deutsche über Ausländerkriminalität und Ausländer über Fremdenhass reden

Wichtig ist vor allem, dass wir ehrlich zu uns selbst sind. Jeder von uns hat eine selektive Wahrnehmung, und wir können auch gar nicht anders. Wir fokussieren immer „das Andere“ bzw. „das Fremde“ mehr als „das Eigene“, das liegt tief in uns verankert, weil das Fremde für uns einfach nicht so gut einzuschätzen ist.

Durch diese Fokussierung liegt nun einmal das Augenmerk des allgemeinen Deutschen eher auf den sichtbar „Fremden“ im Land, und Ausländer bzw. Muslime achten mehr auf die Gesten und Handlungen der Einheimischen bzw. Nichtmuslime.

Aber auch unter den Geschlechtern fällt dieses selektive Verhalten auf. So regen sich muslimische Männer z.B. deutlich häufiger über die tadelnswerte Bekleidung der muslimischen Frau auf, als über die unzureichende Scham bei der Kleiderwahl ihrer Geschlechtsgenossen.

Hinzu kommt noch das psychologische Phänomen der kognitiven Dissonanz im Umgang mit Nachrichten und Meldungen. Wir neigen leider dazu, unsere eigene Lebensform derart zu idealisieren, dass Kritik von außen, gegen eben diese Form des Lebens, als Anrgiff aufgefasst und deshalb eher abgewehrt als kostruktiv verarbeitet wird.

Wir sollten versuchen unsere Umwelt bewusster wahrzunehmen und die Ergebnisse dieser Wahrnehmung mit mehr Verständnis und Empathie zu beurteilen.

Zitat – Ludwig Ferdinand Clauß – Wer keinen Ruf hat, ein Eigenes zu sein, …

«Wer keinen Ruf hat, ein Eigenes zu sein, der mag so sein, wie irgendein anderer ist, oder so zu sein scheinen; denn ein bloßes Auchsein ist, geschichtlich gewertet, noch kein Sein. Er mag sich in diesem Auchsein wichtig fühlen – für den, dessen Auch er ist, bleibt er tödlich belanglos.»

(Prof. Dr. phil. Ludwig Ferdinand Clauß, Die Weltstunde des Islams, © 1963, Seite 147)

Zitat: Edward Bernays – Manipulative Demokratie

«Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken.»

(Edward Bernays, Propaganda, 1928, S.15)

Gedicht: Heinrich Heine – Ali Bey

Ali Bey, der Held des Glaubens,
Liegt beglückt in Mädchenarmen.
Vorgeschmack des Paradieses
Gönnt ihm Allah schon auf Erden.

Odalisken, schön wie Huris,
Und geschmeidig wie Gasellen
Kräuselt ihm den Bart die Eine,
Glättet seine Stirn die Andre.

Und die Dritte schlägt die Laute,
Singt und tanzt, und küßt ihn lachend
Auf das Herz, worin die Flammen
Aller Seligkeiten lodern.

Aber draußen plötzlich schmettern
Die Trompeten, Schwerter rasseln,
Waffenruf und Flintenschüsse –
Herr, die Franken sind im Anmarsch!

Und der Held besteigt sein Schlachtroß,
Fliegt zum Kampf, doch wie im Traume; –
Denn ihm ist zu Sinn, als läg er
Immer noch in Mädchenarmen.

Während er die Frankenköpfe
Dutzendweis heruntersäbelt,
Lächelt er wie ein Verliebter,
Ja, er lächelt sanft und zärtlich.

(Heinrich Heine)