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Buchauszug: Murad Wilfried Hofmann – Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung

«Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung war mitnichten die Verwirklichung der Vernunft, sondern eine Serie von Unmenschlichkeiten allergrößten Ausmaßes:

Verproletatisierung ganzer Landstriche und Kinderarbeit; Sklavenhaltung und Apartheid; zwei mörderische Weltkriege; Einsatz chemischer und nuklearer Waffen; systematische, ja im Falle von Nazi-Deutschland industrielle Vernichtung von Kulaken, Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen und Geistesschwachen; bolschewistischer Staatsterror; faschistischer Chauvinismus; »ethnische Säuberungen« in Mitteleuropa, Kroatien, Bosnien und Serbien.

Für dieses singuläre Scheitern einer großen Idee, der Herrschaft der Vernunft über autonome Individuen, waren die Väter der Aufklärung nicht unmittelbar verantwortlich, etwa David Hume (1711-1776), Immanuel Kant (1727-1804), Frangois Marie Voltaire (1694-1778), Friedrich der Große (1712-1786), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) oder Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832).

Erst recht ist den Hauptanregern der Aufklärung dieser Vorwurf zu ersparen, einem Michel Montaigne (1533-1592), René Descartes (1596-1650), John Locke (1632-1704) oder Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), denn sie alle waren keine die Existenz einer Gottheit leugnenden Atheisten, sondern Deisten, die an einen einzigen, weit abwesenden Gott (deus absconditus) glaubten, wenngleich nicht an das kirchlich vermittelte Christentum und sein trinitäres Gottesbild.

Ihre eigene Gottesvorstellung beruhte nicht auf Offenbarung, sondern Naturbeobachtung und Nachdenken. Sie wollten nicht Religion als solche abschaffen, wohl aber den erstickenden Dogmatismus der Kirchen und den Obskurantismus des (aus ihrer Sicht) ungebildeten, unduldsamen, herrschsüchtigen und schmarotzenden Klerus.

In der Tat benutzten einzelne Aufklärer den Islam, um auf diesem Umweg die Befreiung von dem als unerträglich empfundenen kirchlichen Joch zu beflügeln.

Lessing tat dies 1779 auf anständige (und daher für ihn riskante) Weise mit Hilfe der Vorbildlichkeit der Muslime in seinem Theaterstück »Nathan der Weise«.2 Voltaire hingegen, dafür von Friedrich dem Großen durch die Blume gerügt, hatte dies zuvor mit seinem Drama von »Mahomet« (1742), dem »Lügenpropheten«, auf weniger anständige (und weniger riskante) Weise getan, wider besseres Wissen und zu Lasten des Islam. Er schlug den Sack (Islam) und meinte den Esel (die römische Kirche).

Schließlich hatten sich auch Kants Kritiken zunächst nicht anti-religiös, sondern nur anti-kirchlich ausgewirkt.

Mit seiner »Kritik der reinen Vernunft« (1781) hatte er nicht etwa die Nichtexistenz Gottes bewiesen (noch beweisen wollen), sondern nur die Unzuverlässigkeit jeder Metaphysik, die über Erkenntniskritik hinausgeht und damit notwendigerweise spekulativ oder – wie Ludwig Wittgenstein gesagt hätte – zum Sprachspiel wird. Ganz im Gegenteil: In seiner folgenden »Kritik der praktischen Vernunft« (1788) arbeitete Kant mit dem (für das Funktionieren der Gesellschaft notwendigen) Postulat Gottes, d.h. mit Gott als nützlicher Arbeitshypothese.

Dennoch führte die von der Aufklärung bewirkte Befreiung des Menschen von kirchlicher Bevormundung zur Marginalisierung der Religion. Das anstelle Gottes zum Maßstab aller Dinge aufsteigende und während der Französischen Revolution inthronisierte »autonome« (!) Individuum wurde in grandioser Selbstüberschätzung zum neuen Idol, da die Autonomie des Menschen als prinzipiell universell und grenzenlos gedacht war.»

(Murad Wilfried Hofmann. Der Islam im 3. Jahrtausend  Eine Religion im Aufbruch, Seite 20-21 )

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Das Dritte Reich, durchaus kein Unfall der Geschichte

„Im Lichte seiner philosophischen Voraussetzungen ist das Dritte Reich durchaus kein Unfall der Geschichte, sondern ein (wenn auch extremes) Kapitel, das sich in die Geschichte des Denkens bzw. in die Geschichte der Aufklärung einordnet.

Der Materialismus, der sich im Gefolge der Aufklärung erstmals aller Fesseln entledigen konnte, hat auch den Menschen zum Ding gemacht, das getötet werden darf. An die Stelle eines Ethos, das unveränderlich über den wechselnden Vernunftgründen steht, ist eine vernunftargumentierende und deshalb wechselnde Ethik getreten, die die Tötung von Menschen sogar als ethisch geboten darzustellen weiß und die im April 1945 mit dem Dritten Reich keineswegs verschwunden ist.

Diese ‚rationale Humanität‘ gehört zu den Grundlagen der entspiritualisierten westlichen Gesellschaften.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 21)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Die moderne westliche Gesellschaft und der Nationalsozialismus

„Die moderne westliche Gesellschaft und der Nationalsozialismus stellen sich demnach nicht als Gegensätze dar, sondern als eine sukzedierende Abfolge von Ausformungen von Säkularismus, Rationalismus und Materialismus. Der philosophische Ort des Nationalsozialismus befindet sich im Strom der Aufklärung. Drittes Reich und Gegenwart haben Grundsätzliches gemein: Sie sind entspiritualisiert, materialistisch, diktatorisch rational, […]

Die Ursprünge des Nationalsozialismus auch im Rationalismus der Aufklärung zu suchen, rührt an ein modernes Denkverbot, da er eigenes szientistisches, säkularisiertes Selbstverständnis und unser selbstgefälliges Gutmenschentum in Frage stellt.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 15)

Ludwig Ferdinand Clauss – Das großartige Gleichnis auf Tadmur (Palmyra)

von Yahya ibn Rainer

Es gibt Bücher, die hat man einmal gelesen und man weiß was drinsteht. Und dann gibt es Bücher, die liest man einmal und kann sie trotzdem wieder und wieder lesen und entdeckt jedes Mal eine neue Inspiration. Einige dieser Bücher sind bekannt, ja geradezu berühmt, und erfreuen sich einer großen Fangemeinde, andere wiederum – und das ist von meiner Warte aus besonders reizvoll – sind vollkommen unbekannt und verstauben in den Antiquariaten.

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Der Wunsch der Araber an einen deutschen Forscher

Prof. Dr. phil. Ludwig Ferdinand Clauß (1892-1974), war Psychologe, Philosoph, Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie ein leidenschaftlicher Völkerkundler. Seine spezielle Forschungsmethode, nämlich „das Mitleben“, das er als „den Weg zum Andern“ verstand, war wohl ausschlaggebend für seine frühe Zuneigung für die Araber und den Islam. So schreibt er in seinem 1963 erschienen Buch „Die Weltstunde des Islams“ auf Seite 62:

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Fundstück: Erik von Kühnelt-Leddihn – Die wahre ideologische Heimat des Nationalsozialismus

Immer wenn sich mir die Gelegenheit dazu bietet, mache ich Mitmenschen – und vor allem Glaubensgeschwister – darauf aufmerksam, dass man kritischer mit dem Medienvokabular umgehen sollte und nicht alles so übernehmen sollte wie es uns aufgetischt wird. Wie manipulativ die Medienberichterstattung sein kann, müssen wir orthodoxen Muslime ja bereits seit einigen Jahren erfahren. Aber wir sind nicht das einzige Feindbild, welches von den hiesigen Medien aufs Korn genommen wird.

Ebenfalls ist ihnen alles zuwider, was nicht mindestens ebenso demokratistisch und linkslastig ist wie sie. Dazu gehören auch konservative Kräfte aus der praktizierenden Christenheit, dem orthodoxen Judentum und dem Libertarismus. Faktisch jeder, der nicht das Liebeslied von Demokratie, Feminismus, Frühsexualisierung, Schwulen-Ehe usw mitsingt, ist in ihren Augen ein Rechter, und rechts ist eben genau das selbe Adjektiv, mit welchem man heute auch Nazis bezeichnet.

Nazis sind aber nicht rechts, Nazis sind Sozialisten, also Linke. Sie sind zwar nebenbei auch Nationalisten und Rassisten, aber dass ändert nichts an ihrer sozialistischen Ausrichtung. Die Tatsache, dass sich rote und braune Sozialisten gegenseitig die Köppe einhauen liegt wohl eher an der Konkurrenz als an der Gegensätzlichkeit.

Zu diesem Thema möchte ich gern einen Aufsatz bemühen, verfasst von einem bekannten katholischen Universalgelehrten des letzten Jahrhunderts. Erik Maria Ritter von Kuehnelt-Leddihn ist für mich kein Unbekannter. Ich zitierte ihn schon mehrfach auf diesem Blog und empfehle u.a. sein Buch Konservative Weltsicht als Chance. Hier also sein Aufsatz zum Thema:

Der linke Etikettenschwindel
Kein Gegensatz, sondern eher Konkurrenzkampf
Erik von Kuehnelt-Leddihn über die wahre ideologische Heimat des Nationalsozialismus

Als in der Endzeit der Weimarer Republik die kommunistischen und die nationalsozialistischen Schlägertrupps handgreiflich aneinandergerieten (siehe oben), ging es nicht um diametral gegensätzliche Ideologien, sondern um den Machtkampf zweier Gruppierungen, die sich in vielen wichtigen Punkten ähnlich waren. Ich bin ein Rechter und daher ein absoluter Gegner des Nationalsozialismus. Wenn das den Leser überrascht, kennt er entweder wie einst die Einwohner von Niniveh (Jonas, 4, 10) den Unterschied zwischen „rechts“ und „links“ oder den wahren Charakter des Nationalsozialismus oder vielleicht auch beides nicht.

Auf jeden Fall aber ist die schlechte Angewohnheit, die brandlegerischen Punker „Rechtsradikale“ zu nennen, genau so ein glatter Unsinn, wie den Massenmord an Geisteskranken, Israeliten und Zigeunern als „Holocaust“ (mit englischer Orthographie!) zu bezeichnen, denn so nannten die frommen Hellenen ihre Brandopfer für die Gunst ihrer Götter.

Der Nationalsozialismus entstand in Böhmen, und zwar 1896, als tschechische Sozialdemokraten, die den Sozialismus auf internationaler Ebene als irrealistische Utopie empfanden, unter der Führung von Klofac, Stribrny und Franke eine nationalsozialistische Partei gründeten. Ihr Führer wurde 1919 Eduard Benes, ein Nationalsozialist von echtem Schrot und Korn, der schon 1943 im Exil erklärte, daß man Hitler nachahmen müsse. Das Leitbild dieser neuen Partei war die taboritische Bewegung der Husiten, die radikal links, nationalistisch und fanatisch deutschfeindlich war.

Der nationalistische Linksdrall in Böhmen und Mähren fand Widerhall unter manchen Deutschen dieser Länder, denen die „Deutschnationale Partei“ zu bürgerlich war, und so schlossen sie sich in einer „Deutschen Arbeiterpartei“ zusammen. Vorschläge, sich auch nationalsozialistisch zu nennen, lehnten sie wiederholt ab, denn sie wollten nicht als Nachahmer von Tschechen gelten.

Goebbels sah sich als Repräsentant der politischen Linken. Erst am 5. Mai 1918 in Wien wurde die DAP in „Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei“ umbenannt. Ihr Programm war eindeutig links. Es war offen gegen die Donaumonarchie gerichtet, antihabsburgisch, antiaristokratisch, antiklerikal, antikapitalistisch und – einziger Unterschied zu ihrem tschechischen „Vorbild“ auch antisemitisch. Die Namenserweiterung fand – ein symbolischer Zufall? – am 100. Geburtstag von Karl Marx statt.

Dann kamen bald das Kriegsende und der „Umsturz“. Hitler diente in München mit roter Armbinde unter den Kommunisten (siehe J. Fest: „Hitler“, 1973, S. 122). Bei den ersten Wahlen in der Tschechoslowakei bekamen die deutschen Nationalsozialisten schon 42.000 Stimmen.

Der aus Böhmen ausgewiesene Ingenieur Rudolf Jung überredete Hitler, der in München auch einer „Deutschen Arbeiterpartei“ angehörte und beabsichtigte, ihr die Bezeichnung „sozialrevolutionär“ zu geben, sie lieber „nationalsozialistisch“ zu nennen. Jung überzeugte ihn auch, die rote Fahne als zugkräftiges Symbol zu benützen. Im Dritten Reich wurde die „altösterreichische“ Führungsgruppe der DNSAP-NSDAP unter den Teppich gekehrt und mit kleineren Stellungen abgefüttert, um die „Originalität“ des „Größten Führers aller Zeiten“ nicht in Frage zu stellen. Nach 1945 wurde sie dann von den tschechischen Nationalsozialisten im Verein mit den Kommunisten in Böhmen und Mähren ausgerottet. Rudolf Jung verhungerte 1945 im Prager Pankrac-Gefängnis; Hans Krebs wurde 1947 hingerichtet.

Selbstverständlich bestanden die leitenden Nationalsozialisten (Hitler, Goebbels, Heß) stets darauf, echte, wenn auch „deutsche Demokraten“ und gute Republikaner zu sein. Für Rudolf Heß war der Nationalsozialismus die „edelste Form der europäischen Demokratie“. Goebbels bekannte sich sogar noch 1926 als „deutscher Kommunist“ und erklärte 1933 dem „Petit Parisien“ in einem Interview, daß die Deutsche Revolution das Gegenstück zur Französischen sei.

Doch der Linksdrall trieb Goebbels zur Aussage: „Wir sind Antisemiten, weil wir Sozialisten sind.“ War es doch auch das Programm der Braunen, den „bürgerlichen Klassenstaat zu zertrümmern“, wie Hitlers bis in den Tod treuester Paladin, Goebbels, es geplant hatte (siehe sein „Der Nazi-Sozi“, 1932, S. 10). Ja aber, fragt vielleicht der naive Zeitgenosse, haben die Braunen nicht „dennoch“ behauptet, „rechts“ zu stehen? Keine Spur! Goebbels erklärte am 6. Dezember 1931 im „Angriff“, daß die NSDAP die „deutsche Linke“ verkörpere und den „bürgerlichen Nationalismus“ verachte. Kann das deutlicher gesagt werden? Was will man mehr?

Über Nacht wechselten viele in das internationale Lager. Doch unsere geschichtslosen Spießer sind nicht so leicht zu überzeugen: Die NSDAP kämpfte doch gegen den so linken Kommunismus, also war sie sein rechter Feind! Aber man erinnere sich daran, daß bei den Wahlen im November 1932, bei einem Rückgang der braunen Stimmen, die Kommunisten 100 Vertreter in den Reichstag schickten: Viele Nationalsozialisten waren über Nacht zu Internationalsozialisten geworden.

Hitlers Ziel war die Vernichtung der konservativen Kräfte.Von Speer wissen wir, wie sehr Hitler später bereut hatte, Franco und nicht die ihm viel sympathischeren, die Friedhöfe und Leichen schändenden Rotspanier unterstützt zu haben. Zudem betrachtete Hitler den Nationalsozialismus als eine „auf exakter Wissenschaft aufgebaute Volksbewegung“, eine Formel, die sicherlich auch Lenin hätte benützen können.

Doch unsere Spießer geben nicht nach. Für sie (aber nicht nur für sie) bleiben Braun und Rot „diametrale Gegensätze“. Und da kommen sie mit dem großen Blödsinn, den L.S. Mercier verbreitet hatte: „Die Extreme berühren sich.“ Siedendes Wasser und Eis? Geparde und Schnecken? Mücken und Elefanten? Wenn man so einen Stammtischpolitiker fragt, wo er selbst stünde, hören wir ihn wahrscheinlich mit leicht vibrierender, klagender Stimme gestehen: „In der Mitte! In der Mitte!“ Worauf ich dann boshaft bemerke: „Also Ihrer Meinung nach am halben Weg zwischen dem Obersalzberg und der Lubjanka?“ Nein! Das hört er natürlich auch nicht gern.

Man muß sich einmal das Programm der Nationalsozialisten für das Ende des Zweiten Weltkriegs im Falle ihres Sieges vorstellen. Unser Spießer wird sagen, daß dies ein Sieg des „Kapitalismus“ über den „Sozialismus“ gewesen wäre, aber das würde keineswegs so gewesen sein. Walter Haids „Sozialismus als Träger des Dritten Reiches“ (Berlin, 1935) möge da als Augenöffner dienen.

Dagegen wendet die linke Propaganda ein, daß die Wahlsiege der Nationalsozialisten durch das „Großkapital“ finanziert wurden. Tatsächlich aber hat das Großkapital alle politischen Parteien, außer die Kommunisten, unterstützt (die bekamen ihr Geld aus Moskau). Ludwig von Mises hat uns verraten, daß die deutschen Industriellen, deren Land jahrelang höchst undemokratisch durch Notverordnungen regiert wurde, schließlich vor der Wahl standen, entweder von den Braunen versklavt oder von den Kommunisten notgeschlachtet zu werden.

Hätte Hitler einen Sinn für Humor gehabt, würde er Woodrow Wilson ein kolossales Denkmal gesetzt haben, denn dieser amerikanische Präsident hatte 1917 nach dem Fall der russischen Monarchie ein wahres Völkerringen in einen ideologischen Kreuzzug verwandelt, dessen Produkt die Weimar Republik war. Die bot der NSDAP – genau so wie es Plato von der Volksherrschaft vorausgesagt hatte – den idealen Rahmen zur Wandlung in die Tyrannis. Hitler aber hatte, abgesehen von der Übernahme des Chaplin-Schnurrbarts, wenig Sinn für Humor.

Nun erfährt man aber in Goebbels „Tagebuch“ (II. 14), daß es, wie ihm Hitler verriet, nach einem Endsieg des Dritten Reichs allen „konservativen“ Kräften, vor allem dem Christentum, an den Kragen gegangen wäre. Es war schließlich, wie Dahrendorf sagte, die Moderne, die 1933 in Deutschland ihren Einzug gefeiert hatte, während die Rechte, die „Reaktion“ am 20. Juli 1944 das so linke „Rad der Geschichte“ zurückdrehen wollte, was aber leider nicht gelang.

Alle großen Europäer, so verkündete der Amerikaner Allan Bloom, seien immer rechts gestanden. Das trifft selbst auf Freud zu. Marx war ein verhängnisvoller, aber kein „großer Europäer“. Die Tatsache, daß 34 Jahre nach seinem Tod ein Sechstel der Erde seiner Ideologie untertan gemacht werden konnte, besagt gar nichts. Je dümmer eine populistische Theorie, desto rascher ihr Sieg. Das Christentum brauchte immerhin nicht 34, sondern 300 Jahre, um in einem großen Sektor der Ökumene zu triumphieren.

In einem sehr guten Aufsatz hat der sächsische Justizminister Steffen Heitmann (siehe Deutschland-Magazin 7/97) den Unterschied zwischen Rechts und Links herausgearbeitet. Seit einem halben Jahrhundert beschäftige ich mich mit diesem Thema. „Rechts“ steht für Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität, Föderalismus und Vielfalt, „Links“ für Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes). Hier muß man auch bemerken, daß Freiheit und Gleichheit Gegensätze sind, denn Gleichheit ist „unnatürlich“ und kann lediglich in der Tyrannis künstlich geschaffen werden. Nur Sklaven sind „gleich“.

Nationalismus und Rassismus sind links, Patriotismus ist rechts. Das Christentum steht rechts, und der Dominikaner Bruckberger sagt mit Recht, das Neue Testament sei eine Botschaft der menschlichen Ungleichheit. Tatsächlich ist in fast allen Sprachen Rechts ein positiver, Links ein negativer Begriff. Im Deutschen hängt „rechts“ mit richtig, gerecht und Recht zusammen (im Englischen ist es ähnlich). Im Slawischen leitet die Silbe prav eine ganze Reihe positiver Bezeichnungen ein.

Die NS-Abgeordneten gehörten nicht auf die äußerste Rechte. Im Italienischen ist la sinistra die Linke, il sinistro der Unglücksfall. Analoges finden wir im Arabischen, im Sanskrit, im Japanischen und Ungarischen. Auch die Bibel spricht dieselbe Sprache. Prediger 10,2 sagt uns, daß gegen alle Anatomie das Herz des Weisen auf der Rechten und das des Narren auf der Linken schlägt. Welcher konfuse Idiot war aber dafür verantwortlich, die NS-Abgeordneten auf der äußersten Rechten des Reichstags anzusiedeln? Stalin dekretierte aus ideologischen Gründen, daß man die Nationalsozialisten „Faschisten“ nennen müsse, und die deutsche Linke folgte lakaienhaft diesem Ukas. In Wirklichkeit hatte Mussolini während seiner Jahre in Welschtirol von den tschechischen Nationalsozialisten im Wiener Reichsrat und ihrer husitischen Inspiration gehört. Das bewog ihn 1913 in Rom, ein Buch über Hus („Giovanni Hus, il Verdico“) zu veröffentlichen.

Die Gleichsetzung mit dem Faschismus ist höchst ungerecht

Mussolini kam vom italienischen Sozialismus her, und seine Bewegung hatte anfänglich und auch am Ende einen strikt republikanischen Charakter (die Fasces sind ein republikanisches Symbol!). Erst in der Republica Sociale Italiana konnte er sich ganz austoben. Vorher war er durch Monarchie und Kirche „beengt“ gewesen.

Freilich hatte der Faschismus auch eine nichtpolitische Rolle: den im Grund so anarchischen Italienern ein wenig Disziplin beizubringen, um sie so mit den industriellen Nationen des Nordens wettbewerbsfähig zu machen. Es war auch keineswegs in den Sternen geschrieben, daß Italien sich im Zweiten Weltkrieg auf die Seite des Dritten Reiches schlagen würde. Dafür war die hirnlose Außenpolitik Edens verantwortlich. Den Nationalsozialismus „faschistisch“ zu nennen, belastet die Italiener moralisch in höchst ungerechter Weise.

Wie auch immer: Der Nationalsozialismus hat mit der rechten Tradition Europas nicht das Geringste zu tun. Daher beginne oder schließe ich auch meine Vorträge in Übersee oft mit den Worten: „Ladies and Gentlemen, Right is Right and Left is Wrong.“

Buchauszug: Hans-Hermann Hoppe – Die Geschichte des demokratischen Republikanismus im Westen

„In der Tat […] ist dies das große unterschwellige Thema der Geschichte des Westens im 20. Jahrhundert gewesen. Seit 1918 haben praktisch alle Indikatoren hoher oder steigender Zeitpräferenzen eine systematische Tendenz nach oben aufgewiesen: Was die Regierung angeht, hat der demokratische Republikanismus den Kommunismus produziert […], den Faschismus, den Nationalsozialismus und, zuletzt und am dauerhaftesten, die Sozialdemokratie (bzw. den amerikanischen ‚liberalism‘).

Die Wehrpflicht ist fast universell geworden, äußere und innere Kriege haben an Häufigkeit und Brutalität zugenommen, und der Prozess politischer Zentralisation ist weiter vorangeschritten als je zuvor. Intern hat der demokratische Republikanismus zu ständig steigenden Steuern, Schulden und öffentlicher Beschäftigung geführt. Er hat zur Vernichtung des Goldstandarts geführt, zur Papiergeldinflation sondergleichen, zu vermehrtem Protektionismus und Migrationskontrollen.

Selbst die grundlegendsten Privatrechtsvorschriften sind durch eine unablässige Flut von Gesetzgebung und Regulierung pervertiert worden. Gleichzeitig sind, was die Zivilgesellschaft angeht, die Institutionen der Ehe und Familie zunehmend geschwächt worden, hat die Anzahl der Kinder abgenommen und haben die Quoten für Scheidung, Unehelichkeit, alleinstehenden Eltern, Singletum und Abtreibung zugenommen. Anstatt mit steigendem Einkommen zu wachsen, haben die Sparquoten entweder stagniert oder sogar abgenommen. Im Vergleich zum 19. Jahrhundert sind das kognitive Vermögen der politischen und intellektuellen Eliten und die Qualität öffentlicher Ausbildung gefallen. Die Quoten für Kriminalität, struktuelle Arbeitslosigkeit, Wohlfahrtsabhängigkeit, Schmarotzertum, Nachlässigkeit, Leichtsinn, Unhöflichkeit, Psychopathie und Hedonismus haben zugenommen.“

(Prof. Dr. Hans-Hermann Hoppe, Demokratie – Der Gott, der keiner ist , Seite 115 + 117)

Buchauszug: Die Ehrenhaftigkeit der kemalistischen Republik im 2. Weltkrieg

Das Verständnis von Ehre ist bekanntermaßen nicht überall einheitlich auf diesem Globus. Mit dem folgenden Auszug aus dem Buch „Türken in Berlin 1871-1945“ möchte ich gern die Ehrhaftigkeit der edlen und ruhmreichen kemalistischen Republik veranschaulichen … am Beispiel ihrer Beziehungen zum Deutschen Reich während des 2. Weltkrieges.

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Das vorgegaukelte Fehlen von Gottes(ehr)furcht im Christentum

von Yahya ibn Rainer

Heutzutage hört man ja von vielen Christen in der Dawa, dass man den „lieben Gott“ nicht fürchten brauche. Sogar Pastoren und Priester lassen sich schon zu solch einer Aussage hinreissen, nur um den Islam als Angstreligion darzustellen. Wer jedoch die Bibel aufmerksam liest, die Texte der christlichen Gelehrten kennt und die Verfassungen der deutschen Bundesländer studiert, der wird schnell bemerken, dass es sich bei der angeblichen Furchtlosigkeit im Christentum um einen weiteren Mythos handelt.

Der Aufruf, Gott zu fürchten, findet sich im gesamten Kanon der christlichen Bibel wieder. Für die „Ungläubigen“ unter euch hier einige wenige Auszüge:

Laut Bibel AT sprach ein Engel zu Abraham -Allah schenke ihm Heil-, als dieser seinen Sohn Isaak -Allah schenke ihm Heil- für Allah den Erhabenen schlachten wollte:

Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten.

1. Mose 22, 12

Im 2. Buch Mose belohnt Allah der Erhabene seine Dienerinnen für die Gottesfurcht:

Weil die Hebammen Gott fürchteten, schenkte er ihnen Kindersegen.

2. Moses 1, 21

Im 3. Buch Mose finde ich auch folgende Verse inhaltlich recht interessant:

Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr.

3. Mose 19, 14

Du sollst vor grauem Haar aufstehen, das Ansehen eines Greises ehren und deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr.

3. Mose 19, 32

Nimm von ihm keinen Zins und Wucher! Fürchte deinen Gott und dein Bruder soll neben dir leben können.

3. Mose 25, 32

Auch aus dem 5. Buch Mose möchte ich einige Beispiele nennen:

Möchten sie doch diese Gesinnung behalten, mich fürchten und ihr Leben lang auf alle meine Gebote achten, damit es ihnen und ihren Nachkommen immer gut geht.

5. Mose 5, 29

Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten; ihm sollst du dienen, bei seinem Namen sollst du schwören.

5. Mose 6, 13

Du sollst auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, achten, auf seinen Wegen gehen und ihn fürchten.

5. Moses 8, 6

Dieser Vers aus dem 1. Buch Samuel hat sogar einen aktuellen Bezug, besonders aus der Sicht von uns bösen Islamisten:

Wenn ihr den Herrn fürchtet und ihm dient, wenn ihr auf seine Stimme hört und euch seinem Befehl nicht widersetzt, wenn sowohl ihr als auch der König, der über euch herrscht, dem Herrn, eurem Gott, folgt (dann geht es euch gut).

1. Samuel 12, 14

Und auch die Psalme sind nicht frei von Gottesfurcht und Wahrheit:

Der makellos lebt und das Rechte tut; der von Herzen die Wahrheit sagt und mit seiner Zunge nicht verleumdet; der seinem Freund nichts Böses antut und seinen Nächsten nicht schmäht; der den Verworfenen verachtet, doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält; der sein Versprechen nicht ändert, das er seinem Nächsten geschworen hat; der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt. Wer sich danach richtet, der wird niemals wanken.

Psalm 15, 2-5

Wer ist der Mann, der Gott fürchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll.

Psalm 25, 12

Alle Welt fürchte den Herrn; vor ihm sollen alle beben, die den Erdkreis bewohnen.

Psalm 33, 8

Ein Problem, dem wir Muslime uns im Dialog mit den Christen immer ausgesetzt sehen, ist ihre Aussage, dass das Alte Testament für sie nicht verbindlich ist und durch das Neue Testament abrogiert wurde. Das ist natürlich auch eine faule Ausrede. Im Katechismus der Katholischen Kirche lesen wir in Absatz 121 und 123 folgendes:

„121 Das Alte Testament ist ein unaufgebbarer Teil der Heiligen Schrift. Seine Bücher sind von Gott inspiriert und behalten einen dauernden Wert, denn der Alte Bund ist nie widerrufen worden.

123 Die Christen verehren das Alte Testament als wahres Wort Gottes. Den Gedanken, das Alte Testament aufzugeben, weil das Neue es hinfällig gemacht habe [Markionismus], wies die Kirche stets entschieden zurück.“

Trotz alledem beharren manche Christen darauf, dass sie das Alte Testament ablehnen. Diese Sichweise auf den Kanon der christlichen Bibel stützt sich häufig auf eine antisemitische Haltung, die im deutschen Nazi-Reich unter Adolf Hitler wohl seine stärkste Manifestation erhielt. Auf Wikipedia kann man einen Eintrag lesen, der sich mit der Ideologie der sogenannten Deutschen Christen (DC) auseinandersetzt. Es ist eben diese Ideologie die heute manche Christen dazu antreibt das Alte Testament zu leugnen, sie streben „die „Entjudung“ der kirchlichen Botschaft durch Abkehr vom Alten Testament, Reduktion und Umdeutung des Neuen Testaments“ an und wenden sich damit direkt gegen die Lehre der klassischen christlichen Kirchen. Das es genau diese Christen auch sind, die heute den Islam und seine Lehre nicht nur kritisieren, sondern auch beleidigen, dass verwundert nach Lektüre des Wiki-Artikel überhaupt nicht.
Hier einige Auszüge daraus:

„Die Deutschen Christen (DC) waren eine rassistische, antisemitische und am Führerprinzip orientierte Strömung im deutschen Protestantismus, die diesen von 1932 bis 1945 an die Ideologie des Nationalsozialismus angleichen wollte. […]

Der Flensburger Pastor Friedrich Andersen wurde durch Houston Stewart Chamberlain zum Rasse-Antisemiten und forderte seit 1904 die Abschaffung des Alten Testaments und „aller jüdischen Trübungen der reinen Jesuslehre“. […]

Der „zornige Gewittergott“ Jehova sei ein anderer als der „Vater“ und „Geist“, den Christus verkündet und die Germanen geahnt hätten. Kindliches Gottvertrauen und selbstlose Liebe sei das Wesen der germanischen „Volksseele“ im Kontrast zu jüdischer „knechtischer Furcht vor Gott“ und „materialistischer Sittlichkeit“. Kirche sei keine „Anstalt zur Verbreitung des Judentums“: Darum sollten Religions- und Konfirmandenunterricht keine Stoffe des Alten Testaments wie die Zehn Gebote mehr lehren, und auch das Neue Testament sei von jüdischen Einflüssen zu „reinigen“, damit man den Kindern Jesus als Vorbild für „Opfermut“ und „männliches Heldentum“ darstellen könne.“

(http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen)

Eine, auch aus islamischer Sicht, kranke Ansicht und Ideologie, der nachweislich auch heute noch antisemitische Christen angehören.

Aber auch solchen Konsorten kann man natürlich Paroli bieten, denn Gottesfurcht gibt es natürlich auch im Neuen Testament der christlichen Bibel. Auch hier möchte ich mit Beispielen nicht geizen.

Beginnen möchte ich mit dem Lukas-Evangelium, denn laut ihm soll Jesus -Allah schenke ihm Heil- folgende Worte gesprochen haben:

Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.

Lukas 12, 4-5

Und ebenfalls im Lukas-Evangelium werden Maria, der Mutter des Messias, -Allah schenke ihr Heil- folgende Worte zugerechnet:

Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Lukas 1, 46-50

Im Johannes-Evangelium finden wir diese Worte:

Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er.

Johannes 9, 31

Laut der Apostelgeschichte von Lukas sagte der Gefährte (Jünger) Jesu -Allah schenke ihm Heil-,  Simon Petrus -Allah sei ihm gnädig-, folgendes:

Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.

Apostelgeschichte 10, 34-35

Das sollte, bezugnehmend auf das Neue und Alte Testament genug sein. Was wir jedoch nicht ausser Acht lassen sollten, ist die Bibelexegese, also gewissermaßen die Tafsir-Wissenschaft der Christen, denn auch die Bibel ruft nach einer Erklärung durch ihre Gelehrten. Bei den Protestanten (also evangelischen Christen) greift man hier zum Kleinen Katechismus von Martin Luther. Es war für mich eine reine Freude, bei der Recherche zu diesem Artikel in eben diesem Kleinen Katechismus schon zu Beginn, im ersten Kapitel, gleich mehrfach fündig geworden zu sein. Der Kleine Katechismus beginnt nämlich mit der Erklärung der 10 Gebote, die laut AT dem Propheten Moses -Allah schenke ihn Heil- von Allah dem Erhabenen übergeben wurden.

Ich komme leider nicht umhin, dieses gesamte Kapitel hier zu zitieren, denn es ist geradezu offensichtlich wie wichtig für diesen großen christlichen Gelehrten, Exegeten und Reformer die Gottesfurcht war:

Die Zehn Gebote

1.Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.
Was heißt das?
Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

2.Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

3.Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen.

4.Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir’s wohlgehe und du lange lebst auf Erden.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren[1] nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.

5.Gebot
Du sollst nicht töten.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Lebensnöten.

6.Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir keusch und zuchtvoll leben in Worten und Werken und in der Ehe einander lieben und ehren.

7.Gebot
Du sollst nicht stehlen.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern im sein Gut und Nahrung bessern und behüten helfen.

8.Gebot
Du sollst nicht falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht aus Falschheit belügen, verraten, verleumden oder hinter seinem Rücken reden, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.

9.Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause trachten, noch mit einem Anschein von Recht an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienlich sein.

10.Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.
Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsers Nächsten Frau, Gehilfen oder Vieh nicht ausspannen, abwerben oder abspenstig machen, sondern dieselben anhalten, dass sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

Schluss der Gebote
Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen?
Er sagt: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifernder Gott, der an denen, die mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht bis zu den Kindern im dritten und vierten Glied; aber denen, die mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl bis in tausend Glied.

Was heißt das?
Gott droht zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht gegen diese Gebote tun. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die diese Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.

Deutlicher geht es wohl nicht.

Und jetzt kommt der Hammer!

In einigen Bundesländern Deutschlands ist die Gottesehrfurcht sogar ein fester Bestandteil der Verfassung. Im föderalen System der Bundesrepublik ist ja bekannterweise die Schulpolitik eine Angelegenheit der Bundesländer und somit findet eben diese Schulpolitik auch Erwähnung in den jeweiligen Landesverfassungen. In Bayern klingt das in Artikel 131 (Ziele der Bildung) Absatz 2 folgendermaßen:
(2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt.
Das dürfte wohl einige überraschen. Nicht nur die Tatsache, dass die „Ehrfurcht vor Gott“ überhaupt ein verfassungsmäßiges Ziel der bayrischen Schulpolitik ist, sondern das sie von all diesen hehren Bildungszielen sogar an erster Stelle kommt.
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Nun mag der eine oder andere meinen, „Diese Bayern waren ja schon immer ein eigensinniges und erzkatholisches Völklein“, aber ein Blick in die Landesverfassung von Nordrhein-Westfalen zeigt, dass es sich hier nicht um einen eigenbrötlerischen Ausreisser im allgemeinen Verfassungsallerlei handelt, denn dort lesen wir im 1. Absatz des 7. Artikels folgendes:

(1) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.

Wieder an erster Stelle, diese Ehrfurcht. Und um es nicht allzu spannend zu machen, sind hier noch Auszüge aus den Verfassungen von Baden-Würtemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz:

Die Jugend ist in der Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe, zur Brüderlichkeit aller Menschen und zur Friedensliebe, in der Liebe zu Volk und Heimat, zu sittlicher und politischer Verantwortlichkeit, zu beruflicher und sozialer Bewährung und zu freiheitlicher demokratischer Gesinnung zu erziehen.

(Verfassung für das Land Baden-Würtemberg, Artikel 12, Absatz 1)

Die Jugend ist in der Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe und der Völkerversöhnung, in der Liebe zu Heimat, Volk und Vaterland, zu sorgsamem Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen, zu sittlicher und politischer Verantwortlichkeit, zu beruflicher und sozialer Bewährung und zu freiheitlicher demokratischer Gesinnung zu erziehen.

(Verfassung für das Saarland, Artikel 30)

Die Schule hat die Jugend zur Gottesfurcht und Nächstenliebe, Achtung und Duldsamkeit, Rechtlichkeit und Wahrhaftigkeit, zur Liebe zu Volk und Heimat, zum Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, zu sittlicher Haltung und beruflicher Tüchtigkeit und in freier, demokratischer Gesinnung im Geiste der Völkerversöhnung zu erziehen.
(Verfassung für das Land Rheinland-Pfalz, Artikel 33)
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Was stellen wir also fest?
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1. In mindestens 5 Landesverfassungen der Bundesrepublik Deutschland ist die Gottesehrfurcht erstes Bildungs- bzw Erziehungsziel.

2. Wir haben es also in mindestens 5 Fällen mit einem Verstoß gegen die verfassungsmäßige Ordnung zu tun … denn in Deutschlands Schulen lernt man so alles Mögliche, aber Gottesehrfurcht ist garantiert nicht dabei.

Aber das Wichtigste ist, dass wir nun einen kleinen Beleg haben, für diese Art von Christen, die im Dialog mit uns Muslimen nur allzu gern die Anwesenheit von Gottesfurcht im Christentum leugnen.

Breivik ein Nazi? Ablenkungsmanöver der Politik und ihres Behördenapparats!

von Yahya ibn Rainer

Die feigen Terroranschläge des radikal-christianistischen Kindermörders Anders Breivik sind keine Woche her, und schon werden Stimmen aus Politik, Regierung und ihrem Behördenapparat laut, über ein erneutes Verbotsverfahren für die deutsche NeoNazi-Partei NPD nachzudenken und „rechtsextreme Kreise“ besser zu überwachen. Aus meiner Sicht ist das pure Heuchlerei und ein erbärmliches Ablenkungsmanöver.

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Auszug: Albert Einstein über die Partei Netanyahus

Als Albert Einstein, einer der wohl größten Physiker der Neuzeit, im Dezember 1948 das erste mal die USA bereiste, verfasste er mit anderen jüdischen Intellektuellen (u.a. Hannah Arendt und Sidney Hook) einen Brief, den er von der New York Times publizieren ließ.

Inhalt dieses Briefes war eine Offenlegung der politischen Verhältnisse im neu gegründeten Staat Israel. Insbesondere die politische Geschichte und Richtung der Revisionisten, die damals durch Menachem Begin und seine neu gegründete Herut-Partei vertreten wurde, war Ziel seiner Kritik. Die Herut-Partei wurde 1988 in Likud umbenannt und ist seit 2009, mit Benjamin Netanyahu als Parteichef und Ministerpräsident, als Regierungspartei in Israel an der Macht.

Hier einige Auszüge aus diesem Brief:

„Eines der beunruhigendsten politischen Phänomene unserer Zeit ist die Entstehung der ‚Freiheitspartei‘ (Tnuat HaHERUT) im neu gegründeten Staat Israel, einer politischen Partei, die in ihrer Organisation, ihren Vorgehensweisen, ihrer politischen Philosophie und ihrem sozialen Anspruch den Parteien der Nazis und der Faschisten sehr ähnlich ist. […]

Sie haben eine Mischung aus Ultranationalismus, religiösem Mystizismus und rassischer Vorherrschaft gepredigt, … sie haben Berufsverbände nach dem Vorbild der italienischen Faschisten vorgeschlagen, in denen faktisch die Kapitalisten das Sagen haben. […]

Im Lichte der vorangegangenen Darlegungen ist es unbedingt notwendig, dass die Wahrheit über Mr. Begin und seine Bewegung in diesem Land publik gemacht wird. Es ist umso tragischer, als dass die oberste Führung des amerikanischen Zionismus sich geweigert hat, gegen Begins Unternehmungen vorzugehen“

(New Palestine Party; New York Times, 04. Dezember 1948, Briefe; S.12)