Archiv für den Monat: Dezember 2016

Kurz gesagt: Reine emotionale Masturbation / #Karlow #Breitscheidplatz usw

von Yahya ibn Rainer

Kopfloses und gegenwartsorientiertes Handeln. Reine emotionale Masturbation.

Was wir derzeit weltweit im aktionistischen Handeln vieler Muslime sehen, ist ein Resultat der Aufklärung. Die Pyramide der Hierarchie steht auf dem Kopf. Das gesellschaftlich vereinsamte und staatlich verwaltete Individuum handelt antiautoritär und selbstbestimmt, allein getrieben vom emotional getrübten Verstand, vollkommen auf die Befriedigung der eigenen emotionalen Verfasstheit fokussiert. Und die Politik (als auch die Köpfe des neuen Terrors) bedienen sich ungeniert am Buffet der bereiteten Schadtaten.

Ich kann nicht anders, als auch dieses Mal mit fester Überzeugung zu sagen: Ja, die Ummah hat ihren Zustand verdient!

Wa Allahu 3alem.

Was dieser dumme Terrorismus wirklich anrichtet

Die „orientalische Rasse“ in der Anthropologie des beginnenden 20. Jahrhunderts

Im Band „Anthropologie“ der Reihe „Kultur der Gegenwart“ (3/5, Leipzig 1923) wurde im Kapitel „Spezielle Anthropologie oder Rassenlehre“ der Araber (beduinischer Prägung) der sogenannten „orientalischen Rasse“ zugeordnet.

Folgendes hatten die Verfasser auf Seite 171 des Werkes, welches damals als hochwissenschaftlich galt, über diese „orientalische Rasse“ zu berichten:

«Die orientalische Rasse ist hochbegabt, sehr intelligent; energisch und zäh ausdauernd, vorschauend und organisierend, verfügt sie über Erfinder und Denker. Die Phantasie und künstlerische Begabung sind nicht gerade gering, aber auch nicht hervorragend, die musikalische Anlage groß. Sehr groß ist das Gemeingefühl, die Kunst, sich unter- und einzuordnen, noch größer die Fähigkeit, Fremdes anzunehmen und wiederzugeben, zu suggerieren, auf andere zu wirken.»

Bzgl. #Aleppo und Hätte-Hätte-Fahrradkette

von Yahya ibn Rainer

Es gibt in dieser angespannten und emotional aufgeladenen Situation (Aleppo betreffend) zahlreiche Geschwister, die sich selbst, den Herrschern und Politikern und sogar der gesamten Ummah die Schuld dafür zuweisen, dass dies geschehen konnte.

In diesem Zusammenhang wird bspw. gesagt „Hätte Erdogan dies oder jenes getan, … „ oder „Aber wenn wir (die Umma) dieses oder jenes getan hätten, … „ oder „Hätte Saudi Arabien (oder jedes andere Land) dieses oder jenes getan, … „

… dann wäre das nicht passiert.“

Wa Allahu 3alem, aber ich denke, dass es für einen Muslim nicht statthaft ist, die Vergangenheit betreffend „aber wenn“ oder „hätte/n ich/wir/sie“ zu sagen.

Sobald ein Ereignis eingetroffen ist, haben wir keinen Zweifel daran, dass es Allahs Wille war und Er es so hat geschehen lassen. Und egal was die Menschen auch versuchen zu tun, die Vorbestimmung können wir nicht ändern, es sei denn (sofern ich korrekt informiert bin) durch aufrichtige Bittgebete.

Was also geschehen ist, wäre auch geschehen, wenn wir alle anders hätten handeln können. Wer tatsächlich die Mittel gehabt hat, die jetzige Situation zu verhindern bzw. zu mildern, das weiß Allah am besten, und wer diese Mittel absichtlich/mutwillig vergehen ließ, wird sicher zur Rechenschaft gezogen.

Es gibt zu diesem Thema zahlreiche Fatawa und diese Sache gehört zu den Angelegenheit der Aqidah.

Allah sagt bspw. im Quran (sinngemäß):

«O ihr, die ihr glaubt, seid nicht gleich den Ungläubigen, die da sprechen von ihren Brüdern, als sie das Land durchwanderten oder Streiter waren: „Wären sie bei uns geblieben, wären sie nicht gestorben und nicht erschlagen worden.“ Allah bestimmte dies als Kummer für ihre Herzen. Und Allah macht lebendig und läßt sterben, und Allah durchschaut euer Tun.»

3:156

Und:

«Es geschieht kein Unheil auf Erden oder an euch, das nicht in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es ins Dasein rufen wahrlich, das ist für Allah ein leichtes.»

57:22

Und:

«Kein Unglück trifft ein, es sei denn mit Allahs Erlaubnis. Und wer an Allah glaubt, dem leitet Er sein Herz. Und Allah weiß alle Dinge.»

64:11

Und der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – sagte:

“Der starke Gläubige (Mu`min) ist Allah lieber als der schwache Gläubige (Mu`min); in jedem ist jedoch Gutes vorhanden. Halte dich fest an das, was dir nützt, flehe Allah um Hilfe an und gib nicht auf! Sollte dir etwas zustoßen, dann sage nicht “Hätte ich nur dies und das getan!” Aber du sollst sagen, “Allah hat es bestimmt und Sein Wille geschieht”, denn “Hätte” öffnet nur dem Satan die Tür.”

(Sahih Muslim, Hadith Nr. 2664)

Die folgenden Links sind lediglich das Resultat einer Googlesuche und sollen nur als Beispiel gelten. Bitte informiert euch auch bei Gelehrten eures Vertrauens:

http://islamfatwa.de/aqidah-tauhid/104-die-vorherbestimmung/595-haette-ich-doch-nur-oeffnet-satans-werk-die-tuer

http://islamfatwa.de/aqidah-tauhid/104-die-vorherbestimmung/1299-wann-das-sagen-von-wenn-od-haette-un-erlaubt-ist

Eine gewagte Meinung im Angesicht der Tragödie von #Aleppo?

von Yahya ibn Rainer

Es dürfte in der gegenwärtigen (emotional überwältigenden) Situation für einige von uns eine unerträgliche Ansicht sein, die ich hier einmal in Worte zu fassen versuche. Bitte nehmt es mir nicht übel.

Nicht erst jetzt, wo Aleppo zu fallen droht und zahlreiche Menschen von Vertreibung, Folter und Hinrichtung bedroht sind, liest man das Wehklagen vieler Muslime im Westen und andernorts auf der Welt.

Fassungslos und hilflos müssen wir erleben, wie Glaubensgeschwister qualvoll sterben müssen. Dies führt leider dazu, dass wir beginnen uns selbst und allen anderen Muslimen die Schuld und Verantwortung an den Vorkommnissen in Aleppo zu geben.

Ich jedoch halte diese Sichtweise für falsch. Seien wir doch mal ehrlich:

Auf der gesamten Welt gibt es Orte der Gewalt und des Massakers. Was Syrien/Aleppo in unseren Fokus rückt, ist das Vorhandensein von Medieninteresse, zahlreicher audiovisueller Aufzeichnungen und die Anbindung an das weltweite Netz. Während Aleppo jedoch fällt, werden Rohingya in Burma vertrieben, vergewaltigt und massakriert, in Afrika gibt es zahlreiche Orte, an denen Muslime niedergemetzelt werden. Nicht zu vergessen die unzähligen Gebiete, in denen Muslime Hunger und Durst leiden und daran elendig verrecken.

Diese Menschen haben keine Smartphones, keine Lobby, kein Internet. Deshalb erfahren wir nur sporadisch davon … wenn überhaupt.

Die Tatsache, dass wir hier im Westen zu den am besten informierten Menschen der Welt gehören und tagtäglich von beinah allen Tragödien dieser Welt erfahren, bringt uns in die unfassbare Situation zuschauen zu müssen. Denn wir können nicht die ganze Welt retten, nicht die Kriege, den Hunger und die Armut beenden.

Sicherlich kann man spenden, aber das ändert nicht die Zustände vor Ort, sondern kann lediglich das Leid ein wenig verringern, das durch diese Zustände erzeugt wird. Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bevor es sich nicht selbst ändert. Krieg und Frieden, Freiheit und Tyrannei sowie Armut und Reichtum sind und bleiben die Prüfungen Allahs für Seine Diener.

Unser Platz, unsere Verantwortung jedoch liegt vor allem dort wo wir leben. Es fängt mit uns selbst an, von dort steht uns die eigene Familie in Verantwortung am nächsten, dann die nächsten Nachbarn usw. usf..

Wir dürfen uns nicht einreden (lassen), dass wir uns für unsere guten Umstände schämen müssen. Was wir hier erleben, ist auch das Resultat unserer eigenen Handlungen. Die Tendenz ist hierzulande sicherlich eher absteigend, aber genau hier liegt wirklich unsere Verantwortung, im HIER und JETZT.

Schaut mal wie viele Geschwister weltweit nach Syrien ausgewandert sind. Hat es etwas zum Guten verändert? Nein.

Keinem Muslim darf eingeredet werden, er habe Verantwortung für die gesamte Welt und die gesamte Ummah. Das führt schnurstracks in die Depression. Das ist einfach unmöglich.

Wa Allahu 3alem.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Fatwa des türkischen Gelehrten Nureddin Yildiz hinweisen, der das Thema in ähnlicher Weise angeht. http://fatwazentrum.de/was-kann-ich-fuer-die-notleidenden-muslimischen-voelker-machen/

Ibn Baqqals Traum, nach dem Massaker der Mongolen in Bagdad

Sheikh Afif al-Din (Yusuf ibn Ali ibn Ahmad, besser bekannt als) Ibn Baqqal der Hanbalite (gest. 668 n.H.), erzählt, dass er während seiner Zeit in Ägypten über den Massenmord informiert wurde, der in Bagdad während der Invasion der Mongolen stattfand.

Als er von dieser katastrophalen Tragödie erfuhr, sagte er, dass er sich äußerst unwohl und innerlich aufgewühlt fühlte und dachte: „Herr, wie konnte das passieren? Es gab unschuldige, reine Kinder unter ihnen, und solche, die keinerlei Verbrechen schuldig waren, die nichts getan haben was eine solche schreckliche Strafe rechtfertigen könnte!“

Er sagt, dass er später einen Traum sah, in dem ein Mann ein Buch hielt. Er nahm das Buch, öffnete es und fand folgende poetische Verse darin (hier in ungefährer deutscher Bedeutung):

„Leg‘ sie beiseite deine Einwände, denn weder die Entscheidung liegt bei dir, noch das Urteil über den Fortlauf des Kosmos.

So frage Allah nicht nach seinen Taten, denn wer in die Tiefen des Meeres (oder auf den tiefen Grund des Meeres) stürzt, geht zugrunde.

Ausschließlich zu Ihm kehren alle Angelegenheiten seiner Diener zurück; so leg‘ beiseite deine Einwände – wie unglaublich unwissend/ahnungslos du doch bist.“

[Ibn Rajab, im Appendix zu seinem Werk „Generations of Hanbalites“, 4:101 / Ibn Kathīr “Beginning and End” 13:295]

Übersetzt aus dem Englischen von Yahya ibn Rainer. Quelle: The Hanbali Madhab.

Buchauszug: Michel Houellebecq – Von Linksislamisten und Linksnietzscheanern

«Vor allem jedoch seine linksislamischen Glaubensbrüder überschüttete er mit seinem Spott: Der Linksislam, schrieb er, sei ein verzweifelter Versuch verrotteter, verfaulter, klinisch toter Marxisten, sich aus dem Müllhaufen der Geschichte zu erheben, indem sie sich an die aufsteigenden Kräfte des Islam anbiederten. Auf konzeptioneller Ebene, fuhr er fort, seien sie genauso lächerlich wie die ‚Linksnietzscheaner‘.»

(Michel Houellebecq, Unterwerfung, S.246)

Ein herzlicher Dank geht raus an den Bruder Nando-Dragan Nuruddin Augener.