Archiv für den Monat: März 2012

Buchauszug: Erik von Kühnelt-Leddihn – Der Reichscharakter des Osmanischen Reiches

„All dies deutet aber darauf hin, daß Demokratie und Nationalismus nicht sakralen Charakter haben, sondern rein humane, horizontal ausgerichtete ‚geozentrische‘ Populismen sind. Ein Reich hat zwar eine geographische Ausdehnung, einen Bereich, aber es ist trotzdem vertikal, also letztendig religiös ausgerichtet und hat durch das übersinnliche Element eine universale Aufgabe. Das zeigt sich selbst im außerchristlichen Raum, so z. B. im ottomanischen Kaiserreich, dessen Sultan der Nachfahre der byzantinischen (‚oströmischen‘) Kaiser war und zudem cäsaropapistisch das Amt des Kalifen innehatte. Die alte Türkei war ein echter Vielvölkerstaat, liberal und tolerant in so mancher Hinsicht.

Doch mit der jungtürkischen Bewegung kamen die ersten nationaldemokratischen Einflüsse und damit auch unter ihrem schönen Motto ‚Einheit und Fortschritt‘ (Ittihat ve Terakki) das größte aller Armeniermassaker. Als meine Großeltern geboren wurden, gehörten zur Türkei zumindestens theoretisch Länder wie Tunis, Libyen, Ägypten, der Sudan, der Yemen, der Irak, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Nordgriechenland und Kreta. Heute ist die Türkei eine typische Nationaldemokratie (mit militäischen Zwischenspielen), laizistisch, aber aus nationalen Gründen ohne Platz für den Nichtmoslem. Konstantinopel war eine kosmopolitische Weltstadt, Kapitale eines Reiches, heute aber ist Istanbul eine große türkische Provinzstadt am Rande einer Republik.“

(Erik von Kühnelt-Leddihn, Konservative Weltsicht als Chance – Entlarvung von Mythen und Klischees, Seite 248-249)

Mit Wilhelm Busch gesagt … Abschied

Die Bäume hören auf zu blühn,
Mein Schatz will in die Fremde ziehn;
Mein Schatz, der sprach ein bittres Wort:
Du bleibst nun hier, aber ich muß fort.

Leb wohl, mein Schatz, ich bleib dir treu,
Wo du auch bist, wo ich auch sei.
Bei Regen und bei Sonnenschein,
Solang ich lebe, gedenk ich dein.

Solang ich lebe, lieb ich dich,
Und wenn ich sterbe, bet für mich,
Und wenn du kommst zu meinem Grab,
So denk, daß ich dich geliebet hab.

(Wilhelm Busch)

Hans-Peter Friedrich – Ein sozial-demokratistischer Demagoge par excellence

von Yahya ibn Rainer

„Deutschland achtet die Herkunft und kulturelle Identität seiner Zuwanderer. Aber wir akzeptieren nicht den Import autoritärer, antidemokratischer und religiös-fanatischer Ansichten. Wer Freiheit und Demokratie bekämpft, wird hier keine Zukunft haben – dies klarzumachen, ist die Aufgabe eines jeden.“

(Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich am 01.03.12)

Hans-Peter Friedrich – Ein sozial-demokratistischer Demagoge par excellence weiterlesen

Buchauszug: Erik von Kühnelt-Leddihn – Gefährliche Halbgelehrte

„Früher einmal war die Bildungslage eine ganz andere. Da gab es sehr breite, wirklich analphabetische Massen, eine recht dünne Mittelschicht und oben eine kleine, hochgebildete Minderheit. (Daher auch der spanische Ausdruck las memorías für elitäre „Hochgruppen“.) Heute haben wir eine gewaltige Schicht aus Viertel-, Halb- und Dreiviertelgebildeten, an die sich nicht nur die Massenmedien, sondern auch die Fach- und Romanliteratur richtet.

Dieser Sachverhalt hat auch wirtschaftliche Gründe, denn ein Buch mit einer Auflage von 400 Stück wird heute nicht mehr gedruckt – außer zu horrenden Preisen oder mit Subventionen. Finanziell ist das anders nicht möglich.

Nun aber ist gerade diese Mittelschicht gefährlich und gefährdet – nicht nur politisch, sondern auch religiös. Sie ging von der Ersten in die Zweite Aufklärung, sie „glaubt, dass sie weiß“. (Der Christ weiß, dass er glaube.) Sie wird ja auch von der Demokratie aufgefordert, Urteile zu fällen, Entscheidungen zu treffen, Stimmen abzugeben, bei Volksbefragungen mitzutun.

Und die Demokratie redet ihr zudem noch ein, dass Wissen und Nichtwissen politisch „gleichberechtigt“ sind. Für zahlreiche Betätigungen sind heute behördliche Befähigungsnachweise notwendig: Man kann weder in der Schule einem Sechsjährigen das Einmaleins beibringen, im Spital einen Kranken eine Injektion verabreichen, eine Apotheke an der Straßenecke in Betrieb nehmen oder gar ein Auto aus der Garage zum Bahnhof fahren, ohne durch Prüfungen und Dokumente „qualifiziert“ zu sein.

Doch zum Wählen oder Gewähltwerden genügt die Erfüllung rein vegetativer Bedingungen: Man muss vor so und so viel Jahren geboren und immer noch am Leben sein. Sonst nichts!

Das gilt eben genau so für die Wähler als auch für die Gewählten. Das Wissen und die Erfahrung, die Wahrheitsliebe und die charakterliche Standfestigkeit der meisten Volksvertreter ragt kaum über das Mittelmaß der Wähler hinaus. Man stelle sich vor, was geschehen würde, wenn Ärzte, Ingenieure, Piloten oder Lokomotivführer in ihrem Beruf nicht sachlich besser vorbereitet wären als der durchschnittliche Mandatar. Nun, ein Arzt, der nie Medizin studiert und sein Diplom durch Sonderbeziehungen oder durch Fälscher erhalten hatte, könnte in seiner illegalen Laufbahn doch einiges Unheil anrichten, ja auch Menschenleben gefährden und vielleicht ein Dutzend oder gar einige hundert Tote auf dem Gewissen haben. Doch ein Politiker, der weltweite Entscheidungen trifft, kann nicht nur hunderte oder tausende, sondern auch Millionen Todesfälle und namenloses Elend verursachen.“

(Erik von Kühnelt-Leddihn, Konservative Weltsicht als Chance – Entlarvung von Mythen und Klischees, Seite 21-23)

Buchauszug: H. L. Mencken – Erfolg, Charakter und Wahrheit im demokratischen Staat

«Allein durch ihr Verdienst kommen Politiker, wenn überhaupt, nur selten an ihr Amt, am wenigsten in demokratischen Staaten. Sicher, manchmal passiert es dennoch, aber nur aufgrund eines Wunders. Sie werden normalerweise aus ganz anderen Gründen gewählt, führend darunter ist schlicht ihre Fähigkeit, die intellektuell Unterprivilegierten zu beeindrucken und zu begeistern […]

Buchauszug: H. L. Mencken – Erfolg, Charakter und Wahrheit im demokratischen Staat weiterlesen